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| | Liebe Stadt Wusstest du, dass Céline Widmer – Nationalrätin (SP) und angehende Zürcher Stadträtin – eine waschechte Winterthurerin ist? Und nicht nur das: Sie hatte es faustdick hinter den Ohren. Nebst dem Interview habe ich allerlei Stadtneuigkeiten für dich. Zum Beispiel dass das Home of Innovation ins Sulzer-Hochhaus zügelt.
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| Céline Widmer war als junge Winterthurerin in der linksalternativen Szene zuhause. Die gelernte Tontechnikerin war über sechs Jahre Nationalrätin und tritt Ende Mai ihr Amt als Zürcher Stadträtin an. (Bild: Maria Wyler) |
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| Von der linksalternativen Winterthurerin zur Zürcher Stadträtin |
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| Die in Winterthur aufgewachsene SP-Nationalrätin Céline Widmer ist am 8. März in den Stadtrat Zürich gewählt worden. Im Interview mit WNTI erzählt sie von ihrer Winti-Jugend, wie sie in der Politik gelandet ist und wofür ihr politisches Herz schlägt. von Maria Wyler |
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Céline Widmer, Sie sind in Winti aufgewachsen. Erzählen Sie mal. Ich wuchs im Neuwiesenquartier, auf dem Brühlberg und in Seen auf. Später wohnte ich an verschiedenen Orten in der Stadt. Mit 17 zog ich von zu Hause aus und verbrachte meine Gymi-Zeit in der «Helvti», einer linksalternativen Wohngemeinschaft. Ich arbeitete als Velokurierin beim Velokurier Winterthur und ging im Widder und im Gaswerk ein und aus. Dort machte ich alles, von WC-Putzen über Plakatieren, Programmplanung, Bar und Büro bis zur Technik. Meine Lehre zur Tontechnikerin machte ich bei den Hard Studios. Deshalb ist Winterthur immer auch noch in meinem Herzen. Warum sind Sie weg aus Winti? Um Politikwissenschaften zu studieren. Mich interessierten politische Inhalte, vom Politisieren war ich aber noch weit weg. Ich sah mich eher als Beobachterin. Jon Pult, mit dem ich studierte und später gleichzeitig in den Nationalrat eintrat, motivierte mich, in die Politik einzutreten. Ich komme aus einem linken Haushalt, meine Mutter setzte sich für Gleichberechtigung ein, mein Vater machte sich im Nachgang zu den Winterthurer Unruhen für bessere Haftbedingungen im Untersuchungsgefängnis Winterthur stark, er gab da Töpferkurse. Ich war immer eine politische Person, aber meine Familie hatte keinen Bezug zur Parteipolitik. Welches Ereignis hat Sie politisch geprägt? Es war kein spezielles Ereignis. Schon in der Primarschule beschäftigten mich umweltpolitische Themen wie das Waldsterben oder Tschernobyl und der erste Frauenstreik – aber auch Gerechtigkeitsfragen und die Gleichstellungsthematik. Als ich dann als Tontechnikerin an einem SVP-Anlass die Mikrofone richten musste und vor lauter Zuhören die Technik vergass, realisierte ich, dass ich mich einmischen und mitreden wollte. |
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| | «Wäre ich geblieben und hätte hier den Zugang zur Politik gefunden, wäre ich auch in Winti in der SP gelandet.» Céline Widmer, Zürcher Stadträtin (SP) |
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| Welche sehen Sie als die wichtigsten Aufgaben des neuen Zürcher Stadtrats in dieser Legislatur? Im Wahlkampf war spürbar, dass das Thema Wohnen weit oben steht. Es betrifft viele Bereiche der Stadtverwaltung und ist eine Herkulesaufgabe. Auch wirtschaftliche Entwicklungen spielen dabei eine Rolle. Das kann weder Winti noch Zürich selbst steuern. Wir wollen alles daran setzen, den Anteil von preisgünstigem Wohnraum zu erhöhen. Die Debatte um die Bau- und Zonenordnung ist wichtig. Auch Verkehrsfragen sind in Zürich wie in anderen Städten zentral. Die Stadtverwaltung ist für fast alle Bereiche zuständig, die das alltägliche Leben betreffen. Unsere Aufgabe ist es gerade vor dem aktuellen reaktionären Backlash, das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik und in die Demokratie zu stärken. Auf nationaler Ebene haben Sie sich für besseren Schutz von Opfern von häuslicher Gewalt starkgemacht. Ist es als Stadtpolitikerin einfacher, bei diesem Anliegen etwas zu bewirken? In vielerlei Hinsicht ja. Ich freue mich sehr auf das neue Amt, gleichzeitig bedauere ich es auch, die nationale Bühne verlassen zu müssen. Gesetze und Politik für die ganze Schweiz zu machen, ist ein grosses Privileg. Jetzt reizt es mich, in der Stadtzürcher Regierung konkreter Politik nahe bei den Menschen zu machen. Im Bereich häusliche Gewalt kann ich als Stadträtin zum Beispiel effektiv über Schutzmöglichkeiten in der Stadt sprechen, über konkrete Prävention und Sensibilisierung. Mit welchem Departement liebäugeln Sie? Ich fange Ende Mai an und dann wird klar, welches Departement ich übernehme. Ich kann mir tatsächlich vieles vorstellen. Ich habe schon immer so Politik gemacht: Mich nicht für einzelne Nischen, sondern für vieles interessiert. Wichtiger als der Bereich ist mir, dass ich konkret umsetzen und gestalten kann. |
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| Céline Widmer findet gar nicht, dass die Zürcher:innen so anders ticken. Sie habe immer noch viele Freundschaften in Winti und fühle sich an beiden Orten wohl, sagt sie. (Bild: Maria Wyler) |
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| Was wäre der grosse Unterschied zu Zürich, wenn Sie in Winterthur politisch tätig wären? Die Themen sind sehr ähnlich, zum Teil vielleicht noch nicht ganz so angespannt. Bei der Wohnthematik könnte Winterthur noch früher einsetzen. Die politischen Mehrheitsverhältnisse sind natürlich andere. Zürich ist linker, gerade im Stadtrat. Dann ist die Finanzlage unterschiedlich. Soziale Kosten würden mich auch hier umtreiben. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich, Ergänzungsleistungen, die ganze Drogenthematik. Die Prägung als Industriestadt ist hier sehr spannend. Wäre ich geblieben und hätte hier den Zugang zur Politik gefunden, wäre ich auch in Winti in der SP gelandet. Wohin gehen Sie, wenn Sie in Winti sind? Ich komme jedes Jahr an die Musikfestwochen, das gehört einfach dazu. Als junge Winterthurerin war ich immer dabei, habe in jedem erdenklichen Team mitgearbeitet. Was ich sehr lange vermisst habe: In Winti konnte ich jederzeit alleine in die Stadt und wusste, dass ich dort Leute antreffe, die ich kenne. Das ist in Zürich anders. Was haben Sie zuletzt zum ersten Mal gemacht? Bike Packing. Ich bin mit Gepäck und einem Gravel-Bike von Genf nach Lyon gefahren. Das war super. In Ihrer Bio steht, dass Sie zum Abschalten Fernsehkrimis, feministische Romane und laute Musik brauchen. Haben Sie eine Buchempfehlung? Ich lese primär Bücher, die von Frauen geschrieben wurden, auch Romane. Empfehlen kann ich alles von Rachel Cusk. |
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| Jetzt geht's los: Das Tanzfest Winterthur 2026 präsentiert seine Programmperlen! «Winterthur bewegt sorgfältig» spiegelt sich im Programm des Tanzfest Winterthur 2026 wider: In der Performance «Slowed Landscapes» von Moni Wespi verschmelzen menschliche Körper und urbane Landschaften miteinander, während das Tanztheater «Society» von CLE das fragile Gleichgewicht zwischen Individuum und Gesellschaft interpretiert. Zu weiteren Highlights gehören die Performance «Le Chef» von Clara Delorme und der nächtliche Walk «POLEIDOSKOP» von der compagnie O. Zudem bieten Tanzschulen Shows und Kurse an. |
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| | | | Home of Innovation zieht in den WintowerDer Startup-Förderer wird Mieter im ehemaligen Sulzer-Hochhaus. Das gab das Unternehmen heute in einer gemeinsamen Medienmitteilung mit Terresta, der Immobilienverwaltung der SKKG, bekannt. Ihr gehört das Gebäude seit 1998. Das Home of Innovation mietet grosse Flächen an, stellt Infrastruktur bereit und ermöglicht es so jungen und kleinen Unternehmen, günstig Sitzungszimmer oder Küche zu teilen. Das Unternehmen betreibt bereits einen Standort auf dem Vitus-Areal in Töss und an der Stadthausstrasse. (tz) |
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| | Neue Wartehalle beim Busbahnhof
Wie die Stadt mitteilt, ist ab morgen, Mittwoch, die neue Wartehalle im Pfeiler des markanten Pilzdachs geöffnet. Sie bietet Platz für 20 Personen, ist videoüberwacht, es gibt Sitzgelegenheiten, aber keine Heizung. Rauchen ist nicht erlaubt. Geöffnet ist der mit Sujets aus dem Stadtbus-Wimmelbuch verzierte Warteraum täglich von sechs bis 22 Uhr. Der Umbau kostete rund 80’000 Franken. |
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| | Das Rüebli in Neuhegi ist fertig
Am 28. April beendete das Team um Marcel Spiess seine Arbeit am Projekt «The CarRots» in Neuhegi, welches mit Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf aus dem Bildungsbereich der Quellenhof-Stiftung realisiert wurde (WNTI berichtete). Das Projekt wurde vom Kultur Komitee Winterthur 2025 mit 13’000 Franken unterstützt. (Bild: zvg) |
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SKKG gibt unter Zwang verkauftes Bild an Erben zurück: Wie der Landbote schreibt, hat die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) beschlossen, das Gemälde «Thunersee mit Blüemlisalp und Niesen» von Ferdinand Hodler an die Nachkommen von Martha Nathan zurückzugeben. Diese ist 1939 aus Nazi-Deutschland in die Schweiz geflohen und musste mehrere Kunstwerke unter Zwang verkaufen, um sich die Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu sichern. Bruno Stefanini ersteigerte das millionenschwere Bild im Jahre 1998. Seit 2022 durchforstet die SKKG ihre umfangreiche Sammlung nach Bildern, die eine zweifelhafte Herkunft haben. Mit dem Gemälde «Thunersee» wird erstmals ein Bild an Nachkommen übergeben. (gj) Tödlicher Unfall – die Polizei sucht Zeug:innen: Am Samstagabend kollidierte in der Velounterführung beim Bahnhof Winterthur ein Velofahrer mit einem Fussgänger, welcher noch am Unfallort starb. Die Identität des Verstorbenen sei noch nicht zweifelsfrei geklärt, heisst es in einer Medienmitteilung der Stapo, zur Unfallursache werde ermittelt. Die Polizei sucht nun Zeug:innen. Ein bisschen Drag zum Zmorge? An diesem Brunch ist der Kaffee sicher nicht das heisseste, was serviert wird: Bei «Wigs‘n Waffles» treten neben Lachsbrötchen, Rührei und Orangensaft auch Dragqueens auf. Organisiert werden die Performances von der Winterthurer Dragqueen Amélie Putain alias Felix Braxmaier. Der Brunch findet am Samstag ab 11 Uhr im Restaurant Bloom statt, Tickets kosten 90 Franken. (tz) Musik und Tanz auf dem Viehmarkt: Am 7. Mai veranstaltet der Quartierverein Wildbach-Langgasse ein Mini-Openair auf dem Viehmarkt. Geladen sind drei Acts, ab 17 Uhr geht es los. Der Anlass ist öffentlich und kostenlos. (tz) |
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| | Best of Stadtmelder
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| Nach dem Vergnügen achtlos liegengelassen. (Bild: Stadtmelder) |
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| Wer hat noch nicht, wer will nochmal? «Nachdem die Matratze tagelang unter den Nachbarn hin und her geschoben wurde, liegt sie jetzt auf der Strasse … Bitte entsorgen», schreibt jemand über eine Matratze auf der J.-C.-Heer-Strasse. Offenbar hat nach dem tagelangen kollektiven Probeliegen keine der Nachbar:innen die Matratze für bequem genug befunden, um sie zu behalten. Ob die Testenden wohl alle auch noch aufgereiht irgendwo liegen? |
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| Als das Kino laufen lernte |
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| Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte das Kino in Winterthur einen schweren Stand. Während es in anderen Schweizer Städten bereits seit 1907 feste Säle für «Kinematographen» gab, waren solche Einrichtungen in Winterthur verboten. Das neuartige Massenmedium Kino war dem Bildungsbürgertum suspekt. 1912 hielt das bewegte Bild aber auch in Winterthur Einzug. Gleich zwei Kinos wurden innert kürzester Zeit eröffnet: Das «Central» im Hotel Helvetia beim Bahnhofplatz und das «Cinema Palace» am Untertor. Letzteres pries sich in einem Inserat zur Eröffnungsvorstellung als «elegantes Familien-Kinotheater» an und lockte nicht nur mit einem «besonders ausgewählten Spielplan», sondern auch mit einer «ausgiebigen Ventilation» sowie mit einer «feenhaften Beleuchtung». Auf dem Programm der beiden Kinos standen u.a. Filme mit den verheissungsvollen Titeln «Närrische Schachtel», «Dämonische Mächte» oder «Madeleine 1870-1871». In den 1920er-Jahren flimmerten dann auch sogenannte Grossfilme der amerikanischen Produzenten Paramount und Universal über die Leinwand. Und mit Literaturverfilmungen wie «Schuld und Sühne» von Fjodor Dostojewski oder «Anatol» von Arthur Schnitzler hatte sich wohl auch das Bildungsbürgertum mit dem Kino angefreundet: 1926 war Winterthur bereit für sein erstes, eigens zu diesem Zweck erbautes Kino, das «Talgarten». Entworfen hatte es niemand geringeres als das Duo Rittmeyer & Furrer, die Architekten des zehn Jahre zuvor erbauten Kunstmuseums beim Stadthaus. |
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| «Cinema Palace» am Untertor 33, 20er-Jahre. (Bild: bildarchiv.winterthur.ch) |
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| | Unter der Rubrik «Geschichte vor Ort» schreiben verschiedene Autorinnen und Autoren aus dem Geschichtennetzwerk Winterthur. Regula Geiser ist Historikerin und betreut das Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken. |
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| | Kino, Politik, Brunch oder Openair? Diese Woche kannst du alles und noch mehr haben – Meine Tipps waren erst ein Brösmeli des Gipfels dieser Woche, in der gefühlte tausend Sachen gleichzeitig stattfinden. Aber auch sie hat nur sieben Tage. Also mach dich schlau und plane gut. Bis bald, d’Maria |
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