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Guten Morgen Winterthur! Wir alle kennen Anekdoten zu Bruno Stefanini, seinen Häusern oder Kuriositäten aus seiner Sammlung. Die SKKG hat ihre Archive für zwei Historiker:innen geöffnet und räumt so mit einigen Mythen und «wilden Geschichten» aus ihrer Vergangenheit auf.
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| Im Untergrund des ehemaligen Sulzer-Hochhauses befinden sich nur knapp zehn Prozent der gesamten SKKG-Sammlung. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Die SKKG steigt in ihre Archive |
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Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) schaut mit einer unabhängigen Forschungsarbeit auf ihre Geschichte. Zwei Historiker:innen haben in zwei Jahren minutiöser Arbeit nachgezeichnet, wie Bruno Stefanini sein Immobiliengeschäft und seine Sammlung aufgebaut hat. von Gioia Jöhri |
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Anekdoten zu Bruno Stefanini gibt es einige. Neben seinen zahlreichen Immobilien ist er vor allem für eines bekannt – seine Sammlung. Die soll so einige Kuriositäten enthalten. Etwa einen Milchzahn der Prinzessin Sissi. SKKG-Sammlungsleiter Severin Rüegg widerlegt diesen Mythos allerdings. «Das stimmt so nicht ganz», sagt er lachend. Einen Zahn der Prinzessin habe Stefanini nicht besessen. Dafür aber eine ihrer Unterhosen. Neben royaler Unterwäsche gibt es in der Sammlung des Immobilienmoguls noch zahlreiche andere Kuriositäten. Die von ihm gegründete Stiftung kümmert sich heute um rund 100’000 Gegenstände. |
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| An Kuriositäten fehlt es in der SKKG-Sammlung nicht. (Bild: Gioia Jöhri) |
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«Wir sind bei unserer Arbeit für die SKKG ständig intensiv mit der Vergangenheit konfrontiert», erklärt Severin Rüegg. Deshalb wollte die Stiftung die historischen Umstände, unter denen Bruno Stefanini sein Immobiliengeschäft und seine Sammlung erschaffen hat, unter die Lupe nehmen. So könne man heute viele Objekte in der Sammlung viel besser verstehen: Etwa die unzähligen kleinen Bilder von Schloss Brestenberg – sie waren für den Museums-Shop gedacht. Oder wieso er eine Skulptur von Niki de Saint Phalle kaufte – er mochte sie nicht, glaubte aber, sie würde Publikum anziehen. Für den Forschungsbericht hat sich die SKKG mit der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG) zusammengetan, die den gesamten Prozess begleitete. Die gesamte Studie kostete die SKKG um die 150’000 Franken. Das Basler Geschichtsbüro Burri Kuster durchforstete zwei Jahre lang diverse, bis dahin noch verschlossene Archive, sprach mit Personen um Bruno Stefanini und wertete Quellen aus. Da neben der Sammlung natürlich auch die Immobilien von Stefanini eine wichtige Rolle spielen, war auch das Archiv der Terresta AG von grosser Bedeutung. |
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| «Wir wollten weg von der Figur Stefanini hin zu den Kontexten und Mechanismen, die ihm seinen enormen wirtschaftlichen Erfolg der 1950er und 1960er Jahre bescherten.» Amos Kuster, Historiker |
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Eine Stefanini-Biografie wollten Amos Kuster und Jennifer Burri vom Basler Geschichtsbüro bewusst nicht schreiben. «Natürlich kann man die Geschichte der SKKG und der Terresta kaum von Stefanini trennen. Aber wir wollten weg von der Figur Stefanini hin zu den Kontexten und Mechanismen, die ihm seinen enormen wirtschaftlichen Erfolg der 1950er und 1960er Jahre bescherten», sagt Kuster. Stefanini habe wie kaum ein anderer verstanden, wie man durch Rationalisierung im Immobilienbau in den Nachkriegsjahren Geld verdienen konnte. |
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| Auch eine japanische Botschafter-Uniform aus der Zwischenkriegszeit lässt sich in der Sammlung finden. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Der Bericht kümmert sich um die verschiedenen Praktiken, die Terresta und die SKKG geprägt haben. Zu Beginn seiner Karriere baute Stefanini haufenweise Mittelstandwohnungen. In Winterthur gingen in der Nachkriegszeit zeitweise ein Drittel aller Neubauten auf sein Konto. Mit der Ölkrise in den 1970er Jahren liess sein Interesse für Immobilien nach, weil sich nicht mehr so einfach Rendite erzielen liess. Sein Fokus lag fortan auf dem Sammeln von Kunst- und Kulturgütern, die er der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte. |
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| Ein Kellerraum voller Appenzeller Schränke. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Die Forschungsarbeit kommt zum Schluss, dass Stefanini als kunsthistorischer Laie sich zwar akribisch auf Käufe vorbereitete, aber oft auch einfach kaufte, was der Markt hergab. So stammen denn auch über 90 Prozent der Objekte der SKKG aus Auktionen. Stefaninis Pläne für ein öffentliches Museum im Schloss Brestenberg scheiterten jedoch, weil er sich mit den Behörden über Auflagen nicht einig wurde. |
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| Severin Rüegg (Mitte) schaut sich zusammen mit Vermittlungs-Projektleiterin Laura Walde und Terresta-Mediensprecher Ariel Leuenberger ein Objekt an. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Seine vielen Immobilien liess Stefanini ab den 1980er-Jahren zunehmend verlottern. Er setzte seine Prioritäten beim Sammeln und hatte zudem zeitlebens Schwierigkeiten, Aufgaben zu delegieren. So sorgte er sich in seinen Tagebüchern darum, dass alte Wasserleitungen in seinen Liegenschaften im Winter bersten könnten. «Vorbei ging er aber nicht und abgeben konnte er die Aufgabe auch nicht», sagt Severin Rüegg kopfschüttelnd. Bei der SKKG sei man froh um die historische Grundlage, auf der man in Zukunft aufbauen könne. Gleichzeitig verdeutliche sich mit dem historischen Kontext der Kulturwandel, der in der SKKG stattgefunden habe: «Die Zeit des Personenkults um Stefanini als Figur ist heute Vergangenheit», sagt Severin Rüegg. Stefaninis Sammlung und Immobilienerbe sei in der Schweiz absolut einzigartig und unglaublich spannend in der Weiterentwicklung. Trotzdem sagt Rüegg mit einem Schmunzeln: «Glücklicherweise müssen wir heute nicht mehr alles so machen wie er.» |
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| | Stadt Winterthur klagt gegen ETH-VergabepraxisDie Stadtwerke Winterthur beliefern die ETH seit 2019 mit Strom. Der Vertrag läuft jedoch Ende 2028 aus und deshalb habe die ETH die Beschaffung neu ausgeschrieben, schreibt der Landbote. Die ETH wollte bei der Vergabe des Auftrages an Unternehmen neu auf die Lohngleichheit von Frauen und Männer achten, wurde aber vom Bundesgericht nach einer Beschwerde der Stadt Winterthur zurückgepfiffen. |
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| | Quartierpolizei-Smarts gehen in den Ruhestand
Sieben neue elektrische Renault 5 E-Tech ersetzen bei der Quartierpolizei ab sofort die Smart-Fahrzeuge. Vor 23 Jahren setzte die Stadtpolizei erstmals auf einen Smart, 2013 wuchs die Flotte weiter. Auch die Renaults seien für die Präsenz in den Quartieren geeignet und leisteten einen Beitrag zur emissionsfreien und lärmarmen Mobilität, wie die Stadtpolizei mitteilt. (Bild: Stadtpolizei Winterthur) |
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| | Im Restaurant Strauss kehrt wieder Leben ein: Die Stadt konnte für das Restaurant Strauss zwei neue Pächter finden. Deniz Türeli und Fatih Öztürk übernehmen den Betrieb gemeinsam. Beide sind seit langem in der Winterthurer Gastroszene unterwegs, Türeli arbeitete bereits im Restaurant Strauss, während Öztürk im Restaurant National engagiert war. Die beiden werden auf gutbürgerliche Küche setzten. Die Wiedereröffnung des Strauss sei auf November 2026 geplant, schreibt die Stadt. PAWI Packaging Schweiz AG unter Finalisten für Wirtschaftspreis: Die Winterthurer Verpackungsfirma PAWI Packaging Schweiz AG zählt zu den fünf Finalisten des Prix SVC Wirtschaftsraum Zürich. Der Winterthurer Familienbetrieb mit Sitz in der Grüze entwickelt hochwertige Verpackungslösungen aus Karton und Papier. Die Siegerfirma wird im November gekührt. |
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| Damit du weisst, was in der Schweiz wichtig ist. Der 6iBrief feiert das einjährige Jubiläum. Persönlich und charmant wie der Wintibrief bringt dir der Newsletter morgens um 6.00 Uhr kuratiert das Wichtigste der Schweiz in deine Inbox. Fast 20’000 Menschen lesen schon mit und bekommen ihr nationales News-Update direkt zum Morgenkaffee. |
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Eure Albanifest-Experience
 | Tizian hat euch nach euren Albanifest-Geschichten gefragt. Viele von euch nutzten das Wochenende für ruhigere Aktivitäten, andere wurden von ihren Kindern überredet. Euer Albanifest-Experience «Keines, mir war es definitiv zu heiss. Bitte den Anlass in den langweiligen November verlegen...» Stefan — «Zuhause im Garten die Kühle und das süsse Nichtstun genossen, aber sicher nicht am Albanifest. Das seit Jahren nicht mehr.» Verena — «Speziell gut war die Livemusik auf dem Kirchplatz.» Rick V. Meiss — «Der Druck, hingehen zu müssen, wird noch grösser, sobald man ein Kind hat. Selbst wenn das eigene Kind kein grosser Albani Fan ist, möchte es mit den anderen mithalten und nach dem Wochenende ebenfalls von den Bahnen erzählen können.» Iris — «Am Sonntagabend wagten wir einen Rundgang und die leuchtenden Augen unserer älteren Tochter versöhnten mich etwas mit dem Fest. Wie toll, dass es so ganz andere Menschen anzieht als beispielsweise die Musikfestwochen! Das fünftägige Baby allerdings hat jetzt vermutlich einen Hörschaden.» Rebekka Bräm |
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| Kolumne von der Stadttaube
Kolumne von der Stadttaube |
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| Solidarität mit Ablaufdatum |
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| Der Bus 7 beginnt seine Fahrt Richtung Elsau, Melcher. Gekonnt fädelt er sich hinter dem 3er und 5er in die Stadthausstrasse ein. Auf der Höhe des Stadthauses schnaubt ein Mann empört. Zu seiner Partnerin sagt er: «Dass die immerno die Ukraine-Fahne ghisst hend. Ich verstah’s nid. Es halbs Jahr wär guet, aber gad so lang?» Ich blicke hoch zum Stadthaus, dem «Tempel der Demokratie», wie ihn manche nennen. Erbaut von Gottfried Semper, im Auftrag der Demokraten. Die blau-gelbe Fahne weht sanft im Wind. Der Bus summt leise daran vorbei. Bald wird die Buslinie 7 ganz elektrifiziert sein. Sie gehört zu einer intakten Infrastruktur, die ständig pünktlich und sicher die Winterthurer:innen von A nach B befördert. Gleichzeitig rattern Panzer unter Dröhnen von Artilleriegeschützen entlang der Frontlinie in der Ostukraine. Der Krieg in der Ukraine hält seit mehr als fünf Jahren an. Länger als der erste Weltkrieg. Für den Mann im Bus 7 scheint die Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung zu einem Abo-Modell verkommen zu sein. Alle sechs Monate neu evaluieren, ob man weiter dabei sein möchte. Als wäre Empathie ein Geschäftsmodell. Oder ist es für ihn mehr ein Haltbarkeitsdatum? Kippt nach sechs Monaten die Solidarität und wird ungeniessbar? Tatsächlich stösst sie manchen sauer auf. Die Debatte ist auch bei der Winterthurer Zeitung angekommen. Ausgelöst durch das Hissen der Winti-Flagge für die Einbürgerungsfeier bis zur Verabschiedung des Stapi Mike Künzle. Neun Tage flatterte die Winti-Fahne, aus Gründen der Praktikabilität. Für den Stadtrat ist es keine Frage. Die Fahne weht wieder. Die Ukraine kämpft für die Demokratie – jene Werte, für die der Tempel in Winterthur steht. Die Kritik rührt aus einer Momentaufnahme. Düst der sichere, leise Bus daran vorbei, blitzt der Krieg kurz auf. Spätestens aber an der eigenen Haltestelle ist die Ukraine wieder weit weg. Die Gedanken schon beim Abendessen oder dem Fussballspiel, das in fünf Minuten beginnt. |
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| | Ob gurrend auf den Vordächern, im Brunnen vor dem Stadthaus badend oder Bretzel-Brösmeli-pickend am Bahnhof: Die Stadttaube ist überall dort, wo du bist. Und schnappt Schnipsel aus dem Stadtgemurmel auf. Hier teilt unsere Federfreundin ihre Gedanken dazu. |
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Ich kann euch nach einem Besuch in der SKKG-Sammlung zwei Dinge sagen: Erstens könnte man sich da gut verirren und zweitens wird einem schwindelig beim Gedanken, dass es sich um nicht mal zehn Prozent der gesamten Sammlung handelt… Bis bald und hebs guet, Gioia |
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