Der «Landbote» bilanzierte über Sie «grosse Pflöcke eingeschlagen hat er nicht». Würden Sie dem widersprechen?
In meinem Departement kann man vielleicht keine grossen Bauprojekte präsentieren. Bei uns geht es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt ‒ und dass dort etwas nicht stimmt, merkt man erst, wenn es ihn nicht mehr gibt. Ich sehe durchaus «Pflöcke»: Am Falllastprojekt waren wir sieben Jahre dran, heute dient es als Messlatte für die ganze Deutschschweiz. Auch der Masterplan Pflegeversorgung ist so ein Projekt.
Sie haben ein Drittel Ihrer Lebenszeit im Stadtrat verbracht. Haben Sie noch Lust?
Es ist mein Traumjob. Migration, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Alterung der Bevölkerung ‒ das sind grosse Fragen, die auch auf Kantons- und Bundesebene viel besprochen werden. Wir als Stadt können da viel dazu beitragen, dieser Austausch hat mir immer Spass gemacht.
Und warum nicht Stadtpräsident?
Erstens hat die SP mit Kaspar Bopp einen hervorragenden Kandidaten fürs Präsidium. Und zweitens kann ich es mir nicht vorstellen, jetzt einfach das Departement zu wechseln. Genau, weil mein Amt diese übergeordnete, politische Relevanz hat.
Mit Bund und Städten zusammenwirken könnten Sie auch als Regierungsrat. Ihr Name fiel, nachdem Jacqueline Fehr (SP) kürzlich bekanntgab, 2027 nicht mehr anzutreten.
Der Regierungsrat wäre sicher am nächsten an dem, was ich heute mache. Es ist nicht so, dass ich sage: «Es ist kein Thema.» Aber mehr kann ich dazu nicht sagen.
Und was macht der private Nicolas Galladé?
Ich gehe gerne auf die Schützenwiese für den FCW, allerdings komme ich weniger spät wieder nach Hause als auch schon. Und ich lese gerne Zeitungen und Zeitschriften, am liebsten haptisch ‒ tut mir leid.
WNTI stellt euch alle Kandidat:innen für den Stadtrat vor. Weil kein früherer Interviewtermin gefunden werden konnte, erscheint das Interview mit Martina Blum (Grüne) am 25. Februar. Alles zu den Wahlen am 8. März.