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| | Guten Morgen Langsam, aber sicher ziehen sie in Bern die Bremsen an. Schon letztes Jahr wurde bekannt, dass der A1-Ausbau bei Winterthur auf der Kippe steht. Nun schickt Verkehrsminister Albert Rösti (SVP) das nächste grosse Infrastrukturpaket «Verkehr ’45» ohne Erweiterung in die Vernehmlassung. Warum gerade die Velostadt Winterthur dringend einen Autobahnausbau braucht, liest du weiter unten. |
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| Geschieht kein Wunder, werden es noch lange vier Spuren bleiben. Die Autobahn A1 bei Töss. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Rösti haut Stadtplanung in die Pfanne |
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| Der Bundesrat streicht die Spurerweiterung der A1 und weitere Projekte in Winterthur aus seinem Programm. Das ist fatal für die Stadt ‒ weil sie nach wie vor fest mit ihnen rechnet. von Tizian Schöni |
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| Busse fahren auf eigenen Spuren entlang begrünter Alleen, Velos flitzen auf Schnellrouten innert Minuten vom einen Stadtende zum anderen. Und Fussgänger:innen fühlen sich sicher ‒ denn wer aus dem Haus muss, erreicht in fünf Minuten Einkaufsmöglichkeit, Parks, Freizeitangebote. Und muss dafür nur durch sein verkehrsberuhigtes Quartier schlendern. Das ist die Vision, wie sie die Politik im kommunalen Richtplan für 2045 zeichnet. Das Auto spielt dabei nur noch eine Nebenrolle. Lediglich jede fünfte Verkehrsbewegung findet am eigenen Steuer statt. Denn: «Zusätzliche Kapazitäten auf dem Nationalstrassennetz sind auf dem städtischen Hauptstrassennetz zu reduzieren, um Verkehr aus der Stadt auf die Autobahn zu verlagern.» So steht es als Ziel im behördenverbindlichen Richtplan. |
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| | «Aus Sicht des Winterthurer Stadtrats bedeutet dies eine klare Fehleinschätzung, die dringend korrigiert gehört.» Stadtrat zu «Verkehr ’45» |
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| Der motorisierte Individualverkehr (MIV) soll also aussenrum. Am liebsten auf dem Halbkreis der A1, der Winterthur umgibt ‒ für diese Strassen zahlt bekanntlich der Bund. Doch nun tut sich für die Stadtplanung ein gewaltiges Problem auf. Wie Bundesrat Albert Rösti (SVP) am Freitag bekannt gab, will er den dort dringend nötigen Spurausbau nicht finanzieren. Bereits in einer Beurteilung der ETH im Herbst hiess es, das Nachfragewachstum müsse mit der Pannenstreifennutzung und dem Bahnausbau zwischen Winterthur und Zürich aufgefangen werden. «Aus Sicht des Winterthurer Stadtrats bedeutet dies eine klare und fatale Fehleinschätzung, die dringend korrigiert gehört», reagierte dieser noch gleichentags. Die Pannenstreifennutzung könne nur eine Zwischenlösung sein. Und er erhielt Schützenhilfe vom Zürcher Regierungsrat: «Die Streichung des Ausbaus der A1 auf sechs Spuren in Winterthur ist nicht akzeptabel.» Auch Bahnprojekte sind sistiertGenau wie der A1 geht es dem Ausbau des Bahnhofs in Oberwinterthur und der zusätzlichen Haltestelle Grüze Nord neben dem heutigen Bahnhof Grüze, welche auf der Linie Winterthur–Frauenfeld hätte geschaffen werden sollen. Das irritiert. Denn diese Projekte sind eng mit dem Mehrspur-Ausbau zwischen Zürich und Winterthur verbunden und waren 2019 von National- und Ständerat explizit beschlossen worden. Entsprechend wurde die Leonie-Moser-Brücke geplant. «Die Querung Grüze ist perfekt aufwärtskompatibel», schreibt Michael Graf, der Kommunikationsbeauftragte des Baudepartements. «Umso unverständlicher wäre es darum, auf den vergleichsweise günstigen Ausbau von Grüze Nord zu verzichten.» |
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| | «Es geht nicht an, dass neue, touristische Milliardenprojekte wie der Grimseltunnel aufgenommen werden, bevor bereits im Bau befindliche Infrastruktur ihre Wirkung entfalten kann.» Carmen Walker Späh (FDP), Regierungspräsidentin Zürich |
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| Günstig ist der Ausbau mit seinen veranschlagten 33 Millionen Franken allerdings ‒ vor allem, wenn man ihn mit anderen Projekten auf der Prioritätenliste des Bundes vergleicht. Der Grimseltunnel zwischen Meiringen (BE) und Oberwald (VS) für die dortige Schmalspurbahn kostet voraussichtlich rund 800 Millionen Franken. Planer:innen gehen davon aus, dass jährlich 400’000 Fahrgäste über die Linie fahren werden. Zum Vergleich: Allein am Bahnhof Grüze rechnet Winterthur ab 2030 mit zehnmal so vielen Personenbewegungen. Entsprechend zornig äusserte sich der Zürcher Regierungsrat: «Es geht nicht an, dass neue, touristische Milliardenprojekte wie der Grimseltunnel aufgenommen werden, bevor bereits im Bau befindliche Infrastruktur ihre Wirkung entfalten kann», liess sich Carmen Walker Späh (FDP) zitieren. Vernehmlassung im GangDie Vorlage «Verkehr ’45» ist nun drei Monate in der Vernehmlassung. Der Stadtrat will sich in Bern «mit allen Mitteln dafür einsetzen», dass die Projekte wieder ins Investitionsprogramm aufgenommen werden. «Es fragt sich aber jetzt doch, ob man nicht schon jetzt in Varianten denken sollte», gab Felix Helg während der Parlamentsdebatte zum Richtplan zu bedenken. Bleibe der Spurausbau sistiert und fehle eine alternative Planung, käme das einem Schildbürgerstreich gleich. Der FDP-Parlamentarier sagte das als Tössemer ‒ gültig ist sein Votum für die ganze Stadt. |
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| | | | Zum 40-Jahr-Jubiläum schwänzt «Ferris macht blau» (1986) wieder auf der Kiwi-Leinwand: John Hughes’ Kultkomödie um Schule, Chicago und einen perfekten Tag. Mit Matthew Broderick, Alan Ruck und Mia Sara. Sonntag, 28. Juni 2026, Kiwi Center, deutsch. |
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| | | | Städtische Mindestlöhne: Zeigefinger aus BernErst letzte Woche entschied das Bundesgericht, dass die kommunalen Mindestlöhne von Zürich und Winterthur gültig sind. Doch schon am Freitag haben National- und Ständerat dieses Urteil wieder relativiert. Die Räte beschlossen eine Gesetzesänderung, welche die Mindestlöhne in Gesamtarbeitsverträgen (GAV) über jene der Kommunen stellt. Je nach Ausbildung sind in den GAV von Gartenarbeiter:innen oder Reinigungsfachkräften Löhne definiert, die unter dem Winterthurer Minimum von 23 Franken liegen. Die Gewerkschaften kündigten das Referendum an. |
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| | Weitere Kurz-NewsAus Ladesäulentest wird ein Konzept: Bis Ende Jahr läuft in der Stadt noch ein Pilotprojekt mit drei städtischen Ladestationen für E-Autos. «Da hätten wir mehr erwartet», hiess es dazu einmal im Parlament. Schliesslich sei die E-Mobilität zentral, um das Klimaziel der Stadt zu erreichen. Nun tut die Stadt mehr ‒ erst einmal vor allem auf dem Papier. Bis 2027 soll das Tiefbauamt eine «Strategie Ladeinfrastruktur» entwickeln, wie es in einem Stadtratsbeschluss heisst. An Schulen sind jetzt auch Smartwatches verboten: Ab dem Schuljahr 2026/27 sind Smartphones auf den Winterthurer Schularealen verboten. Neu gilt das auch für Smartwatches und andere «smarte» Geräte. Dies hat die Schulpflege an einer Sitzung Anfang Juni entschieden, wie die Stadt mitteilt. KV gewinnt Berufsschul-Meisterschaft: Das Fussballteam der Wirtschaftsschule KV Winterthur setzte sich letzte Woche gegen 18 andere Teams durch und gewann damit die Fussball-Meisterschaft der Schweizer Berufsfachschulen. Das Finalspiel gegen die Mannschaft des Berufsbildungszentrums Herisau gewannen die KV-Lernenden mit 2:0, wie die Schule schreibt. Wurzel aus 42-stelliger Zahl gezogen ‒ im Kopf: Pascal Kaul zog die dritte Wurzel aus 926’050’230’360’406’895’270’238’485’087’537’345’989’959, und zwar im Kopf, ohne jegliche Hilfsmittel. Damit stellte der Winterthurer im Rahmen des 200-Jahr-Jubiläums der hiesigen Mobiliar einen neuen Weltrekord auf, wie der «Landbote» berichtete. |
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| Elektrogeräte von zu Hause entsorgen Noch nie war das Recycling deiner ausgedienten Elektrogeräte so einfach: Electro Recycling Bag bestellen, mit bis zu 10 Kilogramm füllen und im Milchkasten deponieren; der Rest wird für dich erledigt. Wertvolle Rohstoffe gelangen so zurück in den Kreislauf. Gut für dich, gut für die Umwelt. Der Electro Recycling Bag kostet dich nur 5 Franken. Mit dem Code WINTI bekommst du sogar einen Electro Recycling Bag gratis! Aktion gültig bis 31. Dezember 2026, nur ein Gutschein pro Person. |
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| Katrin aus der Buvette Nido
 | Katrin Tiefenauer, 39 Jahre, aus der Altstadt |
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| Du hast hier im Stadtpark die Buvette Nido (italienisch für Nest) eröffnet. Was gefällt dir am Standort im Stadtgarten? Es ist einfach megaschön hier. Die unterschiedlichsten Menschen kommen hier zusammen, es ist ein Querschnitt der Gesellschaft. Ich finde, dass der Umbau den Park offener gestaltet hat. Beispielsweise gibt es zum Schulhaus hin keinen Zaun mehr und man rückt so näher zusammen. Warum macht dir Gastro Spass? Ich darf Begegnungsorte für Menschen schaffen, was gibt es Schöneres? Die Menschen sollen sich hier wohlfühlen, es soll wie ein zweites Zuhause sein. Die Gastrobranche ist wirtschaftlich hart, aber man darf und muss kreativ sein und schafft so Neues. Wenn du Königin von Winterthur wärst, was wäre dein erster Erlass? Einen See hätte ich gern! (lacht) Nein, ich würde versuchen, den Verwaltungsapparat ein bisschen zu vereinfachen. Es braucht Regeln, das ist klar, aber oftmals ist die Bürokratie sehr hemmend für gute und innovative Ideen. |
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| | Jetzt reden wir neidischen Mittelländler den Grimseltunnel natürlich klein. Albert Rösti weiss aber, wie wertvoll eine Direktverbindung aus dem Berner Oberland ins sonnige Walliserland ist ‒ er ist ja in Kandersteg aufgewachsen. Bis bald, Tizian |
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