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Guten Morgen aus dem Schwümbi! Die Tore der Schwümbis sind noch zu, aber seit spätestens sechs Uhr sind die Bademeister:innen vor Ort. Abfall wird weggeräumt, genügend Frischwasser muss ins Becken und die Grünanlage will gepflegt werden. Dann ist alles bereit für den nächsten grossen Ansturm in diesen Hitzetagen. |
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| Szene im Schwümbi Oberi. (Bild: Gioia Jöhri) |
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«Ich wechsle im Minutentakt von lieb zu nett zu bös» |
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Jugendarbeiter, Techniker, Problemlöser: Der Job als Bademeister fordert maximale Flexibilität. Ivan Parin kam nach 30 Jahren in der Sicherheitsbranche in den Beruf ‒ ein wertvoller Erfahrungsschatz für die heissen Tage in der Hochsaison. von Gioia Jöhri |
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| Bademeister Ivan Parin ist mitten im Getümmel und behält trotzdem den Überblick. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Ivo Parin ist bereits seit sechs Uhr auf den Beinen, als ich ihn im Schwimmbad Oberwinterthur nach dem Mittag besuche. Nach einem Wochenende wie dem letzten, als auf den Liegeflächen vor lauter Badetüchern fast kein Gras mehr zu sehen war, dauert das Aufräumen und putzen besonders lange: «Manchmal geht alleine das Fötzeln schon stundenlang», erklärt Parin. Für unser Gespräch nimmt er sich extra Zeit und trinkt einen Kaffee im Bistro. Zu tun hätte er genug: «Während der Arbeit sitze ich praktisch nie. Ich bin immer auf den Beinen». Als Bademeister sei man immer am Priorisieren, denn bei vollem Bad könnte man an drei Orten gleichzeitig sein. «Ein kleines Mädchen sucht was, eine alte Dame hat eine Frage und dort hinten macht einer einen Seich. Dann wechsle ich im Minutentakt von lieb zu nett zu bös», erzählt er. |
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| «Wenn es schön ist, kann es schon mal sein, dass man 14 bis 15 Stunden arbeitet.» Ivan Parin, Bademeister in Oberwinterthur |
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In Oberwinterthur ist Ivan Parin zusammen mit seiner Kollegin Isabella Taccone und dem Betriebsleiter Sascha Schörler für den reibungslosen Badebetrieb zuständig. Dazu kommen weitere Aufsichtspersonen, Kassenmitarbeiter:innen und Reinigungspersonal. Betriebsleiter Sascha Schörler hatte am Wochenende Dienst und erholt sich nun mit ein paar Freitagen. In der Badi Oberi arbeiten die Bademeister:innen in der Regel sechs Tage am Stück, danach haben sie drei Tage frei. «Wenn es schön ist, kann es schon mal sein, dass man 14 bis 15 Stunden arbeitet. Aber meistens klappt es gut mit den neun Stunden», sagt Ivan Parin. Heisses Wetter bedeute bis zu 3000 Gäste pro Tag, erklärt Betriebsleiter Sascha Schörler trotz freiem Tag am Telefon. Am Wochenende sei ein solcher Tag gewesen: «Wir hatten zudem viele Gäste, die normalerweise im Geisi sind, weil das Olympiabecken wegen der Regionalmeisterschaften gesperrt war», erzählt Schörler. Aber in Oberi seien sie personell sehr gut aufgestellt. «Es ist für mich das grösste Lob, wenn Gäste sagen, dass hier Ordnung und eine gute Stimmung herrscht», freut sich Schörler. |
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| Schwimmen, planschen oder rutschen – alles soll nebeneinander Platz haben in Oberi. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Die gute Stimmung ist in einer Badi keine Selbstverständlichkeit. «Eigentlich sollte es möglich sein, dass alle gemütlich nebeneinander die Zeit geniessen. Aber es braucht uns Bademeister als Vermittler des Zusammenseins», sagt Ivan Parin. Vor drei Jahren wechselte Parin nach 30 Jahren in der Sicherheitsbranche in die Badi Oberwinterthur. Er habe sich extra eine Brennpunkt-Badi ausgesucht, um mit seinem beruflichen Hintergrund positive Veränderungen anstossen zu können. «Wie überall kann auch hier Gewalt ein Thema sein», erzählt er. In seiner ersten Saison habe er fast 60 Saisonverweise ausgesprochen. «Im zweiten Jahr wurde es dann schon besser, manchmal geht einer noch eine Woche nach Hause. Heute ist es schon fast langweilig im Vergleich zu damals», sagt er lachend. |
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| Ivan Parin ist immer auf den Beinen. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Dass Parin von den Gästen respektiert wird, merke ich im Gespräch schnell. Kinder kennen und grüssen ihn, ein älterer Mann kommt auf einen Schwatz vorbei und eine Mutter mit Kleinkind kommt mit einem Anliegen auf ihn zu. «Vor drei Jahren hatte es viel weniger alte Menschen oder Familien. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Badi heute wieder durchmischter ist», sagt Parin. |
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Hitzestress sorgt für erhitzte GemüterDass in vielen Winterthurer Schwimmbädern zurzeit hitzebedingter Dichtestress herrscht, lässt sich deshalb erahnen, weil fast alle anderen angefragten Bäder für ein Interview aus Zeitgründen absagen. Nur das Freibad Geiselweid ist bereit, Auskunft zu geben, auch wenn man in diesen Tagen sehr stark beansprucht werde. «Die grösste Herausforderung ist tatsächlich die Hitze selbst. Diese sorgt zum Teil für hitzige Gemüter bei unseren Gästen», sagt der Betriebsverantwortliche Marco Decker. Nicht nur die Bademeister:innen seien gefordert, sondern zum Beispiel das Kassenpersonal, weil es längere Wartezeiten geben könne. Ein weiteres Thema, das im Geisi sehr beschäftigt, ist der zurückgelassene Abfall: «Es wäre für uns eine grosse Erleichterung, wenn die Gäste ihren Abfall getrennt selber in die dafür vorgesehenen Kübel entsorgen würden», sagt Marco Decker. Wichtig sei zudem, dass die Eltern nicht vergessen, ihre Aufsichtspflicht gegenüber den Kindern wahrzunehmen. |
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| Hochbetrieb auf den Sprungtürmen. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Wiederkehrende Themen gibt es auch in der Badi Oberi einige: Das obligatorische und viel ignorierte Duschen vor dem Baden, die Unterhosen unter den Badehosen oder wildes Reinspringen vom Beckenrand. Diese Themen beträfen alle – «von den Kindern bis zu den Erwachsenen», sagt Ivan Parin. «Da kannst du 15 Schilder hinstellen, dass man da und dort nicht reinspringen soll. Das interessiert niemanden». Zudem seien der Sprungturm und die Rutschbahn immer Brennpunkte für Konflikte. Stauen oder gemeinsam springen sei verlockend. Damit sich alle wohlfühlen, brauche es aber gewisse Regeln. «Mein Ziel ist es, dass alle ihren Platz in der Badi bekommen. Dazu sind wir da». |
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| | IPW-CEO tritt zurückStefan Lichtsteiger gibt die Leitung der Integrierten Psychiatrie Winterthur (IPW) per sofort ab, wie die IPW in einer Medienmitteilung schreibt. Lichtsteiger verunfallte im Januar bei einem Skiunfall schwer und wird seitdem im Paraplegiker-Zentrum in Nottwil behandelt. Da die Rehabilitation andauern werde und eine Prognose nicht möglich sei, gebe Lichtsteiger seine Stelle ab. Die CEO-Stelle wird in den nächsten Tagen ausgeschrieben und ad interim weiterhin vom stellvertretenden CEO und ärztlicher Direktor Benjamin Dubno übernommen. Publikumsorchester feiert Premiere Das Musikkollegium Winterthur hat sich mit Hobbymusizierenden zusammengetan. Nach einer intensiven Probewoche führt das Publikumsorchester am 28. Juni 2026 erstmals ein Konzert auf. Unter der Leitung von Chefdirigent Roberto González-Monjas und Assistenzdirigent Nils Erik Måseidvåg werden Manuel de Fallas Ballettmusik «El sombrero de tres picos», die Carmen-Suiten von Georges Bizet und das Posaunenkonzert von Launy Grøndahl aufgeführt. |
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| | Verkehrsumleitungen während Albanifest: Die Stadtpolizei erinnerte gestern daran, dass die Altstadt grossflächig für Autos und ÖV gesperrt wird. Dies gilt ab Freitagmorgen 9 Uhr bis Montagmorgen 5 Uhr. Busse werden umgeleitet und Velos sollen in den Parkmöglichkeiten beim Bahnhof oder im oberen Teil der Stadthausstrasse abgestellt werden. Parkangebote für Personen mit eingeschränkter Mobilität stehen hinter dem Stadthaus zur Verfügung. |
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Schwimmen im Mondschein
 | Schwimmen im Mondschein Mehrmals im Jahr bleiben die Schwimmbäder Töss und Wolfensberg am Abend länger offen und ermöglichen damit einen Schwumm im Mondlicht. In Töss bleibt das Schwümbi am 26. Juni bis 22 Uhr offen. Das Wolfi schliesst am 4. Juli sogar erst um 24 Uhr seine Tore. Das Vollmondschwimmen findet generell nur bei warmer Witterung statt. Vollmond ist übrigens erst am 30. Juni. Im Mondlicht schwimmen kann man also in Töss bereits vorher und im Wolfi nach Vollmond. Am 30. Juni können wir also in aller Ruhe den speziellen Erdbeermond betrachten. |
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| (Grafik: Schwimmbad Wolfensberg) |
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Ich gebe es ja zu: manchmal springe ich auch von der Seite her ins Becken und weiss genau, dass ich das nicht dürfte… Vielleicht denke ich das nächste Mal an Ivan und seine Kolleg:innen (und lasse es dann bleiben). Bis bald und hebs guet, Gioia |
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