Alle drei ‒ direkte, indirekte und induzierte Wertschöpfung ‒ berücksichtigt die Studie einerseits für die Kulturbetriebe selbst, andererseits auch im Tourismus. Denn viele Menschen besuchen in der Stadt zwar ein Kulturangebot, geben deswegen aber auch weitere Franken aus. Etwa im Restaurant, für den ÖV oder selten fürs Hotel.
Vergleichbar? Leider kaum.
Verschiedene Kantone und Städte in der Schweiz hätten ähnliche Studien durchgeführt. Vergleichbar seien die «direkten» Effekte, also die unmittelbar von den Kulturbetrieben und durch den Tourismus erwirtschafteten Mehrwerte. «In Lausanne sind sie ähnlich wie in Winterthur, in Zürich höher», sagt Co-Autorin Anna Vettori. Was im Publikum wenig erstaunt: Schliesslich habe Zürich grössere Institutionen mit mehr Anziehungskraft.
Zur Datenerhebung führten die Forscher:innen einerseits eine Befragung unter den Besucher:innen der verschiedenen Museen, Theater und weiteren Kulturinstitutionen durch. Andererseits wurden die Daten von 27 subventionierten und städtischen Kulturbetrieben ausgewertet. Trotzdem wurde die Frage einer bürgerlichen Stadtparlamentarierin, ob der wirtschaftliche Impact auch pro Institution vorliege, abschlägig beantwortet. «Uns als Kulturlobby interessiert die Kultur als Ganzes», erklärt Nicole Mayer nach der Präsentation. Eine Auswertung auf die einzelne Kulturinstitution sei nie zur Diskussion gestanden. «Zudem haben wir uns ressourcentechnisch bereits zur Decke gestreckt», sagt Mayer. Rund 40’000 Franken hatte der Verein für bei externen Unterstützer:innen und bei seinen Mitgliedern für die Studie eingesammelt.
So viel wurde an diesem Abend übers Geld gesprochen, dass fast vergessen ging, was Kultur eigentlich schafft: zu Tränen gerührt einem Orchester zuzuhören, eine ganze Clubnacht durchzutanzen, ehrfürchtige Minuten vor einem Renaissance-Gemälde zuzubringen, staunen, wenn der Vorhang aufgeht. Und vieles, vieles mehr.