|
| | Guten Morgen aus dem Rathausdurchgang Er rauchte unablässig, wohnte nie weiter als 50 Meter weg von seinem Laden und kannte halbe Bücher auswendig: Antiquar Ulrich Harsch ist ein Stadtoriginal. Nun gibt er sein «Antiquariat am Rathausdurchgang» in neue Hände. Uns erzählt er, wieso ihm das alles andere als leicht fällt. |
|
|
|
| Antiquar Ulrich Harsch in seinem Reich. Das Bild entstand 2024 zum 50. Jubiläum des Antiquariats. (Bild: Roger Hofstetter) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Die Bücher bleiben, der Hüter wechselt |
|
| Das Antiquariat am Rathausdurchgang ist seit über 50 Jahren das Zuhause von tausenden Büchern, Sammlerinnen und Kunstliebhabern – und von Antiquar Ulrich Harsch. Er schaut zurück auf sein Lebenswerk und ein Altstadtgeschäft, wie es in Winterthur nur eines gibt. von Gioia Jöhri |
|
| Zu Ulrich Harschs Zeiten gab es im Antiquariat keinen Platz, auf dem kein Buch lag: Sie türmten sich auf der Treppe, im Schaufenster und zwischen den Bücherregalen. Vor zwei Jahren feierte das «Antiquariat im Rathausdurchgang» seinen 50-jährigen Geburtstag. Die Bücherwelt und das Geschäftsumfeld haben sich in diesem halben Jahrhundert stark gewandelt. «Aber die Leidenschaft für Bücher, die gibt es noch», sagt Ulrich Harsch. Er muss es wissen: Seit 52 Jahren sucht, findet und verkauft er in seinem Geschäft Bücher und ausgewählte Kunstwerke. Und auch er selbst ist ein begeisterter Leser: «Obwohl ich in einem Haushalt ohne Bücher aufgewachsen bin.» Zu seinem Geschäft, das bereits vor seiner Zeit ein Antiquariat gewesen ist, kam er «wie die Jungfrau zum Kind». Eine Schulfreundin habe bereits dort gearbeitet und ihn ins Boot geholt, als ihr Chef gestorben sei. Ulrich Harsch war damals 21 Jahre alt. «Wir wussten nicht, was wir uns damit antun», sagt er. |
|
| | «Ich habe es geliebt. Es gab nur sehr wenige Momente, in denen ich den Laden auf den Mond schiessen wollte.» Ulrich Harsch, langjähriger Antiquar |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Seit 1986 leitete Harsch das Geschäft alleine. «Ich schaue gerne auf die Zeit im Laden zurück. Ich habe es geliebt. Es gab nur sehr wenige Momente, in denen ich den Laden auf den Mond schiessen wollte», sagt er. Zum Beispiel dann, wenn ein Kunde unrealistische Vorstellungen hatte. Aber Harsch baute sich eine treue Stammkundschaft auf und begrüsste manchmal auch die eine oder andere Berühmtheit. Diese seien jeweils extra aus anderen Städten angereist: «Die kamen dann in Cognito und haben oft auch etwas gekauft», freut sich Harsch. Auch Kunstliebhaber:innen kamen auf ihre Kosten. Im Obergeschoss richtete Harsch eine Galerie ein, wo bis heute weit über 100 Ausstellungen, häufig mit Bezug zu Winterthurer Künstler:innen, stattgefunden haben. Sein Antiquariat war mehr als ein Geschäft: Ein Ort gefüllt mit unendlichem Wissen aus verschiedenen Zeiten, ein Ort des Sinnierens über Literatur und Kunst, ein Ort, an dem man Ulrich Harsch stundenlang Passagen aus seinen Büchern zitieren hören konnte. |
|
|
| Seit 1946 besteht an dieser Adresse ein Antiquariat. Seit 1976 prägte es Ulrich Harsch. (Bild: Gioia Jöhri) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Unten Bücher, oben Kunst: So wird es auch in Zukunft bleiben. (Bild: Gioia Jöhri) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Ulrich Harsch gibt sein Antiquariat altershalber an Mario Lüscher weiter, der seit langem im Laden mithilft. Seit er 1996 das erste Mal in den Laden gekommen sei, habe es ihn immer wieder dorthin gezogen: «Eigentlich wollte ich bei Ueli eine Lehre machen. Aber er sagte mir, ich solle erst mal studieren gehen», erzählt Lüscher. «Vor 30 Jahren war es mein Traum, einen solchen Laden zu übernehmen. In all den Jahren dazwischen wurde es dann eher zur Horrorvorstellung.» Nun wagt er den «Hosenlupf», wie er das Geschäft auch nennt, doch noch. «Es ist mir ein Anliegen, dass Orte des echten Austausches bestehen bleiben», sagt er. Zudem fühlt auch er sich in der Welt der seltenen und historischen Bücher wohl. Für Ulrich Harsch ist das nicht ganz einfach: «Ich finde es mühsam, mein Lebenswerk abzugeben. Man meint ja immer, dass es ohne einen nicht geht. Ich musste nun lernen, dass es ohne mich geht». Was er früher mit links gemacht habe, gehe nun viel länger und sei mühsamer. Mario Lüscher mache einiges anders und das sei auch gut so. «Ich erkenne das Geschäft noch», sagt Harsch und blickt seinen Nachfolger an. |
|
|
| Mario Lüscher kennt das Antiquariat seit knapp 30 Jahren bestens. (Bild: Gioia Jöhri) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Grundsätzlich will Mario Lüscher an der Ausrichtung des Antiquariats nicht rütteln. Ein bisschen aufgeräumt hat er aber schon, nun komme man wieder an den zahlreichen Regalen vorbei. Im Laden oder über seine neue Webseite, die noch im Aufbau ist, können Kund:innen weiterhin eine Suche nach gewünschten Büchern oder Kunstwerken in Auftrag geben. Auch Ausstellungen soll es weiterhin geben, ab dem 21. November zeigt der Winterthurer Künstler Kaspar Toggenburger seine Werke im Obergeschoss. Auch Ulrich Harsch wird in Zukunft manchmal an Veranstaltungen oder im Laden anzutreffen sein. «Jeden Tag fragen Kund:innen im Laden nach Herr Harsch», sagt Mario Lüscher. «Sarkasten haben mir einen Grossvaterstuhl aufgestellt. Da kann ich nun ab und zu weiterdozieren», sagt Harsch schmunzelnd. Manchmal wird sein Stuhl zwischen den Büchern aber auch leer bleiben: «Ich habe das Kind in die Freiheit entlassen.» |
|
| | | | Zufällig ausgewähltes SKKG-Kulturkomitee trifft sich zum sechsten Mal200 Winterthurer:innen hatten in den letzten Tagen ein rotes Couvert im Briefkasten. Sie werden vom Kulturkomitee der SKKG eingeladen, über Fördergelder für eingereichte Kulturprojekte zu entscheiden. Jedes Jahr werden zufällige Personen aus dem Einwohnerregister ausgelost. Laut SKKG zeige sich aus den Erfahrungen der letzten Jahre, dass sich am Schluss etwa 25 Personen für die Teilnahme am Projekt entscheiden. Das Kulturkomitee darf jedes Jahr 400’000 Franken an Kulturschaffende vergeben. Über den Vergabeprozess und die ausgewählten Mitglieder des Kulturkomitees von 2026 hat Seba bereits einmal berichtet. |
|
| | Automobilzulieferer Autoneum übernimmt Trèves Gruppe aus ParisDie in Winterthur ansässige Firma verspricht sich dank der Übernahme «die nötige Grösse und die erforderlichen Kompetenzen, um in einem sich wandelnden Automobilmarkt erfolgreich zu sein», sagt CEO Eelco Spoelder in einer Mitteilung. Trèves ist auf Innenraumausstattung und Lärmreduzierung bei Autos spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt an 26 internationalen Standorten mehr als 4600 Mitarbeitende, schreibt punkt4info. |
|
| | Huhn oder Ei?: Die einen mögen sie auf dem Teller, die anderen lieber im Garten. Nun sind die Hühner im Naturmuseum Winterthur angekommen. Die neue Ausstellung «Hühner – unterschätztes Federvieh» wird am Samstag ab 16.30 Uhr mit einer Führung und einem Apéro eingeweiht. Im Fokus steht die Beziehung zwischen Menschen und Hühnern, von den wilden Vorfahren über deren Domestizierung bis hin zur Zucht. Die Wechselausstellung kann bis am 9. Mai 2027 besucht werden. (zot) Laternenumzug erhellt am Freitag die Altstadt: Der Winterthurer Künstler Martin Schmid Caiazza will am 6. November mit leuchtenden Tieren und Pflanzen die Altstadt erhellen. In seinem Atelier an der Neustadtgasse haben 30 Teilnehmende im Alter von 10 bis 80 Jahren Laternen dafür angefertigt, wie der Landbote schreibt. Der Umzug startet am Freitag um 18 Uhr vor dem Atelier. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
| Unkompliziert, mit dem Velo geliefert. Keine Einkaufsliste, kein Aufwand, einfach frisch: Bio-Früchte vom Öpfelchasper werden jede Woche mit dem Velo zu euch ins Büro geliefert. Flexible Abos und und verschiedene Korbgrössen sind wählbar. |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Wärmstens empfohlen: Kerzenziehen in deinem Quartier
 | |
| In jedem Quartier werden Kerzen gezogen. (Bild: Unsplash/Alicia Christin Gerald) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | Im WNTI-Büro werden keine Kerzen gezogen, dafür brennen diesen Monat viele Kerzen: Gleich drei Redaktionsmitglieder haben im November Geburtstag. Bis bald und hebs guet, Gioia |
|
| |
|
|
|
| |
|