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Guten Morgen aus Neuburg Eine Burg gibt es in Neuburg nicht, auch keinen ÖV, keine Schule (mehr) und keinen Laden. Dafür organisieren die Neuburger:innen ein Rutschbahnfest, das Seinesgleichen sucht. Im fünften Teil der Aussenwachten-Sommerserie besuchen wir ein Dorf, das zeigt, was mit Engagement und Gemeinschaft auch im kleinen Rahmen erreicht werden kann. |
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| In Neuburg wohnen knapp 180 Menschen (Bild: Alex Eichmann) |
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Neuburg: Alles rutscht den Hügel hinab |
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In der kleinen Aussenwacht Neuburg oberhalb von Wülflingen geht es beschaulich zu und her. Doch nicht so am Rutschbahnfest: An zwei Wochenenden sausen Rutschbahnfans 160 Meter den Hügel hinab. Neuburger:innen erzählen, was ihr Wohnort mit Wildschweinen zu tun hat und wie ein kleines Dorf ein riesiges Fest organisieren kann. von Gioia Jöhri |
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| Lieber nicht mit offenem Mund rutschen. Ziel ist es nämlich, bis ins Stroh zu kommen. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Beim Rutschen gebe es zwei wichtige Regeln, erklärt Neuburgerin Bea Betschart lachend: «Nicht mit offenem Mund rutschen und wer kein nasses Füdli hat, ist falsch gerutscht.» Am Ende der 160 Meter langen Rutschbahn wartet ein kleiner Hügel Stroh und die nassen Hosen zeugen von der richtigen Rutschtechnik. Die Bahn wird nämlich immer wieder befeuchtet, damit sie gut läuft. Bea ist in Neuburg aufgewachsen und engagiert sich heute im Fassdaubenclub Neuburg, der alle zwei Jahre das Rutschbahnfest organisiert. Früher ist man in Neuburg auf kurzen Holzbrettern, sogenannten Fassdauben, den verschneiten Hang herabgesaust. Mangels Schnee trifft man sich heute am Rutschbahnfest: «Alle aus Neuburg sind da, ehemalige Neubürgler und natürlich auch viele Gäste aus der Region», erzählt Bea. Sie ist heute mit ihrem Göttibub unterwegs und hat noch immer Freude am Rutschen. «Mir ist wichtig, dass die Kinder heute das gleiche schöne Erlebnis haben wie wir früher», sagt sie. Deshalb wollen die Organisator:innen die Rutschpreise möglichst tief halten. «Heute findet man kaum noch Kinderaktivitäten, die nur 1.50 Franken kosten.» |
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| Beim ersten Mal braucht es schon ein wenig Mut. (Bild: Linus Fischer) |
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Heute steht das Rutschbahnfest auf stabilen Beinen. Vor sechs Jahren jedoch stand es kurz vor dem Aus. «Nach Corona fehlten die finanziellen Mittel», erklärt Bea Betschart. In neuer Formation habe man sich jedoch nochmals zusammengerauft und organisiere das Fest nun bereits zum dritten Mal mit dem gleichen Organisationskomitee. Über 100 Helfende in den Sommerferien zu finden sei trotzdem nicht ganz einfach, sagt Bea. |
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| Die Rutschbahn ist bei Kindern und Erwachsenen beliebt. Bea Betschart und ihr Göttibub wissen wie es geht. (Bild: Linus Fischer) |
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Auch Marco Bachmann engagiert sich seit langem im Fassdaubenclub und für das Rutschbahnfest. Das Fest sei aus einer «Bier-Idee» an der Fasnacht entstanden. «Hier am gleichen Hang ist man seit 1953 im Schnee auf Fassdauben-Skis runter gesaust», erzählt Marco. Weil der Schnee im Winter fehlte, habe man sich nach einer Alternative umschauen müssen. Noch heute nimmt der Fassdaubenclub Neuburg an Fassdauben-Rennen in Wildhaus teil. Übers Jahr verteilt finden weitere Vereinsanlässe statt. «Ich schätze die gelebte Vereinskultur sehr», sagt Marco. |
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| Das Fassdaubenrennen im verschneiten Neuburg in den 1980er Jahren. (Bild: Sammlung Winterthur) |
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Der Fassdaubenclub ist der einzige Verein in Neuburg und zählt ungefähr 50 Mitglieder. Nicht alle wohnen in Neuburg, auch Marco Bachmann nicht. «Ich kenne aber das Fest aus meiner Kindheit und meine halbe Familie ist auch im Verein», sagt er schmunzelnd. Der Fassdaubenclub sei heute von vier bis fünf Familien geprägt. Und doch werden vereinzelt auch Zuzüger:innen Mitglied. Viele Zugezogene gibt es in Neuburg allerdings nicht und Neubauten im beschaulichen Dorf nur ganz wenige. Laut Bea Betschart zieht zudem kaum jemand aus Neuburg weg und wenn, dann kämen die Jungen meist nach einigen Jahren wieder zurück. |
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| Marco Bachmann schätzt die lebendige Vereinstradition des Fassdaubenclubs. (Bild: Linus Fischer) |
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| Neuburg hat noch immer seine eigenes Gasthaus. Junge Neuburger:innen kehren nach einem Abstecher in die Stadt oft wieder an den Ort ihrer Kindheit zurück. (Bild: Linus Fischer) |
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Und das, obwohl es in der Aussenwacht keinen ÖV und keinen Laden gibt. Die Neuburgstrasse sei zu steil für einen Bus. «Dafür kennt und grüsst man sich und wir sind nicht überlaufen», sagt Bea. Sie schätzt die Ruhe nach einem strengen Arbeitstag, die Natur vor der Haustür und die Nähe zur Stadt mit Velo oder Auto. Zudem helfe man sich untereinander. Erst kürzlich haben sich alle zur «Wildsautriebete» versammelt: «Wir haben einem Landwirt geholfen, 18 Sauen aus seinem Maisfeld zu treiben», erklärt Bea. Neuburg habe sich seit ihrer Kindheit kaum verändert und sei nach wie vor landwirtschaftlich geprägt. Einzig das Schulhaus, das von Einheimischen liebevoll «Neubürgli» genannt wird, ist nicht mehr in Betrieb. Heute wohnt dort eine Familie. «Von innen sieht es aber noch immer ähnlich aus wie zu meiner Schulzeit. Und auch die Glocke läutet noch», erzählt Bea Betschart. Die Neuburger Kinder gehen bereits seit über 25 Jahren für den Kindergarten nach Wülflingen. |
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| «Es ist natürlich ein riesiger Aufwand für den Verein. Aber wenn ich sehe, wie die Kinder nach dem ersten Rutschen nie mehr aufhören wollen, ist das Lohn genug.» Marco Bachmann, Fassdaubenclub Neuburg |
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| Das alte Schulhaus «Neubürgli» mit Glocke im Dorfzentrum. (Bild: Linus Fischer) |
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Geblieben ist das beliebte Rutschbahnfest. «Es ist natürlich ein riesiger Aufwand für den Verein. Aber wenn ich sehe, wie die Kinder nach dem ersten Rutschen nie mehr aufhören wollen, ist das Lohn genug», sagt Marco. Nach zwei Wochenenden Betrieb geht es bald an den Abbau. «Der ist immer bedeutend einfacher, da kann man alles den Hang runterwerfen», sagt Marco lachend. In zwei Jahren steht dann das nächste Rutschbahnfest an. Bis dahin kehrt in Neuburg wieder Ruhe ein. |
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| Viele KMU schrecken vor Softwareprojekten zurück – sie gelten als teuer, aufwändig und kompliziert. Die Winterthurer Heuresis AG bietet deshalb bewusst eine niederschwellige Softwareentwicklung an. |
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| | Erstmals weniger Schüler:innen im neuen Schuljahr
Am Montag machen sich 12’618 Winterthurer Kinder und Jugendliche wieder auf den Schulweg. Das sind 56 Schüler:innen weniger als vor einem Jahr. Wie die Stadt in einer Medienmitteilung schreibt, bedeutet das nach jahrelangem Wachstum ein kleiner Rückgang der Gesamtzahl von Schüler:innen. Auch konnten alle freien Lehrpersonenstellen auf das neue Schuljahr hin vergeben werden. Einen Engpass gebe es aber weiterhin bei Heilpädagoginnen und Logopäden. Zudem bleibe das Bereitstellen von Schul- und Betreuungsräumen weiterhin eine Herausforderung. Mittlerweile nutzen 47 Prozent der Kindergarten- und Primarschulkinder schulergänzende Betreuungsangebote. |
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| | Dorfet Oberi wächst weiterDie Zahl von Vereinen und Gewerbetreibenden, die an der Dorfet in Oberi teilnehmen wollen, wächst weiter, wie der «Landbote» meldet. Nach schwierigen Jahren mit weniger Helfenden und sinkendem Interesse ist es dem Ortsverein Oberwinterthur gelungen, das Steuer herumzureissen. Neu entdecken kann man dieses Wochenende das Kinderschminken, kostenlose Yoga- und Tanzstunden und ein Riesentrampolin. Weitere Informationen zum Fest gibt es hier. |
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| | Donnern und Kreischen im Oxyd: Martin Spühler (1943-2023) war Klangkünstler, bevor es Klangkünstler überhaupt gab. Das Oxyd zeigt seine Klangobjekte ab dem 29. August 2026. Die skulpturalen Instrumente sollen nicht nur bestaunt werden, sondern auch erklingen. Die Ausstellung im Oxyd ist jeweils am Freitag von 14 bis 20 Uhr und am Wochenende von 14 bis 17 Uhr geöffnet. (mm) |
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| Nie mehr peinliche Stille: Dafür sorgen wir höchstpersönlich. Decke dich bei uns am WNTI-QuatschSchalter mit innovativen Gesprächsthemen ein. 📅 Donnerstag, 13. August 🕖 ab 19.30 Uhr 📍 Radio Stadtfilter-Container |
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Winti weiss
 | …von wo die MFW-Acts kommen. |
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| Bis am Sonntagabend könnt ihr an den MFW noch Fragen an die Wand post-it-en. Eine erste Frage von den neuen Post-its wollen wir schon einmal beantworten. (Bild: WNTI) |
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| Über 90 Acts spielen, singen und lesen an den Winterthurer Musikfestwochen. An der Wintinight am Freitag spielten nur Künstler:innen aus Winti. Riana brachte die MFW zum Mitsingen und Slaymobil und Bassluder liessen die Steibi wackeln. Aber auch sonst sind vorwiegend Acts aus der Nähe in der Steinberggasse vertreten. Ganze 67 Künstler:innen aus der Schweiz spielen an den MFW. Damit führen nationale Acts mit grossem Abstand die Länder-Rangliste an. Platz zwei geht nach Grossbritannien, elf Künstler:innen kommen von der Insel. Schottland ist separat aufgeführt und stellt immerhin drei Acts. Platz Nummer drei geht an unsere Nachbarn aus Deutschland. Sie sind mit sieben Künstler:innen vertreten. Aus den USA kommen neben dem Samstags-Headliner Dropkick Murphys auch noch drei andere Bands. Irland und Österreich stellen jeweils zwei Bands und Brasilien, Frankreich, Schweden, Niederlande und Israel sind mit einer Künstler:in vertreten. (mm) |
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| Bei einigen Acts nennen die MFW zwei Länder als Herkunftsland. In diesem Fall haben wir nur das erstgenannte gezählt. (Grafik: WNTI) |
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Wir verlosen MFW-Tickets
Noch kein Ticket fürs MFW-Wochenende? Da helfen wir gerne weiter: Wir verlosen Tickets für die kostenpflichtigen Konzerte am Freitag und am Sonntag.
Einfach hier zur Verlosung anmelden und vielleicht hast du Glück. 🍀 |
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Nächstes Wochenende steigt nicht nur die Dorfet in Oberi, sondern auch die in Töss. Und zwar zum zweiten Mal am neuen Standort beim Schulhaus Tössfeld. Wer neben der MFW mal eine andere Konzertbühne sucht, findet sie im Tössfeld und kann dort dem Klaus Egger Trio lauschen. Bis bald und hebs guet, Gioia |
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