| | Guten Morgen Tennisballgrosse Hagelkörner, das ist doch irgendwie faszinierend. Aber auch ziemlich gefährlich. Am Freitag hat ein solcher Brummer unser Oblicht im Büro glatt durchschlagen. Hoffen wir, dass das Wetter zum Jubiläumsfest in der Hard besser wird ‒ und das Kraftwerk bald wieder genügend Wasser für die Stromproduktion hat.
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| Wie alle anderen Bewohnenden sind Urs und Moritz Aktionäre bei der «Gemeinschaft Hard AG». Im Jahr finden mehrere Generalversammlungen statt. (Bild: Linus Fischer) |
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| Die Hard feiert ihre junge Gemeinschaft ‒ und die Jahrhunderte alte Wasserkraft |
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| Die Hard hat sich in den letzten 200 Jahren stark verändert. Einst beherbergte das Gebiet hinter Wülflingen die erste mechanische Spinnerei der Schweiz, dann wurde daraus fast ein Golfplatz. Heute wird dort hauptsächlich gewohnt. Doch eines blieb für das Areal immer von Bedeutung: die Wasserkraft. von Linus Fischer |
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| «Wenn die Turbinen dreckig waren, vibrierte das gesamte Studio», erinnert sich Moritz Wetter. Wir stehen in einem verstaubten Raum, in dem sich früher das Kleinwasserkraftwerk der «Gemeinschaft Hard AG» befand. Direkt hinter der Wand befindet sich das Musikstudio der «Hardstudios». Angestossen durch das Lärmproblem entschied die Gemeinschaft 2015, das Kraftwerk für 4,6 Millionen Franken zu erneuern. Die Turbinen wurden dabei rund 160 Meter flussabwärts und somit knapp 10 Meter hinter die Grenze zu Neftenbach versetzt. Die so gewonnene Höhe und modernere Turbine verdoppelten die maximale Stromproduktion. Die Erneuerung des Kleinwasserkraftwerkes wird kommenden Samstag, 5. September, gefeiert, einen Tag vor der internen Feier 40 Jahre «Gemeinschaft Hard AG». «Es bot sich an, die Jubiläen zusammenzulegen», erklärt Urs Kägi. Er und Moritz wohnen seit rund 35 Jahren in der Hard und sie beteiligen sich beide in den Organisationskomitees. |
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| Die Affenschlucht im Hintergrund dient nicht nur als schöner Badeort. (Bild: Linus Fischer) |
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| Das nötige Gefälle für die Stromproduktion entsteht durch den Tourist:innen-Hotspot der Region schlechthin: Die Affenschlucht ziehe mittlerweile sogar Ausserkantonale und Deutsche an, sagt Urs Kägi. Das sei nicht ganz unproblematisch, da die Besuchenden öfters den privaten Parkplatz des Areals benützten und das Ufer vermüllten. Die potenzielle Energiegewinnung durch den «Mini-Rhyfall» ist jedoch keine Entdeckung der Wohn- und Gewerbegemeinschaft: Bereits 1802 eröffnete hier mit der «Haard Spinnerey» die erste mechanische Spinnerei der Schweiz. Der Standort war weit ausserhalb der Stadt, aber ideal für den Betrieb der ersten 44 Spinnmaschinen. |
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| Der alte Kanal wurde von 1802 bis 1874 genutzt und wurde zum 200-Jährigen Jubiläum zugänglich gemacht. Die einzigartige Akustik wird beim Doppeljubiläum für eine «Soundcollage» genutzt. (Bild: Linus Fischer) |
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| Über die mechanische Transmission konnte die Energie der Töss genutzt werden. Die Kehrseite der Industrialisierung: Über 8000 Heimspinner:innen, die zuvor in ihren Bauernstuben Wolle zu Garn verarbeitet hatten, wurden arbeitslos. Und die Arbeitsbedingungen in der neuen Fabrik waren rau: Kinder mussten mitarbeiten, ein Arbeitstag dauerte bis zu 14 Stunden. Dafür war die Hard eine der ersten Fabriken der Region, welche Ferien einführte: «eine Woche nach zehn Jahren im Betrieb», erzählt Moritz Wetter. Ein kleiner Trost. In den folgenden Jahren wurde die Fabrik stark ausgebaut: 1811 folgte ein zweiter und 1845 ein dritter Kanal, sowie neue Wohnhäuser, Fabrikgebäude, Mühle und ein Kesselhaus. Bis die Spinnerei nach dem Zweiten Weltkrieg Konkurs ging. Nach einer Zwischennutzung der «Knopffabrik Neftenbach» zog 1928 das Kunststoffpresswerk «Hans Stüdeli und Co.» ein. |
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| Mit der neuen Druckrohrleitung konnten die Turbinen raus aus dem Wohngebiet versetzt werden. (Bild: Linus Fischer) |
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| Nachdem auch diese 1985 Konkurs gegangen war, schrieb die Stadt Winterthur das Areal mit neun Gebäuden und fünf Hektaren landwirtschaftlicher Fläche aus; mit der Bedingung, dass alles zusammen ersteigert werde. «Es wäre fast ein Golfplatz geworden», erzählt Urs Kägi. Zur Enttäuschung der Golf-Fans wurde aus dem Areal eine Siedlung für rund 120 Bewohnende, die ausserdem Raum für 138 Arbeitsplätze bietet. Denn eine Gruppe aus Kulturschaffenden, die sich bereits zuvor auf dem Areal eingemietet hatte, nahm sich vor, die Liegenschaft zu kaufen und eine Wohn- und Gewerbegemeinschaft zu gründen. Zusammen mit weiteren Interessierten gelang es ihnen schliesslich, die acht Millionen Franken aufzutreiben. Das Kraftwerk blieb dabei in Betrieb und wurde eine wichtige Einnahmequelle der Gemeinschaft. |
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| 45 Wohnungen und 38 Gewerbebetriebe sind heute in der Gemeinschaft Hard zu Hause. (Bild: Linus Fischer) |
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| Seit der Erneuerung des Kleinwasserkraftwerks liefert es rund 2550 Megawattstunden (MWh) Strom pro Jahr, das entspricht dem Stromverbrauch von rund 725 Haushalten. Wäre da nur nicht der Hitzesommer: «Die Turbinen laufen nicht mehr seit Mai», sagt Moritz. Wenn die Töss unter einen gewissen Pegel sinkt, darf die Gemeinschaft Hard kein Wasser in den Kanal abfliessen lassen. Während 2024 von Januar bis August 2388 MWh produziert wurden, sind es dieses Jahr etwa 840. «Wir hoffen alle auf Regen, denn der Baurechtszins ist an die Stromproduktion gekoppelt», erklärt Urs Kägi. Normalerweise sei die Stromproduktion jedoch durchaus attraktiv, sagt Moritz, rund 80’000 bis 120’000 Franken Gewinn mache die «Gemeinschaft Hard AG» damit, das decke rund die Hälfte der Betriebskosten. Insbesondere dank der tatkräftigen Unterstützung der Bewohnenden. Diese müssen jährlich mindestens 20 Stunden Freiwilligenarbeit leisten. Ein Teil davon ist die Reinigung der Rechen, welche Äste und Blätter auffangen, bevor das Wasser in die Druckleitung fliesst: «Im Herbst müssen die Schichten teilweise mehrmals in der Stunde kommen», betont Moritz. |
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| | Turbinenfest, Samstag, 5. September, 11 bis 17 Uhr: Führungen zum Kraftwerk, Wasservelos auf dem Kanal, Quiz und Festwirtschaft. |
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| Die besonders grossen Körner, hier aus Veltheim, «wachsen» laut MeteoSchweiz, weil sie sich aufgrund starker Aufwinde besonders lange in der Atmosphäre befinden. Das erkläre auch die charakteristischen «Ärmchen» der Körner. (Bild: zvg) |
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| 60 Verletzte im KSW nach dem Hagelsturm vom Freitag |
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| Beschädigte Autos, Dächer, Fassaden und PV-Anlagen, über 60 Verletzte, zerstörte Ernten und eine abgesagte Bauübergabe im Kunst Museum: Das Unwetter vom Freitag richtete in Wülflingen und Oberwinterthur nie massive Schäden an. von Tizian Schöni |
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| Es handelte sich um eine Superzelle, die von Westen übers Mittelland gefegt sei, sagte Ludwig Zgraggen, Meteorologe bei MeteoSchweiz gegenüber WNTI am Freitag. Diese Art von starkem Gewitter bilde sich, wenn die Luft warmfeucht ist und starke Winde in der Höhe wehen. Das Spezielle: Man könne nicht sagen, wo und wann sie sich bildeten. Entsprechend überraschend traf der Sturm die Stadt: Rund 50 Alarmmeldungen waren bei Feuerwehr und Stadtpolizei alleine bis Freitagnachmittag eingegangen, wie aus einer gemeinsamen Medienmitteilung der Rettungsdienste und der Stadtpolizei hervorgeht. Die Schulen traf der Hagelsturm mit Körnern von bis zu sechs Zentimetern Durchmesser mitten in der 10-Uhr-Pause: Schüler:innen erlitten Platzwunden und Prellungen, das Kantonsspital berichtete von über 60 Personen im Notfall, rund die Hälfte davon Kinder. Die Stadt Winterthur berichtete am Nachmittag von massiven Hagelschäden an städtischer Infrastruktur. In der Kehrichtverwertungsanlage kam es vorübergehend zu einem Stromausfall, und die auf Dienstag geplante Bauübergabe der frisch sanierten Altbausäle im Kunst Museum musste wegen Schäden an den Fenstern wieder abgesagt werden. |
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| | | | | Neu spült Elsau nach WinterthurSeit genau einer Woche fliessen die Abwässer aus Elsau über den neu erstellten, 700 Meter langen Anschlusskanal in die Winterthurer Kanalisation ‒ und schliesslich in die ARA Hard, wo sie gereinigt werden. Die genau 50 Jahre alte ARA Elsau geht damit ausser Betrieb, das Areal werde für den Werkbetrieb und den Zivilschutz umgenutzt, wie die Gemeinde mitteilt. Weil das gereinigte Wasser neu nicht mehr in die Eulach abfliesst, verringert sich deren Wasservolumen (WNTI berichtete), dafür verbessere sich die Gewässerqualität. |
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| | Grüne suchen nach Richter:inDie Partei kann am Bezirksgericht eine Richter:innenstelle mit einem Pensum von 50 Prozent neu besetzen, wie aus einem Newsletter der Partei hervorgeht. Um eine politische Ausgewogenheit der Bezirksgerichte zu garantieren, werden Richter:innen an den Zürcher Bezirksgerichten von den Parteien rekrutiert und zur Volkswahl vorgeschlagen. In der Regel werden neue Richter:innen still gewählt, weil sich die Parteien im Vorfeld auf eine einzige Kandidatur einigen. |
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| | Weitere Kurz-NewsFeuerverbot teilweise aufgehoben: Seit Freitag, 12 Uhr darf auf Stadtgebiet wieder «gfüürlet» werden, die Stadt hat das absolute Verbot auf Gemeindegebiet aufgehoben. Weiterhin gilt ein Feuerwerksverbot sowie ein Feuerverbot im Wald. «Chräen Open Air» mit Legenden-Lineup: Ja, das «Chräen Open Air» findet am 12. September in Neftenbach statt, und fände hier deshalb keine Erwähnung ‒ wenn dort nicht zwei Winterthurer Punkbands mit Nostalgiefaktor zu hören wären. Mit «Ear» spielt eine Gruppe, über die der «ZüriTip» einst geschrieben hat: «Das beste Trio nach Jam, Hüsker Dü und Green Day». «Smash’n’Grab» hatten ihren ersten Auftritt 1992 bei der Eröffnung der Alten Kaserne, seit 2020 spielen sie wieder regelmässig zusammen. HC Rychenberg gewinnt Supercup: Seit 2022 kämpfte die Unihockey-Mannschaft immer wieder um den ersten Titel der Saison, nun hat sie ihn erstmals gewonnen. Am Samstag bezwangen die Winterthurer den Cupsieger Floorball Thurgau mit 6:5 zu Hause. Und das nur vier Monate nach dem ersten Meistertitel der Clubgeschichte (WNTI berichtete). Remo Rey wird Geschäftsführer im Casinotheater: Er war bereits Direktor von Winterthur Tourismus gewesen und führte zuletzt zwölf Jahre lang die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh). Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass er diese per Februar 2027 verlässt. Nun gab das Casinotheater am Freitag bekannt, dass Remo Rey im Theaterhaus die Geschäftsführung übernimmt. Weshalb der bisherige Geschäftsführer Samuel Hauser das Unternehmen verlässt, gab das Casinotheater nicht bekannt. Pflanzentröge jetzt auch am HB: Drei Grünelemente «Mobigrün» mit integrierter Sitzbank werden neu rund um den Hauptbahnhof platziert. Dies berichtete der «Landbote» am Sonntag. Die fünfeckigen Elemente stehen schon an gut einem Dutzend weiterer Standorte in der Stadt. |
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| Drei Tage Dorfet-Stimmung in Seen Vom 4. bis 6. September wird Seen wieder zur Festmeile. Unter dem Motto «Es Fäscht für alli» lädt die Seemer Dorfet zum gemeinsamen Feiern ein. Der Duft von gebrannten Mandeln liegt in der Luft, Kinder drehen ihre Runden auf dem Karussell, beim Autoscooter wird geflirtet und in den Festzelten wird bis spät in die Nacht getanzt. Ob mit Familie, Freunden oder der Nachbarschaft – geniesst die besondere Dorfet-Stimmung. |
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| «Wie Gänseeier» ‒ Hagel vor 300 Jahren
 | «Stein herab gefallen wie Gänseeyer» «Aber, ach! Auf diesen so angenehmen Regen fielen Stein vom Himmel mit unaussprechlichem prasslen, dass in dem Lufft getoset wie ein Sturm-Wind, und zwaren in solcher Mänge und Grösse, dass die Luft dardurch verfinstert worden, dann es sind Stein herab gefallen wie Gänse- und Hüner-Eyer, ja noch grössere.» Das schreibt ein nicht näher bekannter «D.W.» in einem Brief an einen guten Freund, und zwar über einen Hagelsturm, der Winterthur und die Region am 18. Juni 1715 ‒ also vor mehr als 300 Jahren getroffen hat. Nur «zwei Vatter unser lang» habe es geregnet», danach sei ein Hagelsturm losgebrochen, der fast alle Fenster zerschlagen habe. Und noch schlimmer: «In Summa, der Roggen, das Korn, Gersten, Hanf ist bey uns fast alles zu grund gegangen.» Auch das Phänomen der sternförmigen Körner (siehe Haupttext) beschrieb der Briefschreibende treffend: «Der Hagelsteinen Figuren waren underschiedenlich, die einten wie Hüner-Eyer, mit Zincken, die anderen, welche von gleicher Grösse waren sternförmig gestaltet, die dritte Gattung war formieret wie eine Krone.» Mit Gerüchten wusste der Autor ebenfalls aufzuräumen: Es sei nicht wahr, dass Vieh oder gar Menschen erschlagen worden seien. Und er wusste auch, was nach dieser «Züchtigung» durch Gott zu tun sei: Das am «Albans-Tag», dem 14. Juni, «übermässige Essen und Trinken» solle abgeschafft werden. |
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| | Das «erschröckliche» Hagelwetter zu Winterthur vom 18. Juni 1715 Aus: «Geschichte und Sage des unteren Tösstals», Max Thomann, Arnold Bopp Verlag, 1927. Herzlichen Dank unserem Leser Peter Frisch für die Quelle. |
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Kolumne von der Stadttaube |
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| | Am Bahnhof Winterthur ist immer viel los. Ich tapse vor dem Glashaus hin und her, als mir mit dem Öffnen der Glastüren ein Satz entgegenweht. «Winterthur isch die dreckigst Stadt vo de Schwiiz», sagt ein Junge zu seinen beiden Freunden. Das kränkt mich ein bisschen, sorge ich doch Tag für Tag dafür, dass die Stadt feder-rein und krümellos ist. Winterthur hat viele Namen: Kultur-Stadt, Velo-Stadt, Garten-Stadt… Und scheinbar jetzt auch Müll-Stadt, wenn es nach dem 16- bis 17-Jährigen am Bahnhof geht. Doch ganz fair ist das nicht. Klar hat Winti seine Müll-Tücken. Das wissen auch die Tauben. Wer schon einmal im Naturmuseum war, kennt das Taubennest aus Kabelbindern. Wir nutzen, was herumliegt. |
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| Der offizielle Stadtmelder zählt im Juli 38 Meldungen in der Rubrik Abfall. Winterthurer:innen melden übervolle Abfalleimer, wild entsorgten Müll oder Littering. Wobei mich Letzteres etwas wundert: Das Handy zücken, den Stadtmelder aufrufen und eine Meldung absetzen kann kaum effizienter sein, als den Abfall einfach selbst aufzuheben und zum nächsten Eimer zu bringen. Item. Insgesamt weist die Rubrik 2145 Meldungen auf. Übertrumpft wird sie von den 2825 Meldungen in der diffusen Kategorie «Diverses» und der Rubrik Strassenbeleuchtung, die mit starken 2866 den Spitzenplatz belegt. Winti, die Strassen-Disko-Stadt. Leider ist der Junge zwischen den Glastüren verschwunden. Zu gerne würde ich ihn fragen, woher diese Meinung kommt. Ist es der Kaugummi-Boden am Busbahnhof, der aus der Luft wie ein Sternenhimmel aussieht? Der überquellende Abfalleimer in der Unterführung? Und falls es diese Bahnhofs-Mankos sind, darf er davon einfach auf die ganze Stadt schliessen? Ich tapse weiter in Richtung Coop City. Am Ende liegt Sauberkeit im Auge des Betrachtenden. Was für die einen wie Abfall erscheinen mag, kann für andere wertvoll sein – Kabelbinder zum Beispiel. |
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| | Ob gurrend auf den Vordächern, im Brunnen vor dem Stadthaus badend oder Bretzel-Brösmeli-pickend am Bahnhof: Die Stadttaube ist überall dort, wo du bist. Und schnappt Schnipsel aus dem Stadtgemurmel auf. Hier teilt unsere Federfreundin ihre Gedanken dazu. |
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Für «D.W.» vor 300 Jahren war klar, dass nur Gott für vom Himmel herabfallende «Steine» verantwortlich sein könne. Leider ist auch heute der Streit über die Ursache nicht beigelegt. Nur lautet er nicht mehr: Gott oder Meteorologie ‒ sondern Wetter oder Klima. Einen guten Start in die Woche! Tizian |
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