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| | Guten Morgen Winti Der Messerangriff am Bahnhof ist nun schon knapp drei Wochen her. Für die ganze Stadt war es ein Schock. Besonders auch für die muslimische Community. Ich habe mich umgehört und lasse heute Muslim:innen aus Winterthur zu Wort kommen. Sie erzählen, wie sie seit der Tat mit wiederkehrendem Rassismus und Generalverdacht umgehen.
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| Blick in die Eingangshalle der albanischen Moschee in Töss. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| «Ein Mensch kann mit seiner Tat die Arbeit von Tausenden zerstören» |
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| Nach dem Messerangriff am Bahnhof Winterthur geraten muslimische Personen unter Generalverdacht, werden vermehrt beleidigt und müssen sich rechtfertigen. Was macht das mit der muslimischen Gemeinschaft in Winterthur? von Gioia Jöhri |
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Muhammed Eymen Ari war wie gelähmt, als er vom Messerangriff am Bahnhof Winterthur erfuhr. Ein Gedanke schoss ihm durch den Kopf: «Hoffentlich ist es kein Muslim.» Denn er wusste, was geschehen würde, wenn sich herausstellte, dass der Täter kein Christ wäre. Oder auch nur schon als Muslim gelesen würde. Oder einen Migrationshintergrund hätte. |
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| Muhammed Eymen Ari ist jung und engagiert. Er will einige unangenehme Wahrheiten endlich ansprechen. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Muhammed Eymen ist 16 Jahre alt, besucht die Kantonsschule Rychenberg und engagiert sich politisch bei der jungen FDP. Er liebt Sprachen und den FCW, beim FC Töss pfeift er als Schiedsrichter Partien und an den Wochenenden trifft man ihn häufig in einer der türkischen Moscheen der Stadt. Am 28. Mai, dem Tag, als ein Mann mit einem Messer am Bahnhof auf drei Personen einstach, postete Muhammed Eymen am Nachmittag eine Stellungnahme, die viral ging. Irgendwann hatte er so viele Nachrichten auf Instagram, dass er aufhören musste, sie zu lesen. |
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| So beginnt der Post von Muhammed Eymen. (Bild: zvg) |
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| Im Post verurteilt Muhammed Eymen die Tat scharf und schreibt gleichzeitig: «Warum gilt das Wort ‹Terror› in unseren Medien und unserer Politik als reserviert für Täter, die muslimisch klingen?» Das sei eine Frage, die er sich schon seit Jahren stelle, sagt Muhammed Eymen im Gespräch. Er wolle die Tat auf keinen Fall relativieren, denn: «Als Muslim hat man immer Angst, sich zu äussern, weil dann die eigenen Aussagen falsch verstanden werden könnten.» Und doch fühlte er sich verpflichtet, etwas zu sagen, gerade in der aufgeheizten Stimmung kurz vor der Abstimmung über die 10-Millionen-Initiative: «Ich wollte das Feld nicht Pauschalisierungen überlassen». Seit Jahren beobachte er, dass für Taten in Verbindung mit radikaler islamistischer Ideologie gleich die ganze muslimische Community verantwortlich gemacht werde. In den Medien, in der Politik, im Alltag, wenn Menschen seltsam auf seinen Namen und seine Religion reagieren. «Die Muslime und Musliminnen sind es leid, dass ihnen solche Gewalt immer wieder in die Schuhe geschoben wird. Solch eine Tat gehört nicht zum Islam!». Muhammd Eymen wünscht sich zudem, dass sich die politische Diskussion auch darum dreht, dass der Täter psychische Probleme hatte: «Wieso wurde er aus der Psychiatrie entlassen? Vielleicht gab es zu wenig Personal, vielleicht geschah ein Fehler. Das müssen wir aufklären.» Auf den Social Media Post erhielt Muhammed Eymen viele Reaktionen: Muslim:innen seien froh gewesen, dass er das ausgesprochen hatte, was viele von ihnen denken. Die Stimmung in der muslimischen Gemeinschaft in Winterthur sei gemischt, sagt Muris Begovic. Er ist Präsident der Vereinigung islamischer Organisationen im Kanton Zürich (VIOZ). «Es gibt Trauer darüber, dass unschuldige Menschen verletzt wurden. Frust darüber, dass der Glaube einmal mehr für eine solche Tat instrumentalisiert wird. Und Anspannung angesichts der wiederkehrenden Erwartung, sich öffentlich distanzieren zu müssen», erklärt er. Obwohl die 10-Millionen-Initiative nun abgelehnt wurde, sei die Erleichterung begrenzt, da sich die gleichen Narrative immer wieder wiederholen: «Aus unserer Sicht liegt das eigentliche Problem in einem gesellschaftlichen Reflex des Generalverdachts. Immer wieder werden komplexe gesellschaftliche Herausforderungen mit muslimischen Gemeinschaften verknüpft». Nach dem Messerangriff diskutierten Medien und Politik schnell darüber, welche Rolle Moscheen im Zusammenhang mit der Tat spielen könnten. «Damit wird suggeriert, dass die Problemlösung primär dort zu suchen ist», sagt Begovic. Oftmals lenke dieser Fokus jedoch von den tatsächlichen Ursachen ab und suche die Schuld pauschal bei einer religiösen Minderheit. |
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| | «Als muslimisch gelesene Personen werden wir immer kollektiv verurteilt. Nehmen wir als Beispiel den Vorfall im Postauto von Kerzers. Niemand hat dort die Handlungen einer einzelnen Person auf alle Menschen mit ähnlichen Merkmalen übertragen.» Fathima Ifthikar, aus Winterthur |
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| | | Ultimatum für besetzte «Gisi» |
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| Die Terresta macht ernst: Bis Ende Juli müssen alle Bewohnenden aus dem besetzten Haus «Gisi» ausziehen. Ansonsten werde die Immobilienfirma der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch prüfen. Die Besetzer:innen kündigen Widerstand an und werfen der Terresta vor, sie nutze den Brandschutz als Vorwand. von Gioia Jöhri |
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| Die «Gisi» an der General-Guisan-Strasse. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Die Nutzung des besetzten Hauses an der General-Guisan-Strasse 31 sei ab sofort «für alle Zwecke» verboten. Werde dem Auszugs-Ultimatum nicht Folge geleistet, könne dies eine Räumung in diesem Sommer bedeuten, heisst es in der Medienmitteilung der Terresta. Die Häuservernetzung Winterthur, ein Zusammenschluss von Bewohner:innen besetzter Häuser Winterthurs, kündigte in einem Communiqué an, dass die Bewohner:innen die Gisi nicht kampflos aufgeben werden. Es brauche selbstverwaltete Räume in Winterthur. Terresta argumentiert in der Medienmitteilung vordergründig mit dem Brandschutz, der im Wohnhaus und für Veranstaltungen im Keller nicht eingehalten werden könne. Die Feuerpolizei hatte im Februar bei einer Kontrolle Mängel festgestellt. Laut Häuservernetzung habe die Gisi seitdem alle geforderten Auflagen zum Brandschutz erfüllt: «Dass die SKKG unter dem Vorwand des Brandschutzes versucht, die Bewohner:innen einzuschüchtern und zu kriminalisieren, um die Räumung der Gisi voranzutreiben, ist verwerflich», schreiben die Besetzer:innen. Die Aussagen beider Seiten widersprechen sich nun auch in puncto Brandschutz und Umsetzung der Auflagen. «Das Besetzer-Kollektiv hat bis heute gegenüber der Terresta weder verantwortliche Personen bezeichnet noch ein Konzept vorgelegt», heisst es bei Terresta. Die Bewohner:innen widersprechen: Eine verantwortliche Person sei genannt worden und alle feuerpolizeilichen Auflagen seien erfüllt. Die Terresta sagt auf Anfrage, dass wiederholt eine Person gennant wurde, die keine Verantwortung über den Veranstaltungsbetrieb übernehmen kann, da sie nicht zum Besetzerkollektiv gehöre. |
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| | | | Und tschüss! Der Sommer lädt ein, die Region neu zu entdecken. Viele Ausflugsziele rund um Winterthur sind gut mit dem öV erreichbar. Lass dich inspirieren und entdecke neue Lieblingsorte. |
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| | | | Mehr städtische LadestationenNach einem erfolgreichen Pilotprojekt mit drei Ladestationen auf öffentlichem Grund, will der Stadtrat auf weitere Ladestationen für E-Autos setzen. Befürchtungen wie zusätzlicher Mehrverkehr in Quartieren haben sich nicht bestätigt, heisst es in der Medienmitteilung. Das schrittweise Aufbauen von weiteren Stationen sei ein wichtiger Beitrag zu den Klimazielen der Stadt. |
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| | Neuer Präsident Verein «Energie bewegt Winterthur»: An der Generalversammlung des Vereins wurde Simon Kaiser als neuer Präsident bestätigt. Er tritt die Nachfolge von Stève Mérillat an. Energie bewegt Winterthur ist ein Zusammenschluss von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und öffentlichen Akteuren der Region Winterthur und setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt ein. Städtischer Informatikdienst mit neuer Leitung: Marco Zimmer wird auf Anfang Juli Nachfolger von Christian Manser. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren habe man eine kompetente Nachfolge aus den eigenen Reihen finden können, schreibt die Stadt. Marco Zimmer wird demnach in Zukunft den ICT-Betrieb der Stadtverwaltung verantworten, sowie auch ihre Digitalisierung vorantreiben. Brühlgut-Stiftung lädt zur Feier: Ab 10.30 Uhr steigt am Sonntag das Brühlgut-Festival am Standort Wyden in Wülflingen. Bis in den Abend spielen verschiedene Bands. Und mit Päcklifischen, Tattoo- und Bastelstand, Ponyreiten und der Kinderband Laurent & Max gibt es auch für die jüngsten Gäste ein abwechslungsreiches Programm. (tz) Dampfzentrum lädt ein: Am Samstag, 20. Juni stehen die Türen des Dampfzentrums (wir berichteten) Winterthur weit offen und laden zum Dampfmaschinen-Fest 2026 ein. In der ehemaligen Sulzerhalle ist eine riesige Sammlung von originalen Dampfmaschinen ausgestellt, die es zu entdecken gilt. Am Fest sind die Maschinen in Aktion, es gibt Führungen und Spezialitäten aus der Dampfküche. Der Eintritt ist kostenlos. Drei Konzerte vom Kammerchor: Am Wochenende vom 20. und 21. Juni singt der Kammerchor Winterthur im Tössfeldsaal dreimal sein Konzert «The Real Jazz». Inspiriert sind Name und Arrangements vom Schwedischen Vocal-Jazz-Quintett «The Real Group». Der Eintritt ist frei, empfohlen wird eine Kollekte von 30 Franken. (tz) |
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| | Stadtführung mit Blick auf Migrationsgeschichte
 | Stadtführung mit Blick auf Migrationsgeschichte Eine Stadtführung mit Blick auf Migrationsgeschichte: Fast die Hälfte der Winterthurer Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Ein neuer Stadtrundgang, geführt von Migrant:innen verschiedener Herkunftsländer, zeigt die Rolle der Migration für die Stadtentwicklung Winterthurs. Es werden verschiedene Themen und Orte des migrantischen Lebens gezeigt, beispielsweise im Neuwiesenquartier oder auf dem Sulzerareal. Der neue Rundgang ist Teil des Projekts «Winternational. Stimmen der Migration; einst und jetzt». Es wird vom Interkulturellen Forum Winterthur getragen und wird am Samstag das erste Mal durchgeführt. |
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| Für die Arbeit bei Sulzer kamen im letzten Jahrhundert viele Migrant:innen nach Winterthur. (Bild: Wintipix) |
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| Ein Blick in die albanische Moschee in Töss
 | Albanische Moschee in Töss: Eigenleistung, Platz und viel Symbolik Wer durch die grossen Flügeltüren der Moschee schreitet, findet sich in einer luftigen und von Gold geprägten Eingangshalle wieder. In einer Vitrine sind die Schaufeln des Spatenstichs ausgestellt, in einer anderen das erste Modell der Moschee. Nach langer Planung erhielt der Islamische Kulturverein Winterthur (IKW) 2018 die Baubewilligung für einen Neubau seines Gotteshauses an neuem Standort im Quartier Nägelsee. Den Verein gibt es bereits seit 1992. Sich getroffen und gebetet haben seine Mitglieder über die Zeit an ganz verschiedenen Orten in Winterthur. Der Wunsch nach einem eigenen Zentrum war gross und so hielt der Verein nach Bauland Ausschau. Mit grosser Eigenleistung der Mitglieder konnten die Baukosten von neuneinhalb auf vier Millionen Franken reduziert werden. Noch immer ist man in Winterthur stolz darauf, dass hier die erste neu gebaute Moschee im Kanton Zürich steht. Entworfen hat sie der albanische Architekt Muhamed Agusi aus Schlieren. Der IKW hat jedoch noch viele kleine Details und Symbole eingeplant. Wie beispielsweise die 18 kleinen Fensterchen im Gebetsraum der Männer. Diese erinnern an das Jahr, in dem der Verein die Baubewilligung erhalten hat. Im Gebetsraum der Frauen erinnern 26 Fenster an die 26 Kantone der Schweiz und die Heimatverbundenheit. Die Moschee ist in Winterthur und auch im weiten Umland die einzige mit einem Kuppeldach. Selbstverständlich ist auch die Ausrichtung des Gebetraums nach Mekka. Dieser steht leicht schräg zum Rest des Gebäudes. In vielen Räumen ist auch der achteckige Stern sehr präsent, laut Vereinspräsident Bardil Saiti handelt es sich um ein Symbol für Wissen und Wissensaneignung. Ein besonderes Merkmal im Gebetsraum sind die drei grossen Mondsymbole an der Decke, direkt unter der Kuppel. Zwei sind in Richtung Mekka ausgerichtet, eines zeigt in Richtung der Besuchenden, erklärt Saiti. «Dies soll symbolisieren, dass wir nicht nur auf unseren Glauben ausgerichtet sind, sondern auch offen auf Menschen anderer Glaubensrichtungen und Kulturen zugehen und sie willkommen heissen.» Für Schulen, Vereine und sonstige Interessierte bietet die Moschee auf Vereinbarung Führungen an. |
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| Die drei Halbmonde im Gebetsraum sind eine Spezialanfertigung. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| | Für Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt sind wir alle gefordert. Fathima hat mir im Gespräch verraten, dass Leute ihr immer wieder sagen, sie sei die erste Frau mit Kopftuch, mit der sie wirklich ein Gespräch führen. Vielleicht ist es Zeit, wieder mehr aufeinander zuzugehen? Bis bald und hebs guet, Gioia |
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