| | Sali, Hoi, Ciao und guete Morge, 2006 fand die Jungkunst zum ersten Mal statt. Ein Gegenentwurf zur damaligen Kulturszene, wie Mitgründer Martin Landolt erzählt. In ihren 20 Jahren hat die Kunstausstellung einiges gesehen. Und natürlich noch mehr gezeigt. Ein Rückblick. |
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| Vor 20 Jahren fand in Winterthur die erste Jungkunst statt. (Bild: zvg) |
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| 20 Jahre Jungkunst – Kunst in den Hallen der Stadt |
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| Die Jungkunst hat in ihrer Geschichte viel gesehen und viel gezeigt. Mitgründer Martin Landolt erzählt, wie es dazu kam und wieso die Jungkunst zwei Schiffscontainer besitzt. von Sebastian Galli |
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| «Man muss auch mal loslassen können», sagt Martin Landolt. 2006 hat er mit Tom Stierli und Andreas Schmucki zusammen die Jungkunst gegründet. Nächste Woche wird sie 20 Jahre alt. Von den Gründern ist inzwischen keiner mehr dabei. Martin zog sich 2022 als letzter aus dem Verein zurück. «Cüpli, Jupeli, bla bla bla – aber nicht mehr lange», das sei bei der Gründung die Idee gewesen. Kunstausstellungen und Vernissagen seien so bieder gewesen. Selbst für einen Kunstliebhaber wie Martin. «Eine Ausstellung muss doch offen sein, wenn die Leute Zeit haben», sagt er. «Und wieso kann man dabei kein Bier trinken?» Die Jungkunst habe sich als Gegenentwurf zur klassischen Kunstszene verstanden. Einer, der funktionierte – 3500 Besucher:innen zog die Jungkunst in ihrem ersten Jahr an. Weit mehr, als die Organisatoren erwartet hatten. «Wir haben alle unsere Freunde angerufen und ihnen gesagt, dass sie spontan helfen kommen müssen», erinnert sich Martin. |
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| Die drei Gründer Tom Stierli, Martin Landolt und Andreas Schmucki bei der ersten Jungkunst 2006. (Bild: zvg) |
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| Bevor die Jungkunst nach Neuhegi zog, war sie auf dem Sulzer-Areal zu Hause. Die erste Ausstellung fand in der «City Halle» statt, in der sich heute die Hochschulbibliothek der ZHAW befindet. Diese Halle ist dafür mitverantwortlich, dass die Jungkunst zwei Schiffscontainer besitzt. Denn der einzige Eingang der «City Hall» war damals eine 90 Zentimeter breite Tür. Ein etwas gar unscheinbarer Eingang für eine Kunstausstellung, wenn es nach Martin geht. «Deshalb kamen wir auf die Idee, einen Schiffscontainer vorzustellen, um den Eingang so zu vergrössern», erinnert sich der Mitgründer. «Dass sich ein Schiffscontainer nur auf einer Seite öffnen lässt, haben wir erst gemerkt, als wir ihn gemietet hatten.» Also haben sie den Container gekauft und mithilfe des AZW die hintere Wand herausgefräst. Auf die handwerkliche Expertise des AZW griff die Jungkunst einige Jahre später nochmals zurück – auch diesmal wegen eines Schiffscontainers. Ein zweiter, kleinerer sollte während der Ausstellung zu einem Kino werden. «Die Feuerpolizei hat uns dann mitgeteilt, dass ein Kino mindestens zwei Ausgänge haben muss», sagt Martin. Und eben – ein Container, eine Tür. |
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| Ein feuerpolizeichlich korrekt installiertes Container-Kino (Bild: zvg) |
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| Nach sechs Jahren in der «City Hall» wechselte die Jungkunst den Standort, weil die Halle umgebaut werden sollte. Sie zog in die nahe gelegene Halle 52 am Katharina-Sulzer-Platz. Die Halle stellte die Eigentümerin Implenia der Jungkunst kostenlos zur Verfügung, im Gegenzug übernahm diese deren Unterhalt. «Wir haben dann zuerst einmal 20 Zentimeter Taubendreck vom Boden entfernt», erinnert sich Martin. In der Halle 52 feierte die Jungkunst dann auch ihr 10‑jähriges Jubiläum. Um das gebührend zu feiern, bauten sie auf dem Katharina‑Sulzer-Platz ein temporäres Museum auf – aus 50 Schiffscontainern. Über die Jahre sei das Publikum massiv gewachsen. In den besten Jahren seien es über 10’000 Besucher:innen gewesen. Dieses Wachstum zu stemmen, sei nur dank der unzähligen fantastischen Helfer:innen gegangen, erzählt Martin. «Sie haben wirklich einige Schnapsideen mitgemacht.» Beispielsweise tausend Getränkeharassen vor dem Eingang aufzustapeln. Oder stundenlang rote IKEA-Lampen zusammenzubauen, da bei der Planung vergessen ging, dass IKEA seine Produkte nicht montiert liefert. Oder einen Camping-Anhänger aufzufräsen, um ihn in den Warenlift zu bekommen – er war drei Zentimeter zu breit. Das Thema des Lounge-Bereichs war in diesem Jahr «Camping». |
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| 1000 Harasse aufeinandergestapelt — eine «Schnapsidee» (Bild: zvg) |
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| Trotz der zahlreichen tollen Erinnerungen hat sich 2022 der letzte der Gründer entschlossen, die Jungkunst zu verlassen. Einen erneuten Standortwechsel, diesmal in die Halle 710 in Neuhegi, wollte Martin nicht mehr mitmachen. Dieses Jahr findet sie zum dritten Mal ohne ihn statt. Der neue Standort biete Vorteile, sagt Michèle Bischoff, Kommunikationsbeauftragte der Jungkunst. Die Halle sei ästhetisch ansprechend und biete viel Raum für Kunst und Begegnung: 22 Kunstpositionen auf zwei Stöcken sowie jeden Abend eine Performance und Konzerte von Winterthurer Künstler:innen wie Ginny Loon und Krysl. «Es ist aber halt auch in Neuhegi», sagt Michèle. «Die Leute nehmen das Quartier noch nicht als Teil der Kulturlandschaft wahr.» Das sei mitunter ein Grund, weshalb die Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren etwas kleiner ausgefallen seien. Der letztjährige Sturm habe dies zusätzlich erschwert. Dennoch sei die Jungkunst bei Schweizer Künstler:innen eine bekannte Adresse. Über 350 Portfolios seien beim diesjährigen Open-Call eingegangen. Seit der Gründung hat sich die Jungkunst verändert. Einiges ist aber geblieben. Beispielsweise kann man noch immer mit einem Bier in der Hand durch die ausgestellten Kunstwerke schlendern. Wenn auch nicht mehr mit dem gleichen. Zum 20. Geburtstag wechselt die Jungkunst von Chopfab auf Stadtguet. |
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| Was hält die Schweiz zusammen, wenn es das Typische gar nicht gibt? Der neue Dokumentarfilm von Regisseurin Hao Hohl erzählt von Herkunft, Heimat, Sprache und Zugehörigkeit.
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| | | | Albanifest bewilligt, aber ohne SommertheaterAn seiner letzten Sitzung hat der Stadtrat die Bewilligung für das Stadtfest vom 25. bis 27. Juni 2027 erteilt. Auch dieses Jahr darf der Aufbau bereits ab Freitag um 9 Uhr beginnen. Auf das Gewerbe in der Altstadt müsse entsprechend Rücksicht genommen werden, heisst es im Beschluss. Das Organisationskomitee hatte auch angefragt, ob das Sommertheater verwendet werden könne. Es sollte laut den Plänen der Stadt ab Frühling 2027 fertig saniert sein. Dem erteilte der Stadtrat jedoch eine Absage: Die Flächen würden vom Restaurant Strauss und dem Amt für Kultur genutzt. (tz) |
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| | Winterthurer Künstlerin wird mit eigener Briefmarke geehrt
Die Schweizerische Post würdigt das Leben und Werk von Heidi Bucher anlässlich ihres 100. Geburtstags. «Fliegender Hautraum», eines der bekanntesten Werke der feministischen Künstlerin, wird zur Briefmarke. Heidi Bucher ist in Wülflingen aufgewachsen und gilt heute als eine der bekanntesten Künstlerinnen der Schweiz. Die offizielle Präsentation der Marke findet am 20. Oktober 2026 um 18.30 Uhr im Kunstmuseum beim Stadthaus statt. Der Anlass ist offen für alle. |
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| | Duo stiehlt für 230’000 Franken: Und das vom eigenen Arbeitgeber. Wie der «Landbote» berichtet, stand am Mittwoch ein 52-jähriger Lagerist vor dem Bezirksgericht. Er und sein Chef hatten über zwei Jahre Europaletten, Gabel- und Hubstapler ihres Arbeitgebers, einem Winterthurer Detailhändler, entwendet, verkauft und dabei ihre Spuren im Buchhaltungssystem verwischt. Der Beschuldigte war geständig und akzeptierte einen von den Parteien im Vorfeld ausgehandelten Urteilsvorschlag. Er wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten unter einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt. (tz)
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| «Das Cabinet des Dr. Caligari» live vertont von Jozef van Wissem Mit atmosphärischen Lautenklängen zwischen Avantgarde und Barockmusik haucht Jozef van Wissem dem Stummfilm «Das Cabinet des Dr. Caligari» neues Leben ein. Der niederländische Musiker, der für seinen Soundtrack von Jim Jarmuschs Vampirdrama «Only Lovers Left Alive» ausgezeichnet wurde, vertont am Sonntag, 18. Oktober, 17 Uhr, live im Kino Cameo das expressionistische Meisterwerk von Robert Wiene (D 1919). |
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| Über den Weg gelaufen: Diego aus Zürich Oerlikon
 | Diego aus Zürich Oerlikon |
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| Du machst gerade eine Kaffeepause? Ja. Ich teste Kaffee bei der «Konkurrenz» – ich besitze ein Café in Marokko. Diese Einblicke in andere Betriebe inspirieren mich. Die Herangehensweise unterscheidet sich von Lokal zu Lokal. Somit hat ein Schweizer Café natürlich auch starke Unterschiede zu einem in Marokko. Läuft dein Café denn gut in Marokko? Ich habe es noch nicht sehr lange, bin aber sehr zufrieden, wie es bis jetzt läuft, und bin gespannt, wie es sich entwickelt. Aber klar, besser laufen kann es immer. Du lebst also in Marokko? Ja, ich lebe fast das ganze Jahr dort – 10 Monate pro Jahr. Toll, um den Winter in einer wärmeren Umgebung zu überbrücken. Stell dir vor, du wärst König von Winterthur. Was wäre dein erster Erlass? Ich würde die lokale Wirtschaft ankurbeln und zusehen, dass die Liberalität und Offenheit der Stadt erhalten bleibt. Es soll allen Klassen gut gehen und alle gleich behandelt werden, damit sie ihre Wünsche ausleben können. |
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| Dieses «Über den Weg gelaufen» ist im Rahmen des Journalismustags an der Kantonsschule Büelrain entstanden und wurde von Till Schüder und Moritz Schmid verfasst. |
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| | Leider ist mir hier keine kunstvolle (höhö) Verabschiedung eingefallen. Deshalb machen wir das heute halt simpel: En Schöne, hebs guet. Bis bald, Sebastian von WNTI |
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