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| | Am 8. März wählen wir nicht nur den neuen Stadtrat und das Stadtparlament, sondern es stehen auch vier nationale Abstimmungen an. Ich habe mich nach lokalen Stimmen zu den Vorlagen umgehört. |
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| | Die SRG halbieren, damit man mehr Geld zum Leben hat? Die Meinungen gehen auseinander. (Bilder: pro-medienvielfalt.ch / srg-initiative.ch) |
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| Die SRG-Initiative Eine Vorlage, die bereits seit Monaten polarisiert, ist die Initiative «200 Franken sind genug (SRG-Initiative)» – auch «Halbierungsinitiative» genannt. Die Initiant:innen wollen die Serafe-Medien-Abgabe auf 200 Franken pro Jahr und Haushalt beschränken. Zudem sollen Unternehmen von der Abgabe befreit werden. Der SRG, die die Sender SRF, RTS, RSI und RTR betreibt, stünde damit weniger Geld zur Verfügung. In Winterthur Stimmen zu finden, die die Initiative unterstützen, ist nicht ganz einfach. Auf nationaler Ebene engagieren sich die SVP und die EDU für die Initiative, alle anderen Parteien sowie der Bundesrat und das Parlament sind dagegen. Marco Graf, Präsident der SVP Winterthur, sagt, dass die Lokalpartei keine Parolen für nationale Abstimmungen fasse. Aber: «Ich bin selber kein SRG-Fan.» Die Gegner:innen der Initiative sind in Winterthur hingegen schnell gefunden. Es gibt ein Regionalkomitee der «Allianz Pro Medienvielfalt», in dem sich viele bekannte Gesichter engagieren. Beispielsweise Stapi Mike Künzle: «In der heutigen Flut von Informationen braucht es seriöse, vertrauenswürdige Medien: SRF darf deshalb nicht geschwächt werden!» Auch Stadtratskandidierende wie Stefan Fritschi (FDP) oder Christa Meier (SP) lassen sich in den Testimonials gegen die SRG-Initiative zitieren. |
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| | In eigener Sache Warum eine geschwächte SRG auch lokale Medien schwächen würde WNTI ist auf die SRG angewiesen. Ob als marktunabhängige Instanz in der Branche, als Ergänzung zu unserem eigenen Journalismus ‒ oder als wertvolle Quelle für unsere Geschichten. Deshalb lehnt die Verlag Achtvier GmbH als Trägerschaft von WNTI die Initiative ab. |
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| | Bei Hasan und im Widder zählt nach wie vor Bargeld. (Bilder: Gioia Jöhri) |
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| Die Bargeld-Initiative Die Initiative «Ja zu einer unabhängigen, freien Schweizer Währung mit Münzen oder Banknoten (Bargeld ist Freiheit)» will die Verfügbarkeit von Bargeld und den Franken als Schweizer Währung in die Verfassung schreiben. So soll sichergestellt werden, dass immer genügend Münzen und Banknoten zur Verfügung stehen. Auch hier engagieren sich nur die SVP und die EDU für eine Annahme. Der Bundesrat und das Parlament unterstützen zwar das Anliegen, sind aber mit dem Wortlaut der Initiative nicht einverstanden und haben einen Gegenvorschlag (Bundesbeschluss über die schweizerische Währung und die Bargeldversorgung) vorgelegt. Mit dem Gegenvorschlag sind fast alle nationalen Parteien einverstanden, nur die GLP lehnt ihn ab. Heute zahlen viele Menschen fast ausschliesslich mit digitalen Zahlungsmitteln, wie der Tagesanzeiger vor einigen Tagen berichtete. Und doch gibt es immer noch Orte, die Bargeld bevorzugen oder an denen Twint und Kartenzahlungen nicht angenommen werden. Im Winterthurer Kult-Sandwich-Laden von Hasan Kadil gibt es zwar seit zwei Wochen Twint – allerdings nicht ganz freiwillig. Hasan fühlte sich fast schon genötigt, da Kund:innen immer wieder sauer reagierten. «Twint ist wirklich nur der Notfallplan. Die meisten verstehen nicht, dass es für uns viel ausmacht, wenn wir Gebühren an Twint zahlen müssen», sagt er. Seine Sandwiches sollen für alle erschwinglich bleiben. Im Widder zählt immer noch nur Bargeld. «Die meisten wissen es», sagt man mir beim Besuch vor Ort schulterzuckend. Und die anderen würden sich irgendwie organisieren. |
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| Finden sich im Lindengut nach der Abstimmung zur Individualbesteuerung mehr Heiratswillige ein? (Bild: zvg) |
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| Bundesgesetz über die Individualbesteuerung Das Ringen um eine Individualbesteuerung von Ehepartner:innen ist seit Jahren ein politischer Dauerbrenner. Nun haben sich der Bundesrat und das Parlament zu einem Bundesgesetz durchgerungen, über das wir abstimmen können. Wer verheiratet ist, soll nicht mehr als Paar besteuert werden, sondern individuell. Damit würden Paare, ob verheiratet oder nicht, gleich viel Steuern zahlen. Eine Mitte-Rechts-Allianz (EDU, SVP, Mitte, EVP) lehnt die Vorlage ab, alle anderen Parteien stimmen zu. FDP-Stadtparlamentarier Raphael Perroulaz ist Befürworter und sagt: «Mit der Individualbesteuerung wird endlich ein alter Zopf abgeschnitten. In einer modernen, freien Gesellschaft sollen Menschen auch steuerlich als Individuen gelten.» Dagegen ist die Mitte-Partei. «Individuell besteuern ist je nach Familienmodell nicht gerechter und bringt für alle Beteiligten mehr Aufwand und Kosten in Milliardenhöhe», sagt Alexandra Stadelmann, Präsidentin der Mitte-Partei in Winterthur. |
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| | Unterschiedliche Visionen der Zukunft mit Klimafonds. (Bilder: klima-fonds.ch / haw.ch) |
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| Klimafonds-Initiative Die Klimafonds-Initiative verlangt ein verstärktes Engagement von Bund und Kantonen gegen den Klimawandel, indem pro Jahr 0,5 bis ein Prozent der Schweizer Wirtschaftsleistung in einen Fonds gezahlt werden sollen. Unterstützt wird die Initiative von diversen Umweltverbänden, den Grünen und der SP, sowie der EVP. Der grüne Stadtparlamentskandidat Julius Praetorius setzt sich als Winterthurer dafür ein: «Mit einem Ja zum Klimafonds beenden wir unsere Abhängigkeit von fossilen Importen und investieren dieses Geld stattdessen mutig in unsere eigene regionale Innovationskraft.» Anders sieht das die Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur (HAW). «Die Winterthurer Unternehmen machen sehr viel für den Umweltschutz aus Eigeninitiative und ohne staatliches Diktat oder staatliche Fonds-Finanzierung. Unternehmerische Lösungen sind immer besser und effizienter als staatliche Regulierungen», sagt Geschäftsführer Ralph Peterli. Der Bundesrat und das Parlament lehnen die Initiative ab. |
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| Der Erdkröte gefällt es in Winterthur. (Bild: Stadt Winterthur) |
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| Obacht, Frösche und Kröten unterwegs: Wenn die Nächte wärmer werden, erwachen Amphibien aus ihrem Winterschlaf. Ihre jährliche Wanderung zu den Laichgewässern beginnt. In Winterthur sichern Amphibientunnel, Zäune und freiwillige Helfer:innen von den «Winti-Rangers» den Weg der Amphibien. Trotzdem bitte die Stadt Winterthur in einer Medienmitteilung um Vorsicht beim Auto- und Velofahren in der Nähe von Waldrändern, damit keine Frösche unter die Räder kommen.
Wer hat wie viel Geld für Wahlkampf? Dieser Frage ist der Landbote nachgegangen. Fazit: Kaspar Bopp von der SP hat das grösste Budget, Andreas Geering sagt nicht, woher das Geld kommt, und nicht alle Parteien beteiligen sich am Wahlkampfbudget ihrer Kandidierenden.
Karl Lüönd ist 80-jährig verstorben: Noch im vergangenen Mai hat der Journalist Karl Lüönd zuhause in Winterthur seinen 80. Geburtstag gefeiert. Nun ist er verstorben, wie seine Familie gegenüber SRF bestätigt. Lüönd gilt als prägende Figur in der Schweizer Medienlandschaft. Er war Mitglied der Chefredaktion beim «Blick» und beim «Züri Leu», gründete die «Züri-Woche» und die Gratiszeitung «Neues Sonntagsblatt». Zudem schrieb er zahlreiche Sachbücher über bedeutende Unternehmen.
Stadt zieht positive Bilanz zu blauen Zonen: Beim städtischen Tiefbauamt zeigt man sich nach drei Monaten flächendeckender blauer Zone zufrieden: «Der gewünschte Effekt ist eingetreten, der quartierfremde Pendlerverkehr ist weggefallen», sagt Stefan Hug gegenüber dem SRF-Regionaljournal. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung schätze man als hoch ein. Trotzdem sind im Stadtparlament zurzeit noch drei Vorstösse hängig, die Änderungen vorschlagen.
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| Wählerische Haselmäuse Winterthur hat nicht nur ein Herz für Amphibien, sondern auch für Haselmäuse. 2014 rühmte sich die Stadt damit, dass beim Reitplatz die schweizweit erste Haselmaus-Brücke aufgestellt worden ist. Sie sollte dem bedrohten Tierchen beim Überqueren der Strasse helfen. Doch laut Journalistin Corinne Päper, die sich im Buch «111 Orte, die man in Winterthur gesehen haben muss» mit der Mäusebrücke auseinandergesetzt hat, weigerten sich die Haselmäuse, die Hängebrücke zu benutzen. Dafür zog eine Siebenschläferfamilie im Zugangstunnel zur Brücke ein. Trotzdem gibt es heute wieder mehr Haselmäuse in den Winterthurer Wäldern. Heute bilden beerentragende Sträucher natürliche Brücken über die Bannhaldenstrasse und diese Brücke scheint den Haselmäusen besser zu behagen. |
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| So sah die Haselmausbrücke 2014 aus. (Bild: Sammlung Winterthur / Livia Haag) |
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| | Wenn du die Haselmaus mal sehen willst, brauchst du Geduld. Und gute Augen, denn sie ist nachtaktiv. Und sowieso ist sie jetzt wohl noch im Winterschlaf. Bis bald und hebs guet, Gioia |
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