«Grundsätzlich begrüssen wir jede Massnahme, die günstigen Wohnraum schafft», sagt dessen Präsidentin Doris Sutter heute. Aus Sicht der Genossenschaften seien allerdings nicht die finanziellen Mittel das Problem. Gerade das späte Abholen der städtischen Gelder beweise das. Acht der zehn Millionen Franken wurden drei Jahre nach der Schaffung des Topfs bezogen, die letzten zwei Millionen erst vergangene Woche. «Das Zinsniveau ist schon seit Jahren tief, und viele Genossenschaften gehen einfach zur Bank, wo die Auflagen für einen Kredit tiefer sind.» Was den gemeinnützigen Wohnbauträgern fehle, seien Angebote, sagt Sutter.
Genau da, glaubt Franziska Tschirky, liege der Vorteil einer Stiftung. «Sie spricht andere Leute an und kann kleinere Anbieter zusammenziehen», sagt die Co-Präsidentin der SP Winterthur. Abermals dient ihr die PWG als Vorbild: Diese besitzt nebst grossen Überbauungen auch kleinere Häuser mit fünf bis sechs Wohneinheiten. Der naheliegende Vorschlag, das Geld stattdessen für weitere Darlehen an Genossenschaften zu verwenden, verwirft die Mitinitiantin: «Die Form der Stiftung ist ein zentrales Element der Initiative.» Sie könne private Verkäufer schnell und unkompliziert ansprechen.
Weil mittlerweile die rechtlichen Grundlagen dafür geschaffen sind, will der Stadtrat die zehn Millionen Franken, die er als Darlehen an drei Genossenschaften ausgegeben hat, nach seiner Rückzahlung in einen neu zu gründenden Fonds überführen. Damit wäre das Geld ‒ sofern das Parlament zustimmt ‒ dauerhaft zweckgebunden. Doch die Darlehen haben eine Laufzeit von 25 Jahren, neues Geld stünde frühestens ab Ende 2030 zur Verfügung. Bleibt der Fonds am Ende ein Tropfen auf den heissen Stein des Wohnungsmarkts? «Ein bisschen schon», sagt Doris Sutter. Aber auch der Stiftung gibt sie keinen klaren Vorzug. Es sei schwierig zu beurteilen, was passiere, wenn ein solcher Spieler mit auf den Markt komme. Der Stadtrat wird sich erst nach der Einreichung inhaltlich mit der Initiative auseinandersetzen.