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| | Liebes Winterthur
Wenn du heute Morgen zum Bahnhofplatz gehst, hast du zwei Möglichkeiten: Du regst dich auf, weil dein Bus ziemlich sicher nicht fährt und du so busy warst, dass du die Neuigkeiten verpasst hast – oder du tanzt. Denn so viel Platz wie heute hast du wohl sonst nie.
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| Ein Bus wird an der Ausfahrt gehindert. Die Fahrer:innen von Stadtbus treten in den Streik. (Bild: Nick Eichmann) |
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| «Unzumutbare Arbeitsbedingungen» ‒ Stadtbus streikt heute Morgen |
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| Heute Morgen verkehren nur knapp 25 Busse auf dem Winterthurer Netz. Die Fahrer:innen von Stadtbus streiken von 4.30 Uhr bis 8.30 Uhr. Die Mitglieder des Verbands des Personals der öffentlichen Dienste (VPOD) fordern ausgebaute Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit und eine bessere Dienstplanung. Der zuständige Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) sagt, weitere Zulagen würden das Fahrpersonal unzulässig besserstellen. Und vermutet Wahlkampftaktik hinter dem Warnstreik. |
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| Seit 4.30 Uhr ist das Busdepot in der Grüze blockiert, nur knapp 25 Busse verkehren auf dem gesamten Netzwerk – halb so viele wie an einem Sonntag. Pendler:innen müssen heute zu Fuss zur Arbeit gehen. Grund dafür ist ein Warnstreik der Gewerkschaft VPOD, der noch bis 8.30 Uhr dauern wird. Am Sonntag hatten rund 100 Mitglieder und Angestellte von Stadtbus an einer Versammlung für den Warnstreik gestimmt, wie WNTI über ein VPOD-Mitglied erfuhr. Stadtbus beschäftigt insgesamt 364 Personen, davon 258 Chauffeur:innen. Die zentralen Forderungen des Personals sind ein Ausbau der Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit und «faire» Lösungen für Einspringerdienste. Die sogenannten «ED» sind Tage im Dienstplan des Fahrpersonals, für die es auf Abruf bereit ist. Ob sie wirklich arbeiten, erfahren die Chauffeur:innen jeweils erst am Vortag um 17 Uhr. Falls nicht, fällt ihnen ein Arbeitstag weg und es entstehen Minusstunden. Jene zu vermeiden ist die dritte Forderung der Angestellten. Heute seien Angestellte monatlich teilweise für bis zu vier dieser Ersatzdienste eingetragen, sagt der Gewerkschaftssekretär Micha Amstad gegenüber WNTI. Das sei zu viel, gerade im Vergleich mit anderen Busbetrieben. «Wir schlagen ein Modell wie in Schaffhausen oder Solothurn vor.» Dort würden Ersatzdienste auch dann vergütet, wenn sie wegfielen. Das führe laut Amstad dazu, dass sie im Dienstplan sparsamer eingesetzt würden. |
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| | «Es ist für mich keine Option, für denjenigen, der am lautesten nach mehr Lohn schreit, die Schatulle zu öffnen.» Stefan Fritschi (FDP), Vorsteher Technische Betriebe |
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| Der zuständige Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) sagt auf Anfrage, er habe Verständnis für die Forderung nach einer besseren Lösung betreffend der Ersatzdienste. «Wir haben vor einiger Zeit im Hinblick auf die geplante Gesprächsrunde im April bereits Bereitschaft signalisiert, etwas zu unternehmen, und einen Betrag ins Budget eingestellt.» Den Warnstreik hingegen hält er für unverhältnismässig. Zwar gibt es seit 2025 für das ÖV-Personal keinen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mehr, den damals vereinbarten durchschnittlichen Lohn von 80’600 Franken halte Stadtbus aber weiterhin ein. Zudem würden Entscheide im Zusammenhang mit finanziellen Entschädigungen dauern, oft hingen sie von Stadtrat oder sogar dem Parlament ab. «Es ist für mich keine Option, für denjenigen, der am lautesten nach mehr Lohn schreit, die Schatulle zu öffnen», so Fritschi. Laut der Kennzahlen in den städtischen Rechnungen hatten zuletzt 66 Prozent der Stadtbus-Angestellten ihre Zufriedenheit mit «gut» oder «sehr gut» angegeben. |
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| Über hundert Fahrer, Gewerkschaftlerinnen und Unterstützer versammeln sich vor dem Busdepot. (Bild: Nick Eichmann) |
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| Die nächste Gesprächsrunde wäre laut Fritschi im April geplant gewesen. Es sei «bedauerlich», dass die Gewerkschaft diese nicht abgewartet habe. Sekretär Micha Amstad hingegen fühlt sich «von Gespräch zu Gespräch vertröstet.» Bereits Ende 2024 seien der Stadtbus-Geschäftsleitung die Forderungen über eine Petition vorgelegt worden. «Trotz mehrmaliger Intervention stellen sich die Geschäftsleitung und der zuständige Stadtrat quer.» Zuletzt am Freitag sei seitens Stefan Fritschi ein weiteres Gesprächsangebot im Raum gestanden, parallel habe der VPOD aber ein Schreiben der Stadtbus-Geschäftsführung erhalten, in dem die Forderungen der Gewerkschaft «quasi vom Tisch gewischt» worden seien. Am Montagabend sagte Stefan Fritschi am Rande der Parlamentssitzung, er habe der Gewerkschaft ein Angebot unterbreitet. Das um 17.05 vom Stadtrat versandte Schreiben liegt WNTI vor und schlägt vor, «eine Zeit- und Geldgutschrift bei Ersatzdiensten anzubieten, sofern nicht zwei Tage vor dem Termin ein Dienst zugeteilt wurde.» Weitere Zugeständnisse lägen nicht in der Kompetenz der Geschäftsleitung von Stadtbus, heisst es dort weiter. Ob der Streik noch in letzter Sekunde abgewendet werden kann, blieb am Montagabend unklar. Während VPOD-Sekretär Micha Amstad sagte, der Zeitpunkt des Warnstreiks sei «kein taktisches Manöver», wurde Stefan Fritschi im Parlament deutlich: Er werde den Verdacht nicht los, dass der Zeitpunkt, der gewählt worden sei, mit dem Wahlkampf zusammenhänge. «Es ist eine unfaire Art und Weise, wie man mich auf den Grill wirft.» Sowohl der Departementsvorsteher der technischen Betriebe als auch VPOD-Sekretär Micha Amstad befinden sich im Wahlkampf. FDP-Stadtrat Stefan Fritschi bewirbt sich um das Amt als Stadtpräsident, Micha Amstad will am 8. März erneut für die SP in den Stadtzürcher Gemeinderat. (tz) |
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| | | Bilder und mehr Berichterstattung rund um den Warnstreik findest du im Laufe des Morgens auf wnti.ch und unserem Instagram. |
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| | | | Diese Sieben gehen ins Rennen um den KMU-MAXGestern gab der KMU-Verband Winterthur bekannt, welche sieben Unternehmen es in die nächste Runde des KMU-MAX geschafft haben: Atelier Schelb+Partner AG, Büro-Schoch AG, Cafe Restaurant Obergass, Elektro Gerteis AG, Geheimgang 188, Küng & Co AG und Selzam AG. Rund 450 Personen hätten eine Nomination für Ihr Lieblingsunternehmen eingereicht. Per Online-Voting wird nun entschieden, welche drei Unternehmen an der Award-Verleihung vom Mittwoch, 20. Mai, im Casinotheater um den Sieg kämpfen. Zu gewinnen gibt es nebst der KMU-MAX-Trophäe ein Preisgeld von 3000 Franken, welches das Sieger-Unternehmen einer Non-Profit-Organisation im Bezirk Winterthur seiner Wahl spendet. |
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| | SP-Co-Parteipräsident Markus Steiner tritt zurückSteiner werde an der Jahres-Mitgliederversammlung am 19. Mai 2026 sein Amt ablegen, dies teilt die SP Winterthur mit. Unter seiner Co-Leitung gelang der Partei unter anderem der Ausbau der städtischen Schulsozialarbeit. Zudem war er involviert bei der Initiative «Lohn zum Leben» für einen städtischen Mindestlohn und beim Gegenvorschlag zur Wohninitiative – beide wurden angenommen. Bei seinen eigenen Mitgliedern war Steiner vor vier Jahren für das Wahlbündnis mit der GLP unter Druck geraten. Auch dafür, dass die SP keine Frau in den Wahlkampf ums Stadtpräsidium zu schicken vermochte, wurde Steiner an einer Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr kritisiert. |
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| | Quartierverein Graben-Holderplatz wird aufgelöst: Bereits 1971 und 1992 sei über dessen Auflösung diskutiert worden, schreibt 8400 Altstadt. Grund für den endgültigen Entscheid sei, dass sich nicht genügend Leute für den Vorstand finden lassen. Mit 30 Mitgliedern war der Quartierverein der kleinste in Winti. Es wird eng für den FCW: Heute um 20.30 Uhr tritt der FC Winterthur gegen Servette an. Die rot-weisse Mannschaft braucht dringend einen Sieg: Es bleiben noch 18 Spiele und nach dem GC-Sieg am Sonntag liegt sie 10 Punkte hinter dem Barrage-Platz.
«Schnurrepflutteri» – oder einfach Poetry Slam: Falls du schnelle, gesellschaftskritische, selbstironische, lustige und tiefgehende Poesie von Sprach-Nerds magst: Um 20 Uhr findet – wie immer am ersten Dienstag des Monats – der Dichtungsring im Albani statt. |
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| | Nie mehr die Abstimmung verschlafen
 | Nie mehr die Abstimmung verschlafen! Gehörst du zu den Menschen, die am Montag nach der Abstimmung mit Schrecken feststellen, dass das Couvert immer noch auf der Küchentheke liegt? Für dich gibt es genau seit heute den Wahlwecker! Gut, er klingelt jetzt gerade etwas gar spät – aber besser spät als nie. Und du kannst ihn nicht nur für diese Abstimmung aktivieren, sondern auch für alle, die noch kommen werden. Wie das geht? Einfach auf wahlwecker.ch deinen Erinnerungs-Kanal wählen und schon wirst du während der nächsten Abstimmung frühzeitig und wiederholt daran erinnert, deinen Stimmzettel auszufüllen – so lange bis du bestätigst, dass du das erledigt hast. |
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| So sieht das aus, wenn du den Wahlwecker auf WhatsApp aktiviert hast. |
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| Kraftorte von Martin Frischknecht |
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| Über den Wolken Heute wenden wir uns einem Ort zu, den es nicht gibt – oder nicht geben darf. Der geheimnisvolle Ort lässt sich weder geografisch lokalisieren, noch in der Zeit festlegen. Handelt es sich um ein Fantasiereich der Einbildung oder um so etwas wie einen Gewittersturm im gestressten Gehirn? Beides wird als Einwand häufig vorgebracht. Von Leuten, die noch nie dort waren. Weil sie vom Schicksal noch nie in jenes Zwischenreich von Leben und Tod geschubst worden sind, in dem vermeintliche Gewissheiten über die eigene Identität gehörig ins Wanken geraten. Menschen, die aufgrund eines Unfalls oder anderer Umstände eine Nahtoderfahrung hinter sich haben, sehen das anders. Viele sprechen von einem Glück, dass sie in dem Grenzbereich unterwegs waren. Ihre Augen strahlen, wenn sie davon erzählen, auch Jahrzehnte danach. Nicht wenige bedauern, dass sie durch Nothelfer oder Angehörige aus dem Zwischenreich zurück ins Leben geholt wurden. |
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| «Passage – Die Kunst des Übergangs» widmet dem Phänomen eine Reihe von sechs Veranstaltungen. Wo und wann das geschieht, lässt sich durchaus irdisch verorten. Die reformierten Kirchgemeinden Oberwinterthur und Mattenbach präsentieren in einer Doppelausstellung Bilder von Reto Eberhard Rast. Der Arzt und ehemalige Katstrophenhelfer des Roten Kreuzes präsidiert den Schweizer Ableger der Internationalen Gesellschaft für Nahtodstudien (Swiss IANDS). Am 27. Februar wurde die Ausstellung im Kirchgemeindehaus Mattenbach eröffent. Am 6. März kommt es dort zur Vorführung des Dokumentarfilms «Reise ins Licht», in dem Betroffene von ihrer Nahtoderfahrung erzählen. Am 11. März diskutieren die beiden Pfarrer Felix Gietenbruch und Daniel Wiederkehr das Phänomen mit Rast. Am Sonntagmorgen, 15. März, gestalten die drei Herren gemeinsam einen Gottesdienst. Weitere Informationen hier. |
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| | Martin Frischknecht veröffentlicht «SPUREN – Magazin für Spiritualität und Ökologie» und praktiziert verschiedene Formen von Meditation. Zugezogen aus Zürich, fühlt er sich Winterthur heute so sehr verbunden, dass er die Kraftorte hier kennt. |
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Hier noch ein bitzli unnützes Wissen für dich: 2004 traten 50 Mitarbeitende der Herweg-Busbetrieb GmbH in Leverkusen in einen Streik gegen Niedriglöhne. Dieser Streik dauerte 396 Tage. Verglichen damit ist so ein vierstündiger Streik doch eigentlich locker zu verkraften. Bis bald, deine Maria |
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