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| | Guten Morgen aus Reutlingen Aussenwachten sind eine Winterthurer Spezialität. Keine andere Gemeinde zählt so viele wie unsere Stadt. Fühlt man sich in Reutlingen, Eidberg oder Neuburg als Winterthurer:in? Dieser und anderen Fragen geht unsere Sommerserie zu den sieben grösseren Aussenwachten auf den Grund.
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| Reutlingen aus der Vogelperspektive. 413 Menschen leben hier. (Bild: Alex Eichmann) |
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| Reutlingen: mehr als eine Haltestelle |
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| Das Leben in den Winterthurer Aussenwachten folgt einem anderen Takt als in der Stadt. Menschen aus allen grösseren Aussenwachten erzählen in dieser Sommerserie vom Alltag rund um Winterthur. Den Auftakt macht Reutlingen bei Oberwinterthur. von Gioia Jöhri |
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| Reutlingen ist neben Sennhof die einzige Winterthurer Aussenwacht, die per Zug erreichbar ist. Auf ihren Bahnhof sind die Reutlinger:innen besonders stolz. Max Büchler ist mit seiner Familie 1987 nach Reutlingen gezogen und hat hier Wurzeln geschlagen. «Der Bahnhof ist für uns das Non-Plus-Ultra», sagt der pensionierte Reutlinger. Heute geht es per Zug dreimal pro Stunde nach Winterthur, einmal davon sogar direkt nach Zürich. «So können wir unkompliziert unsere Tochter und Enkelin in Zürich besuchen», erzählt Büchler. Für die Haltestelle Reutlingen hat der Ortsverein mehrmals kämpfen müssen. Zuerst dafür, dass Reutlingen nicht nur inoffizielle Haltestelle bleibt, sondern einen richtigen Bahnhof erhält. Und zuletzt dafür, dass der Bahnhof bestehen bleibt, obwohl eine Sanierung der Stadt zu teuer erschien. Stattdessen investierte sie zusammen mit den SBB in den Umbau des Bahnhofs. «Wir sind froh, dass das Thema ein für alle mal vom Tisch ist», sagt Büchler. |
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| Bis in die 1980er Jahre war die Haltestelle offiziell ohne Namen und nicht im Fahrplan vermerkt. (Bild: Sammlung Winterthur) |
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| Auch Tilla Both ist froh um den guten ÖV, sie pendelt damit zur Arbeit ins Labor des Unispitals Zürich. Ihre Familie kam 2015 nach Reutlingen. Ein guter Zufall, wie sie sagt: «Wir haben uns auch in Elsau Häuser angeschaut. Aber hier hat alles gepasst.» Sie selbst kommt aus Wülflingen und ist am Stadtrand neben «Feldern und Wald» aufgewachsen. «Meine Kinder geniessen hier die gleiche Freiheit. Sie können raus und machen was sie wollen», sagt sie. Den Kindergarten bis und mit der zweiten Klasse besuchen die Kinder in Stadel, danach in Reutlingen. Die Schulen sind klein, überschaubar und altersdurchmischt. Für die Kinder sei das ein Gewinn, meint Both: «Sie haben weniger Konflikte untereinander und sind selbstständiger.» |
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| Tilla Both fühlt sich in Reutlingen wohl. «Es ist alles ein bisschen heile Welt», sagt sie. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Die Schule war auch der Grund, weshalb Max Büchlers Familie nach Reutlingen kam. «1985 wollte man die Schule wegen zu wenigen Kindern schliessen», erzählt er. Soweit wollte es der damalige Ortsverein-Präsident Ueli Müller nicht kommen lassen. «Er baute drei Reihenhäuser auf Risiko und suchte Familien mit Kindern, die sie kaufen wollten», sagt Büchler. «Die Kinder hatten wir und so verschlug es uns nach Reutlingen», sagt Büchler schmunzelnd. Die Schule blieb bis heute offen. Die 1970er Jahre waren für das Dorf eine Zeit der Stagnation, obwohl alle Wohngebiete rundherum wuchsen. Der Stadtrat überlegte sogar, ob Reutlingen einer Satellitenstadt weichen sollte. Pläne für neue Wohnüberbauungen im historischen Dorfkern wurden bereits ausgearbeitet, doch wurden nie umgesetzt. 1977 wurde Reutlingen ins Inventar der schützenswerten Orte aufgenommen, was alle Abrisspläne beendete. In den 1980er Jahren kam dann endlich die Kanalisation und die lang ersehnte Umfahrungsstrasse, die die engen Gassen von gefährlichem Verkehr entlastete. In der Folge wuchs die Bevölkerung in Reutlingen wieder und zählt heute etwas mehr als 400 Personen. Grosses Verkehrsaufkommen ist in Reutlingen heute nur noch von der nahegelegenen Autobahn her zu hören. |
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| Die Reutlinger:innen kämpften lange und kreativ für ihre Umfahrungsstrasse. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Max Büchler erinnert sich an viele Dorfaktivitäten, vom Sagifest bis zu den Konzerten des Männerchors. Dieser hat sich zwar aufgelöst, das gern genutzte Männerchorhüüsli steht aber noch. Der Ortsverein von Reutlingen ist hingegen noch aktiv und organisiert die meisten Anlässe im Dorfkalender. Früher gab es zudem einen Radverein. Max Büchler zeigt stolz das damalige Trikot. Er fahre damit noch immer ins Tösstal: «Einmal haben mich Leute aus dem deutschen Reutlingen sogar angesprochen», freut er sich. Zur grossen Schwesterstadt in Deutschland gab es Ende des 20. Jahrhunderts einige Verbindungen. Der Ortsverein hat zweimal eine Carreise von Reutlingen nach Reutlingen DE organisiert. «Da wurden wir jeweils hochoffiziell vom Bürgermeister empfangen», erzählt Büchler lachend. |
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| Max Büchler zeigt sein Reutlinger Trikot gerne. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| | «Man weiss, auf was man sich einlässt, wenn man in eine Aussenwacht zieht» Tilla Both, Reutlingerin |
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| In Reutlingen fühle man sich gleichzeitig als Winterthurer und Reutlinger, sagt Max Büchler. «Wir fühlen uns sehr wohl hier im Grünen und hoffen, dass unsere Enkelin eines Tages das Haus übernehmen möchte», erzählt er. Das Einzige, was schade sei: «Es gibt eine neue Anonymität im Dorf. Von etwa 200 Familien sind nur etwa 100 an den Anlässen des Ortsvereins.» Heute teile sich das Dorf sogar in Ober- und Unterdorf, sagt Tilla Both. Manche stören sich daran, dass man nicht mehr alle Leute kenne. «Wer im Oberdorf wohnt, kennt andere Leute als diejenigen im Unterdorf», sagt Both, die bei der Dorfzeitung «Reutlinger Post» engagiert ist. Sie sagt: «Andere wünschen sich vielleicht noch mehr Zusammensein, aber mir gefällt es so.» Ihre Kinder würden sich einen Laden wünschen. «Aber man weiss, auf was man sich einlässt, wenn man in eine Aussenwacht zieht.» |
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| | | | | Stadtverwaltung vergibt fleissig Aufträge an ExterneFast elf Millionen Franken hat die Stadt seit 2023 für 155 externe Studien ausgegeben, berichtet der Landbote. Seit gut einem Jahr sind die Anzahl der externen Studien, sowie ihre Gründe und Kosten auf der Website der Stadt Winterthur sichtbar. Die Ausarbeitung des Bauprojekts zur Modernisierung der ARA West mit über vier Millionen und die Vorarbeiten zum Ausbau der Schützenwiese mit 1,3 Millionen Franken sind dabei die Spitzenreiter der letzten Jahre. (lf) |
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| | Free Boutique sucht Freiwillige 2022 hat der Verein «Winterthur for Refugees» die Free Boutique ins Leben gerufen. Dort können Geflüchtete und Armutsbetroffene kostenlos Kleider aus Spenden beziehen. Sie findet mehrmals im Monat in Oberwinterthur statt. Der Verein sucht motivierte Helfende. Man habe genug Kleider und finanzielle Mittel, aber zu wenige Leute, die beim Sortieren, Aufbauen oder Betreuen der Free Boutique dabei sind. Hier gibt es mehr Informationen zum Projekt und den Einsätzen der Helfenden. |
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| | Nicht alle halten sich ans absolute Feuerverbot: Die Stadtpolizei musste am Wochenende mehrfach wegen unerlaubtem Grillieren oder Abbrennen von Feuerwerkskörpern ausrücken. In einer Medienmitteilung weist sie darauf hin, dass das absolute Feuerverbot weiterhin gilt. Offenes Feuer, Grillieren mit Holzkohle oder Ähnlichem, Himmelslaternen und Feuerwerkskörper bleiben untersagt. Einzig das Grillieren mit Gas oder Benzin ist mit Vorsicht erlaubt. (lf) In Winterthur ist das Velo los: Am Freitagabend erhielt die Stadtpolizei vier separate Meldungen von gestohlenen Velos beim Stadion Schützenwiese. Alle vier konnten – dank der Unterstützung eines GPS-Trackers – an der Paulstrasse aufgefunden und zurückgegeben werden, meldet die Stadtpolizei. Doch damit war es noch nicht genug mit den Velos: In derselben Medienmitteilung schildert die Stadtpolizei je einen Selbstunfall am Samstagnachmittag und in der Nacht auf Sonntag mit einem E-Roller. (lf) |
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| Winti weiss...wie viele Pakete gestohlen werden
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…wie viele Pakete gestohlen werden. |
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| Gefragt nach einem Themenwunsch, ärgerte sich eine Leser:in über ein gestohlenes Paket. (Bild: Nick Eichmann) |
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| Der Tag, an dem ein Paket eintreffen soll, ist etwas Schönes: Auf dem Heimweg kommt die Vorfreude auf, endlich die neue Hose auszupacken. Doch am Ende bleibt manchmal nur eine Lieferbestätigung der Post, aber kein Paket vor der Haustüre. So häufig wie man davon hört, sind Paketdiebstähle aber nicht: Schweizweit liegt die Verlustquote im Promillebereich aller versendeten Pakete, wie die Post auf Anfrage mitteilt. Zahlen oder Statistiken zu Winterthur will der grösste Versanddienstleister der Schweiz nicht herausgeben. Konkreter wird die Stadtpolizei Winterthur: In den Jahren 2024 und 2025 wurden 93 Paketdiebstähle bei der Polizei gemeldet. In der Vorweihnachtszeit 2024 sei eine Häufung festgestellt worden, letztes Jahr jedoch nicht mehr. Die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher sein ‒ schliesslich werden nicht alle Paketdiebstähle der Polizei gemeldet. Um Diebstähle zu verhindern, empfiehlt es sich, die Zeit, die ein Paket vor der Haustüre oder im Milchkasten liegt, zu reduzieren. Die Post empfiehlt dafür verschiedene Angebote, wie «PickPost» oder «Post24», damit das Paket an alternative Abholorte geliefert und später abgeholt werden kann. (lf) |
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| Leserbrief: Vinyl-Platten in der Schweiz produzieren?
 | Im gestrigen Wintibrief haben wir Vasco Saxer und sein Schallplattenladen Ventilator Records am Lagerplatz porträtiert. Daraufhin haben wir einen Leserbrief erhalten, den wir euch nicht vorenthalten wollen: Vinylplatten in der Schweiz produzieren? «Im Artikel über Vinyl behauptet Saxer, dass man für die Herstellung einer Vinylplatte ins Ausland muss. Das stimmt nicht und ist eine gefährliche falsche Information. Eine Vinyl kann zu 100% in der Schweiz produziert werden. Das heisst auch die Matrize. Die wird im Bernischen fabriziert. In Gossau (SG) ist die Firma «MEK Vinyl GmbH» zuhause und presst seit einigen Jahren Vinylschallplatten. Bands wie zum Beispiel «To Athena» lassen hier ihre Musik in schwarz bis bunt pressen. Auch produziert MEK HighEnd Pressungen für den asiatischen Markt.» Thomas (via E-Mail) |
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| | Wir können uns in unserer Sommerserie nur sieben Aussenwachten widmen, die mehr als 100 Einwohnende haben. Radhof (bei Wülflingen), Ricketwil (zwischen Hegi und Eidberg) oder Rossberg (oberhalb Töss) kommen deshalb leider nicht zum Zug. Bis bald und hebs guet, Gioia |
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