Grosse Hitze ist mehr als nur unangenehm. Von einer Hitzewelle spricht MeteoSchweiz, wenn während mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen eine hohe Hitzebelastung anhält und es auch nachts kaum mehr abkühlt. Genau das ist derzeit in mehreren Regionen der Schweiz der Fall. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen. «Hitze kann für sie eine erhebliche gesundheitliche Belastung darstellen», erklärt Imhof.
«Ältere Menschen verspüren häufig weniger Durst und trinken deshalb zu wenig. Gleichzeitig leiden viele Betroffene an Vorerkrankungen, die sie bei hohen Temperaturen zusätzlich belasten und besondere Vorsicht erfordern.» Deshalb werden hitzebedingte Todesfälle nicht auf Totenscheinen ausgewiesen, sondern mithilfe statistischer Verfahren geschätzt. Fachleute empfehlen deshalb, regelmässig ausreichend zu trinken, körperliche Anstrengungen während der heissesten Tagesstunden zu vermeiden und möglichst kühle Orte aufzusuchen.
Hitze als ernstes Gesundheitsrisiko
Wie stark sich die Hitze auf den Spitalbetrieb auswirkt, liesse sich allerdings nicht genau beziffern. «Hitze wird nicht systematisch als Aufnahmegrund erfasst und wir werten auch nicht statistisch aus, ob hohe Temperaturen als Mitursache zu gesundheitlichen Problemen beigetragen haben», erklärt Imhof. Von Januar bis Mitte Juni registrierte das KSW im stationären Bereich fünf hitzebedingte Komplikationen. Darüber hinaus behandelt das Spital Patient:innen mit tiefem Blutdruck, Kreislaufproblemen, Schwindel, Dehydrierung oder Muskelkrämpfen. «Solche Symptome können durch Hitze begünstigt werden, treten jedoch auch unabhängig von hohen Temperaturen auf.»
Dass Hitze ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellt, zeigen auch aktuelle Zahlen des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Obwohl der Sommer 2025 der sechstwärmste seit Messbeginn war, entsprach die hitzebedingte Sterberate dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre. Dennoch war Hitze auch 2025 die Naturgefahr mit den meisten Todesfällen in der Schweiz. Die meisten Betroffenen sterben dabei nicht unmittelbar an der Hitze. Vielmehr verschärfen hohe Temperaturen bestehende Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder andere chronische Erkrankungen.