|
| | |
| Input vom Verlag Wir sind begeistert, wir haben mit unserem Aufruf von gestern schon 32 Mitglieder dazugewinnen können. Da musste Nick gleich ein paar Enten auf unsere Grafik basteln. Es sollten aber diese Woche mindestens 200 zusammenkommen, da fehlen noch einige. Bist du schon eins? Nein?
Dann ist es höchste Eisenbahn. Mit deiner Mitgliedschaft unterstützt du unseren Journalismus nachhaltig. Du finanzierst damit unsere Löhne und unsere technische Infrastruktur (ja, dieses Mailtool hier kostet schon immer mal wieder einen Batzen) Schaffen wir es, diese Woche 200 neue Mitglieder zu gewinnen? |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | Guten Morgen Winterthur Was haben wir alle – die Mutter, der Rentner, die Lehrerin, die Person mit Migrationshintergrund, das Kind, der Jugendliche, der Mensch – gemeinsam? Wir sind alle mit Vorurteilen konfrontiert. Mit persönlichen Herausforderungen. Und mit dem Wunsch, gesehen und gehört zu werden.
|
|
|
| |
| Beim Vorbeigehen habe er immer gedacht, dass diese Fassade perfekt für ein riesiges Rüebli sei, so Marcel Spiess. (Foto: Robyne Dubief) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Ein Rüebli für die Selbstwirksamkeit |
|
| Diese Woche entsteht an der Fassade des Gemüsehändlers Tenti in Neuhegi ein 35 Meter breites und sieben Meter hohes Wandgemälde. Das Street-Art-Projekt unter dem Namen «The Car Rots» realisieren Jugendliche mit Unterstützungsbedarf aus dem Bildungsbereich der Quellenhof-Stiftung. |
|
| Christoph (18) unterbricht kurz seine Arbeit mit der Spraydose. Er ist als einer von acht Jugendlichen aus den Bereichen KV, Polygrafie und ICT mit der Entstehung eines Gemäldes beschäftigt. Sie alle sind mit persönlichen Voraussetzungen konfrontiert, die ihnen eine Ausbildung im ersten Arbeitsmarkt erschweren. Der ICT-Fachmann im dritten Lehrjahr hat sich darauf gefreut, etwas Neues auszuprobieren, auch mit Jugendlichen aus den anderen Abteilungen zusammen. Noch vor ein paar Jahren hätte ihn das wahrscheinlich überfordert. «Ich bin auf dem Autismus-Spektrum», erzählt er, «kommunizieren ist für mich herausfordernd. Am Telefon und auch persönlich.» In der Ausbildung habe er es so oft machen müssen, dass es jetzt leichter geworden sei, zu reden und anderen in die Augen zu schauen. «Für mich ist das ein Meilenstein.» |
|
|
| Christoph ist sehr gespannt auf das Resultat. Der IT-ler arbeitet zum ersten Mal mit einer Spraydose. (Bild: Robyne Dubief) |
|
| Sie werden mit dem Projekt «The Car Rots» gefördert, in dessen Rahmen Lernende der Quellenhof-Stiftung die Tenti-Fassade an der Sulzerallee 50 mit einem «fahrenden Riesen-Rüebli» besprayen. Der Projekt-Titel ist ein Wortspiel zwischen «Carrots» (Karotte) und «Car Rots» (das Auto verrottet). Das Motiv soll dazu anregen, über nachhaltige Mobilität, Natur und gesunde Ernährung nachzudenken. Skizze und Idee überzeugten auch das Kulturkomitee vom letzten Jahr – das Projekt wurde mit 13’000 Franken unterstützt. |
|
|
| Für die Jugendlichen ist es ein grosser Schritt, sich für nur eine Woche auf ein neues Setting einzulassen und sich zu exponieren. (Foto: Robyne Dubief) |
|
| Christoph findet es wichtig, dass Jugendliche wie er sich zeigen und signalisieren: Wir sind auch hier. Seine Stärke sei es, Muster zu erkennen. Das komme ihm hier zugute. «Wenn ich ein IT-Problem löse, versuche ich, den Zusammenhang zu finden. Bei dem Rüebli-Kraut waren keine klaren Linien vorgegeben. Ich habe schnell erkannt, wie sich bei den anderen Blättern Muster und Proportionen wiederholen und konnte das anwenden.» Es gehe um weit mehr als kreatives Schaffen, betont Projektleiter Marcel Spiess. Er ist Co-Geschäftsführer der Quellenhof-Stiftung, Street-Art-Künstler und ehemaliger Grafiker. «Wir wollen die Jugendlichen aus ihrer Komfortzone herausholen und ihnen die Möglichkeit geben, über sich hinauszuwachsen.» |
|
|
| «Ich schau mal, was auf mich zukommt», meint Mascha. Sie sei recht offen und habe keine konkreten Erwartungen an die Woche. (Foto: Robyne Dubief) |
|
| Mascha (22) findet den Zugang zum Gemälde über die Kreativität: «Ich zeichne gerne, darum finde ich dieses Projekt sehr cool.» Die Polygrafin hat schon öfter gesprayt. Je nachdem, wie es ihr psychisch gehe, sei das kreative Arbeiten schwerer oder einfacher. Ihre erste Lehre als Fachfrau Gesundheit musste sie wegen eines mentalen Zusammenbruchs abbrechen. Danach bekam sie durch die IV einen Arbeitscoach, der ihr half, herauszufinden, in welche Richtung es weitergehen sollte. Für die Quellenhof-Stiftung entschied sie sich unter anderem auch wegen des Wohnangebots WFL (Wohnen für Lernende). Sie habe die Luxusvariante, erzählt sie. «Die meisten wohnen in Zweier-WGs. Ich habe eine Zweizimmerwohnung für mich.» Das sei manchmal auch schwierig, aber sie bekomme Unterstützung, wenn sie Hilfe brauche. Ihr nächstes Ziel sei jetzt mal der Lehrabschluss, weiter denke sie noch nicht. |
|
|
| Dieses Gemälde realisierte Marcel Spiess mit einer Gruppe von Rentner:innen kurz nach dem Lockdown. Sie seien vom «Yes» ausgegangen und hätten dazu positive und lebensbejahende Motive gesucht. Darum die Blumen. (Bild: Robyne Dubief) |
|
| Gerade für Lernende im Autismus-Spektrum sei das gemeinsame Essen oder die Gemeinschaft eine Challenge, so Spiess. «Wenn sie nachher beim Vorbeigehen daran erinnert werden, was sie geschafft haben, stärkt das ihr Selbstvertrauen.» Eine klare Struktur sei wichtig. Und man müsse auf alles gefasst sein. «Das Tagesprogramm ist minutengenau geplant. Heute Morgen wollte ich sieben Minuten früher Pause machen. Dass ich mich nicht an den Plan hielt, war für jemanden in der Gruppe schon schwierig», erzählt er. Am Nachmittag gibt es jeweils einen kurzen Input zu verschiedenen Themen wie Teamwork und Toleranz oder Verantwortung und Zuverlässigkeit. Am ersten Tag lernten die Jugendlichen, wie sie nach einem Tag das Erlebte selbständig reflektieren können, um beim nächsten Mal davon zu profitieren. |
|
|
| Menschen mit Suchtthematik arbeiteten gemeinsam mit Marcel Spiess an diesem Bild. Die Räuberleiter steht für Unterstützung, die gestreifte Hose deutet das Gefangensein in der Sucht an. (Bild: Robyne Dubief) |
|
| Mit seiner Vergangenheit als Sprayer bringt Marcel Spiess seine eigene Geschichte mit. Für ihn sind die kreativen Projekte ein willkommener Ausgleich und eine Möglichkeit, eine andere Seite von sich zu zeigen – eine, zu der die Jugendlichen leichten Zugang haben. In unmittelbarer Nähe des jetzigen Standorts realisierte er bereits vier andere Graffitis. |
|
| | |
| Elektroautos als Stromspeicher Welches Potenzial steckt in E-Auto-Batterien für die Netzstabilität? Diese Frage steht im Zentrum des Energie- und Umweltforums. Am Event von ZHAW und Stadtwerk Winterthur dreht sich alles um das bidirektionale Laden. Freuen Sie sich auf Inputreferate von Expert:innen, die aktuelle Entwicklungen, Praxisprojekte aus der Schweiz sowie Chancen und Hürden an der Schnittstelle von Mobilität und Energie beleuchten. Energie- und Umweltforum: 6. Mai 2026, 17.45 Uhr Im Anschluss lädt ein Apéro zum Austausch ein. |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | | | Entwicklungskonzept Stadtrandpark erhält 110'000 vom BundDer Stadtrandpark umfasst den gesamten inneren und äusseren Siedlungsrand von Winterthur. Er ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Naherholungsgebiet und Produktionsraum. Um ihn angesichts der wachsenden Stadt weiterzuentwickeln, wurde ein Konzept erarbeitet. Wie die Stadt Winterthur mitteilt, stehe dabei die Landschaftsqualität, Förderung der Biodiversität, die Aufwertung des Naherholungsraumes sowie Sicherung und Entwicklung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung im Fokus. Sowohl Akteure wie auch die Öffentlichkeit werde von Anfang an eingebunden. Von 2025 bis 2030 fördert der Bund Projekte mit dem Schwerpunkt «Lebensqualität durch Biodiversität und attraktive Landschaften erhöhen». Das Projekt Stadtrandpark Winterthur wurde im Rahmen des Modellvorhabens für nachhaltige Raumentwicklung ausgewählt und erhält damit finanzielle und fachliche Unterstützung. |
|
| | Kurz-NewsPräsident des Ortsvereins Reutlingen tritt zurück: Markus Läderach gab an der Generalversammlung im März nach elf Jahren als Präsident den Rücktritt, auf ihn folgt Birgit Cano. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe der «Reutlinger-Post» hervor. Cano wurde von den 58 Anwesenden einstimmig gewählt, genau wie der restliche Vorstand. (vh) Für den guten Zweck von Winti ins Emmental radeln: Vor fast einem Jahr berichtete WNTI über den Winterthurer Ismail Ssekiwu, der mit seiner Organisation Life Cyclers Uganda Radfahren in Uganda fördert. Seit 2025 bildet die Organisation in ihrer Ausbildungswerkstatt Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen zu Mechaniker:innen aus. Um die Werkzeugkoffer zu finanzieren, welche diese am Ende der Ausbildung als Startkapital in die Selbständigkeit erhalten, macht Ssekiwu vom 25. bis 26. April eine Sponsoren-Velofahrt von Winti ins Emmental und wieder zurück. Verfolgen und unterstützen kann man die Aktion über Linkedin und Instagram. Best of Schweizer Street Food in Winti: Von Freitag bis Sonntag findet auf dem Archplatz die Vorrunde der Swiss Street Food Awards für die Deutschschweiz statt. Die Teilnehmenden kämpfen um den Einzug ins Finale in Basel, dort treten sie gegen die Gewinner:innen aus dem Tessin und der Romandie an. Wer um den Titel «Best of Switzerland» kämpfen darf, entscheiden am Wochenende nebst der Jury auch die Besuchenden vor Ort. En Guete. Personalwechsel bei den Startup Nights: Gabriel Riedo wird nach Alyssia Kugler Managing Director. Sie verlässt die Organisation per Ende Mai 2026. Der grösste Event für Startups und Innovation in der Schweiz findet dieses Jahr zum letzten Mal in den Winterthurer Eulachhallen statt, wie der Landbote berichtete. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
| | Winterthur gilt als eine der velofreundlichsten Grossstädte der Schweiz. Kein Wunder, denn die Winterthurer:innen fuhren schon immer begeistert Velo. Die Pioniere dieser sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelnden Fortbewegungsart waren einerseits Leute aus vermögenden Kreisen – ein Velo kostete rund 800 Franken, was beinahe einem Jahreslohn eines Fabrikarbeiters entsprach – andererseits erfinderische Arbeiter, die auf selbstgebastelten Holzrädern zur Arbeit fuhren. 1882 gründeten Studierende des Technikums, darunter die Söhne des Gründers der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM), Charles Brown, im Hotel Löwen am Graben den Velocipedenclub. Als Zweck des Vereins nannten die ersten Statuten die Verbreitung und praktische Verwendung des Fahrrades als schnelles und billiges Verkehrsmittel sowie Lustfahrten und geselliges Zusammenwirken. Frauen waren damals allerdings von der Mitgliedschaft ausgeschlossen. Velogefahren sind sie aber wohl trotzdem, wie dieser etwas phantastische Postkartengruss mit zwei Damen auf einem Tandem hoch über Veltheim vermuten lässt. |
|
|
| Mittlerweile sind beim Radfahrerverein Winterthur auch Frauen zugelassen. Doch sind und waren diese stets eine kleine Minderheit im Verein. Vielleicht liegt es an den Klubkostümen, die 1913 eingeführt wurden, die natürlich nicht mithalten konnten mit den wallenden Röcken und eleganten Hüten der beiden radfahrenden Frauenzimmer. |
|
| | Unter der Rubrik «Geschichte vor Ort» schreiben verschiedene Autorinnen und Autoren aus dem Geschichtennetzwerk Winterthur. Regula Geiser ist Historikerin und betreut das Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | Ente gut, alles gut. Der Besuch in Neuhegi hat mich wieder einmal daran erinnert, dass das Leben nicht aus einem einzigen riesigen, sondern aus vielen kleinen Erfolgen besteht. Ich wünsche dir heute einen solchen. Mach’s guet deine Maria |
|
| |
|
|
|
| |
|