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| | Guten Morgen Stell dir vor, du bewirbst dich auf einen Job ‒ und weisst erst, wenn du ihn gekriegt hast, was du arbeitest. So oder so ähnlich muss es den neu gewählten Stadträt:innen gehen. Ganz ohne Job stehen dafür die Mitarbeitenden des Online-Hofladens Farmy dar. Letzte Woche musste die Firma hinter der Marke Konkurs anmelden. Besonders einschneidend ist dieser für die Gastronomie.
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| Kleine Rochade im Stadtrat: Martina Blum (3.v.l.) wechselt zum Departement Technische Betriebe, Romana Heuberger (2.v.r.) übernimmt von ihr die Schule. Andeas Geering (r.) führt die Polizei. (Bild: Nick Eichmann) |
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| Blum verlässt das Schuldepartement, Heuberger rückt nach |
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| An seiner ersten Sitzung nach der Präsidiumswahl verteilte der Stadtrat die Departemente. Martina Blum übernimmt die Technischen Betriebe, Romana Heuberger die Schule und Andreas Geering die Polizei. von Tizian Schöni |
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| In «konstruktiver Art und Weise» habe man die Departemente aufgeteilt, sagte Stefan Fritschi (FDP) an einer spontan einberufenen Medienkonferenz gestern Nachmittag. Nach etwa einer Stunde sei das Traktandum behandelt gewesen. Andere Stadtratszusammensetzungen hätten dazu auch schon mehrere Sitzungen benötigt. Der grösste Wechsel steht beim Departement Schule und Sport (DSS) an. Knapp drei Jahre war es in der Hand der Grünen-Stadträtin Martina Blum gewesen, die es 2023 von ihrem Parteikollegen Jürg Altwegg übernommen hatte. Schon diesem hatte die Schulreform zu schaffen gemacht, seinen Rücktritt begründete er unter anderem mit der Belastung aus dem damals neu geschaffenen Doppelmandat aus Stadtrat und Schulpflegepräsidium. Nun gibt auch Blum das Departement ab. Zuletzt auf die Wogen der Reform angesprochen, sagte sie, man sei im DSS mittlerweile «stabil und gut organisiert». Blum wechselt in das als ruhig geltende Departement Technische Betriebe. Dort sei sie mit ihrem Hintergrund als Umweltingenieurin und der Herausforderung Klimaschutz «zur richtigen Zeit am richtigen Ort». Das Ruder im DSS übernimmt die neu gewählte Romana Heuberger (FDP), die schon bei der Ersatzwahl von Jürg Altwegg 2023 kandidiert hatte. «Damals bin ich angetreten und habe gesagt, ich möchte die Schule», sagte sie gestern. Nun ist es so gekommen. Ihr fachliches Knowhow im Hochbau könne sie jetzt da einbringen, wo wohl die meisten Neu-, Umbau- und Sanierungen lägen. |
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| Im Parlament galt Heuberger als schärfste Kritikerin der Schul-Bauprojekte. Man darf gespannt sein, ob die Kreditanträge und Projektierungen bald verändert daherkommen. (Bild: Nick Eichmann) |
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| Der ebenfalls neu gewählte Andreas Geering (Mitte) übernimmt das Departement Sicherheit und Umwelt (DSU) von Katrin Cometta (GLP), die nach sechs Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl antrat. Geerings Beruf als Teamleiter bei der Flughafensicherheit prädestiniert ihn für das DSU. Er habe sich trotzdem eine Auslegeordnung gemacht und schliesslich bewusst für das Departement entschieden: «Es stimmt für mich, es ist nicht einfach ein Trostpreis». Für den neuen Stadtpräsidenten Stefan Fritschi (FDP) ist das Departement gesetzt, bei ihm liegen Personalamt, Stadtentwicklung und Kultur. Und auch die drei SP-Stadträt:innen sitzen fest im Sessel: Kaspar Bopp ist seit seiner Wahl 2019 Finanzvorsteher, Christa Meier leitet seit 2018 das Departement Bau und Mobilität und für Nicolas Galladé bricht die fünfte Legislatur als Sozialvorsteher an. |
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| Es war der einzige Bio-Engroshandel in Zürich: 1997 hatte der Biobauer und Agronom Beat Ledermann Pico und das Restaurant «les Halles» in Zürich-West gegründet. (Bild: Marit Langschwager) |
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| Diesen Händler kannte niemand ‒ und doch assen alle sein Gemüse |
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| Letzte Woche ging die Pico Lebensmittel AG Konkurs, der einzige etablierte Gastro-Lieferant für Bio-Lebensmittel im Kanton. Echte Alternativen sehen die betroffenen Restaurants nicht. von Tizian Schöni |
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| «Gehypter Schweizer Online-Hofladen ist am Ende», titelte der Blick vergangene Woche. Gemeint war damit Farmy. Der Onlineshop für regionale und saisonale Lebensmittel war bekannt ‒ aber eigentlich nur noch eine Marke. Während der Pandemie war das ehemalige Start-up enorm gewachsen, schaffte es danach jedoch nie über die Gewinnschwelle hinaus. Die Online-Umsätze brachen ein, und schliesslich verkaufte der Verwaltungsrat seinen angeschlagenen Betrieb Anfang 2025 der Pico Lebensmittel AG, einem Grosshändler, der seit den 90er-Jahren Restaurants und kleine Läden mit einem ausgewählten Bio-Sortiment beliefert hatte. Die Hoffnung, durch die Zusammenlegung Fixkosten für Lager, Administration oder Logistik sparen zu können, schien zunächst in Erfüllung zu gehen. Von einer «erfolgreichen Integration» spricht Verwaltungsratspräsident Dominique Locher in einem Communiqué von vergangener Woche. Doch: «Beide Firmen kämpften mit den Nachwirkungen des Corona-Lockdowns», sagt Thomas Graf, ebenfalls Mitglied des Pico-Verwaltungsrats. «Aufgrund von Betriebsschliessungen und Strukturbereinigungen in der Gastronomie verloren wir langjährige Kund:innen, was zu sinkenden Umsätzen führte.» Man habe «alle verfügbaren Optionen geprüft». Am Ende sei der Konkurs aber leider unvermeidbar gewesen. |
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| | «Wir haben alle verfügbaren Optionen geprüft und bis zuletzt an die operative Wende durch den Zusammenschluss geglaubt.» Dominique Locher, Verwaltungsratspräsident |
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| In der Winterthurer Gastroszene kauften viele Betriebe beim Händler. «Pico war super, weil er eine gute Vorauswahl getroffen hat», sagt Anja Holenstein, Mitinhaberin und Betriebschefin des Les Wagons. Das Emma Bett und Bistro bezog alle Frischwaren über den Händler in Zürich. Auch Restaurants im oberen Preissegment waren Kunden, etwa das Rosa Pulver oder das Menoir in Oberwinterthur. Dessen Küchenchef Markus Burkhard sagt: «Es bricht schon etwas weg.» Beat Ledermann, der Pico in den 90er-Jahren gegründet hatte, habe Gastronomen immer wieder für gemeinsame Einkäufe zusammengezogen. Beispielsweise für den Kauf eines Rinds aus einer Weideschlachtung. Ledermann sei selbst mit dem Kühltransporter hingefahren und habe danach das Fleisch verteilt. Für Burkhard konzentriert sich der so schon von wenigen Playern dominierte Lebensmittelhandel nun auf noch weniger Betriebe. «Ich weiss nicht, ob das dem Markt guttut.» Kaum ein anderer Grosshändler setzt konsequent auf Bio-Lebensmittel. Einer sei die Bio Partner Schweiz AG, heisst es aus dem Emma. Doch der Händler verlange einen Mindestumsatz von 20’000 Franken pro Jahr oder 650 Franken Bestellwert pro Lieferung. Zu viel für das kleine Bistro, wie Geschäftsführerin Mina Eichmann sagt. Jetzt spreche man mit Marinello, der aber ein kleineres Bio-Sortiment anbiete. Der Grossist aus Zürich dürfte einigen noch bekannt sein: Marinello führte bis vor zehn Jahren Lebensmittelläden an den besten Zürcher Adressen. Mittlerweile ist die AG nur noch im Handel tätig. Andere Gastronom:innen verweisen auf Coop mit seiner Tochter Transgourmet. «Was Pico gemacht hat, war eine Nische», sagt Verwaltungsrat Thomas Graf. Eine Nische, die zwar allen teuer war ‒ aber trotzdem schwer zu füllen sein wird. |
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| OpenAir St.Gallen 2026: Vier Tage Ausnahmezustand Markier dir den 25.–28. Juni im Kalender – das OpenAir St. Gallen 2026 steht an 🤩 Zwischen Wald, Wiesen und der Sitter, die mitten durchs Gelände fliesst, entsteht jedes Jahr eine temporäre Kleinstadt mit über 30’000 Fans. Über 80 Live-Acts auf sechs Bühnen, ein 24/4-Programm und ein Zeltplatz direkt neben den Stages machen das Festival einzigartig. Mit dabei sind unter anderem Twenty One Pilots, Zara Larsson, Nina Chuba, SDP, Paul Kalkbrenner und Scooter. Die Tickets sind heiss begehrt – 80 % der 4-Tagespässe sind bereits weg! |
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| | | Restaurant Obergass gewinnt den KMU-Max
Drei Unternehmen traten gestern an der Preisverleihung des KMU-Verbands an: Die Selzam AG, ein Fachgeschäft für Grill und Camping, die Kafferösterei Küng und das Restaurant Obergass. Das Wirtepaar Hunold (Bildmitte, mit Mitarbeitenden) hatte die Mägen der geladenen Gäste schon zuvor überzeugt, an diesem Abend eroberte es aber auch deren Herzen. Mit Bescheidenheit beschrieben Karin und Daniel Hunold ihre knapp 30 Jahre auf dem Restaurant in der Altstadt. Viele Gäste seien mit ihnen gross geworden, hätten geheiratet und nun kämen bereits die Kinder ins Restaurant. Auch zu einer Angestellten wussten die beiden: «Wir kannten sie schon als Baby». Der Familienbetrieb spendet die 3000 Franken Preisgeld an die Kinderspitex Winterthur-Zürich. (Bild: tz) |
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| | Migros erringt Teilsieg im Öffnungszeiten-Streit
Läden direkt am Bahnhof dürfen auch an Sonntagen geöffnet haben. Solche, die sich in Bahnhofsnähe befinden, dürfen dies laut einem neuen Bundesgerichtsurteil nur, wenn sie «klar auf Reisende ausgerichtet» seien. In Winterthur hatte die Gewerkschaft Unia gegen die Migrolino- und Goods-Filiale in Bahnhofsnähe geklagt. Das Bundesgericht hat nun entschieden, dass auch Bus- und Tramreisende als Reisende gelten. Jetzt muss das Zürcher Verwaltungsgericht nochmals klären, ob das Sortiment beider Filialen auf Reisende ausgerichtet ist, wie es im SRF-Regionaljournal heisst. |
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| | Weitere Kurz-News
Stadtpolizei sucht Zeug:innen zu Hundebiss: In Seen, auf Höhe der Tösstalstrasse 278, wurde am Dienstagabend eine Frau durch einen Hundebiss verletzt. Sie musste daraufhin vom Rettungsdienst ins Spital gebracht werden. Die Stadtpolizei teilt mit, dass sie davon ausgeht, dass eine unbekannte Person und der Hund sich nach dem Hundebiss von der Unfallstelle entfernten, ohne der verletzten Frau zu helfen. Die Polizei sucht Zeug:innen des Vorfalls: 052 267 51 52.
Kühnrad Lohse mit neuer Single & EP: Am 22. Mai erscheint die neue Single «Trostpflaster» der Winterthurer Band Kühnrad Lohse, in der Sänger Conradin Hermann über das Warten singt. Warten auf ein Paket? Die Nachricht einer lieben Person? Das bleibt im Song offen. Am 5. Juni erscheinen vier weitere Songs und damit die erste EP der Band. Seit 2022 sind Hermann, Raffael Rihs, Gino Egli und Timo Surbeck eine Band, «Trostpflaster» ist ihre fünfte Single. Aufgehorcht, wer sich für Architektur interessiert: Am 6. Juni darfst du mitreden, wünschen und beitragen. Damit das neue Baukulturhaus an der Zürcherstrasse zu dem wird, was sich die Initiant:innen wünschen: Einen lebendigen Treffpunkt für Stadt-, Architektur- und Kulturinteressierte. Der Workshop findet von 9 bis 12.30 Uhr statt, um Anmeldung an hallo@baukulturhaus.ch wird gebeten. |
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| | Die Afro-Pfingsten drehen sich rund um Äthiopien
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| Von weit her strömen Besucher:innen jeweils an den Afro-Markt. (Bild: Afro-Pfingsten) |
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| Afro-Pfingsten: Äthiopien im Fokus An den Afro-Pfingsten steht jedes Jahr ein anderes Land im Fokus. Ab heute kann Äthiopien mitten in Winterthur aus ganz unterschiedlichen Perspektiven entdeckt werden: Auf den Bühnen erklingen traditionelle Klänge oder Ethio-Jazz, Filme nehmen uns mit in äthiopische Gesellschaft, Kultur und Alltag und eine Fotoausstellung eröffnet Perspektiven auf Landschaften, Menschen und Traditionen des ostafrikanischen Landes. Natürlich fehlen auch kulinarische Einblicke nicht, beispielsweise bei einem Biertasting. Seit über 30 Jahren schafft das Afro-Pfingsten-Festival einen Ort für Begegnung, an dem die Vielfalt der afrikanischen Kulturen erlebt werden kann. Vom 20. bis 25. Mai finden Workshops, Konzerte, der grosse Markt, Partys, Gesprächsrunden und vieles mehr in und um die Altstadt statt. |
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| | | Kaffee & Winterthur Welche Rolle spielt Winterthur im Handel und in der Verarbeitung von Kaffee? Auf dieser Stadtführung finden Sie Antworten und lernen Winterthur von einer ganz anderen Seite kennen. |
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| | Für dich, weil du wieder einmal zum Schluss gelesen hast: Eine Winterthurer Perle. Dieses Mal aus dem SRF-Archiv, exklusiv für dich: Pizzablitz-Bote Nico. Dann doch lieber ins Obergass, oder? Bis bald, Tizian |
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