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Buongiorno Winterthur «Die Atmosphäre ist entspannt, unkompliziert, einfach ohne Tam-Tam!», so beschrieb eine besorgte WNTI-Leserin das Bocciodromo in Veltheim. Sie fragte, ob wir der Kündigung des Wirtes auf die Schliche kommen könnten. Tizian hat das natürlich gemacht.
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| Italienische Nachrichten aus einem zu laut eingestellten Fernseher, Pizzabrot auf dem Tresen und ein Ferrari-Modell dahinter: Das ist das «Ristorante» von Toni di Marino. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Toni di Marino muss gehen — nach 30 Jahren |
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| Seit 1996 wirtete Toni di Marino im «Ristorante» des Bocciodromo in Wülflingen. Nun hat ihm der Verein, dem die Liegenschaft gehört, gekündigt ‒ zwei Jahre vor seiner Pensionierung. von Tizian Schöni |
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| Vier ältere «Boccisti» sitzen im Schatten der Gartenwirtschaft vor ihren Crodinos und unterhalten sich angeregt auf Italienisch. Als wir näherkommen, verstummen sie. Bis wir im Innern verschwunden sind, liegen die vier Augenpaare auf uns. Dann beginnt die Unterhaltung von neuem. Am Donnerstagnachmittag ist man im Bocciodromo unter sich. Damit wird Italienisch zur Erstsprache ‒ weshalb ich das erste Mal in meiner Karriere als Lokaljournalist auf eine Übersetzerin angewiesen bin. Wir wollen zum Herrn dieser kleinen italienischen Insel mitten in Wülflingen: Toni di Marino. Bis 1996 war er Capo Pizzaiolo im Santa Lucia, danach übernahm er das Restaurant im Bocciodromo. Seither holt er hier die Pizzen aus dem Ofen, die bescheidene 20 Franken kosten, serviert Espress und schwatzt mit den Stammgästen. Oft mit seinem starken, neapolitanischen Akzent, seltener in brüchigem Schweizerdeutsch. |
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| | «Sein kleines weisses Auto, das steht eigentlich immer hier.» Rainer Gross, Präsident Verein Bocciodromo |
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| «Er arbeitet wie ein Ochse!», ruft ein langjähriger Gast, der zu uns gestossen ist, um sich für den Nachmittag zu verabschieden. Und Rainer Gross, Präsident des Vereins Bocciodromo, den wir eine Woche später am selben Ort treffen, deutet in Richtung eines Fiat 500 auf dem Parkplatz und sagt: «Sein kleines weisses Auto, das steht eigentlich immer hier.» Trotzdem ist dieses Jahr das letzte für den 63-Jährigen auf dem Ristorante. Denn der Verein hat ihm, zwei Jahre vor der Pension, auf Ende 2026 gekündigt. Wie konnte es dazu kommen? «Es hat an verschiedenen Stellen angefangen, zu ‹lödelen›», sagt Rainer Gross. Er berichtet von Preiserhöhungen des Ristorante, die bei den Mitgliedern nicht gut angekommen seien. Differenzen darüber, wer welche Arbeiten im Bocciodromo übernimmt und wer zu welchen Teilen die Kosten trägt, zum Beispiel jene der Sanitäranlagen. «Begonnen hat das schon lange vor unserer Zeit im Vorstand», sagt Gross. |
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| Die Bahnen des Bocciodromo werden gerne von Gesellschaften gemietet. Apéro und Bewirtung kommen aus dem «Ristorante». (Bild: Linus Fischer) |
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| Dazu muss man wissen: Der Verein Bocciodromo, dem die Liegenschaft gehört, setzt sich aus zwei Sportvereinen zusammen: der Unione Bocciofila Winterthur und dem Pétanque-Club Winterthur. Sie bespielen die Sand- und Kiesbahnen in der Halle und draussen neben dem Ristorante. Beide stellen je drei Mitglieder im Vorstand des Trägervereins. Rainer Gross wurde mit zwei Kollegen erst vor zwei Jahren neu in das Gremium gewählt. «Wir sind mit der Meinung getreten, den Vertrag mit Toni bis zu seiner ordentlichen Pensionierung verlängern zu wollen», sagt Rainer Gross. «Aber wir haben unsere Meinung in diesen zwei Jahren geändert.» Ende 2025 war der Mietvertrag das letzte Mal automatisch weitergelaufen, weil keine der beiden Parteien gekündigt hatte. Aber die Diskussionen über den Mietzins gab es bereits vor dem Antritt des neuen Vorstandes. Rund 80’000 Franken zahlt Toni di Marino dem Verein pro Jahr, inklusive Nebenkosten. Zu viel für den Wirt, das Mindeste für den Trägerverein, der finanziell kein grosses Polster habe. «Der Beitrag des Ristorante ist entscheidend für die finanzielle Stabilität des Bocciodromo», sagt Rainer Gross. Für die Pétanqueurs und die Boccisti kam eine Senkung des Mietzinses nicht infrage. Es hätte bedeutet, dass sich die Sportvereine ihrerseits mehr am Unterhalt des Bocciodromo hätten beteiligen müssen. Auch für die zwei Jahre bis zur Pensionierung von Toni di Marino war kein Kompromiss zu machen, im Gegenteil: Einige Mitglieder seien enttäuscht gewesen, dass man mit dem neuen Pächter, der das Lokal ab 2027 übernimmt, keinen höheren Zins ausgehandelt habe, sagt Rainer Gross.
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| Sein ganzes Arbeitsleben verbrachte Toni di Marino vor dem Pizzaofen. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Toni di Marino hingegen war nicht mehr bereit, den aktuellen Pachtzins weiterzuzahlen. Alleine am Geld dürfte es auch bei ihm nicht gelegen haben: Er berichtet von kleineren und grösseren Verwerfungen, wegen einer Sache habe man sich gar vor der Schlichtungsbehörde getroffen. Und: Er sei davon ausgegangen, dass der Verein bald eine grössere Sanierung, besonders in der Küche, vornehmen wolle. Deshalb habe er sich auch nicht auf die neue Ausschreibung beworben. «Das wollte ich nicht mehr mitmachen», sagt er. Doch nun sei diese Sanierung plötzlich vom Tisch. Rainer Gross sagt auf Nachfrage, das höre er zum ersten Mal. Der Verein habe aber mit dem neuen Pächter vereinbart, in kleinerem Rahmen in die Küche zu investieren, wenn dieser eine Zeit lang darin gearbeitet habe und wisse, was es brauche. Alte Geschichten um vermeintliche Kleinigkeiten, ein endloses Gerangel um die Miete. Das belastete alle Beteiligten. «Es ist wie in einer Beziehung», sagt Rainer Gross. Man sei irgendwann nicht mehr so grosszügig miteinander, rechne Dinge gegeneinander auf. Es habe einfach eine Veränderung gebraucht. Ein grosser Knall ist ausgeblieben. Toni di Marino wirtet noch bis zu den Weihnachtsferien im Bocciodromo, dann soll es eine «Austrinkete» geben. An diesem Nachmittag sitzt er in der Gartenwirtschaft und sagt nur: «Wenn sie es so wollen, mache ich deswegen keinen Streit.» Für die verbliebenen zwei Jahre bis zur Rente werde er schon etwas finden. |
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| | | | | Fahrerflucht in VeltheimGestern Morgen, kurz vor 8 Uhr, stürzte eine 59-jährige Velofahrerin auf der Schaffhauserstrasse, nachdem ein Fahrzeug überraschend nach rechts in die Wolfensbergstrasse abgebogen war. Das teilte die Stadtpolizei gestern mit. Die Fahrer:in fuhr davon, ohne sich um den Unfall zu kümmern und die Velofahrerin musste ins Spital gebracht werden. Die Stadtpolizei startete daraufhin einen Zeugenaufruf, um die Lenker:in ausfindig zu machen. Bis Redaktionsschluss war die Fahrer:in weiterhin nicht bekannt. |
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| | Keine Rekurse gegen Schützenwiese-Ausbau: Über den 35-Millionen-Ausbau des Stadions Schützenwiese stimmen wir erst am 27. September ab. Bewilligt ist das Bauvorhaben aber längst: Bereits im März hatte die Stadt das Projekt aufgelegt. «Bei grossen zeitlichen Abhängigkeiten oder bei dringenden Sanierungen oder Bauten kann der Baubewilligungsprozess auch vorgängig gestartet werden» schreibt Dave Mischler, Leiter des Sportamts, auf Anfrage. Dreimal sei der Baurechtsentscheid verlangt worden, es habe jedoch keine der Parteien rekurriert. Damit ist der Weg für die neuen Stirntribünen und das Garderobengebäude ‒ zumindest was die Baubewilligung angeht ‒ frei. (tz) Grundstückverkleinerungsgefahr: Die über hundertjährigen amtlichen Vermessungen in Winterthur werden optimiert, teilte das Departement Bau und Mobilität gestern mit. Die genauere Vermessung soll alte Verzerrungen beseitigen, weshalb sich einzelne Grundstücksflächen «geringfügig ändern». Ab einer Flächenänderung von einem Quadratmeter erhielten Eigentümer:innen ein Informationsschreiben. |
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| Über den Weg gelaufen: Lionel David Umbricht
 | Lionel David Umbricht, 30, aus Spycher und sein Mural «Home» |
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| Du hast eine Frau im Bett gemalt. Warum? Die Frau soll mehr Teil der Stofflandschaft sein, die sich in den Falten ergibt. Ich wollte ein ruhiges Gefühl des Nachhausekommens schaffen. Fühlt sich der Bahnhof Winterthur für dich wie ein Nachhausekommen an? Für mich nicht. Aber ich wollte ein Werk malen, mit dem sich Winterthurer:innen identifizieren können. Darum habe ich mich an der Winterthurer Geschichte mit ihrer Textilindustrie orientiert. Was soll dein Wandgemälde auslösen, wenn man ihm über den Weg läuft? Im ersten Moment soll es einfach schön sein, wenn man sich die Zeit nimmt und das ganze Bild bewusst anschaut und geniesst. Es ist ein sehr ruhiges Bild und es soll ein Kontrast bilden zum lauten Bahnhof. Wenn du König von Winterthur wärst, was wäre dein erster Erlass? Ich lasse einen Baggersee bauen. Winterthur fehlt ein Gewässer, in dem man sich gratis abkühlen kann. In der Woche, in der ich malte, war es sehr heiss und die Töss führte kaum Wasser. Ich denke, in den nächsten Jahren wird das Problem von halb leeren Flüssen und Bächen eher schlimmer als besser. (mm) |
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In der WNTI-Redaktion ist niemand wirklich spirituell, aber im Wintibrief Nr. 333 muss ich natürlich die Engelszahl für Wachstum und Unterstützung erwähnen: Zu Redaktionsschluss haben 8’547 Personen den Wintibrief abonniert. WNTI wächst und wächst! Bis bald, Linus |
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