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| | Guten Morgen aus Stadel Die Stadler:innen kämpfen seit Jahrzehnten für eine Busverbindung in ihre Aussenwacht. Bis heute ist daraus nichts geworden. Patrizia und Thomas erzählen uns, was Stadel auch ohne ÖV zum lebenswerten Ort macht. |
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| 321 Menschen kommen in Stadel ohne ÖV-Anschluss aus. (Bild: Alex Eichmann) |
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| Stadel: ein Schloss, viele Reben und immer noch kein Bus |
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| In der Aussenwacht Stadel finden viele Ruhe und schöne Natur. Zwei Stadler:innen erzählen, wie sie mit dem fehlenden ÖV umgehen, was die Jugend umtreibt und warum die Mörsburg nicht aus dem Dorf wegzudenken ist. von Gioia Jöhri |
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| Noch nie waren die Stadler:innen einer Busstation so nahe wie 2010. Der Winterthurer Gemeinderat (heute Stadtparlament) beschloss damals, dass Stadel den langersehnten Bus erhalten soll. Doch dann geschah: nichts. Als 2012 noch kein Konzept vorlag, war allen Stadler:innen klar, dass der Bus wieder gestorben war. Und 2014 hiess es endgültig: Der Bus ist zu teuer. |
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| Patrizia und Thomas Mutter zusammen mit ihrem Nachbarsbub vor der Mörsburg. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| | «Hier fährt halt auch noch die 93-Jährige mit dem Auto. Was bleibt einem anderes übrig?» Thomas Mutter, Stadler |
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| Die Sekundarschülerin Patrizia Mutter (wir berichteten) nahm vergangenes Jahr einen neuen Anlauf und startete eine Petition. Ein Drittel der über 320 Stadler:innen unterschrieben damals. Getan hat sich bis heute wenig. Patrizias Vater Thomas Mutter ist im Ortsverein engagiert und nahm gerade wieder an der städtischen Verkehrskonferenz teil. «Es ist immer dasselbe: Es sei zu teuer», sagt er resigniert. «Hier fährt halt auch noch die 93-Jährige mit dem Auto. Was bleibt einem anderes übrig?» Patrizia hat zwar noch Hoffnung, wenn auch nicht für sich: «Wenn überhaupt mal ein Bus kommt, dann bin ich schon lange aus der Schule», erklärt sie. Das nächste Mal wolle sie auf jeden Fall auch an der Verkehrskonferenz teilnehmen. |
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| In Stadel finden sich einige schmucke Riegelhäuser. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Familie Mutter ist seit 2013 in Stadel. «Mit dem Bauboom in Oberi, kam auch Stadel wieder in den Blick. Da lohnte sich das Bauen hier auch wieder», sagt Thomas Mutter. Und so günstig wie hier in Stadel hätten sie in Winterthur sonst nirgends ein Haus mit Umschwung kaufen können. Trotzdem stehen heute noch viele Häuser im Dorf leer. Thomas Mutter vermutet, dass es an der schlechten Erreichbarkeit und den strikten Vorlagen des Denkmalschutzes liegt. In Sichtweite ihres Gartens liegt das ehemalige Restaurant Frohsinn. Seit Jahren steht es leer, weil sich die Immobilien- und Baufirma mit der Denkmalpflege darum streiten, ob ein Neu- und Umbau möglich ist. Die Familie Mutter glaubt nicht, dass in nächster Zeit etwas passiert. Von den drei geplanten Reihenhäusern sei erst eines sicher verkauft. |
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| Ob dieses Bauprojekt noch zustande kommt, ist derzeit unklar. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Die Stadler Kinder gehen zusammen mit den Reutlinger:innen und vereinzelten Oberwinterthurer Kindern in den Kindergarten und die Schule. Der Chindsgi war zwischenzeitlich geschlossen, konnte aber dank dem Engagement des Ortsvereins im Jahr 2010 wieder öffnen. Stolz ist man im Dorf auf die Mörsburg, die selbstbewusst im Logo des Ortsvereins prangt und wo sich die Stadler:innen von Zeit zu Zeit ein Glas Wein gönnen. Leben ins Dorf bringen auch das kleine Café Glanzhüsli und das Stadel-Beizli, eine ehemalige Besenbeiz, am Dorfrand. Obwohl in dieser, laut Familie Mutter, nicht so viele Einheimische anzutreffen seien. Dass Auswärtige den Weg nach Stadel finden, zeigt sich auf dem Parkplatz beim Golfplatz unter der Mörsburg: Dort dominieren Autoschilder aus St.Gallen, Thurgau und dem Aargau. |
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| Golfliebhaber:innen schätzen den Golfplatz unter der Mörsburg. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| «Golfen ist nicht so meins», sagt Thomas Mutter lachend. Er geniesse die Natur und die Weinberge rund um Stadel. Patrizia findet das eher langweilig. Ihren Hobbys geht sie in den umliegenden Dörfern oder in Oberwinterthur nach. «In Stadel würde ich mir mehr Gleichaltrige wünschen», sagt sie. Thomas würde sich generell über mehr Zuzüger:innen freuen, die sich aktiv im Ortsverein beteiligen. «Viele ziehen halt nach Stadel, weil sie Ruhe suchen», sagt er. Vielleicht würde ein Busanschluss oder die Wiedereröffnung des «Frohsinn» wieder mehr Leute nach Stadel bringen. Mit beidem ist jedoch in naher Zukunft nicht zu rechnen. |
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| | | | Mit der ZVV-App profitieren Unterwegs im Sommer? Jetzt lohnt es sich für dich besonders: Noch bis zum 16. August 2026 gibt es den ZVV-9-Uhr-Tagespass in der ZVV-App zum halben Preis. |
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| | | | Stadt verfehlt Ziel bei neuen gemeinnützigen WohnungenEnde 2024 haben wir über die Initiative «Wohnen für alle» der SP abgestimmt. Die Initiative kam nicht durch, der Gegenvorschlag des Stadtrats jedoch schon. Die Verordnung, die daraus entstanden ist, sieht vor, dass bis 2040 jährlich 120 gemeinnützige Wohnungen in Winterthur entstehen sollen. Dieses Ziel wurde nun im ersten Jahr bereits verfehlt, wie der Regionalverband Winterthur-Schaffhausen des Verbandes Wohnbaugenossenschaften Schweiz mitteilt. Laut dieser Zwischenbilanz sind seit dem 1. Juli 2025 nur 83 weitere Wohnungen im Besitz von gemeinnützigen Wohnbauträgern. |
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| | Sonnenfinsternis in der Sternwarte EschenbergIn einer Woche, am Mittwoch 12. August, kommt es in Europa zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Die Sternwarte Eschenberg öffnet deshalb ausserordentlich bereits ab 15 Uhr ihre Türen, damit Interessierte die Sonne und ihre Aktivitäten durch Teleskope mit Sonnenfiltern beobachten können. Der Höhepunkt der Sonnenfinsternis wird gegen 19 Uhr erwartet. Geöffnet wird die Sternwarte jedoch nur bei gutem und klarem Wetter. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Sternwarte. |
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| | Zwei Auszeichnungen an der Bachtelschwinget: Die Winterthurer Schwinger Niklas Frauenfelder und Christian Lanter durften am 1. August mit Auszeichnungen aus Hinwil heimkehren. An der 92. Bachtelschwinget auf der Meiliwiese in Hinwil zeigten 60 Schwinger ihr Können, darunter auch nationale Grössen wie Armon Orlik. Der Winterthurer Niklas Frauenfelder erreichte mit 56 Punkten den Rang 6b, während Christian Lanter sich mit 55,25 Punkten noch auf Rang 9d platzieren konnte. Wilde Katzen in Töss eingefangen: Expert:innen schätzen, dass in der Schweiz mehr als 200’000 streunende Katzen leben. Gerade in Städten komme dies häufig vor, so auch in Winterthur, wie der Landbote berichtet. Konkrete Zahlen für die Stadt können die Behörden jedoch nicht nennen. Erst kürzlich hat eine Tierschutzorganisation bei der Velo-Sammelstelle der Brühlgut Stiftung in Töss nach Meldungen von Anwohnenden vier streunende Katzen einfangen können. Streunende Katzen sind nicht nur ein Problem für die Biodiversität in ihrem Revier, sondern leiden auch unter Verwahrlosung und Krankheiten durch unkontrollierte Vermehrung.
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| Radio Stadtfilter goes MFW Festivalradio Radio Stadtfilter bringt die Steibi zu dir! Die hottesten Acts im Interview, die spannendsten Hintergrundinfos und der nerdigste Musiktalk jeden Abend aus dem gemütlichen Radiocontainer auf dem Kirchplatz. Am Freitag, 7. August, wird die Winti-Night sogar in voller Länge übertragen! Das Stadtfilter-Festivalradio vom 5. bis 13. August, 18 - 19 Uhr. Live am Radio und im blauen Container unter der Schlemmerei. Dort, wo der Lamettavorhang im Wind weht. |
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| Kühlende Bilder aus der Vergangenheit |
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| Gefrorene Eulach beim Wiesenwuhr in Wülflingen, Februar 1956. (Bild: bildarchiv.winterthur.ch) |
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| Mit Temperaturen weit über 30 Grad im Schatten werden wir hierzulande derzeit nicht nur von Hitzewellen überrollt, sondern auch von Ratschlägen, wie man einen kühlen Kopf bewahrt. Eine Studie der Hochschule Luzern hat sich mit der gefühlten Temperatur in Innenräumen beschäftigt und interessante Ergebnisse an den Tag gebracht. Die Forscher:innen haben festgestellt, dass Gerüche eine überraschend grosse Rolle für unser thermisches Wohlbefinden spielen. Im Raum versprühter Menthol-, Minze-, Zitronen- oder Rosmarinduft ein pseudokühlendes Gefühl erzeugt. Die Bilder aus dem Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken haben zwar (in der Regel) keinen Geruch, und duften schon gar nicht nach Menthol, Minze, Zitrone oder Rosmarin. Doch vielleicht hat ja auch der Anblick von Bildern wie jenem der vereisten Eulach im Winter 1956 eine pseudokühlende Wirkung auf uns. Damals wurde ganz Europa von einer Kältewelle erfasst, und der Februar 1956 gilt vielerorts als der kälteste Einzelmonat seit Beginn der Messungen. In Paris war es kälter als am Nordpol, an der Côte d’Azur schneite es, und die Schiffe auf Meer und Rhein blieben im Eis stecken. Auch in Winterthur sanken die Temperaturen während mehreren Wochen auf minus 20 Grad, eine Herausforderung für Mensch und Tier. Es kam vermehrt zu Bränden, verursacht durch unsachgemässes Aufwärmen von eingefrorenen Wasserleitungen oder Entsorgen von noch glühender Asche. Am meisten litten die Wildtiere, die zu Hunderten der Kälte und dem Hunger zum Opfer fielen. Doch zurück zum Bild der gefrorenen Eulach. Schau es dir nochmals einen Moment lang an. Spürst du die Abkühlung? |
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| | Unter der Rubrik «Geschichte vor Ort» schreiben verschiedene Autorinnen und Autoren aus dem Geschichtennetzwerk Winterthur. Regula Geiser ist Historikerin und betreut das Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken. |
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| | Die gefrorene Eulach ist wahrlich ein kühlender Anblick. Meinst du, wir erleben in Winterthur nochmals einen Winter mit minus 20 Grad? Ein Winter mit ein bisschen Schnee würde ja schon reichen, minus 20 Grad kalt muss nicht unbedingt sein… Bis bald und hebs guet, Gioia |
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