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Guten Morgen aus Sennhof Sennhof ist Tor zum Tösstal und gehört trotzdem noch zu Winterthur. Jacqueline und Daniela erzählen uns, warum Sennhof eine sehr multikulturelle Aussenwacht ist und welche Vorurteile Städter:innen gegenüber dem Ort haben. Und: FCW-Kenner:innen dürfte der Name Christian Leite etwas sagen. Linus berichtet über ein überraschendes Wiedersehen im Schweizer Cup.
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| Sennhof ist mit 1825 Einwohnenden die mit Abstand grösste Aussenwacht.(Bild: Alex Eichmann) |
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Sennhof: weder Ghetto noch Schattenloch |
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Sennhof war einst die jüngste Gemeinde des Kantons, dann ein Seemer Anhängsel und ist heute dank der Spinnerei-Vergangenheit und einer Genossenschaft ausserordentlich multikulturell. Jacqueline und Daniela erzählen Geschichten aus der untypischen Aussenwacht. von Gioia Jöhri |
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Jacqueline Büchi erinnert sich noch genau an die Reaktionen ihres Umfelds, als sie vor sechs Jahren nach Sennhof gezogen ist. «Die Leute sagten: ‹Was, in dieses Schattenloch?› oder ‹Was, in dieses Ghetto?›», erzählt sie lachend. Sennhof sei weder das eine noch das andere: «Aber die Vorurteile halten sich hartnäckig.» Jacqueline Büchi und Daniela Balsiger treffen sich oft im «Lädeli», gleich neben dem Bahnhof in Sennhof. Jugendliche lungern herum und Kinder spielen am Brunnen. Die beiden Frauen sind Nachbarinnen, beide wohnen in einer Siedlung der «Heimstätten Genossenschaft Winterthur» (HGW), gleich an der Töss. Daniela Balsiger lebt seit 20 Jahren dort und schwärmt: «Ich bade normalerweise jeden Tag in der Töss, auch im Winter.» Diesen Sommer gehe das erstmals nicht, da die Fische wegen der Hitze Ruhe bräuchten. |
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| Im Hof der HGW-Siedlung Oberzelg triffen sich Kind und Kegel. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| «Sennhof ist für mich eine Aussenwacht mit eigenem Charakter. Das hat sicher vor allem mit der Genossenschaft zu tun, die hier sehr prägend ist.» Daniela Balsiger, aus Sennhof |
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Sennhof ist in den letzten 20 Jahren stark gewachsen. Über 240 Wohnungen hat alleine die HGW im Ort gebaut. «Sennhof ist für mich eine Aussenwacht mit eigenem Charakter. Das hat sicher vor allem mit der Genossenschaft zu tun, die hier sehr prägend ist», sagt Daniela. Das Dorf sei wegen der Vorgaben der Genossenschaft multikulturell geprägt und es werde viel in die Gemeinschaft investiert: In den Räumen der HGW gibt es ein Ideenhaus mit Atelier, einen Quartiertreff, eine Werkstatt und einen Musikraum. Bewohnende bieten Yoga an oder engagieren sich beim jährlichen Genossenschaftsfest. Auch eine Spielgruppe gebe es seit einigen Jahren. Alle Angebote seien auch für Nicht-Genossenschafter:innen zugänglich, sagen Daniela und Jacqueline. |
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| Daniela und Jacqueline liegt der Dorfladen sehr am Herzen. Er ist zugleich Einkaufsmöglichkeit und Dorftreffpunkt. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Von den Alteingesessenen wurden die Bewohnenden der HGW-Siedlungen zu Beginn eher kritisch beäugt. «Mittlerweile sind wir aber gut akzeptiert», erklärt Jacqueline. Einen Unterschied gebe es aber wahrscheinlich schon: «Die meisten Zugezogenen sehen sich klar als Winterthurer:innen, die in Sennhof wohnen», meint Daniela. Eine Handvoll Alteingesessene würde dem wohl widersprechen, manche sehen sich eher als Sennhofer:innen. |
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| Alles «ennet» der Töss liegt auf dem Gemeindegebiet von Illnau-Effretikon. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Sennhof ein kleiner, landwirtschaftlich geprägter Weiler. Ab 1847 beherbergte der Ort ein Armenhaus, vielleicht kommen daher die Vorurteile der Städter:innen. 1858 erstellte die Spinnerei Bühler an der Töss ihr Fabrikgebäude. In der Folge wandelte sich Sennhof zum Wohnort der Fabrikangestellten. Kurios ist dabei, dass die Bühler Spinnerei seit jeher nicht auf Sennhofer Boden steht: Denn alles «ennet» der Töss gehörte zur Gemeinde Kyburg, die heute mit Illnau-Effretikon fusioniert ist. Für Schulkinder gibt es dadurch seltsame Situationen: Wer auf der Töss-Seite von Kyburg wohnt, darf heute nicht in Sennhof zur Schule gehen, obwohl man sich im gleichen Ort wähnt. Trotz des zweiten Schulgebäudes 2008 ist dort auch für die Sennhofer Kinder zu wenig Platz. Einige werden deshalb mit dem Schulbus nach Seen gefahren. Laut der Stadt Winterthur laufen zurzeit Verhandlungen mit der Gemeinde Illnau-Effretikon, ob wenigstens die Kindergartenkinder von der anderen Töss-Seite nach Sennhof in den Chindsgi dürfen. |
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| Im Fabrikgebäude der ehemaligen Spinnerei Bühler entstehen Mietwohnungen und Gewerberäume. (Bild: Gioia Jöhri) |
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«Wir sind gespannt, was sich auf dem ehemaligen Spinnerei-Gelände noch alles tut», sagt Daniela. Dort entstehen im und neben dem ehemaligen Fabrikgebäude gerade 89 neue Wohnungen und neuer Gewerberaum. Eine Kaffee-Rösterei ist bereits eingezogen. Zur anderen Töss-Seite pflege man gute Kontakte: «Wir kennen uns gut, auch wenn es auf dem Papier unterschiedliche Gemeinden sind», sagt Daniela. Weder Daniela noch Jacqueline haben den Entscheid für Sennhof je bereut. Der Ort hat für die beiden einen dörflichen Charakter, auch wenn für ein «richtiges Dorf» die Kirche fehle. «Die Natur vor der Türe, einen super Bahnanschluss und einen Treffpunkt wie das Lädeli, was will man mehr?» Zwei kleine Wünsche haben sie trotzdem: «Es wäre schön, wenn alle Kinder aus Sennhof zusammen in die Schule gehen könnten», meint Daniela. Und Jacqueline sagt: «Das Lädeli als Treffpunkt muss unbedingt bleiben!» |
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| Hier auf dem Sportplatz Neudorf trainiert und spielt der «Zürich City SC». Da der Platz nicht für grosse Zuschauermengen geeignet ist, wird das Spiel gegen den FCW auf dem Utogrund ausgetragen. (Bild: Linus Fischer) |
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Wiedersehen mit Christian Leite — wenn auch im anderen Trikot |
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Nach drei Meisterschaftsspielen geht es für den FCW am Samstag bereits wieder mit dem Schweizer Cup los. Dabei spielen Mannschaften aus verschiedenen Schweizer Ligen im Knockout-System gegeneinander: Wer verliert, ist direkt raus. Der erste Gegner, «Zürich City SC» aus der 2. Liga interregional, sorgt für ein unerwartetes Wiedersehen. von Linus Fischer |
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Im Tor des jungen Zürcher Vereins steht der ehemalige FCW-Goalie Christian Leite. Von der Saison 2006/07 bis 2013/14 war der Brasilianer in der Eulachstadt unter Vertrag und schwärmt noch heute von der Zeit: «Der Verein war wie eine grosse Familie», erzählt Leite. Es sei speziell, mit 40 Jahren gegen den FCW zu spielen. Er hat bereits mit dem Erstligisten FC Kosova gegen die U-21 gespielt, aber es sei nochmals etwas anderes, wenn die Bierkurve und alte Teamkollegen mit dabei seien. Mit Antonio Marchesano und Luca Zuffi trifft Leite auf Mitspieler aus einer Zeit, als auf der Schützenwiese noch Manuel Akanji, Remo Freuler oder Patrick Bengondo aufliefen. Zum FCW kam «The Wall» über den damaligen Trainer Mathias Walther, nachdem er in einem Testspiel mit dem FC Kreuzlingen lediglich 0:1 gegen den FCW verlor und das einzige Tor durch einen Penalty kassiert hatte. Am Tag darauf habe er unterschrieben und sei in die kleine Wohnung neben der Garderobe in der Schützenwiese eingezogen: «Wir konnten um 9.20 Uhr aufstehen und zehn Minuten später durch die Waschküche in die Garderobe gehen fürs Training.» In der Saison 2009/10 wurde Leite zum FC Gossau ausgeliehen und erlebte dort wohl die schwierigste Zeit seiner Karriere. Mit einem 0:4 gegen Locarno verwickelte sich die Mannschaft in einen Wettskandal: «Mein Glück war, dass ich ausgeliehen war und der FCW immer hinter mir stand», sagt Leite über die Zeit. Er kehrte zum FCW zurück und wurde später freigesprochen. Ein wichtiger Höhepunkt sei die Saison 2011/12 gewesen, in der die Challenge League von 16 auf 10 Mannschaften reduziert wurde und fünf Mannschaften mussten direkt absteigen. Die sogenannte «Todessaison» sei dadurch extrem spannend und intensiv gewesen. In derselben Saison schaffte der FCW im Cup den Einzug ins Halbfinale gegen den FC Basel: «Das ist das Schöne am Fussball und auch am Cup: Es ist einfach alles möglich.» |
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| In einer Kampagne des FCW wurde Christian Leite zum Cowboy. (Bild: Youtube/Christian Schaad) |
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Auch am Samstag sei alles möglich. Christian Leite sei bereit alles zu geben, um dem «Zürich City SC» eine Siegchance zu geben. Der Goalie sei immer noch fit: «Ich wäre eigentlich noch gut genug, um 1. Liga Classic oder sogar Promotion zu spielen.» Er habe auch weiterhin Spass beim Fussball, «als wäre ich noch ein Kind», nur etwas reifer sei er geworden. «Ich freue mich auf das Wiedersehen mit der Bierkurve und natürlich auf Toni [Marchesano] und Luca [Zuffi].» |
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| Zum 30. Jubiläum stürmt «The Rock» (1996) zurück auf die Kiwi-Leinwand: Michael Bays explosiver Action-Kult auf Alcatraz mit Sean Connery, Nicolas Cage und Ed Harris. Mittwoch, 19. August 2026, Kiwi Center, Englisch ohne UT. |
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| | Stadt sucht kühle Orte und prüft temporäre KühlräumeWer weiss, wo es besonders kühl ist, kann dies auf der städtischen «Karte der kühlen Orte» eintragen lassen. Dies teilt die Stadt in einer Medienmitteilung mit. Die Aktion ist Teil des Hitzeaktionsplans und ergänzt die langfristige Planung von Hitzemassnahmen wie beispielsweise die Entsiegelung und Begrünung von Bodenflächen. Diesen Sommer wurden laut Benjamin Huber, Bereichsleiter Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt, zudem Pilotprojekte gestartet, um Schutzräume als kühle Orte zu prüfen. «Der Fokus liegt hier jedoch auf den Senior:innen und nicht auf der gesamten Bevölkerung», sagt Huber. Die Evaluation und Ergebnisse des Pilotprojekts stehen jedoch noch aus. |
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| | 100 Personen zur Sonnenfinsternis bei Sternwarte
Nebst den Schutzbrillen waren bei der Sternwarte Eschenberg gestern auch Teleskope mit Filtern im Einsatz, mit denen Besucher:innen die Sonnenfinsternis besonders genau beobachten konnten. Die Projektion auf eine weisse Fläche (Bild: zvg) konnten mehrere Personen gleichzeitig beobachten. Wie die Sternwarte in ihrer Mitteilung schreibt, lohnt es sich, die Brillen zu behalten: Bereits am 2. August 2027 kommt es zur nächsten Sonnenfinsternis. (tz) |
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Für allfällige Gisi-Räumung reicht Strafanzeige nicht: Der Streit um die besetzte «Gisi» ist seit letzter Woche um ein Kapitel reicher: Die Terresta AG hat nach wiederholtem Ablauf der gesetzten Auszugsfristen Strafanzeige gegen die Besetzer:innen eingereicht. Für eine allfällige Räumung reicht dies indessen noch nicht, wie die «Winterthurer Zeitung» schreibt. Es fehlt laut Stadtpolizei ein Räumungsgesuch oder eine gerichtlich erwirkte Räumungsanordnung. Auf Anfrage gegenüber der «Winterthurer Zeitung» schreibt Ariel Leuenberger, Kommunikationsleiter der Terresta AG: «Bis zu einer allfälligen Räumung sind weitere juristische Schritte nötig, die wir jetzt vorbereiten.» Casinotheater testet neue Hörhilfe: Ab September bietet das Casinotheater Menschen mit Hörbeeinträchtigung eine neue Möglichkeit während der Veranstaltungen. Eine Hörhilfe von accessify.live überträgt den Ton auf das Mobiltelefon von Nutzenden,der direkt abgerufen werden kann. Die Lösung wird bis Ende Januar getestet, schreibt punkt4info und ergänzt die bestehende Hörschlaufe, die in den Reihen zwei bis acht genutzt werden kann. Der Test läuft vorerst bis Ende Januar. |
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Winti weiss...warum die Töss manchmal trüb ist
 | …warum die Töss manchmal trüb ist Die SBB-Baustelle für das Mehrspur-Projekt vor den Toren unserer Stadt ist seit einigen Monaten entlang der Zugstrecke nach Zürich nicht mehr zu übersehen. In letzter Zeit hat sich auch etwas in der Töss verändert: Das Flüsschen Kempt hat manchmal braunes, trübes Wasser in die Töss gebracht, wodurch sie auch trüb wurde. Einige Lesende vermuteten bereits, dass die Verunreinigungen von der Mehrspur-Baustelle her kommen. Die SBB bestätigt das auf Anfrage. Das Flüsschen Kempt wird im Zuge des Bauprojekts verschoben und revitalisiert. Die SBB schreibt auf Anfrage, dass es sich bei den Trübungen in der Kempt «nicht um Schadstoffe, sondern um schwimmende Feinteile wie Sand oder Schlamm» handelt, die im Zuge der Bauarbeiten entstehen. Aufgrund der aktuellen Arbeiten am Fluss sind auch bei der Eisenbahnbrücke über die Töss solche ungefährlichen Eintrübungen möglich. Die SBB schreibt: «Wir setzen alles daran, die Eintrübung so gering wie möglich zu halten». |
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| Die Kempt bringt immer wieder trübes Wasser in die Töss. (Bild: zvg) |
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Ich muss ehrlich sagen: Ob trüb oder nicht, die Töss lädt nicht gerade zum Baden ein. Sowieso stresst es die hitzegeplagten Fische zusätzlich, wenn Mensch und Hund im seichten und warmen Wasser umhergumpeln. Hoffen wir mal, dass der Regen am Sonntag hält, was er verspricht… Bis bald und hebs guet, Gioia |
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