|
| | Guten Morgen Winterthur! Hast du zuhause einen Plattenspieler? Der hat nämlich seit einigen Jahren ein Revival. Die Vinylplatten dazu kauft man in Winterthur bei «Ventilator Records» auf dem Lagerplatz ein. Als dieser 2010 eröffnete, sah es aber noch gar nicht nach einem Comeback der Schallplatte aus. Corinne Päper hat für uns mit Ladengründer Vasco Saxer gesprochen.
|
|
|
| |
| Vasco Saxer wagte sich mit seinem Plattenladen ins Ungewisse. (Bild: Chris Kurz) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Vinyl-Comeback: Wie ein Winterthurer Plattenladen den Aufschwung erlebt |
|
| Als Vasco Saxer 2010 seinen Laden eröffnet, steht Vinyl wirtschaftlich am Abgrund. Heute erlebt die Schallplatte ein Comeback – mit steigenden Umsätzen, neuer Kundschaft und wachsender Begeisterung über Generationen hinweg. von Corinne Päper |
|
| Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig, als Vasco Saxer im Jahr 2010 seinen Plattenladen «Ventilator Records» auf dem Lagerplatz im Sulzerareal eröffnet. Die Musikbranche liegt am Boden und erzielt mit Vinylplatten gerade noch einen Umsatz von 700’000 Franken in der Schweiz. Ein drastischer Einbruch gegenüber den 117 Millionen Franken im Jahr 1980. Mit den sinkenden Verkaufszahlen verschwinden die Läden. So auch in Winterthur: 2004 schliesst mit der «Musicbox» das letzte CD- und Plattengeschäft. Es ist ein Bruch mit früheren Zeiten. «In den 1970er Jahren gab es an allen Ecken einen Plattenladen», sagt Saxer. «Sogar die Migros führte eine kleine Plattenabteilung. Vinyl war allgegenwärtig.» 2005 ist mit 400’000 Franken Umsatz der Tiefpunkt erreicht. Ein Trost bleibt jedoch: Seit 2006 steigen die Umsatzzahlen wieder. Und 2024 wurden Vinylplatten im Wert von 4,3 Millionen Franken verkauft, so viele wie zuletzt im Jahr 1992. |
|
|
| Hier finden alle Plattenfans, was sie suchen. (Bild: Chris Kurz) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Die kränkelnde Vinyl-Branche verdirbt Saxer in den ersten Jahren fast das Geschäft. Er kommt kaum über die Runden und hält sich mit DJ-Einsätzen über Wasser. Den Aufschwung der Plattenindustrie spürt er aber bald. Mittlerweile kann der 57-Jährige von seinem Laden gut leben. Seine Kundschaft hat sich verändert. «Anfänglich frönten nur noch einige Unverbesserliche dem Vinyl − hauptsächlich Männer zwischen 30 und 60 Jahren.» Heute finden Jüngere und auch Frauen den Weg in seinen Laden. Darunter «viele Neugierige, die zufälligerweise auf dem Lagerplatz sind und staunen, dass es das Medium noch gibt». Dennoch färbt der Vinyl-Boom nicht auf die Ladenlandschaft ab: Der «Ventilator» ist weiterhin das einzige Plattengeschäft in Winterthur, nachdem ein Konkurrenzladen an der Neustadtgasse 2022 nach nur einem Jahr wieder schloss. |
|
|
| 25’000 Titel hat Vasco Saxer mittlerweile im Sortiment. (Bild: Chris Kurz) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Was mit einer Kiste voller Schallplatten begann, ist mittlerweile auf ein Sortiment von 25’000 Titeln angewachsen ‒ vor allem Pop und Rock. Besonders gut laufen «Oldies»: Platten von Nirvana, Pink Floyd oder Michael Jackson. «Solche Titel verkaufe ich fast täglich», sagt Saxer. Um allen Bedürfnissen gerecht zu werden, sind auch Top-Charts-Künstler wie Taylor Swift im Laden vertreten. Nostalgiker:innen finden im oberen Stock zudem zahlreiche Occasionen in Dutzenden von Kisten, die zum Wühlen einladen. |
|
|
| Vasco Saxer weiss, was sich gut verkaufen lässt und was Seltenheitswert hat. (Bild: Chris Kurz) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Raritäten sind auf den ersten Blick jedoch nur schwer erkennbar. Das weiss auch Saxer. «Eine der teuersten Platten in meinem Laden stammte von einer eher unbekannten Schweizer Band. Sie war extrem selten, weil sie unter einem privaten Label herausgegeben wurde und es nur eine kleine Auflage gab. Sammler sind aber bereit, dafür sehr viel zu bezahlen.» Hinzu kommen Fans, die Platten wegen des Covers einer bestimmten Fotograf:in oder klangliche Meisterstücke kaufen ‒ kleine Auflagen aus Originalaufnahmen, die um die hundert Franken kosten. |
|
| | «Platten amerikanischer Künstlerinnen und Künstler werden in Osteuropa produziert, in die USA geflogen und von dort wieder nach Europa exportiert» Vasco Saxer, Besitzer «Ventilator Records»
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Verbogene Schallplatten geradebiegen Saxer wird häufig gefragt, wie man eine Platte reinigt oder ob sich verbogene Platten retten lassen. (Ja, das geht ‒ mit einem Plattenbügler). Letzteres passiere, wenn die Platte in der Sonne gelagert wurde, kann aber auch auf Produktionsfehler zurückgehen. «Etwa, weil die Platte zu wenig lang gekühlt wurde.» Notwendig seien zwei Tage, häufig müsse es heute aber «husch, husch» gehen. «Da wird oft am falschen Ort gespart.» Mit dem Niedergang der Vinyl-Industrie schlossen auch die Plattenwerke in der Schweiz ‒ das letzte im Jahr 2004. Damit ging viel Wissen verloren. «Wer heute eine Platte machen will, muss ins Ausland ausweichen», sagt Saxer. Die meisten würden in Tschechien, den Niederlanden und ein kleiner Teil auch in Deutschland gepresst. Das führe bisweilen zu absurden Situationen: «Platten amerikanischer Künstlerinnen und Künstler werden in Osteuropa produziert, in die USA geflogen und von dort wieder nach Europa exportiert.» Bei der Produktion hätten wenig bekannte Künstler:innen zudem das Nachsehen: Die Presswerke sind von grossen Labels wie Universal Music Group, Sony Music Entertainment oder Warner Music Group lange im Voraus gebucht. «Unbekannte Künstler oder kleine Labels warten auf eine Lücke und müssen ihre Erscheinungstermine deshalb häufig verschieben.» |
|
|
| Die Qualität der heutigen Vinylplatten sei nicht mehr so gut wie in den 50er und 60er Jahren. (Bild: Chris Kurz) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| An die Qualität früherer Pressungen aus den 50er und 60er Jahren anzuknüpfen sei schwierig: «Vinyl enthielt damals Weichmacher, die heute verboten sind. Es gab auch ganz andere Kartonmischungen.» Vieles sei heute eher Masse als Klasse. «Die Originalaufnahmen vieler Bands lagern in irgendwelchen Tresoren. Weil diese nicht leicht zugänglich sind, macht man oft eine Kopie der Kopie. Da bleibt die klangliche Qualität auf der Strecke.» Umso mehr ist Beratung gefragt. Vasco Saxer tut nichts lieber als das. |
|
| | | | Minderjährige flüchten vor Polizeikontrolle
In der Nacht auf Donnerstag flüchtete ein Fahrzeug vor einer Verkehrskontrolle der Stadtpolizei. Die Patrouille verfolgte den Wagen mit drei Insassen bis zum Waldrand bei der Schlachthofstrasse in Töss, wie die Stadtpolizei in einer Medienmitteilung mitteilte. Dort konnten zwei 17-Jährige verhaftet und zur Polizeiwache gebracht werden. Während der Flucht kam es zu einer Kollision mit einem Blitzkasten und einem Pfosten. Wenige Stunden später meldete sich der dritte Insasse am Schalter der Stadtpolizei. Wer gefahren und für den Unfall verantwortlich ist, wird nun ermittelt. (lf) Karpfenblut für den Bienenschutz Die Varroamilbe ist der grösste Feind der Bienen, doch der Winterthurer Pascal Brunner hat unkonventionelle Ideen für die Bekämpfung. Nach einem gescheiterten Versuch, die Bienen mit Wärme vor dem Parasiten zu schützen, setzt er nun auf Karpfenblut, wie der Landbote berichtet. Wenn die Karpfen mit einem Varroa-Antigen immunisiert werden, bilden sie Antikörper in ihrem Blut. Diese werden danach extrahiert und in Wasser gelöst im Bienenstock versprüht. Erste Tests mit dem Karpfenblut-Serum seien vielversprechend, aber die Bewilligung stelle sich als schwierig heraus, sagt Brunner gegenüber dem Landboten. (lf) |
|
| | FCW-Saisonauftakt: Zwei Neue, zwei Tore
Gleich zum ersten Spiel muss sich der FCW gegen Yverdon beweisen, die Absteiger von 2025 landeten in der letzten Saison auf dem dritten Platz. Die beiden Neuen Odin und Kehrer verhalfen dabei zum wichtigen ersten Punkt in der Challenge League. Yannis Odin aus der hauseigenen U-19 zeigte nach dem Tor gegen Union Berlin und dem Führungstreffer gegen Yverdon, dass er das Zeug hat für die erste Mannschaft. Nach dem Rückstand zur 87. Minute rettete der Neuzugang Emilio Kehrer die Winterthurer und beendete das Spiel mit einem 2:2. (lf) (Bild: FCW/Freshfocus) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | Winti weiss... wie du mehr Schulausflüge bekommst
 | Winti weiss… wie du mehr Schulausflüge bekommst |
|
|
| Gefragt nach einem Themenwunsch, wünschte sich Lisa via Post-It mehr Schulausflüge. (Bild: Nick Eichmann) |
|
| Bruderhaus, Technorama oder ins Schwümbi: Schulausflüge sind wahrscheinlich die Tage, an die man sich auch nach seiner Schulzeit noch am längsten erinnern kann. Zumindest bei mir ist das der Fall ‒ ist auch noch nicht so lange her. Schulausflüge sind Sache der Schulleitung. Wie das kantonale Volksschulamt auf Anfrage mitteilt, gibt es keine Vorgaben, wie viele Exkursionen oder Lager durchgeführt werden sollten. Der Lehrplan 21 besagt aber, dass «manches nur ausserhalb der Schule sicht- und erlebbar ist». Die Ausflüge einer Volksschule müssen jedoch kostenlos sein. Wenn du mehr Ausflüge von deiner Lehrer:in auf dem Rechtsweg erstreiten willst, ist die Grundlage dafür also relativ dürr. «Am Ende ist es wie überall, es fehlt einfach an Geld», sagt eine Lehrerin der Primarschule Gutschick. Sie mache deshalb meistens Ausflüge, welche nichts kosten. Über deren Anzahl könne jede Lehrperson frei entscheiden. Für teurere Programme erhalte sie Budget von der Schule, es reiche jedoch meist nicht für mehrere oder grössere Ausflüge. Deshalb habe sie angefangen, einmal im Jahr einen Flohmarktstand zu organisieren. Mit dem Geld konnte die Klasse in den Zirkus Conelli: «Wenn in meiner Klasse sieben von zehn noch nie in einem Zirkus waren, will ich ihnen dieses Erlebnis bieten», sagt sie. Hier also meine Empfehlung für mehr Schulausflüge: Informiere dich, welche Angebote es für Schulklassen gibt. Die Stadt Winterthur bietet dafür eine grosse Auswahl. Unter anderem können Schulklassen kostenlos in verschiedene Badis und Museen. Für einen Fünfliber gibt es zudem Theateraufführungen oder einen Eintritt in die Kletterhalle 6a plus. Danach musst du nur noch deine Klassenlehrperson überzeugen, dass dieser Ausflug wichtig für dich und deine Gspändli ist. Vielleicht passt das Angebot zu einem Thema, welches ihr gerade in der Schule habt? Oder könnte der Ausflug den Klassenzusammenhalt stärken? Falls du grösser träumst, musst du mit deiner Klassenlehrperson einen Weg finden, wie ihr das finanziert. Sei es über einen Kuchenverkauf, einen Pausenkiosk oder einen Flohmarktstand. Und der beste Tipp: ganz lieb fragen… (lf) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | Linus hat sicher recht, wenn er schreibt, dass man sich nach der Schulzeit am besten an die Ausflüge erinnert. Ich erinnere mich vor allem ans Primarschul-Klassenlager, als Damian Andi versehentlich mit dem Minigolfschläger die Nase brach. Bis bald und hebs guet, Gioia |
|
| |
|
|
|
| |
|