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| | Guten Morgen ihr Leseratten Kinder profitieren von einem grösseren Wortschatz, wenn ihnen täglich vorgelesen wird. Am Schweizer Vorlesetag gehen unsere Stadträt:innen mit gutem Beispiel voran und lesen in Bibliotheken vor. Wir verraten heute, wer die Kids richtig packen konnte.
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| | Hexen und Frösche: Wer reisst die Kids beim Vorlesen mit? |
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| Für den Stadtrat stand gestern eine Challenge der anderen Art auf dem Programm: Am Vorlesetag stellten sie sich dem harten Urteil der Winterthurer Kinder. Wir waren dabei und verraten, wer vom Stadtrat punkten konnte. |
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| Christa Meier kann emotional vorlesen. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Christa Meier: Die Mimik stimmt«Bei Regen wurde das Lebkuchenhaus immer etwas matschig», liest die Bauvorsteherin mit einer Selbstverständlichkeit, als würde die Backware in der Stadt auch als Strassenbelag eingesetzt. Entsprechend aufmerksam hören die Kinder zu, die trotz der Hitze in die Quartierbibliothek Oberwinterthur gefunden haben. Meier reisst die Augen auf, als die Tortenhexe im gleichnamigen Bilderbuch droht, zwei Kinder zum Frühstück zu verspeisen ‒ und dem Publikum entfährt ein erschrecktes «Huch!». Hier hätte die Vorleserin weiter gehen können: Mit dem gezielten Verstellen der Stimme wären Angstschreie garantiert gewesen. Emotionen sind bei Meier allerdings durchaus spürbar. Als Waldtiere am Ende der Geschichte das Lebkuchenhaus der Hexe restlos verspeisen, merkt man: Das geht der Bauvorsteherin nahe. Auf jeden Fall ist die Pause zur nächsten Seite etwas länger als sonst. (tz) |
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| | «Gömmer go Büechli aluege.» Kinder am Vorlesetag in der Stadtbibliothek |
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| Kaspar Bopp: nicht erschienenIn der Stadtbibliothek sitzen zwei Dutzend Kinder auf Bänklis bereit und starren auf die leere Bühne. Kaspar Bopp hat sich krank gemeldet. Es bleibt unklar, ob sie ihm das abkaufen, denn sein Ersatz, die Bibliothekarinnen Sulamith Steinmann und Katie Weleba, sehen sich erstmal mit einer Wand des Schweigens konfrontiert. Steinmann erklärt einfühlsam, warum Kaspar Bopp nicht kommen könne. Die Kinder bleiben ungerührt. Entweder haben sie umgehend mit ihm abgeschlossen oder sie hatten sich ohnehin nicht für den politischen Promibonus interessiert. Hauptsache, es geht endlich los mit der Geschichte. Anfangs lauschen alle aufmerksam. Schliesslich sollen in dem Buch Kindlein gebraten werden und Kinder lieben bekanntlich Geschichten, in denen ihresgleichen haarsträubende Grausamkeiten drohen. Zugleich gelten sie als ungeduldiges Publikum. Nach einer Viertelstunde beginnen die ersten, auf ihren Plätzen herumzurutschen. Die Coolen in der hintersten Reihe schauen sich an und sagen: «Gömmer go Büechli aluege.» Zumindest diese Schmach ist Bopp erspart geblieben. (Sebastian Henn) |
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| Noch-Stapi Mike Künzle ist ein Profi in Sachen Vorlesen. (Bild: Sebastian Galli) |
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| Mike Künzle: mit wandelbarer StimmeMan merkt sofort – vor Publikum sprechen, das kann der Mike Künzle. Eine kurze Begrüssung: «Liebe Erwachsene, liebe Kinder, liebe Medien, willkommen», dann startet der Stadtpräsident direkt in die Geschichte der Tortenhexe. Sein Tempo ist angenehm, Schlüsselmomente der Geschichte untermalt er mit geschickt gesetzten Pausen. Und Mike Künzle beweist Mut, wo sich andere scheuen: Er macht die Stimmen. Hexe, Kinder, Frosch – der Stadtpräsident spielt mit Tonlage und Intensität und verstellt seine Stimme gerade genug, dass man ihm die Hexe abnimmt. Gleichzeitig untermalt er die Geschichte mit Gesten und Blickkontakt. Das kommt beim Publikum an – die knapp zwanzig Kinder in der Bibliothek Seen machen keinen Mucks. Auch den einen oder anderen Witz auf Metaebene baut er gekonnt ein. Als die Hexe am Schluss der Geschichte mit dem Bürgermeister tanzt, schaut der Stapi schmunzelnd in die Runde und sagt: «Also mit mir.» (sg) |
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| Katrin Cometta vermisst das Vorlesen im Alltag. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Katrin Cometta: Verwirrt der Berner Dialekt?In Töss sind die Bibliothekarinnen froh, dass gleich ein ganzer Hort zum Vorlesetag gekommen ist. So tummeln sich circa 20 Kinder auf den kleinen Sitzsäcken und hören Stadträtin Katrin Cometta gebannt zu. Man hört ihr an, dass sie das Vorlesen vermisst. Ihre beiden Kinder, die bereits 14- und 16-jährig seien, schätzten ihre Vorlesekünste nicht mehr, sagt sie zu Beginn. Während der Frosch sich mutig aus seinem Glashaus wagt, turnen die bewegungsfreudigen Kids auf den Sitzsäcken herum. Trotzdem folgen (fast) alle den beiden Geschichten zum Thema Mut bis zum Schluss. Nur ein Bub beklagt sich nach der Tortenhexe-Geschichte: «Ich habe gar nichts verstanden». Ob es am ausgeprägten Berndeutsch Comettas lag, wissen wir nicht. Die zweite Geschichte liest sie aber mit einem Gemisch von Schweizer- und Hochdeutsch vor. (gj) |
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| Nicolas Galladé: Gags für die Eltern
Heimspiel für Nicolas Galladé in Hegi. 15 Kinder und ihre Eltern haben den Vorsteher des Departement Soziales ausgelesen – anstatt die Badi. «Am Vorlesetag lesen in der ganzen Schweiz bekannte Stars oder bekannte Sportler:innen vor – bei uns bekannte Stadträte», ordnet die Bibliothekarin zu Beginn ein. Guter Gag für die Eltern. Die 30 Kinderaugen schauen fragend. Die zwei Geschichten, die der Stadtrat vorliest, handeln davon, dass man sich getrauen müsse, auch mal Neues zu wagen. Er habe lange überlegen müssen, wann er sich das letzte Mal etwas nicht getraut habe, sagt Galladé den Kindern. (Auch dieser Gag findet nur Anklang bei den Eltern). Er habe sich aber letztens dazu überwunden, das neue Pult seiner Tochter zusammenzubauen. Normalerweise würde seine Frau die handwerklichen Aufgaben übernehmen. Und Zack: Schon nach zwei Stunden sei das neue Pult gestanden. Wir hoffen, es hält. (Mattia Mayer) |
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| Stefan Fritschi liest in gemächlichem Tempo. (Bild: Maria Wyler) |
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| Stefan Fritschi: Die Dramaturgie überzeugtDer zukünftige Stapi erscheint bei 31 Grad in Anzughose und langärmligem Hemd. Zugeknöpft wirkt er trotzdem nicht – eher tiefenentspannt. Er eröffnet mit einem kurzen Geplauder und Fragen in die Runde, bezieht die sehr kleine Kinderschar bis zum Schluss mit ein und reagiert auf Einwände, Fragen oder «laaangweilig»-Kommentare schlagfertig und humorvoll. Seine Erzähl-Skills lassen vermuten, dass er das nicht zum ersten Mal macht. Ob alles, was er da auf Mundart mit gespielter Dramatik erzählt, genau so im Buch steht, bleibt unklar. Auch, ob sein gemächliches Tempo daher kommt, dass er wirklich sehr entspannt ist, oder daher, dass er die Geschichte zum ersten Mal liest. Er scheint hier und da überrascht und amüsiert über die Geschehnisse in der Geschichte – muss etwa schmunzeln, als die Hexe, die bis dahin am liebsten Kinder gegessen hatte, plötzlich Torten mag und mit dem Stadtpräsidenten tanzt. Als nach der Geschichte der Zvieri angekündigt wird, meint er: «Ui. Aber hoffentlich kei Chind hä!» |
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| Martina Blum: punktet mit persönlicher Mut-GeschichteAuf den ersten Blick wirkt der kleine Riegelbau an der Bachtelstrasse, in dem die Bibliothek Veltheim untergebracht ist, wie ein nobles Stadt-Hexenhaus. Gelesen wird wie überall: Die Tortenhexe von Nicole Röndigs und Katja Gehrmann. Stadträtin Martina Blum punktete bei den Kindern mit ihrer offenen Art und den vielen Fragen, die die Aufmerksamkeit der Kinder bündelte. Dank moderner Technik konnten alle im Raum die amüsanten Illustrationen im Buch gut sehen. Passend zum Thema Mut teilte die Stadträtin ihre persönliche Mut-Geschichte, die sie schlussendlich aus Bayern hier nach Winterthur geführt hat. Die rund zehn Kinder im Publikum waren wohl keine treuen Bibliotheksfans, sondern spontane Besucher:innen, die kurz vor dem Anlass vom emsigen Bibliothekspersonal beim Dorfbrunnen akquiriert worden waren. An diesem heissen Nachmittag hatten die Veltemer Kids offenbar mehr Lust, draussen im Grünen zu spielen, als der Grünen Stadträtin beim Vorlesen zuzuhören. (Martina Portmann) |
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| Medizin zum Anfassen Am Samstag, 6. Juni lädt das KSW zum Spitalfest ein. Der Anlass? Das Winterthurer Spital wird 150 Jahre alt. 💙 Das Spitalfest bietet Gross und Klein Gelegenheit, das KSW besser kennenzulernen – dank zahlreicher, spannender Mitmach-Angebote. Bei Fragen stehen KSW-Expertinnen und -Experten Rede und Antwort. Ein Rundgang führt durch alle Themenbereiche (von 9–17 Uhr); auch für Verpflegung ist gesorgt. |
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| | | | Outdoor-Messe rund ums VeloProbefahren, ein Autogramm vom Radsportprofi holen, die neueste Technik kennenlernen oder etwas über die Velophysik lernen: Am 30. Mai ab 10 Uhr bietet der Winterthurer Velofrühling all das auf dem Lagerplatz. 18 lokale Velogeschäfte und 28 weitere Fans und Enthusiast:innen zeigen ihr Angebot oder organisieren das Programm mit. (tz) |
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| | Winterthurer Start-up von Innosuisse ausgezeichnetDie heyPatient AG entwickelt im Technopark digitale Plattformen, die die Kommunikation zwischen Spital oder Arztpraxis und Patient:innen vereinfachen sollen. Entstanden ist die Idee bereits 2019, als ein Kind der Gründerfamilie den Arm gebrochen hat und die Eltern neben der Sorge um seine Gesundheit auch noch einen riesigen Papiertiger bewältigen mussten. Nun hat Innosuisse (Schweizerische Agentur für Innovationsförderung) die Firma auf ihrem Weg bestätigt und ihr den «Innosuisse Scale-up Programme Award» verliehen. |
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| | Vom Güterschuppen aufs Perron: Weil der Güterschuppen Töss diesen Sommer durch die Stadt umgebaut wird, ist die beliebte Zyschtigs-Bar aufs Perron gezügelt. Nun findet die Bar jeden Dienstagabend im Bahnhofsgebäude statt, wie es auf der Webseite des GZ Bahnhof Töss heisst. Bauern aus Leidenschaft: «Der Mensch [...] verdankt seine Existenz einer 15 Zentimeter dicken Schicht Mutterboden und der Tatsache, dass es regnet», sagte ein US-Radiomoderator einst. Es ist das Zitat, das dem Film «Six Inches of Soil» seinen Namen gab. Er handelt von britischen Bauern, die sich von der intensiven Landwirtschaft verabschiedeten und stattdessen auf einen regenerativen Ansatz setzen. Gezeigt wird er am 31. Mai um 13 Uhr im Kafi Rauke, davor gibt es einen Brunch. Organisatorin ist Filme für die Erde Schweiz. (tz) |
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| | Ein Davidstern beim Wiedehopf?
 | Ein Davidstern beim Wiedehopf? Die Sommer Pop-Up-Dachterrasse zum Wiedehopf auf dem alten Haldengut-Areal hat bereits erfolgreich in die Sommersaison gestartet. Wer das Velo neben dem alten Torhaus zur Brauerei in die Veloständer stellt, fragt sich vielleicht, wieso ein vermeintlicher Davidstern wie ein Restaurantschild an einem kleinen Häuschen hängt. Nadja Pettanice, Winterthurer Historikerin und Kuratorin der Ausstellung «Erinnerungstank Haldengut», die im Museum Schaffen am Lagerplatz zu sehen ist, klärt schnell auf: «Der Stern geht auf ein mittelalterliches Zunftzeichen der Brauer zurück und symbolisiert sehr wahrscheinlich die drei am Bierbrauen beteiligten Elemente Feuer, Wasser, Luft, sowie die ursprünglichen Zutaten Wasser, Malz und Hopfen». Schon lange wird so ein sechszackiger Stern also sowohl im Judentum als auch von Brauereien als Symbol genutzt. Der Brauerstern hängt am früheren «Sternenkeller», der anlässlich des 60. Geburtstags von Kurt Schoellhorn 1954 gebaut wurde, schreibt das Winterthurer Glossar. Kurt Schoellhorn gehörte zur dritten Generation der Schoellhorn-Brauerfamilie, die in den 1870er Jahren von Baden-Württemberg nach Winterthur kam, um bei Haldengut einzusteigen. Die Familie Schoellhorn prägte die Firma Haldengut wie keine zweite bis zur Übernahme eines Grossteils der Aktien durch Heineken in den 1990er Jahren. Seit 2002 wird am Standort in Winterthur kein Bier mehr produziert. Das Vermächtnis und die Geschichte von Haldengut lässt sich in der neuen Ausstellung «Erinnerungstank Haldengut» im Museum Schaffen entdecken. |
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| Der vermeintliche Davidstern auf dem Haldengut-Areal. (Bild: Nadja Pettanice) |
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| | | Lest euch doch gegenseitig mal den Wintibrief vor. Das wäre doch eine entspannte Art, sich über alles Neue in unserer Stadt zu informieren. Bis bald und hebs guet, dein Gioia |
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