| | Guten Morgen,
Wann hast du das letzte Mal etwas Neues ausprobiert? Bei mir war es gestern Abend, als ich zum ersten Mal Rugby spielen ging. Wie ich mich dabei geschlagen habe, liest du weiter unten. Und falls du nicht gerade nach einem neuen sportlichen Hobby suchst, sondern eher nach etwas Entspannterem, habe ich heute auch etwas für dich: Wie wäre es mit einem eigenen Stückchen Grün mitten in der Stadt?
|
|
|
| |
| Lorena (links) ist bereits zum fünften Mal dabei, Kathrin (Mitte) spielt seit 20 Jahren Rugby und Luana (rechts) steht heute zum ersten Mal auf dem Rugbyfeld (Bild: Yvonne Samsarova). |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Immer mehr Frauen greifen zum Rugbyball |
|
| Erfahrene Spielerinnen und neugierige Anfängerinnen: Beim Probetraining des Rugby Clubs Winterthur treffen unterschiedliche Rugby-Erfahrungen aufeinander. von Yvonne Samsarova |
|
|
Ich bin an diesem Montagabend auf der Schützenwiese in Winterthur, um Rugby auszuprobieren. Und das mit einer ziemlich schlechten Ausgangslage: Ich habe absolut keine Ahnung von Rugby.
Erstes Probetraining Der Rugby Club Winterthur bietet für neugierige Neulinge wie mich zweimal im Jahr ein offizielles Probetraining an. Wer einmal reinschnuppern möchte, kann aber auch sonst jederzeit vorbeikommen, erzählt Kathrin Schraft. Die 39-Jährige spielt bereits seit 20 Jahren regelmässig Rugby. «Mir macht es grossen Spass», sagt sie. «Es ist Sport, aber auch gleichzeitig ein Spiel.»
An diesem Abend sind auch Luana und Nora zum ersten Mal dabei. Die beiden 16-Jährigen haben von Freunden vom Rugby Club gehört. Trainer Roger Siegenthaler erklärt uns zunächst den Ablauf des heutigen Trainings. Seit drei Jahren ist er für die Frauenmannschaft verantwortlich. Zuvor trainierte er Männer. |
|
|
| Trainer Roger erklärt die wichtigsten Regeln (Bild: Yvonne Samsarova). |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Viertel nach acht. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.Zum Einstieg steht ein rund 15-minütiges Aufwärmen an. Laufen, bewegen, sprinten, das bekomme ich noch ziemlich gut hin. Doch schon kurz darauf wird es komplizierter. Wir üben das Passen, stellen uns in Dreiergruppen auf und sprinten zur nächsten Gruppe. Dann geht es wieder zurück, wir legen uns auf die Wiese, stehen auf und geben den Ball weiter. Langsam komme ich ausser Atem. Zum Glück folgt eine Trinkpause. In dieser erklärt mir Kathrin, was Rugby eigentlich vom American Football unterscheidet. Einen Unterschied merke ich schon am Ball: Er ist grösser und ovaler. Auch körperlich geht es anders zur Sache. «Beim American Football rempelt man sich ständig an, beim Rugby wird nur diejenige gerempelt, die den Ball hat», erklärt sie mir. Zuwachs bei jungen SpielerinnenAuf dem Platz nebenan trainiert auch die Männermannschaft. Mit rund 40 Spielern ist sie deutlich grösser als das Frauenteam, das momentan aus etwa 15 Spielerinnen besteht. Aber auch dieses wächst: «Wir bemerken in den letzten Jahren einen Zuwachs bei den jungen Spielerinnen, was uns natürlich freut», erzählt Trainer Roger. Dann ist die kurze Pause auch schon vorbei. Roger erklärt «den Neuen», also Nora, Luana und mir, wie man den Ball richtig passt. Ich versuche, die Technik möglichst schnell zu verstehen. Was danach kommt, ist für mich allerdings die eigentliche Herausforderung. Wir laufen über das Feld und passen uns dabei den Ball zu. Klingt einfach. Das gilt jedoch nicht für mich.
|
|
|
| Das Training auf der Schützenwiese dauert eineinhalb Stunden (Bild: Yvonne Samsarova). |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Ich renne los, bekomme den Ball, schaue nach links, dann nach rechts. Irgendjemand ruft meinen Namen, irgendwo fliegt der Ball und ich versuche, den Überblick zu behalten. Nora und Luana schlagen sich deutlich besser. «Keine Sorge, Yvonne, auch die Besten kommen manchmal durcheinander», sagt Kathrin mit einem Lächeln. Obwohl ich mich auf dem Feld ziemlich unbeholfen anstelle, fühle ich mich trotzdem sehr wohl in der Runde. Niemand verdreht die Augen, wenn ich etwas nicht kann. Im Gegenteil: Alle helfen, erklären und ermutigen sich gegenseitig. Als das Training vorbei ist, bin ich verschwitzt, ausser Atem und ziemlich erschöpft. Viel Ahnung von Rugby habe ich nach diesem Abend noch immer nicht. Aber eines weiss ich jetzt: Rugby hat nichts mit wildem Herumrempeln zu tun und macht überraschend viel Spass. Morgen, am 26. August, findet um 20:15 Uhr das nächste Probetraining auf der Schützenwiese statt. |
|
|
| |
| So manche Winterthurner:innen müssen jahrelang auf eine eigene Pünte warten (Bild: Wiki Commons). |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Hohe Nachfrage: Bis zu fünf Jahre Wartezeit auf eine Pünte |
|
| Rund 2500 Pünten gehören der Stadt Winterthur. Doch wer selbst eine Parzelle bewirtschaften will, braucht vor allem eines: Geduld. Denn das Interesse an den kleinen Gartenstücken ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. von Yvonne Samsarova |
|
| Ein eigenes Stück Grün mitten in Winterthur, das hätte ich gerne. Und nicht nur ich: Die Anfrage für eine von der Stadt bewirtschafteten Pünte sei in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen, heisst es auf Anfrage bei der Stadt. Besonders während der Corona-Pandemie sei das Interesse gross gewesen, erzählt auch Patrick Hörting vom Püntenverein Vogelsang. Wer heute noch nach einer Pünte sucht, braucht vor allem eines: Geduld. Rund 2500 PüntenPünten sind kleine Gartenparzellen, die man pachten kann, um dort Gemüse, Kräuter, Blumen oder Obst anzubauen. Gerade für Menschen ohne eigenen Garten oder Balkon sind sie eine attraktive Möglichkeit, Zeit in der Natur zu verbringen. Die Stadt Winterthur besitzt verteilt über das gesamte Stadtgebiet rund 2500 solcher Pünten, zum Beispiel in Neuwiesen, am Rosenberg oder im Revier Töss. Rund ein Viertel der städtischen Pünten wird von der Stadt bewirtschaftet und direkt verpachtet, die restlichen Pünten werden durch Vereine betreut. Daneben gibt es in Winterthur weitere Pünten, die sich auf Grundstücken befinden, welche Privaten, Vereinen oder zum Beispiel der SBB gehören. Auf den städtisch bewirtschafteten Arealen sind derzeit alle Parzellen vollständig verpachtet. |
|
| Lange WartelistenFür sämtliche von der Stadt bewirtschafteten Areale werden Wartelisten geführt. Voraussetzung für einen Platz auf der Warteliste ist, dass man in Winterthur wohnhaft ist. Die Anmeldungen werden grundsätzlich in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt, heisst es auf Anfrage bei der Stadt. |
|
| Die Spanne der Wartezeiten für eine Pünte liege momentan zwischen wenigen Monaten und bis zu fünf Jahren, schreibt die Stadt auf Anfrage. Beim Pünteverein Vogelsang beträgt die Wartezeit derzeit ein bis zwei Jahre, erklärt Patrick Hörting vom dortigen Vorstand. Die Wartelisten funktionieren meist nach dem First-come-first-serve-Prinzip. Menschen, die beispielsweise keinen eigenen Balkon oder keine Terrasse haben, werden dabei nicht bevorzugt. Eine solche Regelung wäre laut Stadt nur schwer umzusetzen, weil für jede einzelne Anmeldung überprüft werden müsste, ob tatsächlich kein eigener Aussenraum vorhanden ist. Das würde einen unverhältnismässigen Mehraufwand bedeuten. Beim Püntenverein Vogelsang wurde zudem eine weitere Frage diskutiert: Dürfen Kinder die Pünte ihrer Eltern übernehmen? Letztlich besteht Einigkeit: Die Pünte soll nicht einfach innerhalb der Familie weitergegeben werden, wenn dadurch jemand auf der Warteliste übersprungen wird. |
|
| | | | Wie sicher ist die Schweiz?Nächsten Dienstag, 1. September, lädt «Stadtalk» Benno Zogg ins Kellertheater ein. Der Sicherheitsanalyst beim Staatssekretariat für Sicherheitspolitik spricht um 19.30 Uhr über die zunehmenden Bedrohungen für die Schweiz und wie gut das Land für sie gewappnet ist. (lf) |
|
| | Weitere Kurz-NewsSpatenstich auf dem Vitus-Areal: Die Escape-Room-Betreiber von Geheimgang 188 bauen ihren zweiten Standort auf dem Vitus-Areal, das schreiben sie in einer Medienmitteilung zum Spatenstich. Gemeinsam mit der «Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Winterthur» (NGW) entsteht das «Bioversum» (WNTI berichtete), ein interaktiver Lernort zur Biodiversitätskrise. Gleich vier «Bioversen» entstehen auf dem Vitus-Areal. So könne man den Escaperoom auch als Erlebnis für Schulklassen anbieten. (mm) Sexualität intim hören: In der Alten Kaserne startet am 6. September der Hör-Event «Intime Revolution» von Anna Papst und Mats Staub. In ihrem Projekt suchten die beiden Personen, die ihre Sexualität neu erlernen wollten. Alle Geschichten sind eingesprochen und jeder Gast kann wählen, welche der Geschichten er hören will. Das Bistro der «Alten Kaserne» wird zur Audio-Vinothek umgewandelt und es werden Getränke serviert. Das Projekt läuft über sechs Monate. (mm) Schwierige Wohnungssuche für geflüchtete Menschen: Laut der Stadt erschweren fehlende Deutschkenntnisse, wenige Kontakte und der befristete Schutzstatus S die Wohnungssuche für geflüchtete Menschen, wie die «Schaffhauser Nachrichten» an einem konkreten Beispiel aus Winterthur berichten. Von den derzeit 1292 Menschen mit Schutzstatus S in Winterthur leben noch 187 in einer Kollektivunterkunft. Der Verein VIWO, der Geflüchtete bei der Wohnungssuche unterstützt, beobachtet zudem, dass die frühere Solidarität gegenüber Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, weitgehend verschwunden sei. Wie arbeitet eigentlich die Feuerwehr?: In mehreren Teilen Europas kämpfen Einsatzkräfte derzeit gegen Waldbrände. Doch wie sieht der Alltag der Feuerwehrleute eigentlich aus? Der BPW Club Winterthur lädt diesen Mittwoch, den 26. August zu einer Besichtigung der Berufsfeuerwehr Stadt Winterthur ein. Die Teilnehmenden erhalten dabei einen Einblick in den 24-Stunden-Dienst. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Der Püntenhäuschen-Skandal
 | Der Püntenhäuschen-Skandal
In Winterthur sorgten neue städtische Regeln für Püntenhäuschen ab 2009 für grossen Ärger. Die Stadt wollte die damals rund 3000 Pünten stärker vereinheitlichen: Etwa 1000 Pächter:innen mussten ihre Häuschen an neue Vorgaben bezüglich Farben, Dächern, Pergolen und Heizungen anpassen. Besonders für die Forderung, farbige Häuschen in einheitlichen Farben zu gestalten, gab es heftigen Widerstand, wie das «Baublatt» berichtete. Nach zahlreichen Protesten überarbeitete die Stadt ihre ursprünglichen Vorgaben. Die neue Rahmenbaubewilligung entstand ausdrücklich in Zusammenarbeit mit dem Püntenpächterverein. |
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | Wenn auch du bald eine Pünte möchtest, vergiss nicht, dich frühzeitig auf die Warteliste setzen zu lassen. Sportliche Grüsse und bis bald, Yvonne |
|
| |
|
|
|
|