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Guten Morgen! Kennst du das schiefe Haus in Töss? Wir lösen heute grad zwei Rätsel: Warum das Haus so schräg ist und was eine Mineralwasserfabrik damit zu tun hat.
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| Nein, ich habe die Kamera nicht schräg gehalten. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Das schiefe Haus von Töss |
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Der «schiefe Turm von Winterthur» steht im Tössfeld. Im Quartier kennen die meisten das schiefe Haus. Warum es schief ist und was eine ehemalige Mineralwasserfabrik damit zu tun hat. von Gioia Jöhri |
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Von aussen sieht das Häuschen so aus, als würde es bald umkippen. Die Fenster und Türen wirken verzogen, sie stehen sonderbar waagrecht zum Haus. |
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| «Öl und Wasser laufen immer exakt in die gleiche Richtung. Beim Braten eines Spiegeleis ist das noch matchentscheidend.» Álvaro, Bewohner schiefes Haus |
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«Öl und Wasser laufen immer exakt in die gleiche Richtung. Beim Braten eines Spiegeleis ist das noch matchentscheidend», erklärt Álvaro, der im kleinen Studio im ersten Stock des Häuschens wohnt. Ausser beim Kochen bemerkt man die Schieflage des Hauses im Innern auf den ersten Blick nicht. |
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| Statisch sei die Schieflage kein Problem. Das Haus hat sich seit Jahrzehnten nicht weiter geneigt. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Álvaro wohnt seit Herbst 2024 im schiefen Haus und stiess durch ein ganz normales Wohnungsinserat darauf. Er sei dringend auf der Suche nach einer Wohnung gewesen. «Ich war in einer etwas schrägen Situation und dann kam dieses schräge Haus», erzählt er lachend. «Es hat sofort gematcht.» Vor ihm wurde das kleine Studio als Büro genutzt, der Spannteppich lässt es noch erahnen. Von Auge sieht man die Schieflage im Innern nur an der Decke. Und man fühlt sie irgendwie auch: «Als ich eingezogen bin, hatte ich eine Weile lang ein ähnliches Gefühl, wie wenn man eine neue Brille hat und sich erst noch daran gewöhnen muss. Man spürt, dass etwas nicht ganz stimmt», sagt Álvaro. Mittlerweile habe er sich völlig daran gewöhnt. Besitzerin des Häuschens im Innenhof und des dazugehörigen Haupthauses an der Wasserfurristrasse ist Ursula Weber. Sie wohnt selbst in Weinfelden. Ihr Grossvater hat die Liegenschaft in den 1920er-Jahren gekauft. «Er war Sattler, hat selbst im Haupthaus gewohnt und das Hinterhaus als Werkstatt genutzt», erzählt sie am Telefon. Auch damals sei das Häuschen bereits schief gewesen. Ursprünglich waren wohl auch die Fenster, Türen und der Boden schräg. Doch zu Beginn der 1970er Jahre baute Webers Vater das Hinterhaus um, was dazu führte, dass heute Fenster und Türen in einem schiefen Rahmen stehen. |
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| Im Innern sieht man die Schieflage nur an der Decke. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Gebaut hat die gesamte Backsteinhaus-Siedlung an der Wasserfurristrasse die «Gesellschaft für die Erstellung billiger Wohnhäuser» (GebW) 1896 und sie kurz darauf an Private verkauft. Weber vermutet, dass das Hinterhaus kurz nach Fertigstellung bereits abgesunken ist. «Das ehemalige Gaswerk in Töss hat das Areal vorher als Schlacke-Deponie genutzt. Der Boden ist noch immer davon belastet. Die Deponie wurde jedoch zugeschüttet, damit man darauf bauen konnte», erzählt sie. Tatsächlich zeigen Karten aus dieser Zeit eine Grube am Standort des Häuschens. Vielleicht habe man die Grube nicht ausreichend zugeschüttet, meint Ursula Weber. Und Álvaro vermutet: «Wahrscheinlich hat man damals einfach das Fundament zu wenig tief angelegt. Vielleicht wusste der Baumeister nichts von der ehemaligen Deponie. Und dann ist es nach dem Bau langsam abgesunken, bis es auf festen Boden gestossen ist.» |
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| An der Brauerstrasse ist die Schieflage viel weniger ausgeprägt als im Tössfeld. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Im Stadtarchiv gibt es für diese Hypothesen keine direkten Belege. Nur einmal heisst es zum Hinterhaus: «Das Gebäude ist aus der Elementar-Schadenversicherung ausgeschlossen.» Vielleicht wollte man das Versicherungsrisiko eines schiefen Hauses nicht auf sich nehmen. Laut dem Historiker Peter Niederhäuser gibt es noch weitere schiefe Häuser in der Stadt. Eines davon steht an der Brauerstrasse 32, gleich hinter dem Kantonsspital. Auch dort ist wohl eine Grube verantwortlich: «Deren Auffüllung geschah offenbar so übereilt, dass sich das darauf errichtete Gebäude seitlich absenkte und das Brauerquartier unverhofft zu einem schiefen Haus kam», schreibt Niederhäuser im Winterthurer Neujahrsblatt zum Brauerquartier. |
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| Diese Beschriftung sorgte lange für ein Rätsel. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Rätsel gelöst um: «Fabrikation Mineralwasser»Für ein weiteres Rätsel sorgte lange Zeit die seitliche Beschriftung «Fabrikation von Mineralwasser» am Häuschen. Auch hier heisst es von Seiten der Besitzerin, dass die Schrift bereits vor dem Kauf Ihres Grossvaters da gewesen sei. Hier gibt das Stadtarchiv klare Auskunft: Im Jahr 1897 gehörten Haus und Hinterhaus Leo Wasmer. Dieser wollte das Hinterhaus aufstocken und darin eine Mineralwasserfabrik einrichten. Die Aufstockung wurde ihm mit Auflagen zum Brandschutz genehmigt, aber ob er je eine Flasche mit Mineralwasser gefüllt hat, ist unklar. 1899 verkaufte Wasmer die Liegenschaft bereits weiter. Umso bemerkenswerter, dass die Beschriftung bis heute über 120 Jahre überdauert hat. Álvaro denkt manchmal darüber nach, ob das Häuschen bei einer nötigen Sanierung in Zukunft abgerissen werden könnte. Denn denkmalgeschützt ist es nicht. «Eine Renovation wäre sicher sehr tricky, gerade bei den schrägen Fenstern und Türen», sagt er. Besitzerin Ursula Weber will von einem Abriss nichts wissen. Denn ob schief oder nicht: So ein Bijou gibt es in Winterthur nur einmal. |
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| | Stadt präsentiert Programm der KlimawocheIst Winterthur auf Hitze, Starkregen und Trockenheit vorbereitet? Diese Frage steht vom 5. bis 13. Juni im Zentrum der Klimawoche. Mit einer Reihe von Veranstaltungen möchte die Stadt Winterthur zeigen, wie sie sich an veränderte Klimabedingungen anpassen kann. Stadtgrün zeigt naturnahe Lebensräume in der Stadt, auf einer Führung gibt es Einblicke in die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) und das Fernwärmenetz und klimafreundliche Menüs warten darauf, entdeckt zu werden. |
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| | SP Winterthur wählt neues Co-PräsidiumAn der gestrigen Delegiertenversammlung wählten die SP-Delegierten den langjährigen Stadtparlamentarier Philippe Weber ins Co-Präsidium. Zudem bestätigten die Stimmberechtigten Franziska Tschirky, auch sie SP-Stadtparlamentarierin. Philippe Weber ersetzt Markus Steiner, der seit 2019 im Co-Präsidium der SP Winterthur engagiert war. |
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| | Gründerin des Frauenfussballmagazins «Frau Müller» im Interview: Andrea Müller war beim Stadtfilter zu Besuch und erzählte im Interview, wie das Magazin über Frauenfussball entstanden ist. Frau Müller berichtet über unterschiedliche Themen aus dem Kosmos des Frauenfussballs mit Fokus auf der Schweiz. Im Interview erfahren wir, wieso das Magazin Frau Müller heisst und wie man in der Szene auf das neue Heft reagiert hat. Wie beeinflussen Umweltkrisen deine Gesundheit? Dieser Frage gehen ZHAW-Studierende der Gesundheit heute Abend nach. Sie geben Einblick in konkrete Projekte rund um Umweltveränderung, Gesundheit und Alltag. Der Anlass «Mensch. Umwelt. Zukunft.» findet um 18.30 Uhr am Katharina-Sulzer-Platz statt. Details und Anmeldung finden sich hier. |
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| Klamauk in Winterthur: Daydance im Turm Areal Wo Backstein auf Bass trifft und der Hinterhof zum Dancefloor wird. Hier beginnt der Sommer. Klamauk am Turm startet in die neue Saison. Daydance unter freiem Himmel mit elektronischer Musik vom Feinsten, bis die Sonne langsam untergeht. Save the Dates: 23. Mai 04. Juli 18. Juli 25. Juli Season Opening am 23. Mai mit Vanita und weiteren starken Acts. Sei dabei, wenn wir gemeinsam in den Sommer tanzen. Wir sehen uns vorne links. |
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Mineralwasser aus Winterthur-Veltheim
 | Mineralwasser aus Winterthur: Chabesco und Balla aus Veltheim Bevor Coca Cola, Fanta oder Red Bull ihren globalen Siegeszug antraten, gab es in Europa und der Schweiz bereits zahlreiche Süssgetränke. So auch in Winterthur: An der Schaffhauserstrasse 150 in Veltheim wurden jahrzehntelang verschiedene Getränke produziert. Karl Ballauf aus Seuzach führte ab 1934 an diesem Standort eine Zweigfabrik des deutschen Milchsäure-Getränks «Chabesco». In den 1950er Jahren verlor Chabesco an Bedeutung und die Familie Ballauf ersetzte es durch die Produktion von «Balla Citro, Balla hell und Balla Kola sowie verschiedene Spirituosen, von denen der Kirsch rouge einiges Renommee erlangte», heisst es in der Quartierzeitung Gallispitz in einem Rückblick von 2015. Ende der 1960er Jahre wurde die Konkurrenz durch Mineralwasserquellen und internationale Firmen schlicht zu gross. Die Familie Ballauf liquidierte die Firma und widmete sich in Hettlingen anderen Berufen. Und an der Schaffhauserstrasse erinnert heute nichts mehr an die Chabeso- und Balla-Zeiten. |
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| Das ehemalige Balla-Gebäude sind in den Grundzügen dem heutigen an der Schaffhauserstrasse noch recht ähnlich. (Bild: Sammlung Winterthur) |
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Man munkelt, die Balla-Mineralwasser-Fabrik sei auch daran gescheitert, dass es in Winterthur keine Mineralwasserquelle gebe. Von «Friedhofswasser» sei wegen der Nähe zum Friedhof Rosenberg die Rede gewesen. Pfui Teufel! Bis bald und hebs guet, Gioia |
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