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| | Guete Morge Sunneschi ☀️ Ei, was ein Wetter. Geil! Sorry, das musste kurz raus. Also, kommen wir zum Eigentlichen. Nicht über Geld zu reden ist ja noch immer eine gutbürgerliche Tugend. Einer, der sich dem aber nicht entziehen kann, ist Finanzvorsteher Kaspar Bopp. Er kombiniert das auch gleich noch mit etwas anderem, das vielen Leuten unangenehm ist – vor Publikum sprechen. Bopp stellte gestern die Rechnung der Stadt vor. Tizian Schöni war für euch vor Ort und hat sich die wichtigsten Zahlen notiert.
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| Noch steht ihm die Freude ins Gesicht geschrieben: Kaspar Bopp (SP) durfte einen Überschuss von knapp 64 Millionen Franken präsentieren. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Sanierungsmassnahmen für die Stadtkasse ab 2027 |
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| Zum zweiten Mal in Folge konnte Finanzvorsteher Kaspar Bopp (SP) einen zweistelligen Millionenbetrag als Überschuss verbuchen. Weniger rosig sieht es laut dem Stadtrat in der Zukunft aus. Auf das Budget für das nächste Jahr bereitet das Finanzamt «Sanierungsmassnahmen» vor. von Tizian Schöni |
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| Sie sorgte schon in Wetzikon, Bülach, Horgen oder Wädenswil für satte Überschüsse. Nun schliesst auch die Winterthurer Rechnung dank einer Rückzahlung des Kantons überraschend positiv ab. Die Rede ist von den sogenannten «Versorgertaxen». Wenn Eltern ihre Kinder in einem Heim platzieren lassen müssen und sie nicht selbst für die Kosten aufkommen können, übernimmt die Gemeinde. Das war seit den 60er-Jahren so. Bis das Bundesgericht 2016 entschied, dass auch der Kanton einen Teil der Kosten zu tragen habe. Rückwirkend musste dieser deshalb hunderte Millionen Franken an fast alle Gemeinden zurückzahlen. Auch an Winterthur: Knapp 40 Millionen Franken erhielt die Stadt deshalb einmalig aus der Kantonskasse. |
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| | «Der Druck auf unseren Finanzhaushalt nimmt zu.» Kaspar Bopp, Stadtrat |
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| «Wir haben damit gerechnet, aber nicht in diesem Jahr», sagte Finanzvorsteher Kaspar Bopp (SP) gestern im Superblock. Weitere 17,4 Millionen Franken kommen aus unerwartet höheren Steuereinnahmen von Privaten und Firmen. Die grössten Mehrausgaben stammen aus den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit. Er nenne diese drei nicht zum ersten Mal, sagte Kaspar Bopp, und präsentierte den Anstieg: Gesamthaft gibt die Stadt in diesen Bereichen heute 100 Millionen Franken mehr aus als 2022. Diese Kosten sind es, die dem Stadtrat Sorgen machen. «Der Druck auf unseren Finanzhaushalt nimmt zu», sagte Bopp und verwies auf den Finanz- und Aufgabenplan (FAP), der jeweils auf vier Jahre hinaus eine Prognose wagt. Dort zeigen die Ausgaben in den beiden Departementen steil nach oben. Zwar wachsen auch die Steuereinnahmen von Jahr zu Jahr, leider aber weniger stark als die Kosten. «Strukturelles Defizit» nennt sich diese Situation, in der die laufenden Erträge die Aufwände nicht mehr decken. Für die Jahre 2027 bis 2029 rechnet der FAP mit einem Minus zwischen 37 und 61 Millionen Franken jährlich. |
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| Pro Kopf zahlt die Stadt für Bildung und Soziales fast 700 Franken mehr als noch vor vier Jahren. (Grafik: WNTI) |
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| Der Stadtrat wolle «die Mittel stark priorisieren», sich für eine «faire Lastenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden» einsetzen ‒ und auf das Budget 2027 «Sanierungsmassnahmen» vorlegen, sagte Kaspar Bopp. Auf Konkreteres, etwa ob eine Steuererhöhung im Raum stehe, wollte sich der Finanzvorsteher nicht einlassen. «Da sind sie etwa drei Schritte zu früh», sagte er zu den Medienleuten im Stadtratssaal. Die Parteien kommentierten umgehend: Grüne und EVP schrieben, ein Massnahmenpaket dürfe auf keinen Fall zulasten der «sozial Schwachen» gehen. Die FDP lehne eine Steuererhöhung klar ab. Winterthur habe bereits einen «massiv hohen» Steuerfuss. Tatsächlich ist es der dritthöchste im Kanton. Eine zweite Baustelle ist laut den bürgerlichen Parteien der «Schuldenberg». Einen Abbau, wie von der FDP in einer Initiative verlangt, stellte Kaspar Bopp aber nicht in Aussicht. Im Gegenteil: Laut Finanz- und Aufgabenplan beabsichtigt die Stadt bis 2029, zusätzlich 550 Millionen Franken an Fremdkapital aufzunehmen. Anders wären anstehende (und beschlossene) Investitionen, etwa in die Erneuerung der Kehrichtverwertungsanlage, den Ausbau der ARA Hard oder in die Sanierung diverser Schulhäuser auch nicht zu stemmen. Ein klein bisschen dürfte der Finanzvorsteher bei seiner Präsentation trotzdem an die Bürgerlichen gedacht haben: Schon mit der ersten Folie stand in grossen Lettern, dass durch den verbuchten Überschuss auch die Schuldenbelastung sinke. |
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| | | | Nächster Schritt in den BusstreikverhandlungenWie die Gewerkschaft VPOD und das Departement Technische Betriebe der Stadt in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben, haben sich Vertreter:innen der beiden Streitparteien am 2. April zu erneuten Verhandlungen getroffen. Dabei scheint es zu einer Einigung gekommen zu sein. Zentrale Themen seien die «Minusstunden-Problematik» und ein neues Modell für Abendzulagen gewesen. Die vorgeschlagenen Verbesserungsvorschläge seien bei der Personalversammlung auf Zustimmung gestossen. Sie habe im Gegenzug einen Streikverzicht bestätigt. Nun wollen die beiden Parteien in den nächsten Tagen eine Vereinbarung aushandeln. Diese soll dann bis Ende Juli umgesetzt sein. |
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| | Kurz-NewsMigros baut Rosenbergfiliale um: Wie die Detailhändlerin in einer Mitteilung schreibt, modernisiert sie ihre Filiale im Einkaufszentrum Rosenberg. Die Arbeiten sind gestern gestartet. Auch das Migros-Restaurant wird zwischen dem 15. Juli und dem 31. August umgebaut. In der Zwischenzeit ist es geschlossen. Grund für den Umbau seien «der erforderliche Ersatz der Gebäudetechnik von Supermarkt, Restaurant und Hausbäckerei». Sommer ohne Sommerbar: Wie das Salzhaus auf Anfrage mitteilt, wird es die Sommerbar dieses Jahr nicht geben. Der Grund dafür ist einfach: Im Rahmen der Bauarbeiten des Projekts «MehrSpur Zürich–Winterthur» baut die SBB unter der Strasse zwischen Salzhaus und Bolero einen Entwässerungskanal. Die Baustelle beansprucht auch einen Teil des Salzhausareals, auf dem die Sommerbar ihren angestammten Platz hat. Stattdessen seien einzelne Konzerte und Partys in Planung. Theaterverein wählt neuen Präsidenten: An der 69. Generalversammlung des Theatervereins Winterthur trat Martin Bernhard als Präsident und Vorstandsmitglied zurück. Neu wird das Amt von Christian Meier ausgeführt. Das geht aus dem Protokoll der Versammlung hervor. Der Theaterverein Winterthur hat die Förderung des hiesigen Theaters zum Ziel, sowie die Winterthurer Bevölkerung «auf das breit gestreute Theaterangebot in unserer Stadt hinzuweisen». Er tut das unter anderem mit der «applaus!‑Karte», mit der seine Mitglieder ausgewählte Vorstellungen zum halben Preis besuchen können. |
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| Du gehörst ins Museum. Ob neugierig, inspiriert oder in Entdeckungslaune: Die Zürcher Museen laden dich ein, Neues und Überraschendes zu erleben. Tauche ein in die Welt der Kunst, der Geschichte, der Wissenschaft oder des Designs. 60 Museen – so vielfältig wie die Menschen unserer Stadt. Entdecke spannende Geschichten, überraschende Perspektiven und Orte, die begeistern. |
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| Die Göttin, die der Stadt zu teuer war
 | Die Göttin, die der Stadt zu teuer war Gestern Morgen bin ich auf dem Weg zur Redaktion am Stadthaus vorbeigeradelt und liess fahrlässig meinen Blick von der Strasse zur ukrainischen Fahne schweifen, die seit 2022 dort hängt. Von da wanderte er weiter zu den Figuren, die den Giebel des klassizistischen Baus zieren. Wer ist die Frau, die in dessen Mitte, von zwei Greifen flankiert, über der Stadt thront? |
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| Ein griechische Glücksgöttin für Winterthur. (Bild: Förderverein Semper Stadthaus) |
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| Vitodura ist eine Tyche, eine altgriechische Glücksgöttin. Sie war bereits in der Antike aus offensichtlichen Gründen eine beliebte Stadtgöttin. Die Pläne für das Winterthurer Stadthaus stammen aus der Feder des deutschen Architekten Gottfried Semper. Als Vertreter des Historismus huldigte er nicht nur mit dem Bau seinen antiken Vorbildern, sondern auch mit den krönenden Skulpturen. Ihr Name ist an die erste namentliche Erwähnung Winterthurs angelehnt. Neben Vitodura stehen zwei Greife. Mythologische Kreaturen, halb Löwe, halb Adler, die für Stärke und Wachsamkeit stehen. Auf der Nordseite des Gebäudes wacht eine Pallas Athena über die Winterthurer Demokratie. Zumindest tat die griechische Göttin der Weisheit das, bis die Stadtverwaltung umzog. Immerhin dient ihr Speer noch immer als Blitzableiter, sollte ihr Vater mal einen erzürnten Blick auf Winterthur werfen. Sinnbild statt Gottheit Wobei sie laut dem Förderverein Semper-Stadthaus gar keine Göttin sei, sondern ein «Sinnbild für den urbanen Fleiss und die städtische Prosperität». Etwas ironisch, wenn man bedenkt, dass die Stadt bereits zweimal aus finanziellen Bedenken Gelder zur Wiederinstandsetzung der Winterthurer Nichtgöttin gestrichen hatte. Denn die Figuren standen nach Abschluss der Bauarbeiten 1869 nur knapp 45 Jahre auf dem Dach des Stadthauses. 1915 stellte sich heraus, dass der verwendete Sandstein nicht wetterbeständig war. So mussten Vitodura und ihre Gefährtinnen abziehen. «Kein Geld für Schmuck» Es war zwar geplant, die Statuen durch Replikate aus Kunststein zu ersetzen. Doch beim Erweiterungsbau 1936 verzichtete die Stadt darauf. Die Geldbörse war zu schmal. Ähnlich war es auch 2002, als die Stadt die Fassade des Gebäudes renovierte. Eigentlich waren 650’000 Franken dafür vorgesehen gewesen, Vitodura, Athena und ihre geflügelten Bewacher wieder auferstehen zu lassen. Die Stadt strich den Posten dann aber aus dem Budget. Der Landbote zitierte sie damals: «Die Stadt habe kein Geld für Schmuck.» |
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| Seit 2005 wieder zurück an alter Wirkungsstätte. (Bild: wikicommons) |
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| Der Architekt Johann Frei gründete daraufhin 2003 den Verein Förderverein Semper Stadthaus und sammelte privat Geld. Zwei Jahre später war der Verein am Ziel. 300 Leute begrüssten die neuen Statuen des Winterthurer Steinbildhauers Gregor Frehner bei einer feierlichen Einweihungsfeier. Seither blicken die Figuren wieder über die Stadt. Und werden im Gegenzug fragend angeschaut. Zumindest von Velo fahrenden Lokaljournalisten. |
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| | Vitodura zeigt dir die Stadt |
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| Unter dem Titel «8400 – Vitodura packt aus!» veranstaltet der Frauenstadtrundgang Winterthur dieses Jahr dreimal einen theatralischen «Streifzug durch 750 Jahre Stadtgeschichte». Dafür steige die Götti vom Dach des Stadthauses und richte ihren kritisch-humorvollen Blick auf gesellschaftliche Umbrüche und ihre Auswirkungen.
Für die Rundgänge muss ein Ticket gelöst werden. Sie finden an diesen Daten statt: 26.04.2026, 11:00 Uhr 20.06.2026, 17:00 Uhr 06.09.2026, 11:00 Uhr |
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| | | Ob Geld, Glück oder Weisheit: Ich wünsche dir einen gesegneten Tag. Und falls es gerade nicht so läuft, denk daran: Nichts ist in Stein gemeisselt. Ausser Statuen von Göttinnen. Aber selbst die sind nicht vor der Vergänglichkeit gefeit. Bis bald, Sebastian von WNTI |
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