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| | Guten Morgen und einen guten Start in die neue Woche! 40 Jahre lang fertigte Christine Nünlist in ihrer Werkstatt an der Steinberggasse Schuheinlagen. Nun hört sie auf, doch für gesunde Füsse ist weiterhin gesorgt. Tizian hat nachgefragt, wer künftig für den richtigen Halt sorgt. |
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| Hier drückt nichts. Roger Weber wird auf nächstes Jahr die Kund:innen von Fussorthopädin Christine Nünlist übernehmen. (Bild: Robyne Dubief) |
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| Sie sorgt seit 40 Jahren für den gesunden Tritt ‒ und hat einen Nachfolger |
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| Christine Nünlist fertigt seit 40 Jahren Schuheinlagen ‒ jetzt hört sie auf. Doch das Handwerk verschwindet nicht aus Winterthur. Roger Weber übernimmt alte und neue Kundschaft und spannt dafür mit einem Schuhmacher in der Altstadt zusammen. von Tizian Schöni |
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| Durch zwei Bogenfenster dringt Morgenlicht in den winzigen Raum an der Steinberggasse 33. Er ist kaum zwei Meter hoch. In einer Ecke ist eine Gasheizung, in der anderen steht die Werkbank von Christine Nünlist. Seit vier Jahrzehnten fertigt die Fussorthopädin hier für ihre Kund:innen Schuheinlagen von Hand ‒ und lindert so mit gezieltem Stützen und Betten Schmerzen in Fersen, Rücken oder Knien. Nun will sie sich per Ende Jahr aus dem Geschäft zurückziehen. Deshalb ist auch ihr Nachfolger Roger Weber in die Werkstatt gekommen. Er wird die treue Kundschaft von Christine Nünlist ab 2027 übernehmen. Christine Nünlist stammt aus einer wahren Schuhmacher-Dynastie. Schon der Grossvater hatte das Handwerk erlernt, die Eltern führten zwei Schuhgeschäfte in Töss und eines am Obertor. Mit den Einlagen angefangen habe ihr Vater ‒ er entwickelte dünne Einlagen, die besonders bei Frauen beliebt waren. Dazu muss man wissen: Orthopädische Einlagen und auch die Schuhe waren damals grob. «Schwarz oder braun, klobig und knöchelhoch», beschreibt Roger Weber. Ein krasser Widerspruch zur Mode: «Damals hat man elegante Schuhe getragen», sagt Christine Nünlist. Ihr Vater habe die Einlagen günstig verkauft ‒ unter der Bedingung, dass die Kundinnen zurückkämen und berichteten, ob ihr Leiden besser werde. «So lernt man das Handwerk», sagt Roger Weber und nickt. |
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| «Hallux valgus» heisst der nach aussen geneigte grosse Zeh ‒ Fussorthopäd:innen können die Schmerzen der Fehlstellung mit ihren Einlagen lindern. (Bild: Robyne Dubief) |
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| Eines Tages sei ihr Vater zu ihr gekommen und habe gesagt: «Du, das hätte Zukunft». Er habe sie auf keinen Fall überreden wollen, sagt Christine Nünlist. «Selbst hatte mein Vater keine Wahl, er musste Schuhmacher werden. Deshalb war es ihm sehr wichtig, dass er mich nicht ‹überschnurret›.» Sie hätten ein Jahr zusammen gearbeitet, die Tochter sollte sich danach entscheiden. Sie machte weiter. «Zuerst habe ich dann aber noch drei, vier Jahre Schule gegeben», sagt Chistine Nünlist. Zusätzlich arbeitete sie am Sonntag im Restaurant Obergass in der Küche. So sparte sie genügend Geld, um sich als Fussorthopädin mit eigenem Laden selbständig zu machen. 1986 zog sie in ihre Werkstatt an der Steinberggasse 33 ein. «Irgendwann haben mich dann die Ärzte entdeckt», sagt die Orthopädin. Sie hätten viele Frauen zu ihr geschickt, die Christine Nünlists feine, elegante Einlagen schätzten. Heute zählt die Fussorthopädin 700 bis 800 Stammkund:innen. |
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| 40 Jahre lang fertigte Christine Nünlist in ihrer Werkstatt an der Steinberggasse Schuheinlagen. Ihre Spezialität: Besonders feine Exemplare für elegante Schuhe. (Bild: Robyne Dubief) |
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| Obwohl es ihr zeitweise gut gelaufen sei, musste Christine Nünlist ihre AHV-Rente bis ins Alter von 69 Jahren aufschieben. Irgendwann habe sie den Laden nur noch am Morgen oder auf Anfrage geöffnet. Jetzt ist sie 75 und denkt ‒ wohlverdient ‒ ans Aufhören. Schlechte Nachrichten für die Kundschaft also? Mitnichten. Denn Roger Weber versuchte gleichzeitig, in Winterthur Fuss zu fassen. Der gelernte Orthopädie-Schuhmachermeister wohnt seit 25 Jahren in der Stadt und führt ein Geschäft in Wetzikon. Er meldete sich bei Christine Nünlist. Zuerst habe er nach einer Möglichkeit gesucht, das Ladenlokal weiterzuführen. Verschiedene Varianten hätten allerdings nicht funktioniert. Nun ist eine Lösung gefunden: Weber kann sich bei Gianfranco Fulginiti, dem Schuhmacher an der Stadthausstrasse, einmieten. Dort wird er jeweils am Montagnachmittag weiter für die Kund:innen von Christine Nünlist vor Ort sein. |
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| Ende Jahr wird Christine Nünlist ihr Atelier räumen, danach will die Genossenschaft, der das Haus gehört, sanft renovieren. (Bild: Robyne Dubief) |
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| Das Geschäft mit orthopädischen Schuheinlagen ist nicht einfacher geworden. Lange war es vom Handwerk dominiert, heute drängen grosse Firmen in den Markt, die ihre Produktion zentralisieren und nur noch Verkaufspunkte betreiben. Roger Weber hat früher selbst bei einer gearbeitet. Lange blieb er dort nicht. «Mir liegt das individuelle, das menschlich-persönliche», sagt er. Das passt gut zu Christine Nünlists Stammkund:innen, die genau das schätzen. |
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| | | | Zwei mutmassliche Sockendiebe nach Flucht festgenommenAm Freitagnachmittag sollen zwei Männer in der Winterthurer Altstadt Socken gestohlen haben und vor der Polizei geflüchtet sein. Wie die Stadtpolizei Winterthur mitteilt, konnten die beiden muttmasslichen Ladendiebe im Alter von 39 und 43 Jahren kurz darauf festgenommen werden. Die Ermittlungen laufen. |
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| | Erfolg der Standschützen Oberwinterthur in GenfAm Samstag fand in Genf das Historische Escalade-Schiessen statt. Dieses erinnert an die erfolgreiche Abwehr des Genfer Überraschungsangriffs von 1602. Die Standschützen Oberwinterthur erreichten den ersten Rang im Gruppenwettkampf über 300 Meter mit 414 Punkten, wie aus der Rangliste zu entnehmen ist. In der Einzelwertung gewann Nick Geissler die Kategorie Standardgewehr mit 71 Punkten. Samuel Christen belegte mit 72 Punkten den zweiten Rang in der Kategorie Ordonnanzgewehr. |
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| | Weitere Kurz-NewsSpurensicherung in der Apotheke: Am Freitagmorgen meldete die «Nature First»-Apotheke in der Marktgasse einen Einbruch. Dies gibt die Kantonspolizei auf Anfrage bekannt. Vorübergehend war das Ladenlokal mit einem Band der Spurensicherung abgesperrt gewesen. Die Diebe hätten es auf den Inhalt der Kasse abgesehen gehabt. (tz) Neue Selbsthilfegruppen: In der Region Winterthur gibt es über 100 Selbsthilfegruppen zu unterschiedlichen Themen. Während sechs Gruppen wegen zu weniger Teilnehmender pausieren, entstehen neue Angebote etwa zu Hochbegabung, Lipödem, Nervenerkrankungen und Trauma, wie die Selbsthilfe Winterthur Schaffhausen meldet. Weitere Gruppen starten auch online. Mehr Infos findet ihr auf der Seite der Selbsthilfe Winterthur Schaffhausen. «Rockstar Matthias»: Künstler und Regisseur zu Gast im Cameo: Der Dokumentarfilm «Rockstar Matthias» porträtiert den Künstler Matthias Noser, der seit seinem 15. Lebensjahr mit paranoider Schizophrenie lebt. Regisseur Christoph Rahm lernte ihn vor über 25 Jahren kennen, als er als Psychiatriepfleger arbeitete. Seither verbindet die beiden eine langjährige Freundschaft. Am Mittwoch um 19 Uhr wird der Film im Kino Cameo gezeigt. Anschliessend sprechen Rahm und Noser über dessen Inhalt. |
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| | Zum zwanzigsten Mal öffnet die Jungkunst ihre Pforten
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| Bereits zum zwanzigsten Mal gibt die Jungkunst in Winterthur Einblick ins nationale Kunstschaffen. (Bild: Andreas Kiener) |
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| Zum zwanzigsten Mal öffnet die Jungkunst ihre Pforten Vom 22. bis 25. Oktober findet erneut die Jungkunst in Neuhegi statt. Was sich dieses Jahr ändert: Aus der Messe wird eine Ausstellung. «Durch das Wegkommen vom Verkauf steht die Kunst stärker im Vordergrund. Den Kunstkiosk, eine Art Museumsshop, gibt es aber weiterhin», sagt Loana Lenz, eine der beiden künstlerischen Leiterinnen. Welche Kunst gezeigt wird, darüber entscheidet ein vierköpfiges Kuratorinnenteam, dessen Wohnorte über die ganze Schweiz (Basel, Bern, Lausanne) verteilt sind. Dieses Jahr wählte es aus rund 450 Dossiers 22 Werke aus. Dabei achtete es auf die Vielfalt der Kunstformen, die thematische Diversität und darauf, dass die Werke untereinander ein stimmiges Ganzes ergeben. Bereits zum zwanzigsten Mal gibt die Jungkunst in Winterthur Einblick ins nationale Kunstschaffen. Warum gerade die Eulachstadt dafür geeignet ist? Loana meint: «Winterthur schafft es einfach, kulturelle Festivals mit Strahlkraft über die Stadt hinaus über Jahre zu erhalten.» |
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| | Mehr dazu liest du im aktuellen Coucou Kulturmagazin. Diese Rubrik wird durch das Kulturmarketing der Stadt Winterthur unterstützt. |
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| | Ob mit oder ohne Einlage: Bleibt auf dem richtigen Weg – und lasst euch nicht aus den Schuhen kippen! Bis bald, Yvonne |
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