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| | Guten Morgen «Warum gibt es in Seen keine Badi?», haben uns Leser:innen gefragt. Wir sind der Sache auf den Grund gegangen. Und so viel sei verraten: Am Ende hat der Stadtrat das Handtuch geworfen ‒ und die Seemer:innen dürfen es jetzt ausbaden.
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| Hier hatte die Stadt einst eine Badi geplant ‒ spätestens 1990 hätte sie gebaut sein müssen. Weisst du, welches Schwümbi wir hier auf den Felsenhof verpflanzt haben? (Collage: WNTI) |
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| Geplant, aber nie umgesetzt: Die Badi in Seen |
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| Bis spätestens 1990 hätte sie gebaut sein sollen. Die Stadt plante einst ein Freibad beim Felsenhof in Seen. Zustande gekommen ist es nie ‒ trotz dem Vorstoss eines bekannten Gemeinderats. von Tizian Schöni |
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| Als «sechstes Schwümbi» bezeichnete Gioia in ihrem Text vom Montag die Steibi-Brunnen. Einer unserer Leserinnen ging diese Zahl nicht aus dem Kopf. «Es müsste eigentlich schon sechs Schwümbis geben», schreibt sie. Und weiss auch schon genau, wo: in Seen, dem einzigen Stadtteil ohne Badi. 21’000 Menschen leben dort, nur in Oberwinterthur und im Kreis Altstadt wohnen noch mehr Menschen. Und trotzdem fehlt dem Stadtteil bis heute ein Freibad ‒ wie kann das sein? Man könnte sagen: Es fehlt an politischer Initiative. Aber das war nicht immer so, wie Akten aus dem Stadtarchiv zeigen. Wenn auch die Archivar:innen dafür ziemlich tief zwischen die Regale greifen mussten. |
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| Der Baubiologe Bosco Büeler träumt von einem See ‒ genau da, wo einst die Seemer Badi hätte stehen sollen. (Bild: zvg) |
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| In der «Sportstättenplanung 1973» sah der Stadtrat den Bau eines Freibads in Seen bis spätestens 1990 vor. Angedacht war, im Raum Felsenhof nahe der Sek Oberseen zu bauen. Übrigens just da, wo ein Winterthurer Baubiologe heute von seinem eigenen Seeprojekt träumt (WNTI berichtete). Doch einem jungen SP-Gemeinderat (heute Stadtparlamentarier) war das zu langsam. Im Juni 1974 reichte er die Motion «betreffend den Bau eines kombinierten Freibades-Normalhallenbades in Seen» ein. Sein Name: Ernst Wohlwend. «Seen war damals ein richtiger Boom-Vorort», erinnert sich der spätere SP-Stadtpräsident. Von 1960 bis 1974 hatte sich die Bevölkerung des Stadtteils fast verdreifacht. Zudem hatte es der Grosse Gemeinderat kurz zuvor abgelehnt, die Turnhalle an der Kanzleistrasse (heute die Quartieranlage) durch einen Neubau inklusive «Kleinsthallenbad» zu ersetzen. «Damit wurde der Bevölkerung Seens die minimalste Schwimmgelegenheit versagt, obwohl Seen der letzte Stadtkreis ist, der über kein Freibad verfügt», begründete Wohlwend damals seine Motion. Das Freibad solle zügiger gebaut werden und ein Hallenbad gleich mit, forderte die Motion. |
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| … wünschte sich eine zweite Leser:in im Rahmen unserer Post-It-Aktion vor einem Jahr. (Bild: WNTI) |
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| Beim Ruf nach lediglich einem zweiten Hallenbad für die Stadt blieb es im Sommer 1974 nicht. SP-Gemeinderat Paul Brawand reichte an derselben Sitzung zwei weitere Motionen ein, die eine Ergänzung der Schwimmbäder Oberwinterthur und Wülflingen mit je einem Hallenbad forderten. Dicke Post für die bürgerlichen Parteien ‒ und die bürgerliche Presse. «Hallenbad-Euphorie in Winterthur?», titelte die NZZ und spottete über die «weniger von Vernunft als von Emotionen eingegebenen Argumente» der Befürworter. Während die beiden Motionen von Paul Brawand keine Chance hatten, wurde jene von Ernst Wohlwend als erheblich erklärt. Und blieb es für ziemlich genau sechs Jahre, bis der Stadtrat die Abschreibung beantragte: «Es erscheint als zwecklos, die Motion pendent zu lassen und für die absehbare Zukunft einen weiteren Defizitbetrieb zu planen», heisst es im Antrag. Am Ende waren es einmal mehr die Winterthurer Stadtfinanzen, die dem Frei- und Hallenbad für Seen den Stöpsel zogen. |
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| | «Cool fänden es alle. Aber wenn dann jeder einen Tausender dafür abliefern muss, ist man nicht mehr so Fan.» Raphael Tobler (FDP), Stadtparlamentarier und Seemer |
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| Wie an der Ist-Situation unschwer zu erkennen ist, gab es danach nie mehr ernsthafte Bestrebungen, ein Schwimmbad für Seen in Angriff zu nehmen. Und eine kurze Umfrage unter den Seemer:innen im Stadtparlament bringt keine Neuigkeiten: «Beim zweiten Hallenbad gab es ja fast schon einen Aufschrei», sagt Bea Helbling, heute Fraktionsvorsitzende der SP im Stadtparlament. Ein Vorstoss sei nicht geplant, «obwohl das fast alle Seemer:innen eine tolle Idee fänden.» Sie vermutet, die rechte Ratsseite würde nicht mitziehen. Raphael Tobler (FDP) bestätigt: «Cool fänden es alle. Aber wenn dann jeder einen Tausender dafür abliefern muss, ist man nicht mehr so Fan davon.» Vor fünfzig Jahren tönte es von der FDP noch anders. Der Bau weiterer (Hallen-)bäder sei unbestritten, liess sich der Gemeinderat (und spätere Bundesrat) Rudolf Friedrich 1974 im «Landboten» zitieren. Zumindest im Hinblick auf dieses Votum dürfen sich die Seemer:innen fragen, wo ihr Schwümbi bleibt. Und alle anderen Stadtbewohnenden, wo die ganzen Hallenbäder hingekommen sind. |
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| | | | Uniola AG erhält Zuschlag für UfergestaltungEin Teil der Aufwertung des Erholungsgebietes Rosenberg ist der Uferpark des Schützenweihers. Dafür hat die Stadt das Zürcher Unternehmen Uniola ausgewählt. Das Landschaftsarchitekturbüro erhält den Auftrag, die Planung, Inbetriebnahme und einen Pflegeplan für den Uferpark zu machen und erhält dafür knapp 270’000 Franken. Das Unternehmen hat unter anderem bei Projekten am unteren Seebecken in Zürich mitgearbeitet. |
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| | 160-Meter-Rutsche in Neuburg
Allen, denen die Rutsche auf dem Spielplatz zu kurz ist, aufgehorcht! An den Wochenenden vom 27. und 28. Juli und 1. bis 3. August findet in Neuburg bei Wülflingen das traditionsreiche Rutschbahnfest mit einer 160 Meter langen Rutsche statt. Organisiert werden Fest und Festwirtschaft vom Fassdauben-Club Neuburg. Die Rutsche gilt als Sommerprogramm für den Verein, welcher normalerweise mit Brettern aus dem Fassbau den Berg herunterfährt. (Bild: zvg) |
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| | Weitere Kurz-NewsEinsatz der Sondereinheit «Diamant»: Am Montagabend rückten verschiedene Einsatzkräfte in ein Wohnquartier in Seen aus, wie die Stadtpolizei mitteilte. Grund war die Suiziddrohung eines 82-Jährigen, der sich in einer Wohnung verschanzt hatte. Aufgrund der unklaren Situation rückten die Stadtpolizei, Berufsfeuerwehr, Schutz & Intervention sowie die Sondereinheit der Kantonspolizei «Diamant» mit Verhandlungsspezialisten aus. Der Mann konnte nach längeren Gesprächen unverletzt in ärztliche Betreuung übergeben werden. Ein Polizist verletzte sich leicht. Neuer Velounfall-Hotspot entdeckt? Nicht alle Velounfälle werden statistisch erfasst. Um diese statistische Lücke zu schliessen, hat ein Verein eine Melde-Plattform lanciert, auf der Schwachstellen im Verkehr, aber auch (Beinahe-)Unfälle anonym, allerdings nur mit Login gemeldet werden können. Danke an unsere Leserin Kathrin für den Hinweis. |
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| Kühlende Bilder aus dem Bildarchiv |
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| Mit Temperaturen weit über 30 Grad am Schatten werden wir hierzulande derzeit nicht nur von Hitzewellen überrollt, sondern auch von Ratschlägen, was bei solchen Temperaturen hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren. Eine Studie der Hochschule Luzern hat sich mit der gefühlten Temperatur in Innenräumen beschäftigt und interessante Ergebnisse an den Tag gebracht. Man hat herausgefunden, dass Gerüche eine überraschend grosse Rolle für unser thermisches Wohlbefinden spielen, und dass im Raum verströmter Menthol-, Minze-, Zitronen- oder Rosmarinduft ein pseudokühlendes Gefühl erzeugt. |
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| Gefrorene Eulach beim Wiesenwuhr in Wülflingen im Februar 1956. (bildarchiv.winterthur.ch) |
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| Die Bilder aus dem Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken haben zwar (in der Regel) keinen Geruch, und duften schon gar nicht nach Menthol, Minze, Zitrone oder Rosmarin. Doch vielleicht hat ja auch der Anblick von Bildern wie jenem der vereisten Eulach im Winter 1956 eine pseudokühlende Wirkung auf die Betrachtenden. Damals wurde ganz Europa von einer Kältewelle erfasst, und der Februar 1956 gilt vielerorts als der kälteste Einzelmonat seit Beginn der Messungen. In Paris war es kälter als am Nordpol, an der Côte d’Azur schneite es, und die Schiffe auf Meer und Rhein blieben im Eis stecken. Auch in Winterthur sanken die Temperaturen während mehreren Wochen auf minus 20 Grad, eine Herausforderung für Mensch und Tier. Es kam vermehrt zu Bränden, verursacht durch unsachgemässes Aufwärmen von gefrorenen Wasserleitungen oder Entsorgen von noch glühender Asche. Besonders grosse Not litten die Wildtiere, die zu Hunderten der Kälte und dem Hunger zu Opfer fielen. Doch zurück zum Bild der gefrorenen Eulach. Schau es dir nochmals einen Moment lang an. – Spürst du die Abkühlung? |
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| | Unter der Rubrik «Geschichte vor Ort» schreiben verschiedene Autorinnen und Autoren aus dem Geschichtennetzwerk Winterthur. Regula Geiser ist Historikerin und betreut das Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken. |
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| | | Zugegeben, es war schwer. Auf dem Felsenhof-Acker siehst du das Freibad Auhof aus Oerlikon. Und für alle, die jetzt wieder die Badi-oder-Schwümbi-Kontroverse auftun: Es steht mit diesem «Schwümbi» jetzt beides genau sechs Mal im Newsletter. Also nicht reklamieren! Ciao ‒ für mich war es das letzte Mal diese Woche, Tizian |
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