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| | Hallo liebes Winti Mit dem schönen Wetter kommen die Menschen wieder aus ihren Häusern – der perfekte Moment, um dir einen Stadtspaziergang zu empfehlen. Zum Beispiel an den Lagerplatz, wo noch vor dem Mai vieles neu ist. Oder in den Wald, wo du vielleicht sogar ein paar verstreute Nötli findest.
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| Noch ist es relativ ruhig am Lagerplatz 27. Viele der Mieter:innen haben jedoch ihre Arbeit schon oder schon wieder aufgenommen. (Bild: Maria Wyler) |
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| Frühlingserwachen am Lagerplatz |
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| Nach einer längeren Umbauphase zieht am Lagerplatz 27 wieder neues Leben ein. Vorher gingen in der etwas stilleren Ecke des Areals ZHAW-Studis ein und aus, jetzt befindet sich hier eine Geschäftsstrasse – Blumenladen neben Handwerks-Bude neben Hundesalon neben Bäckerei. von Maria Wyler |
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Alter Hase trifft auf Neuankömmling Der letzte grosse Umbau auf dem Lagerplatz im Sulzer-Areal (WNTI berichtete) ist vollbracht. Derzeit nisten sich dort altbekannte neben neuen Gesichtern ein und nehmen ihren Betrieb in den nach Umbau riechenden Ateliers auf. Zwei Zurückgekehrte erzählen: «Wir fanden nicht vom ersten Moment an alles besser und mussten uns an einiges gewöhnen.» Beispielsweise an die zusammengewürfelte Innenausstattung im Recycling-Rohbau-Style oder an die Ringhörigkeit. Auf die Nachbarschaft und mehr Leben auf dem Platz hatten sich beide gefreut. Hier hört man nicht nur alles voneinander, man riecht es auch. In der Luft hängt ein süsser Duft, Alex Bögli backt gerade seine Sauerteig-Schoggibrötchen. «Zum Glück nur freitags», meint eine Mieterin – «sonst würde ich viel zu viele essen.» Am 27. März gingen im Brotlager zum ersten Mal Sauerteigbrote und süsses Gebäck über die Theke (der «Landbote» berichtete). Die Bäckerei war wohl sehnlichst erwartet worden im Tössfeldquartier. An besagtem Tag standen die Menschen Schlange. Der ITler backt schon sein ganzes Leben, wie er sagt, und ist stolzer Hüter von zwei Sauerteigen. Aus dem einen entstehen die Brote, aus dem anderen die süssen Gebäcke. Als Bögli von den Räumen am Lagerplatz hörte, fand er sofort, dass der Industrie-Style und der Standort gut zu seinem Konzept passen würden. |
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| | Alex Bögli hat sein Atelier in eine Backstube umgewandelt. Ab Donnerstagabend knetet, formt und backt er hier jeweils mit Leidenschaft – an den restlichen Tagen hilft er in der Softwareentwicklung bei Galaxus mit, dass die Pakete pünktlich verschickt werden. (Bilder: Maria Wyler) |
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| Individualist:innen im Mikrokosmos Für Melina Fiorio vom Studio Mea war der Gestaltungsfreiraum im gemieteten Atelier ein Grund, sich hier niederzulassen. Ein Ort, um anzukommen und mit den Händen zu arbeiten, wie sie sagt. Ursprünglich angehende Kantilehrerin, führte ihr Weg in die Unternehmenskommunikation und ins HR, wovon sie heute als Selbständige profitiere. Auf der Suche nach einem kreativen Ausgleich machte sie eine Erwachsenenlehre zur Floristin im Grünraum Winterthur, nähte Kleidung, bis sie einen Gutschein für einen Töpferkurs erhielt. Da ist sie geblieben. Sie sei schon immer eine Macherin gewesen, sagt sie. Auf dem Lagerplatz verbindet sie alles, was sie unterwegs gelernt hat. Sie unterrichtet Töpfern, mischt eigene Glasuren und kreiert ihre Keramik-Kollektionen. |
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| | Das Studio Mea ist offen für Kurse und Events, bietet Raum zum eigenständigen Arbeiten und einen kleinen Showroom mit eigener Keramik. (Bilder: Sven Fioro, Maria Wyler) |
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| Die Interpretationen der Räume sind so individuell wie die Gewerbe auf dem Areal. Für den Chrafteggä legten die zwei Betreiberinnen Mila Lawrence und Gabriela Baumann gleich drei Ateliers zusammen und schufen eine Oase für Pilates und Personaltraining. Das Studio zügelte vom Katharina-Sulzer-Platz sozusagen um die Ecke. Am alten Ort hätten sie sich manchmal etwas verloren gefühlt. Sie seien wegen mehr Quadratmetern gekommen und wegen der Atmosphäre. «Die Winterthurer:innen sind lustig», fügt Mila an. «Die finden, alles, was hinter dem Neuwiesen liege, sei ‹mega weit weg›. Wir finden den Lagerplatz zentral und ideal. Er ist lebendig und freundlich.» Man könne hier einfacher Kontakte knüpfen, finden beide. Und das sicher auch, weil alle ungefähr gleichzeitig eingezogen seien und viele am Anfang stünden. |
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| | Laut Mila und Gabriela sucht auch ihre Kundschaft die Begegnung: «Wir erleben die Stadtmenschen als beschäftigt und zurückgezogen. Wenn sie innehalten und in ein Gruppentraining kommen, um etwas für sich zu tun, öffnen sie sich gerne und schnell.» (Bilder: Maria Wyler) |
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| Nebst weiteren Handwerks-Buden und Walk-in-Angeboten findet man in den direkt zugänglichen Ateliers auch stilles Gewerbe. Die Brüder David und Michael Handschin gestalten und vertreiben von hier aus ihre selbst entwickelten Lehrmittel. Handschin & Handschin zog für bessere Lagermöglichkeiten vom Zeughaus an den Lagerplatz. «Die Kombination aus Büro, Lager und Packbereich ermöglicht es uns, alle Arbeitsschritte an einem Ort durchzuführen», so David Handschin. «Die Pakete bringen wir mit Velo und Anhänger zur Hauptpost, was für willkommene Bewegung im Büroalltag sorgt.» Hallo Velo Auf das Velo setzen viele, Parkplätze sind rar. Wer nicht aufpasst, gerät schon mal in die alten Sulzer-Schienen. Paddy Baur hat mit seiner Velo Bar auf drei Rädern wenig zu befürchten. Vom hintersten Atelier aus liefert er Getränke und radelt an Events, um vor Ort die Bar auf Rädern zu betreiben. Wie ein Setting aussehen könnte, zeigt er in seinem Showroom. «Ich betreibe keine Bar auf dem Platz», erklärt er. Der Glarner kam vor acht Jahren nach Winti, um im australischen Restaurant Outback am Lagerplatz zu arbeiten. Nach der Schliessung machte er sich mit seinem Lieferservice und Catering im Grüntal in Seen selbständig. «Es ist gar nicht so einfach, in die Winterthur-Bubble reinzukommen», findet er. Für ihn ist der Lagerplatz nicht nur gut gelegen – er freut sich auch über die Nachbarschaft: «Unter Selbständigen passiert das Networken automatisch.» Die industrielle Atmosphäre sei zudem fantastisch und das Areal biete über die eigenen vier Wände hinaus viel Potenzial, das nach Absprache unkompliziert genutzt werden könne. |
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| | Paddy Baur liefert fixfertige Cocktails und Mocktails mit Eis aus. Die benötigten Kräuter wachsen unter anderem direkt vor der Backsteinfassade. (Bilder: Maria Wyler) |
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| Der Arealverein feiert Alle Mietenden, neue und alte, des ganzen Lagerplatz-Areals findest du hier – die Neuzugezogenen sind in der Nummer 27 untergebracht. Vom 8. bis 10. Mai finden unter dem Motto Lagerplatz 2026 Tage der offenen Türen statt. Anlass ist nebst der neuen Mieterschaft und der Freude am Lagerplatz das 20-jährige Bestehen des Arealvereins. Jetzt, da baulich alles Geplante fertig sei, könne der Verein den Fokus wieder mehr auf die Stärkung der Gemeinschaft und die Vernetzung legen, so Robin Manz vom Vorstand. Konkret besucht der Verein zum Beispiel jeden Monat ein Atelier oder eine Firma, um diese besser kennenzulernen. Auch die Aussenraumgestaltung wolle man aktiv mitgestalten, beispielsweise den U-Boot-Platz bei der offenen Halle, nachdem dort alle Parkplätze aufgehoben worden sind. «Wir sind gespannt auf die weiteren Veränderungen und den Austausch», so Manz. Er betont, dass weder der Verein noch die Arealbesitzerin, die Stiftung Abendrot, kommerzielle Ziele verfolgen: «Darum sehen wir die grosse Umgestaltung auch als abgeschlossen an. Würde man jetzt noch weitermachen, ginge die Vertrautheit verloren und die schöne Mischung aus Alt und Neu, die den Lagerplatz ausmacht.» |
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| Wer nicht auf Laufkundschaft angewiesen ist oder sie gar meiden will, hat sich eine der oberen Gewerbeflächen oder Wohnateliers geschnappt. (Bild: Maria Wyler) |
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| | | | Besuch uns in der Steibi!
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📍 Steinberggasse 🗓 10. April 2026 🕑 ab 14.00 Uhr |
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| Was lauft?
 | | Auf Bahnübergang eingeklemmt: Wie die Stadtpolizei mitteilt, kam es am Dienstag zu einer gefährlichen Situation auf dem Bahnübergang an der Arbergstrasse beim Bahnhof Seen. Ein 38-jähriger Mann habe mit einem Lieferwagen auf den Gleisen angehalten, um rückwärts in einen Privatweg einzubiegen. Aus ungeklärten Gründen habe er die Warnsignale erst wahrgenommen, als sich die Bahnschranken zu senken begannen. Um den Gleisbereich zu verlassen, fuhr er rückwärts gegen die Bahnschranke, wodurch diese beschädigt wurde. Es gab keine Verletzten. Tele Top zeigt sich im neuen Look: Nach dem Relaunch von Radio Top im April 2025 und der Inbetriebnahme eines neuen Podcast-Studios präsentiert sich das TV-Studio nun seit dem 1. April im neuen Gewand. «Das neue Studio zeigt, wo wir hinwollen», so Thomas Brügger, Geschäftsführer von Top-Medien. Realisiert wurde das Projekt als Zusammenarbeit zwischen dem internen Produktionsteam und der Schreinerei Elibag aus Elgg. Das neue Studio ist der nächste Schritt einer laufenden Erneuerung: Noch in diesem Jahr soll die neue Studiotechnik im Radiostudio in Betrieb genommen werden. FSWI präsentiert Lehrlingsarbeiten: Nicht weniger als 83 Lernende an der Fachschule für Wirtschaft und Informatik (FSWI) arbeiten derzeit an verschiedenen Projekten. Die Themen sind vielfältig: Einflüsse verschiedener Migrationsbewegungen, Weltmeere als zentrale Transportwege der Globalisierung oder die Veränderung des Konsumverhaltens durch den Onlinehandel. Gemeinsam ist ihnen, dass es sich um globale Entwicklungen, sogenannte «Megatrends», handelt. Am 14. April von 14 bis 18 Uhr werden die Befunde der Lernenden an einer Vernissage an der Lagerhausstrasse 4 vorgestellt. Anmeldung erwünscht. (tz) 15’000 Studis an der ZHAW: Noch nie entschieden sich so viele Studierende für einen der über 50 Studiengänge an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, wie die Fachhochschule in ihrem Jahresbericht schreibt. Winterthur ist der grösste der drei Standorte der Hochschule. Eine im letzten Jahr veröffentlichte Studie mass der ZHAW eine jährliche Wertschöpfung von 162 Millionen Franken in der Region zu. (tz) Vorbereitet auf eine Stadt der Pensionierten: 2040 wird Winterthur nicht nur klimaneutral, sondern auch ein gutes Stück älter sein als heute. Rund 28’000 Menschen oder ein Fünftel der Gesamtbevölkerung werden dann über 65 Jahre alt sein, heute ist es etwa jede:r sechste. Deshalb hat die Stadt nun in einer Altersstrategie Massnahmen gebündelt: etwa, die vorhandenen Beratungsangebote bekannter zu machen, einen regelmässigen Austausch mit der Genossenschaft für Alters- und Invalidenwohnungen zu etablieren oder weitere Parkverbotszonen für E-Trottis einzuführen. (tz) |
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| Velobörse auf dem Teuchelweiherplatz Auf die Plätze, fertig, Velo: Am Samstag, 11. April, lädt Pro Velo zur Velobörse auf dem Teuchelweiherplatz. Mit rund 1000 Velos ist die Auswahl riesig: Im Angebot stehen unter anderem Stadtvelos, Mountainbikes, E-Bikes und Kindervelos. Kund:innen können sich zudem während der Verkaufszeiten vom Pro-Velo-Team beraten lassen. Alle Velos dürfen gegen Abgabe einer ID für eine Testfahrt vom Areal genommen werden. Börsenregeln für Kauf und Verkauf sowie Tipps und Vorteile für Mitglieder finden sich auf der Website von Pro Velo Zürich. |
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| Best of Stadtmelder
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| | Diebin oder fauler Entsorger? Am Montag meldete eine Person, sie habe im Wald einen aufgebrochenen Tresor gefunden. Ob es sich dabei um das Überbleibsel eines dreisten Diebstahls handelt oder ob hier jemand zu faul war, den privaten Güsel zum Maag zu bringen, ist unbekannt. Die Stadt hat jedenfalls schon angekündigt: «Vielen Dank für die Mitteilung. Wir holen das Material ab.» So kann man natürlich auch entsorgen. Ist aber nicht die feine Art. Huch, eine neue Rubrik? Richtig gesehen. Ab sofort geben wir unter diesem Titel zum Besten, was sich Lustiges und Absurdes im Stadtmelder finden lässt. Und verabschieden uns dafür von «Was zur Wache». Polizei-News gibt es weiterhin in den Kurznachrichten. |
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| | Velo, Sonne, Nachbarschaft – liebe Grüsse in die Stadt! Lass dich heut nicht unterkriegen, und lass auch nichts im Walde liegen. Deine Maria |
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