| | Guten Morgen (aus Gotzenwil) Ich war leider noch nie in Gotzenwil, dafür geht es dort weiter mit dem vierten Teil der Sommerserie von Gioia: Sie berichtet vom Einsatz für Grünflächen, dem Bauboom und dem Leben mit Aussicht über die ganze Stadt. |
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| 725 Einwohner zählt Gotzenwil. Viele davon kamen mit dem Bauboom ab Mitte der 1990er Jahre hinzu. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Gotzenwil: Das Grün ist geblieben |
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| Gotzenwil liegt unweit von Oberseen, mitten im Grünen und mit fantastischer Aussicht über die ganze Stadt Winterthur. Im Ort gibt es weder einen Laden noch eine Schule; dafür aber viel Natur, die die Gotzenwiler:innen mit viel Einsatz verteidigt haben. von Gioia Jöhri |
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| Der Brunnen zwischen Hirten- und Helmweg plätschert vor sich hin, daneben stehen einige Stühle, als ob hier vor wenigen Minuten noch ein entspanntes Nachbarschaftstreffen stattgefunden hätte. Gabi und Ernst Reutimann haben sich vor 30 Jahren spontan entschieden, an den Helmweg in Gotzenwil zu ziehen: «Nach einem Inserat im Landboten sind wir einfach mal raus gefahren», erzählt Gabi im Garten mit Blick über Winterthur. Ein nebliger Herbsttag sei es gewesen und doch habe der Ort und das Haus sie sofort überzeugt: «Gotzenwil war nach Töss für uns wie eine andere Welt», sagt Gabi. Und Ernst fügt an: «Heute sind wir hier heimisch geworden». |
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| Gabi und Ernst Reutimann in ihrem Garten mit Blick auf Winterthur. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Ihre drei heute erwachsenen Kinder sind in Gotzenwil aufgewachsen und verstreut in verschiedene Schulhäuser in Oberseen, Iberg und Eidberg zur Schule gegangen. Gotzenwil selbst hatte nie ein eigenes Schulhaus. Zeitweise hat die Stadt zwar Räume angemietet und zwei Schulklassen hier geführt, nach den Sommerferien aber zieht das Betreuungsangebot der Schule Aussenwachten dort ein. Auch sonst ist Gotzenwil seit langem ein ruhiger Ort, wo man vor allem wohnt: ÖV-technisch gut erschlossen, seit langem ohne Restaurant oder Café und mit vielen Einfamilienhäusern. Gabi erzählt, dass ihr schon immer ein Treffpunkt in Gotzenwil gefehlt habe: «Wir haben keinen Spielplatz oder Ähnliches. Mit Kindern geht man deshalb zum Kindergarten in Weierhöhe oder heute in die Chiesgrueb nach Iberg». Früher habe es im Ort noch ein kleines Milchlädeli mit täglichen Bedarf gegeben. Aber heute geht man zum Einkaufen nach Sennhof, Seen oder Kollbrunn. |
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| Einer der wenigen Treffpunkte im Ort: am Dorfbrunner. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Ende der 1990er Jahre begann in Gotzenwil der grosse Bauboom. Allein die Tössemer Firma Leemann + Bretscher baute auf ehemaligem Landwirtschaftsland seitdem 63 neue Häuser. Die Reutimanns wohnen in einem der wenigen Gebäude, das bereits länger steht. «Als wir hierher gezogen sind, gab es am Helmweg acht Adressen. Heute sind es 50», sagt Gabi. Gotzenwil sei heute zweigeteilt: Auf der einen Seite die Häuser in der baulich wenig veränderten Kernzone, Richtung Seen auf die andere Seite bestehen neue Siedlungen. «Gotzenwil hat heute kein Gesamtbild», sagt Ernst. |
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| Eine der Neubausiedlungen in Gotzenwil. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Durch das Wachstum des Ortes sei Gotzenwil nicht dörflicher geworden, finden die Reutimanns. Sowieso sehen sie ihren Wohnort eher als Siedlung denn als Dorf: «Es fehlen Vereine, einen Laden oder die Kirche», sind sie sich einig. Die meisten engagieren sich im nahegelegenen Seen in Vereinen. Gotzenwil feierte vor einigen Jahren jeweils noch verschiedene Strassenfeste, heute bemühe man sich unter Nachbar:innen immer mal wieder um Treffpunkte, beispielsweise im Dezember mit Adventsfenstern. Dass man im Ort zusammensteht, wenn es sein muss, haben die Gotzenwiler:innen jedoch bewiesen. 2010 liess der Stadtrat verlauten, dass Baulandreserven zwischen Oberseen und Gotzenwil überbaut werden sollen. |
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| Ohne Widerstand aus Gotzenwil würden hier heute Häuser stehen. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Silvia Zollinger lebt in der Siedlung Weierhöhe gleich neben Gotzenwil und engagierte sich damals an vorderster Front gegen die Pläne des Stadtrats. «Es war raumplanerisch einfach nicht mehr angezeigt, so grosse Flächen mit Einfamilienhäusern zu überbauen», sagt sie heute. Und natürlich wollten die Anwohnenden auch das Grün rund um Gotzenwil und Weierhöhe erhalten. Silvia und ihre Mitstreiter:innen organisierten sich im Verein «Gotzenwil bleibt grün», gingen an die Seemer Landsgemeinde, stellten unbequeme Fragen und sammelten 4500 Unterschriften, die sie dem Kantonsrat übergaben. «Es brauchte einen langen Schnuuf», erinnert sich Silvia heute. Nach Jahren des Wartens liess der Stadtrat die Baupläne jedoch fallen und die Wiesen oberhalb Oberseen sind heute noch immer grün. |
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| Silvia Zollinger lebte mit ihrer Familie früher abgelegen in Italien, dann in Mulchlingen bei Iberg und seit Jahren nun in Weiherhöhe. «Wir haben uns langsam der Stadt angepirscht», sagt sie lachend. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Die «Gesellschaft für Erstellung billiger Wohnhäuser» baute hier in den Nachkriegsjahren die Arbeitersiedlung «Weierhöhe» mit Selbstversorgegärten. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Auch die Reutimanns waren damals im Verein «Gotzenwil bleibt grün» engagiert. Und sind froh, dass der Stadtrat seine Meinung auf Druck aus der Bevölkerung geändert hat. «Die abgesetzte Lage oberhalb von Winterthur, die Ruhe und die Natur rundherum, das alles sind Gründe, warum es uns hier so gut gefällt», sagen sie. Silvia Zollinger wünscht sich, dass Gotzenwil und ihre Siedlung Weierhöhe so bleiben wie sie sind und nicht wieder heimlich in den Richtplan kommen. Im Hinblick auf das Alter wünscht sie sich zudem ein bisschen häufigere Busverbindungen. «Aber das darf ich kaum laut sagen», sagt sie lachend. «Mit dem Argument ‹mehr ÖV› wollte man uns vor Jahren für die Überbauung gewinnen». |
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| | | | Rekordhohe Wasserlieferungen
Die Stadt Winterthur hat rund 3,6 Prozent mehr Wasser an umliegende Gemeinden geliefert als im bisherigen Rekordjahr 2020. Das berichtet der «Landbote». Gemeinden Dinhard, Pfungen, Neftenbach, Seuzach, Hettlingen, Wiesendangen, Elsau, Lindau und Effretikon beziehen Wasser von Winterthur. Einerseits liege es an der Hitze, andererseits am steigenden Bevölkerungswachstum, dass mehr Wasser verbraucht wurde, sagt Stefan Wassmer von Stadtwerk gegenüber dem «Landboten». (mm) |
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| | Scientology gegen die Psychiatrie
Die «Citizens Commission on Human Rights» (CCHR), eine eng mit der Sekte «Scientology» verbundener Verein, präsentiert sich mit einer viertägigen «Ausstellung» über die Geschichte der Psychiatrie. Der «Landbote» besuchte die Ausstellung und berichtet von Bildwänden mit verstörenden Szenen und Schicksalen. Es sei die erste Ausstellung der «CCHR», aber «Scientology» hatte dieses Jahr bereits 20 Standaktionen, sagt die Stadtpolizei gegenüber der Zeitung. (Bild: Nick Eichmann) |
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| | Chopfab-Cup und Glühwein zur Saisonvorbereitung: Auch wenn es schwerfällt, bei über 30 Grad an die Eishockeysaison zu denken, lässt sie sich nicht verschieben. In rund sechs Wochen wird der EHC Winterthur die ersten Pflichtspiele bestreiten. Heute Abend, um 19.15 Uhr, wird die finale Vorbereitungsrunde mit dem Chopfab-Cup gegen den EHC Olten eingeleitet. Nach dem Spiel gibt es die Pokalübergabe und die Vorstellung der Mannschaft für die kommende Saison bei der Glühweinbar. |
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| Das Musikfestkarussell dreht die nächste Runde Plötzlich erklingt Musik nicht nur auf den Bühnen, sondern auch in Hinterhöfen, Gassen, Läden, Eingangsbereichen und kleinen Ecken der Stadt. Komm bewusst und dreh die ganze Runde mit oder bleib zufällig stehen, hör zu, tanz ein bisschen oder verweile gleich länger. |
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| Winti weiss warum die Wartstrasse nicht grün ist
 | … warum die Wartstrasse nicht grün ist. Im Juni 2024 stimmte die Winterthurer Stimmbevölkerung über die «Gute-Luft-Initiative» ab. Durch die Annahme des Gegenvorschlages verpflichtete sie die Stadtverwaltung, 80’000 Quadratmeter asphaltierte Fläche zu entsiegeln und in 15 Jahren und 500 zusätzliche Bäume zu pflanzen. Schnell wurde die Umsetzung dieser Ziele rund um das Einkaufszentrum Neuwiesen sichtbar, wie bei der Begrünung der Rudolf- und Gertrudstrasse. Als dann die Wartstrasse fertig saniert war, wunderte sich eine Leserin, wo die Entsiegelung und Begrünung geblieben war. Bereits im letzten November begründete Michael Graf, der Kommunikationsverantwortliche des Tiefbauamts, diesen Entscheid gegenüber der «Winterthurer Zeitung» unter anderem mit der geringen Breite der Strasse und der durchgehend geschlossenen Bebauung. Zudem verliefen viele Leitungen im Untergrund, weshalb eine Baumreihe nicht geeignet sei. Es reichte schliesslich nur für ein paar Bäume rund um die neue Entsorgungsstelle. Auf Anfrage bestätigt Michael Graf die damaligen Gründe für die fehlende Entsiegelung und meinte, dass immer eine Abwägung gemacht werden müsse. Dafür sei Platz geschaffen worden für Fussgänger:innen, Velos, Aussenbestuhlung und Anlieferung. |
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| Die Gertrudstrasse (links) wurde nach der Sanierung deutlich grüner. Die Ausgangslage ist durch die Wand des Neuwiesen und die wenigen Eingänge günstiger, um die Strasse zu begrünen, als bei der Wartstrasse (rechts) (Bild: Collage/WNTI) |
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| | | Zum Glück macht es für meinen Nachhauseweg fast keinen Unterschied, ob ich über die Wartstrasse oder die Gertrudstrasse gehe… Bis hüt Abig ade MFW, Linus |
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