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Winti hat gewählt! Und trotzdem müssen wir nochmals ran. Die beiden Präsidiumsanwärter Kaspar Bopp (SP) und Stefan Fritschi (FDP) erreichten beide weniger als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen ‒ und müssen in den zweiten Wahlgang. Im Stadtrat verliert die GLP ihren Sitz, die FDP gewinnt mit Romana Heuberger einen zweiten. Und Andreas Geering verteidigt den Sitz des abtretenden Stadtpräsidenten Michael Künzle (Mitte). Und schliesslich tat sich wenig im Parlament ‒ auf den ersten Blick. Auf den zweiten zeigt sich: (Fast) alle Sitzgewinne drücken das Durchschnittsalter.
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| Das ist Winterthurs neuer Stadtrat. (Bild: Nick Eichmann) |
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Geering und Heuberger gewählt, zweiter Wahlgang um Stadtpräsidium |
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Die Mitte und die FDP dürfen bei den gestrigen Stadtratswahlen einen Erfolg feiern. Urs Glättli kann trotz gutem Resultat den Sitz der GLP nicht verteidigen. Kaspar Bopp und Stefan Fritschi liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nachfolge von Mike Künzle. von Sebastian Galli |
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Winterthur hat eine Regierung. Andreas Geering (Mitte) und Romana Heuberger (FDP) schaffen den Sprung in den Stadtrat. Urs Glättli von der GLP erreicht zwar das absolute Mehr, fällt aber als Überzähliger aus. Der Grund für dieses Resultat sieht er in der «Grosswetterlage». Das Resultat zeige die Polarisierung – die Polparteien SVP und SP haben beide zugelegt. Zudem habe das Thema Klima an Bedeutung verloren. Das zeige sich auch daran, dass die Grünen Verluste einfuhren. |
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| «Jetzt gehen wir feiern!» Romana Heuberger, Stadträtin für die FDP |
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Der verlorene Stadtratssitz der GLP geht an die FDP, für die Romana Heuberger in ihrem dritten Anlauf in die Exekutive einzieht. Vor vier Jahren war sie in Glättlis Position. Was hat gestern den Unterschied gemacht? «Tausend Stimmen», sagt Heuberger nach der Wahl lachend. Übernimmt Heuberger nun das Departement für Sicherheit und Umwelt der abgetretenen Katrin Cometta? Das müsse sich noch zeigen, sagt Heuberger. Sie werde jedoch alle Aufgaben demütig und mit vollem Elan annehmen. «Aber jetzt gehen wir zuerst feiern.» Die Fussstapfen von Mike Künzle seien gross, sagte der Wahlkampfleiter der Mitte, Chris Bauer, gestern Abend im Superblock. Zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht alle Wahlkreise ausgezählt. Dreissig Minuten später war klar, dass sein Kandidat, Andreas Geering, in diese grossen Fussstapfen tritt. Mit seinem Rucksack an Fähigkeiten passe er eigentlich in jedes Departement, sagt Geering. Die Verteilung der Departemente sei die erste grosse «Ausjassete». Das freigewordene Departement für Sicherheit und Umwelt läge mit seiner Erfahrung im Sicherheitsbereich aber natürlich auf der Hand. Im Wahlkampf hatte sich Geering mit Heuberger, Fritschi und Hartmann zusammengetan. Er hoffe, dass dieses Ticket nun auch im Kampf um das Stadtpräsidium nochmals zusammenkomme. Denn dort kam es gestern noch zu keiner Entscheidung. |
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| «Ich schätze meine Wahlchancen jetzt gleich ein, wie zuvor: 50/50.» Stefan Fritschi, Stadtpräsidentschaftskandidat für die FDP |
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In dieser Angelegenheit wird Stefan Fritschi allerdings ein Wort mitreden. Er wurde mit dem besten Resultat in den Stadtrat gewählt. «Ich schätze meine Wahlchancen jetzt gleich ein, wie zuvor: 50/50.» Eine entscheidende Rolle werden die Wähler:innen spielen, die gestern weder Fritschi noch Bopp auf dem Zettel hatten. Über 2700 Stimmen entfielen auf Dritte. Die nächste Wahl sei weniger kompliziert, sagt Fritschi, da der Name nur noch einmal aufgeschrieben werden müsse. «Meine Chancen sind intakt.» Der zweite Wahlgang zum Stadtpräsidenten findet am 10. Mai statt. |
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| Getan hat sich wenig ‒ insgesamt gewinnen die Polparteien je einen Sitz, das Zentrum verliert zwei. (Grafik: WNTI) |
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Im Parlament bleibt alles beim Alten ‒ aber es wird jünger! |
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Die Mehrheiten im Parlament bleiben die Alten ‒ kräftig verjüngt wird es aber trotzdem. Am Rand gewinnen die SP, SVP und AL vier Sitze auf Kosten des Zentrums aus EVP, GLP und Grünen. von Tizian Schöni |
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Das Parlament präsentiert sich nach dieser Wahl politisch fast unverändert. Linke Mehrheiten finden SP, Grüne und AL, die es zusammen auf 26 Sitze schaffen, weiterhin nur gemeinsam mit dem Zentrum ‒ insbesondere mit der GLP, die noch immer sieben Sitze hält. Für die Kleinpartei EVP ist der eine Sitzverlust besonders schmerzhaft. Sie tritt künftig mit drei Parlamentsmitgliedern an. Ob eine Fraktionsbildung, also der Zusammenschluss mit einer anderen Partei innerhalb des Parlaments infrage kommt, will Co-Präsident Sämi Müller noch nicht beantworten. «Wir werden sicher offen sein für Gespräche.» Eine Auslegeordnung habe man frühestens in eineinhalb Wochen. «Stärkste» Gewinnerin ist die SP, die zwei Sitze zulegt. Auch wenn Co-Präsident Markus Steiner die Sitzgewinne lieber nicht auf Kosten der Grünen gemacht hätte: Dank ihnen ‒ und Sprüngen auf der eigenen Liste ‒ schaffen es Martina Pfirter und Benjamin Kuratli ins Parlament. Beide sind mit Jahrgang 1990 bzw. 1993 jung für parlamentarische Verhältnisse. Das Durchschnittsalter liegt bei 42 Jahren. |
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| Wer hat gewonnen, wer verloren? Auf wnti.ch siehst du, wie dein Wahlkreis gewählt hat. (Grafik: WNTI) |
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Neu hat die AL dieselbe Stärke wie die EVP ‒ sie gewann vor allem Wähler:innen in den Wahlkreisen Töss und Altstadt, neu zieht für die Alternative Linke Rona Jung (1998) ins Parlament ein, und Miguel Bachmann bleibt dank des dritten Sitzes drin. Die SVP legt einen Sitz zu und gewinnt Prozente in allen Wahlkreisen, am stärksten unter ihren Stammwähler:innen in Seen. Auch sie setzte mit Tim Kramer (2001) einen Neuen weit vorne auf die Liste, und der an seiner statt weiter hinten platzierte Christian Della Sega darf eine weitere Legislatur bleiben. Und schliesslich profitiert die Mitte von einem Sitzgewinn. Sie wurde in Oberi stärker gewählt ‒ sowohl der abtretende Stadtpräsident Michael Künzle als auch der neue Stadtrat Andreas Geering wohnen dort. Neu kommt für die ehemalige CVP Simon Bründler mit Jahrgang 2000 ins Parlament. Für die nächsten vier Jahre dürfte sich also trotz des Jungbrunnen-Serums dasselbe Bild abzeichnen wie in der vergangenen Legislatur: Bei finanzpolitischen Themen stimmt das Zentrum stramm rechts, geht es um Gesellschaftliches, Soziales oder Grünes positioniert sich die Mitte auch mal links. Oder bemüht sich die GLP etwa wieder stärker um ein linkes Bündnis? |
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| Am Freitag ist uns im Artikel zum Kiosk Kurioso ein Fehler unterlaufen. Der Kiosktreff Töss musste nicht schliessen, weil er nicht rentierte. Das Projekt war von Anfang an befristet. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. |
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| Energie speichern statt verschenken: Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauch und senken die Stromkosten.
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| | Interpellation zu Arbeitsbedingungen bei StadtbusNach dem Warnstreik am vergangenen Dienstag und einer SP-Fraktionserklärung im Parlament folgt nun der politische Vorstoss. Katja Hager (SP) und Benjamin Kellerhals (Grüne) haben eine Interpellation mit verschiedenen Fragen zu den Arbeitsbedingungen bei Stadtbus eingereicht. Die Parlamentarier:innen wollen zum Beispiel wissen, weshalb bei Stadtbus andere Bestimmungen für den Nachtzuschlag gelten als in der restlichen Verwaltung. Mit einer Antwort dürfen sie in fünf Monaten rechnen ‒ so lange ist die Antwortfrist des Stadtrats. (tz) |
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| | Auch in der Grüze ist kein Platz für alternatives Wohnen
Immer wieder ist die Zukunft der Dauercampierenden vom Schützenweiher und anderer Personen, die alternativ wohnen, im Parlament ein Thema. Einen konkreten Vorschlag machte nun Gabi Stritt (SP) in einer schriftlichen Anfrage. Mit der Fertigstellung der Leonie-Moser-Brücke (Bild) beim Bahnhof Grüze entsteht zwischen den Gleisen eine Brache. Langfristig will die SBB dort zwei Hochhäuser bauen, vorerst könnte sie aber als Zwischennutzung und alternative Wohnzone dienen. Doch die Stadt ist von der Idee nicht begeistert. Immobilienvorsteher Kaspar Bopp hatte schon an der letzten Fragestunde im Parlament abgewehrt: Es gebe keine unbebauten und gleichzeitig erschlossenen Grundstücke im Besitz der Stadt. Die fehlende Erschliessung ist auch im Fall des «Baufeld 1» ein Argument, zudem strebten Stadt und SBB dort eine Nutzung mit Besucher:innenfrequenz an, kein Wohngebiet. Die Zwischennutzung wird im Sinne eines Ideenwettbewerbs im ersten Quartal 2026 ausgeschrieben. (tz) |
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| | Vier Bisherige in der Schulpflege bestätigt: Auch das Sechsergremium wurde am Sonntag gewählt. Monika Vogel (Mitte) und Andrea Hugelshofer (SP) schafften es als Neue ins von Martina Blum (Grüne) präsidierte Gremium. Alle Gewählten findest du in unserem Ticker. Velodemo am Samstag: Etwa 70 Teilnehmende zählte der «Landbote» an der Demo, die sich am Freitag auf dem Archplatz besammelte und anschliessend per Velo durch die Stadt tourte. Anlass der Demonstration war laut «Landbote» der feministische Kampftag am 8. März. |
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| «So, hesch widr zauberet?» Kann das Theater ein Zuhause sein? «Vrenelis Gärtli» nach Tim Krohns gleichnamigem mythischen Alpenroman will uns die mensch- und unmenschlichen Sehnsüchte unmittelbar erleben lassen: Mit Geschichten von Einsamkeit und Lebensfreude, von Ausgrenzung und Aufbruch. Ein Theaterabend, der Herz und Sinne öffnet, uns zusammenführt und spüren lässt, dass Gemeinschaft noch immer möglich ist – mitten im digitalen Zeitalter. Vom 14. bis 29. März im Kellertheater Winterthur. |
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Und: Wer wird deiner Meinung nach Stapi?
 | Zweiter Wahlgang Wer wird Stadtpräsident? Nur 671 Stimmen trennten Kaspar Bopp und Stefan Fritschi im Rennen um das Stadtpräsidium. Das totale Mehr erreichte niemand. Am 10. Mai kommt es deshalb zu einem zweiten Wahlgang. Wir wollen von euch wissen: Wer macht das Rennen? |
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Letzten Mittwoch haben wir einen sarkastischen Überblick über die Wahlwerbung der Winterthurer Parteien publiziert. Dabei ging die EDU vergessen, ausgerechnet ein Vertreter der Partei machte uns darauf aufmerksam. Gerne holen wir ihn an dieser Stelle nach. Oder eben nicht. Mit einem Sitz ging die EDU schliesslich auch an der Urne fast vergessen. Geniesst den Tag! Seba & Tizian |
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