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| | MORGEEEEN! Wenn unser Langschläfer in der WG früher nicht aufstehen wollte, haben wir ihm vor dem Zimmer auch mal Ständchen gebracht. «Morning has broken» mit Flöte und Akkordeon. Solche und noch viel lustigere Geschichten haben zwei Autoren nun komödiantisch aufgearbeitet. Und zwar mit Erinnerungen aus einer ganz besonderen Winterthurer WG.
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| «Nora & the Gang» in Aktion (v.l.): Sebastian Henn, Georg Bachmann, Nora Tommer, Fabian Molina und Fabian Wenk. (Bild: Tizian Schöni) |
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| «Das Caquelon kannst du nochmals einweichen» |
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| Geschirrstapel, ein gammeliger Gemeinschaftskühlschrank und die schönste Zeit des Lebens: Im Dimensione las die Theatergruppe «Nora & the Gang» gestern aus der neuesten Schöpfung ihrer Autoren, einem Serien-Drehbuch über das WG-Leben. von Tizian Schöni |
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| Der Tag fängt erst nach dem Mittag so richtig an, am Tisch schlürft ein versiffter Mitbewohner seine Cornflakes. Irgendwo hämmert dumpfe Musik, der Gemeinschaftskühlschrank ist voller Blumenkohl, den der Öko-Mitbewohner gestern aus einem Container gefischt hat. Wo sind wir? Genau: In einer Wohngemeinschaft. «Spannend wird es immer dann, wenn Personen irgendwo zusammenkommen, die eigentlich nicht zueinander passen», sagt Sebastian Henn. Gemeinsam mit seinem Co-Autor Fabian Wenk hat er «Palazzo Lavazzo» geschrieben, eine Serie über das Leben in einer Gross-WG. Und wer genauer hinhört an diesem Abend, der findet auch heraus, wo die beiden ihre Inspiration herhaben. Sei es die traumhafte Dachterrasse, der cholerische Maschinenbau-Professor oder die Gemeinschaftsküche mit den sieben Kühlschränken. |
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| Sebastian Henn ist Autor und Regisseur, seit fünfzehn Jahren schreibt und entwickelt er Stücke für die Bühne. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Sowohl Henn als auch Wenk haben um 2010 für einige Jahre im Türmlihaus gewohnt, einer Gross-WG für Studierende an der Technikumstrasse. Die fünf bereits geschriebenen Folgen der komödiantischen Serie basierten zwar nicht auf wahren Begebenheiten. «Aber wir haben uns von unseren Erfahrungen inspirieren lassen», sagt Wenk. An einer Lesung gestern Abend gaben sie gemeinsam mit ihrer Theatergruppe «Nora & the Gang» einen kleinen Einblick in ihr Werk. «Um zu sehen, wie die Geschichten vor dem Publikum funktionieren.» |
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| | «‹Jetzt musst du den Abend füllen›, haben sie zu mir gesagt.» Sebastian Henn, Regisseur und Drehbuchautor |
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| Sebastian Henn und Fabian Wenk spielten schon zusammen in der Theaterwerkstatt am Büelrain. Ihr erster gemeinsamer Text war eine Maturrede, das erste Theaterstück dann «Der unglaubliche Hase» 2011. Der Mix aus Fabel- und Gangsterstory war zuerst eigentlich nur ein Fünf-Minuten-Sketch von Sebastian Henn gewesen. «Damit habe ich im Odeon in Brugg an einer offenen Bühne teilgenommen», erzählt er. Was der damals 20-Jährige nicht wusste: Es handelte sich um einen Wettbewerb ‒ und Henn gewann ihn prompt. Der erste Preis: Ein eigener Auftritt im Odeon. «‹Jetzt musst du den Abend füllen›, haben sie zu mir gesagt.» Also setzte er sich mit Fabian Wenk zusammen, gemeinsam bauten sie den Sketch zu einem 45-minütigen Stück aus. Und führten es nach dem Abend in Brugg ein weiteres Mal in der Alten Kaserne auf. Es kamen 300 Leute. «Damit hatten sie dort nicht gerechnet», sagt Wenk. Es war der Start der eigenen Theatergruppe «Nora & the Gang» und der offenen Bühne in der Alten Kaserne. Das Format, an dem alle auftreten und aufführen dürfen, feierte im März die 30. Ausgabe. |
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| Morgenmuffel oder HSG-Kapitalismusturbo ‒ Co-Autor Fabian Wenk gibt im Dimensione abwechselnd einen der beiden Studententypen. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Seit 15 Jahren schreiben Fabian Wenk und Sebastian Henn fast jedes Jahr gemeinsam ein Theater. Die Stücke hiessen «King Kong vs. Hitler», «Das Da Vinci Brot» oder «Räuber und Pony». Mit «Palazzo Lavazzo» haben sich die beiden erstmals an ein Serien-Drehbuch gewagt. «Rein von meiner Ausbildung her bin ich aber sowieso eher Drehbuchautor», sagt Henn, der Germanistik, Anglistik und Filmwissenschaften studiert hat. Die Idee, die Zeiten aus der Studi-WG als Serienstoff zu verwenden, entstand bereits vor sechs Jahren. Damals diskutierte die Schweiz über das neue Filmgesetz, das grosse Streamingdienste dazu verpflichten sollte, Geld in das Schweizer Filmschaffen zu investieren. Diese «Lex Netflix» und die Tatsache, dass Pandemie war «und eh alle zu Hause herumhängen», habe sie auf die Idee gebracht, eine Serie zu schreiben. Doch ein erster Entwurf verschwand wieder in der Schublade. Bis die beiden das Projekt 2025 beim Kulturkomitee eingaben, 9600 Franken erhielten und damit gut einen Monat ins Schreiben investieren konnten. Mögliche Produzent:innen müssen die beiden noch überzeugen. «Wir haben heute Abend möglichst viele eingeladen», sagt Henn. Das Publikum hingegen hat die Gruppe bereits auf seiner Seite. Im Dimensione fällt an diesem Abend so mancher Lacher. |
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| | | | | Statt stoppt drei Schul-AusbauprojekteBis zum Schuljahr 2040/41 rechnet die Stadt mit 34 zusätzlichen Klassen ‒ vor allem in der Sekundarschule. Dies gehe aus der neuesten Wachstumsprognose einer Drittfirma hervor, wie die Verwaltung in einer Medienmitteilung schreibt. Die Anzahl Primarschüler:innen wächst hingegen weniger schnell als bisher. Deshalb hat der Stadtrat verschiedene Bauprojekte aus der Schulraumstrategie angepasst. So wird die Erweiterung der Primarschule Laubegg in Dättnau gestoppt, und das Schulhaus Steinacker in Seen soll nur noch um fünf statt sieben Klassen erweitert werden. Zudem wird das Raumprogramm für das Schulhaus Aussenwachten in Sennhof halbiert. Ein Ausbau plant der Stadtrat hingegen in Hegi-Dorf: Dort soll bis zum Schuljahr 31/32 ein Holzmodulbau entstehen. |
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| | Lea Schüpbach kehrt zurück zu Yellow
Die beste Handball-Goalie der Schweiz kehrt nach sieben Saisons in ausländischen Ligen zu ihrem Stammverein Yellow zurück. Laut einer Mitteilung des Vereins unterschrieb die Torhüterin aus dem Weiler Taa bei Winterthur einen Vertrag für zwei Jahre. Schüpbach gehört seit 2018 zum Kader der Nati und sei «eine der Baumeisterinnen des Aufschwungs des Schweizer Frauenhandballs», heisst es in der Mitteilung. (Bild: zvg) |
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| | Weitere Kurz-NewsLänger offen für die Amerika-WM: Von Mitte Juni bis Mitte Juli kicken die Nationalmannschaften der Männer in den USA, Kanada und Mexiko ‒ was in der Schweiz Anpfiff um 21 Uhr bedeutet. Für Spiele der Nati am Freitag oder Samstag dürfen die Lokale nun ausnahmsweise bis zum Abpfiff offen bleiben. Das teilte der Stadtrat gestern mit. Kleine Oper, grosse Show: Das verspricht das Team der Oper im Knopfloch, eines mobilen Theaterkollektivs, das in Kyburg zu Hause ist und in Winterthur probt. Am 23. und 24. Mai inszeniert die Gruppe die romantische Oper «Faust» von Louis Spohr im Kellertheater‒ mit Beatboxing-Einlagen. Ab sofort Kafi in der Lokstadt: Heute Morgen öffnet zwar noch nicht das Kafi Dia selbst, dafür aber ein Kafi-Fenster (ab 8 Uhr) an der Emil-Krebs-Gasse 10 in der Lokstadt. Die Gründer:innen hatten letztes Jahr Geld für das neue Quartierkafi gesammelt, zuerst war eine Eröffnung im späten Frühling angekündigt gewesen. Im Juni soll es jetzt definitiv so weit sein. |
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| | Noch eine Runde fürs Gleiserei-Pop-up
 | Fünfte Runde für die Gleiserei Pop-up-Bar Ja, es gibt sie immer noch – und ab morgen bis Mitte Juli ist sie wieder jeweils von Mittwoch bis Samstag geöffnet: die Bar zwischen den Gleisen. Die Gleiserei. Ursprünglich hiess es, das Atelierhaus und die Pop-Up-Bar würden nur bis 2025 bleiben. Nun wurde der Vertrag mit der SBB um weitere fünf Jahre verlängert. Die Gleiserei mit ihrem Atelierhaus und der Bar ist ein Zwischennutzungsprojekt auf dem Areal zwischen Bahnhof und KSW. Dort soll in den kommenden Jahren die geplante Überbauung «Lindareal» entstehen. Wo das Projekt konkret steht, ist dem Miteigentümer, Geschäftsführer und Tausendsassa Mathias Oehy nicht bekannt. Den Pop-up-Barbetrieb im Sommer finanziert die Gleiserei mit der Vermietung der kleinen «Oase» durchs Jahr. Den Gastrobetrieb hätten sie eigentlich nur «wegen nice», lacht Mathias. Gastevents wie ein Day Dance, Kerzenziehen, Aktzeichnen oder Poetry-Slams helfen der Bar, die wegen ihrer Lage ausserhalb der Stadt wenig Laufkundschaft anzieht. |
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| Vater und Sohn: Mathias und Roland Oehy halten die Gleiserei-Bar ein weiteres Jahr am Leben. (Bild: Maria Wyler) |
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| Der befristete Zeithorizont macht Erneuerungen in der Bar, einer ehemaligen Garage, etwas kompliziert. Im Gegensatz zum Ateliergebäude steht sie nicht unter Denkmalschutz. Sehr wahrscheinlich sei, dass das Lokal im Rahmen des neuen Lindareals dann abgebrochen werde, meint Mathias. Zumindest zeigt das eine erste Visualisierung der Umgestaltung. Noch ist es aber nicht so weit. Das Team freut sich auf einen weiteren Sommer mit, laut eines Nachbars, «einem der schönsten Sonnenuntergänge von Winterthur.» (mw) |
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| Deine Idee fürs Lindareal
 | Hast du eine Idee für das Lindareal? Laut Timeline auf der Webseite befindet sich das Projekt Lindareal gerade am Ende des Gestaltungsverfahrens und vor der Ausschreibung eines Architekturwettbewerbes. Ersteres würde im engen Austausch mit der Öffentlichkeit erarbeitet, heisst es. Dazu wurde an einem alten Passfoto-Automaten eine Infotafel angebracht, die über das geplante Projekt informiert und die Bevölkerung dazu animiert, mitzureden. Anregungen können in einer Kiste neben dem Automaten deponiert werden. Warum nicht mitreden, wenn man schon gefragt wird? Einen Versuch ist es wert. Falls du eine Frage oder eine gute Idee für das neue Stadtquartier hast, schick sie uns. Wir deponieren dann alle eingeschickten Texte in der Box und hoffen darauf, dass das mit dem Mitreden auch wirklich so gemeint war. (mw) |
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| | | Mit mehr als zehn Jahren WG-Erfahrung auf dem Buckel kann ich sagen: Nicht jedes WG-Klischee ist falsch. Auch bei uns haben sich die Möbel der Vormieter schon dort gestapelt, als wir eingezogen sind. Und auch bei uns gabs Zoff ob des liegengelassenen Geschirrs im Schüttstein. Aber eine Sperrgut-Entsorgung und die gelegentliche Erledigung des Abwaschs sind das Zusammenleben zehnmal wert! Bis bald, Tizian |
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