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Guten Morgen Gerade einmal 104 Wohnungen standen im Sommer 2025 leer ‒ in der ganzen Stadt. Nun werden sich rund 400 Winterthurer:innen innert zwei Jahren eine neue suchen müssen. Eine Immobilienverwaltung reisst sieben Blöcke im Endliker-Quartier ab und ersetzt sie durch Neubauten.
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| Die 60er-Jahre-Blöcke wurden für Angestellte der Sulzer gebaut. Einige leben heute noch dort. Nun sollen sie veschwinden. (Bild: ETH-Bildarchive) |
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In zwei Jahren müssen sie draussen sein – Leerkündigung im Endliker-Quartier |
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Die Auwiesen-Immobilien AG hat allen ihren Mieter:innen im Endliker-Quartier gekündigt. Die Bewohner:innen fürchten, keine neue Wohnung zu finden, und der Mieterverband ruft dazu auf, sich zu wehren. von Sebastian Galli |
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400 Mieter:innen. 400 müssen gehen. Die Verwaltung Auwiesen-Immobilien AG hat all ihren Mieter:innen im Endliker-Quartier auf Ende April 2028 gekündigt. Eigentümerin Sulzer Vorsorgeeinrichtungen (SVE) plant, die sieben 60er-Jahre-Blöcke abzureissen und durch Neubauten zu ersetzen. Mehr Wohnungen wird es nicht geben, die 160 geplanten Wohnungen sollen aber grösser sein. |
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Bei den Bewohner:innen stossen diese Pläne auf Konsternation. Aber auch auf Widerstand. Am Dienstagabend informierte der Mieterverband Zürich rund 80 anwesende Mieter:innen in der Zwinglikirche Mattenbach über mögliche Schritte. Walter Angst, Co-Geschäftsleiter des Mieterverbandes, bezeichnet das Vorgehen der Verwaltung Auwiesen-Immobilien als Skandal. Auwiesen-Immobilien böten keine flankierenden Massnahmen für ihre Mieter:innen. Informationen zum Bauvorhaben und Prozess gebe es nur spärlich. |
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| «Es wird mehr unternommen, die Bäume um die Häuser herum zu schützen, als die Menschen, die in ihnen wohnen» Walter Angst, Co-Geschäftsleiter des Mieterverbandes |
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Andere Verwaltungen wie die Helvetia hätten bei solchen Vorhaben entweder sichergestellt, dass Mieter:innen zu guten Konditionen in die Neubauten einziehen konnten, oder anderweitig Hilfe bei der Suche nach Anschlussmöglichkeiten geboten. Solche Massnahmen fehlten im Fall der Auwiesen-Immobilien komplett. «Es wird mehr unternommen, die Bäume um die Häuser herum zu schützen, als die Menschen, die in ihnen wohnen», sagt Angst. |
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Diesen Vorwurf weist Christian Tribelhorn, Leiter Portfolio Management bei Auwiesen-Immobilien zurück. «Wir nehmen die Anliegen der betroffenen Mietenden sehr ernst», sagt er auf Anfrage. Man stehe mit zahlreichen Mietenden im Austausch und würde sie bei Bedarf bei der Suche nach einer Anschlusslösung unterstützen. Das betont die Verwaltung auch im Kündigungsschreiben an die Mieter:innen. Deshalb habe sie bewusst die Frist von zwei Jahren angesetzt. |
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| «Einige Mietende konnten so bereits Anschlusslösungen finden» Christian Tribelhorn, Leiter Portfolio Management bei Auwiesen-Immobilien |
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Als weitere Unterstützungsmöglichkeiten nennt die Verwaltung in ihrem Schreiben eine Kündigungsfrist von einem Monat innerhalb dieser beiden Jahre, sowie einen Verweis auf ausgeschriebene Wohnungen auf ihrer Webseite. Zudem könnten Mieter:innen zusätzliche freie Wohnungen in der Umgebung auch auf Immobilienportalen wie www.homegate.ch oder www.flatfox.ch «entdecken». Im gleichen Schreiben bedankt sich die Verwaltung bei ihren Mieter:innen für die langjährige Treue. Betroffene Personen könnten sich bei Bedarf bei der Verwaltung melden, sagt Tribelhorn. Auwiesen-Immobilien prüfe in jedem Fall, ob innerhalb des Wohnungsbestands eine passende Anschlusslösung möglich ist. «Einige Mietende konnten so bereits Anschlusslösungen finden». Zudem sei das Bauprojekt bereits 15 Jahre im Rahmen des privaten Gestaltungsplans «Am Bach – Mitte» in Planung gewesen und habe alle dafür vorgesehenen gesetzlichen Verfahren durchlaufen. Das Stadtparlament hat den Plan 2023 abgesegnet. |
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| Das Alter ist den Häusern anzusehen. Es spiegelt sich aber auch im Preis. (Bild: Sebastian Galli) |
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Die Bewohner:innen der Siedlung dürfte das nicht umstimmen. Denn, die Wohnungen der SVE sind billig – rares Gut in Winterthur. Genaue Preise möchte Tribelhorn nicht nennen. Sie seien aber im «untersten Quantil» angesiedelt. Übersetzt heisst das: weit unter dem Medianmietpreis. Ein Blick auf den Comparis-Vergleich zeigt, dass eine 3-Zimmer-Wohnung um die 1400 Franken kostet. Noch billiger ist die Wohnung von Gabriela Oppliger und ihrem Mann Erich. Sie wohnen seit 40 Jahren an der Endlikerstrasse – für knapp 800 Franken. Derselbe Mietzins wie damals beim Einzug. «Eine Luxuswohnung ist es aber definitiv nicht», sagt Gabriela. Sie und Erich sind beide pensioniert. «Wir haben kein grosses Geld.» Ihre Altersvorsorge erhalten sie von derselben Institution, die plant, ihre Wohnung abzureissen. Als ehemalige Angestellte des Industriekonzerns sind Gabriela und Erich bei der Sulzer Vorsorgeeinrichtung. |
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| «Und jetzt haben sie plötzlich Stutz für eine fette Sanierung?» Alfred Grolimund, Anwohner |
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Auch Alfred Grolimund wohnt schon seit über dreissig Jahren im Quartier. Ihm stösst ein anderer Punkt sauer auf. Die Häuser seien schon lange in einem lottrigen Zustand. Saniert worden sei in all den Jahren fast nichts. «Aus Kostengründen», habe es damals geheissen. «Und jetzt haben sie plötzlich Stutz für eine fette Sanierung?» Laut Tribelhorn stimme es, dass in den vergangenen Jahrzehnten keine umfassende Sanierung stattgefunden habe. Der Verzicht darauf habe aber keine finanziellen Gründe. Heute entsprächen die Wohnungen und Gebäude nicht mehr den Anforderungen. «Eine Sanierung hätte weitreichende strukturelle Eingriffe erfordert», sagt Tribelhorn. Nach sorgfältiger Prüfung habe sich deshalb gezeigt, dass ein Ersatzneubau die sinnvollere und nachhaltigere Lösung sei. In der Zwinglikirche hat eine Anwohnerin an diesem verregneten Dienstagabend kein Verständnis für Tribelhorns Einschätzung. «Die Häuser einfach abzureissen statt zu sanieren, ist eine totale Verschwendung», sagt sie. «Und eine riesen Sauerei.» |
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| Der lauschig-Juni mit Gomringer, Elmiger, Hermann und vielen mehr Die 12. lauschig-Saison ist in vollem Gange! Die nächsten Abende mit tollen Autorinnen stehen an: Heute Abend sind es Nora Gomringer und Katja Früh mit Romanen über (ihre) Mütter, am 17. Juni die Schweizer Buchpreisträgerin Dorothee Elmiger und Autorin Gabrielle Alioth mit Texten zu Bedrohlichkeit und Bedrohtheit der Natur und am 24. Juni die deutsche Bestsellerautorin Judith Hermann. Am Abend mit Judith Hermann werden zudem Lesung, Gespräche und Musik in Gebärdensprache verdolmetscht. Bitte weitersagen! |
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| | Ex-Finanzchef von Stadtwerk vor Bundesgericht verurteiltEr hatte bis in die letzte Instanz geklagt. Nun wurde der Ex-Finanzchef von Stadtwerk vom Bundesgericht der Urkundenfälschung schuldig gesprochen, wie der «Landbote» schreibt. Gemeinsam mit seinem Vorgesetzten hatte er vor zehn Jahren buchhalterisch getrickst. Stadtwerk hatte sich 2012 an der Wärme Frauenfeld AG beteiligt und der maroden Firma Leistungen im Wert von rund 2,4 Millionen Franken gestundet. Der Ex-Finanzchef und sein Vorgesetzter entschieden, die klaffende Lücke mit einer unzulässigen Buchung auf ein anderes Konto zu verschleiern ‒ just vor einer wichtigen Volksabstimmung zu einem 70 Millionen-Kredit für Stadtwerk. |
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| | Winterthur‒Wien ohne Umsteigen mit dem NachtzugDiesen Sommer bauen die ÖBB zwischen Feldkirch und Buchs. Aus diesem Grund werden die Züge aus der Schweiz nach Österreich und zurück umgeleitet und halten ausserordentlich in Winterthur, wie uns ein findiger Leser (danke, Walter!) mitteilte. Von Mitte Juni bis Mitte Oktober können Winterthurer:innen also ohne Umsteigen bis nach Wien fahren ‒ wer die Verbindung um 20.58 Uhr nimmt, sogar im Nachtzug. |
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| | Weitere Kurz-NewsNeue Biodiversitäts-Stadtführung: Der Standortförderer House of Winterthur bietet eine neue Stadtführung zur Tier- und Pflanzenwelt an. Auch der Klimawandel und das Thema Schwammstadt sollen in der anderthalb Stunden langen Exkursion thematisiert werden, wie es auf der Website des Veranstalters heisst. 86 Prozent bestehen Veloprüfung: Die OECD hat Pisa, Europa den «Qualifikationsrahmen». Und Winterthur hat die Veloprüfung. 1100 Sechstklässler:innen absolvierten sie dieses Jahr, insgesamt erreichten aber etwas weniger Kinder das Prüfungsziel als noch 2025 (87.4 Prozent). Droht der Stadt nun ein neues Verkehrsrisiko? Die Stadtpolizei gibt Entwarnung: Wer nicht bestanden hat, kann an einer «Nachinstruktion» teilnehmen. Ein Wunschkonzert für jede Beziehungslage: Vom 5. bis 7. Juni veranstaltet das Zimmer-Theater Ariane «Wellenlänge Herzfrequenz» ‒ musikalische Abende mit Liedern, Gesang und Gitarre. Erzählt wird von qualvollen Ehen und inniger Zweisamkeit mit Witzen und schwarzem Humor. Der Eintritt kostet 40 Franken. (vh) |
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Tschutte luege und Schweizerdeutsch lernen
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| In der Libero Bar trifft sich die «Tschämpions-League»-Mannschaft zum Public Viewing ‒ und zum Deutsch lernen. (Bild: zvg) |
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| «Tschämpions League luege» und Schweizerdeutsch lernen «Wetsch no eis?», frage ich Husain. «Ja gärn», antwortet er. Bei knapp 30 Grad sitzen wir in der Libero Bar im Stadion des FC Winterthur. Die Saison der Eulachstädter:innen ist bereits vorbei, doch heute läuft der Champions-League-Final zwischen Paris Saint-Germain und Arsenal. An unserem Tisch sitzen Merter und sein Kollege aus der Türkei, Flurin, Niel und ich aus der Schweiz sowie Husain und sein Sohn Daniel aus Afghanistan. Husain lebt seit vier Jahren mit seiner Frau und seinem Sohn in Winterthur. Ebenso lange lernt er fleissig Deutsch. In einem Gespräch erzählte er mir, wie frustrierend es sei, endlich das Gefühl zu haben, sich auf Deutsch mit den Menschen unterhalten zu können, dann aber im Alltag kaum etwas zu verstehen, weil Schweizerdeutsch statt Hochdeutsch gesprochen wird. So entstand zwischen Husain und Niel, Freiwilliger beim Roten Kreuz, die Idee, einen Ort zu schaffen, an dem er unkompliziert Dialekt lernen kann. Und wo ginge das besser als während eines Fussballspiels in der weltoffenen und heimeligen Atmosphäre der Libero Bar auf der Schützenwiese? Seit mehreren Champions-League-Runden läuft dieses Projekt bereits. Komm auch du in der neuen Saison gerne vorbei. (Text: Niels Mehr) |
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Immerhin: Für die Neubauten der Sulzer Vorsorgeeinrichtung sind Holzbauten geplant. Hoffen wir, dass es auch nach dem Baugesuch dabei bleibt. Nicht wie bei einem gewissen Hochhaus in der Lokstadt. Heute nur gute Nachrichten wünscht dir, Tizian |
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