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| | Letzten Freitag habe ich mich mit GLP-Stadtratskandidat Urs Glättli zum Interview in der Coalmine getroffen. Hier gäbe es fantastische Suppen, sagt er mir, bevor wir beginnen. Eine gewisse Form von Suppe würde der passionierte Hobbykoch auch seinen potenziellen Gremiumskolleg:innen auftischen. Zuerst unterhielten wir uns aber über Politik und Verkehr. |
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| Urs Glättli will vom Kantonsrat in die Fussstapfen von Katrin Cometta treten. (Bild: Robyne Dubief) |
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| Urs Glättli, momentan sind Sie noch Kantonsrat. Wieso streben Sie jetzt den Wechsel in den Winterthurer Stadtrat an? Dafür gibt es zwei Gründe. Einerseits war ich nun rund zehn Jahre parlamentarisch tätig. Dabei bin ich auch immer wieder an Grenzen gestossen. Zum Beispiel? In einem Parlament reicht man manchmal Dinge ein, bei denen man sich fragt, wieso die nicht bereits umgesetzt sind, wie beim Mattenbach beispielsweise. 2019 habe ich zusammen mit der SP und den Grünen ein Postulat zur Revitalisierung eingereicht. Bei der Umsetzung ging im Baudepartement vergessen, das Projekt mit der Veloschnellroute zu koordinieren, und die Bevölkerung konnte man auch nicht vom Projekt überzeugen. Deshalb musste es neu aufgegleist werden. Ich stehe hinter den neuen Plänen, aber sieben Jahre nach dem Postulat gibt es immer noch nur Absichten. Es geht mir einfach zu langsam. Ich sage nicht, dass unter meiner Leitung alles perfekt abgelaufen wäre – ich habe einfach gemerkt, dass ich selbst anpacken muss, um solche Projekte zu beschleunigen. |
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| | «Es geht mir einfach zu langsam.» Urs Glättli, Stadtratskandidat GLP |
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| | Und der zweite Grund? Ich habe Lust, Verantwortung zu übernehmen. Die Rolle des Parlamentariers ist die einfachere. Als Parlamentsmitglied kann man kritisieren und der Regierung «an Charre fahre» – Verantwortung übernehmen muss man hingegen nur selten. Wenn man die Stadt aber zusammen mit dem Gremium weiterbringen will, muss man selbst in die Regierung. Ist es vielleicht auch ein Mangel an Alternativen? Annetta Steiner gelang 2019 der Sprung in die Exekutive nicht. Nein, definitiv nicht. Es gab ein parteiinternes Bewerbungsverfahren, mit mehreren Interessierten. Wieso fiel die Wahl schlussendlich auf Sie? Erfahrung, Kompetenz und Expertise. Klar, ich verkaufe das jetzt natürlich so – ich bringe aber viel politische Erfahrung mit, gerade an der Schnittstelle zu den übergeordneten Ebenen von Kanton und Bund. Durch meine Arbeit im Kantonsrat und durch meine Berufserfahrung kenne ich die Spielräume, die eine Stadtregierung hat. Diese Tiefe an Erfahrung bringt niemand der anderen Neu-Kandidierenden mit. Zudem weiss ich, wie man mit anderen Politiker:innen zusammenarbeitet, unabhängig von der Partei. Alle meine Vorstösse im Winterthurer Stadtparlament und im Kantonsrat habe ich mit anderen zusammen eingereicht – die meisten davon erreichten eine Mehrheit. Die GLP Winterthur zog in den letzten Jahren bei Budgetfragen oft mit den Bürgerlichen an einem Strang. Sie hingegen scheinen ausgabefreudiger zu sein und fordern unter anderem mehr Kultursubventionen. Wie gut können Sie Ihre eigene Fraktion repräsentieren? Als Partei wollen wir einen ausgeglichenen Haushalt – ich will hier aber nicht für die Fraktion sprechen, da ich die letzten Jahre nicht mehr Teil von ihr war. Ein ausgeglichener Haushalt sollte aber auch im Interesse des Stadtrats sein. Denn nur so können wir unsere Aufgaben auch finanzieren. Zudem will ich auch neue Projekte und Investitionen stemmen können. Dafür braucht es einen gesunden Haushalt. |
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| Wenn es nach Urs Glättli geht, liegt die Zukunft Winterthurs auf den Schienen. (Bild: WNTI) |
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| Wie beurteilen Sie denn die Gesundheit des Haushalts? Es ist besser als auch schon. Deshalb lehne ich auch die «Investitionsbremse-Initiative» der FDP ab. Winterthur ist auf dem Weg, die fünftgrösste Stadt der Schweiz zu werden. Wir werden investieren müssen, um die Lebensqualität zu erhalten. Zudem haben wir, auch mit meiner Unterstützung, bereits eine Schuldenbremse eingeführt, die funktioniert. Nicht jede Schuld ist schlecht oder schlimm. Die meisten, die eine Liegenschaft haben, haben auch eine Hypothek – das sind auch Schulden. Aber die kann man halt noch von den Steuern abziehen. Die FDP scheint sich aber auch parteiintern nicht einig zu sein, wenn selbst Stefan Fritschi gegen die eigene Initiative ist. Wo muss Winterthur in Ihren Augen investieren, um vorbereitet in die Zukunft zu schreiten? Der ÖV ist sicher ein Punkt, bei dem wir ansetzen müssen, um mit den Infrastrukturprojekten des Bundes Schritt halten zu können. Beispielsweise stadtseitig beim Schienenausbau der SBB «Mehrspur Zürich–Winterthur». Bis 2055 wird der Kundenverkehr am Bahnhof um etwa 50 Prozent zunehmen. Um das schlucken zu können, braucht es ein gutes Verkehrskonzept. Leider sind wir da noch nicht auf einem guten Weg. Inwiefern? Wir haben ein Buskonzept, aber kein ÖV-Konzept. Die sternförmigen Busverbindungen an den Hauptbahnhof sind aus dem letzten Jahrhundert. Das sollte in der anstehenden Richtplandebatte angegangen werden. Winterthur braucht mehr Tangentialverbindungen – also Lösungen, die die einzelnen Stadtteile direkt miteinander verbinden. Langfristig braucht es dafür ein stadtinternes Schienenkonzept. Dazu gehört ein Tram. Ich bleibe aber realistisch – ein solches Projekt ginge über den ZVV, also über den Kanton. Dort eine Mehrheit für ein Lokalinteresse zu finden, ist ein hartes Stück Brot. Trotzdem wäre es sinnvoll, das bei der Richtplandebatte zumindest mitzudenken. |
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| Bedeutsam sind für Urs Glättli vor allem die kantonalen Kulturbeiträge aus dem Zentrumslastenausgleich, von denen Winterthur pro Kopf halb so viel erhält wie die Stadt Zürich. Zudem scheint ihm derzeit die Festschreibung von Mindestanteilen preisgünstigen Wohnraums bei Aufzonungen in der Bau- und Zonenordnung wichtiger. (Grafik: WNTI) |
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| Nutzen Sie persönlich den ÖV oft? Ich habe kein Auto und nutze fast täglich den Zug. Wenn immer möglich, sitze ich aber auch auf meinem Velo, um von A nach B zu kommen. Beispielsweise um am Markt Zutaten zu kaufen, für eines Ihrer Koch-Videos, die Sie auf Ihrem Instagram-Profil hochladen? Genau. In unserer Familie wird ohnehin viel gekocht. Wir schätzen das gesellige Beisammensein und den gemeinsamen Austausch am Esstisch. Auf welches Gericht dürften sich Ihre potenziellen Stadtratskolleg:innen bei einer Einladung denn freuen? Sieben Leute passten gerade noch um ein Caquelon. Ich würde einfach ein Fondue machen. Moitié-Moitié, schön austariert und mehrheitsfähig. |
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| | | | VALENTINSTAG-Special: Kiwi Classics präsentiert «There’s something about Mary» (1998). Die herrlich schräge Kult-Komödie voller Chaos, Herz und Lachanfälle mit Cameron Diaz, Ben Stiller und Matt Dillon.
Samstag 14. Februar, Kiwi Center, Englisch ohne UT. |
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| Wo-Wo-Wohnige: Wie die SP am Freitag mitteilte, startet sie die «Lancierung Wohn- und Gewerbeinitiative». Das Ziel der Initiative sei eine gemeinnützige Stiftung, mit dem Zweck, preisgünstige Wohnungen und Gewerbeflächen zu erhalten und neue zu schaffen. Sie soll Liegenschaften oder deren Baurecht erwerben und sie zur Kostenmiete vermieten. Damit die Stiftung handlungsfähig ist, soll sie von der Stadt ein Startkapital von 40 Millionen erhalten.
Stadt vergibt Stelleninserate für 730’000 Franken: So viel sind zwei Aufträge über die nächsten vier Jahre wert, die an zwei grosse Online-Stellenportale vergeben wurden. Die JobCloudAG, die den Mediengruppen Ringier und TX Group gehört, erhält pro Jahr ein Auftragsvolumen von 120’000 Franken, eine auf Verwaltungsstellen spezialisierte Firma jährlich 40’000 Franken. (tz)
Kirchenbänke für Kuba: Wie die reformierte Kirche Mattenbach auf ihrer Webseite schreibt, sind die ehemaligen Winterthurer Kirchenbänke in Kuba angekommen. Es ist der Abschluss eines mehrjährigen Projekts. 2024 beschloss die Kirche ein Umbauprojekt, mit dem die Zwinglikirche zu einem Freiraum umgewandelt werden soll, der «neuen Formen und spirituellen Möglichkeiten Platz bietet». Im Zuge dessen sollten knapp 100 Meter Kirchenbänke weichen. Sie wurden im Rahmen eines Hilfeprojekts nach Kuba gesendet und erhalten dort nun ein zweites Leben.
Brandstiftung in der Altstadt: Am Sonntagabend brannte es am Holderplatz in einem leeren Ladenlokal. Wie der Landbote berichtet, erhärtet sich jetzt der Verdacht, dass es sich dabei um Brandstiftung handelt. Auf Kameraaufnahmen sei zu sehen, wie ein Mann ein Fenster einschlug und Feuer legte. Haydar Lehmann, Mieter des Ladenlokals, vermute dahinter einen Sabotageakt. Er sei vor drei Wochen bereits von drei Männern mit einem Messer bedroht worden, sagt er gegenüber der Lokalzeitung. Lehmann plant, einen Kiosk in der Liegenschaft zu eröffnen. Verletzt wurde beim Brand niemand.
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| Räumung des Neumarkts für ein Platzkonzert der Rumänischen Militärmusik, Oktober 1973. (Bild: Lajos Kotay / bildarchiv.winterthur.ch) |
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| Am 20. Mai 1973 sprach sich das Winterthurer Stimmvolk für ein autofreies Stadtzentrum aus. Seitdem hat sich das Gesicht der Altstadt laufend verändert. Nach dem Untertor, der Marktgasse, der Steinberggasse und dem Graben wurde 2001 nach jahrelangem Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern einer «verkehrsarmen» Altstadt schliesslich auch der Neumarkt für den Autoverkehr gesperrt und die Parkplätze aufgehoben. Das hat natürlich auch Nachteile, zum Beispiel, dass wir heute leider kaum mehr ein solches Spektakel wie die Räumung des Neumarktes mit vereinter Polizeimanneskraft erleben können. Anlässlich einer Marschmusikdemonstration der Rumänischen Militärmusik galt auf dem Neumarkt Anfang Oktober 1973 ein vorübergehendes Parkverbot. Trotzdem blieben einzelne Autos auf ihren Plätzen stehen und mussten von der Polizei eigenhändig weggetragen werden. Der Winterthurer Fotograf Lajos Kotay (1936-2017) hielt den Moment mit seiner Kamera fest, während sich das 75 Mann starke Musikkorps der rumänischen Armee am 2. Internationalen Militärmusiktreffen in Zürich für seinen Auftritt in Winterthur warmspielte. Dieser fand übrigens – nach der Marschmusikdemonstration auf dem Neumarkt – im nahegelegenen Volkshaus statt. Das Publikum erschien zahlreich, und der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt - trotz eingeschränkter Parkmöglichkeiten in der Innenstadt. |
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| | Unter der Rubrik «Geschichte vor Ort» schreiben verschiedene Autorinnen und Autoren aus dem Geschichtennetzwerk Winterthur. Regula Geiser ist Historikerin und betreut das Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken. |
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| | Wer wird Wintis Stapi? Finde es am Donnerstag heraus! Beim grossen Duell ums Stadtpräsidium nehmen wir die beiden Kandidaten Stefan Fritschi (FDP) und Kaspar Bopp (SP) unter die Lupe. 📅 Donnerstag, 12. Februar 🕖 19 Uhr 📍 Coalmine, Turnerstrasse 1
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| | Stadtrat zu sein, wäre wohl nichts für mich. Spätestens seitdem ich erfahren habe, dass die Arbeitstage von 8 bis 21 Uhr dauern. Von einem guten Fondue würde ich mich aber allenfalls auch umstimmen lassen. Denn wenn es zwei Dinge gibt, die ich an eine Stadtratssitzung mitbringen würde, sind das die Tendenz, ein wenig zu oversharen und eine absurde Menge flüssigen Käse verspachteln zu können. Anyway.
Bis bald, Sebastian von WNTI |
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