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Guten Morgen Ich hatte es im Wintibrief #339 schon angeteasert, nun kann ich euch verraten, woran wir arbeiten: Gemeinsam mit dem WAV Recherchekollektiv werten wir die Grundbuchdaten von Winterthur aus. Wer Winterthur besitzt, prägt die ganze Stadt. Warum es so schwer ist, an Eigentümerdaten zu kommen und wie du unterstützen kannst, liest du weiter unten bei Tizian. Davor erzählt dir Gioia von den möglichen Baudenkmälern von morgen und Linus berichtet aus dem Gerichtssaal – über einen Fall, der mit einem gestohlenen Motorrad vor dreieinhalb Jahren begann.
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| Viele Gebäude prägen Winterthur und stehen unter Denkmalschutz. Doch das städtische Inventar endet in den frühen 1980er-Jahren. Wir werfen einen Blick auf mögliche Baudenkmäler von morgen. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Gebäude aus den 1980er und 1990er Jahren: Abreissen oder schützen? |
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Das ZKB-Gebäude mit Baujahr 1981 ist das jüngste geschützte Baudenkmal der Stadt. Zum Auftakt der Europäischen Tage des Denkmals werfen wir einen Blick auf die möglichen Baudenkmäler von morgen. Und fragen danach, was die Winterthurer:innen zu ihren berühmten Bauten aus den 80er und 90er Jahren meinen. von Gioia Jöhri |
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Industriehallen, Gartenstadt-Siedlungen, Kantonsschulen oder das Stadthaus: Sie gehören zur DNA unserer Stadt und stehen deshalb unter Denkmalschutz. Das städtische Inventar, in dem die Denkmalpflege schutzwürdige Bauten erfasst, hört jedoch zu Beginn der 1980er Jahre auf – obwohl es in Winterthur durchaus auch jüngere spannende Bauten gäbe. «Die Zeit rennt», sagt Konstanze Domhardt, Leiterin der städtischen Denkmalpflege in Winterthur. «Die Bauten zwischen 1980 und 1995 sind von der Denkmalpflege noch nicht betrachtet worden.» Das Bewusstsein, dass auch Gebäude dieser Generation von baukultureller Bedeutung sein könnten, sei in der Öffentlichkeit erst vor wenigen Jahren gewachsen. An den diesjährigen Europäischen Tagen des Denkmals beschäftigt sich ein Rundgang deshalb genau mit solchen Gebäuden. Studierende der ETH führen durch das Neuwiesenquartier, das besonders geprägt ist von Gebäuden aus den letzten 30 bis 40 Jahren, also aus der sogenannten Postmoderne. |
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| Die Denkmalpflegerinnen Konstanze Domhardt und Stefanie Magel im Innenhof des Superblocks. Wer weiss, was die Menschen in Zukunft über dieses Gebäude denken werden? (Bild: Gioia Jöhri) |
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Dass sich junge Studierende für mögliche Baudenkmäler von morgen interessieren, freut Konstanze Domhardt. «Diese Generation wird sich auch in Zukunft mit genau diesen Bauten auseinandersetzen müssen», sagt sie. Für manche Bauten, die dabei im Fokus stehen könnten, ist es jedoch zu spät: Sie sind bereits abgerissen. Ein grosses Problem für die Denkmalpflege, die nur zuschauen kann. «Für die Inventarisierung von Gebäuden im Zeitraum nach 1980 haben wir noch keinen Auftrag», erklärt Domhardt. |
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| Das Fenaco-Gebäude aus dem Jahr 1994 ist bereits wieder verschwunden. (Bild: Sammlung Winterthur) |
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Aber warum werden markante Gebäude bereits nach 30 oder 40 Jahren wieder abgerissen, wenn theoretisch auch eine Sanierung möglich wäre? Ein Beispiel für einen Abriss zeigt sich gerade an der Ecke Theater- und St-Georgen-Strasse. Dort stand bis vor kurzem ein Backsteinbau von 1994, erbaut von der Fenaco-Genossenschaft. Auch der Ersatzbau wird wieder im Auftrag der Fenaco erstellt. Vor dem Abriss habe man alle Möglichkeiten geprüft, schreibt die Fenaco: «Wir haben die Optionen Neubau und Umbau sorgfältig analysiert und verschiedene Erweiterungsvarianten geprüft.» Der alte Bau habe jedoch den heutigen Ansprüchen an Raumnutzung und Energieeffizienz nicht standhalten können. Und die nötigen Investitionen einer Sanierung wären laut Fenaco in keinem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zum erzielbaren Nutzen gestanden. |
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| Der alte Busbahnhof prägte das Stadtbild bis 2013. (Bild: Sammlung Winterthur) |
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Ein weiterer markanter Bau, der bereits der Vergangenheit angehört, ist der alte Busbahnhof auf dem Bahnhofsplatz, ersetzt 2013 durch das heutige Pilzdach. «Für viele Generationen war dieser identitätsstiftend und sehr markant im Stadtbild», sagt Stefanie Magel, Projektleiterin der Denkmaltage. Aber diese Perspektive sei erst jetzt mit den Jahren gereift. Fragt man heute bei den Winterthurer:innen auf der Strasse nach, erinnern sich die meisten an den alten Bau: «Heute hätte das rote Dach schon ein bisschen Nostalgiewert», sagt eine junge Frau, die den alten Busbahnhof aus der Kindheit kennt. Ihr Partner stimmt ihr zu, auch wenn sein Argument praktischer Natur ist: «Der Pilz ist einfach unpraktisch, wenn es regnet und windet.» |
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| Innen wurde die ZKB in Absprache mit der Denkmalpflege saniert, von aussen sieht das Gebäude seit 1981 unverändert aus. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Zum bereits geschützten ZKB-Gebäude gehen die Meinungen auseinander: «Ich verstehe nicht, warum das denkmalgeschützt ist», heisst es von den einen. Andere finden: «Es gehört dazu und ist einfach ein Teil der Winterthurer Altstadt.» Ein anderes Gebäude, das für seine Epoche repräsentativ sein könnte, ist der Ende der 1970er Jahre erstellte Neubau für den ehemaligen Schweizerischen Bankverein am Bahnhofplatz 12. «Wenn man etwas Schöneres planen würde, wäre ich sofort für einen Abriss», sagt ein Mann. Gerade im Vergleich zu den altehrwürdigen Bauten des Bahnhofs sei dieser Bau schrecklich. Andere haben wohl noch nie so genau darüber nachgedacht und sich dazu auch noch keine Meinung gebildet. |
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| Identitätsstiftend und denkmalpflegerisch bedeutend? Nicht alle sind sich einig. (Bild: Gioia Jöhri) |
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Die Diskussion um die Bedeutung von jüngerer Baukultur ist lanciert. Klar ist: Ob man Gebäude aus den 1980er und 1990er Jahren schön findet oder nicht, sie prägen das Gesicht unserer Stadt bereits seit Jahrzehnten. Wer mehr zum Thema wissen will, kann heute an der kostenlosen Führung «Jüngere Baukultur – Denkmäler von morgen» im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals teilnehmen. |
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| Wem gehören wie viele dieser Dächer? (Bild: wintipix.com) |
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Das Grundbuch ‒ ein Bollwerk der Intransparenz |
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Seit den 50er-Jahren sind die Bodenpreise nie nennenswert gesunken, die Nachfrage ist heute so hoch wie nie. Wer profitiert von diesem einzigartigen Markt? Die Antwort liegt zwischen den Seiten des Grundbuchs. Einen Blick hineinzuwerfen, war lange unmöglich. Bis jetzt. von Tizian Schöni |
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Wer im Kanton Zürich wissen will, wie viel ein Lehrer verdient, wühlt sich durch die Lohntabellen des Kantons. Wer die Verwaltungsrätin einer Firma sucht, findet sie im Handelsregister. Und wer wissen will, welches Vermögen der Chef in der letzten Steuerrechnung angegeben hat, bestellt seinen Steuerausweis beim Steueramt ‒ ja, im Kanton Zürich ist das möglich. Wenn der Chef jedoch ein paar Häuserblocks im Tössfeld besitzt und somit die Mietzinsen ganzer Nachbarschaften kontrolliert, bleibt das im Dunkeln. Denn das Grundbuch ist hier zwar per Gesetz öffentlich ‒ aber diese Öffentlichkeit ist längst nur noch formell. |
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| Der Intercity-Zug nach der Kollision an einem Sonntagabend vor über drei Jahren. (Bild: Kantonspolizei Zürich) |
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Wenn Lausbuben zu weit gehen |
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Gleich zweimal an einem Wochenende kollidierte ein Zug in Wiesendangen mit Gegenständen auf den Gleisen. Über drei Jahre später müssen sich zwei Winterthurer vor Gericht dafür verantworten. von Linus Fischer |
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«Alles andere als ein Jugendstreich, es hätte noch viel schlimmer kommen können», sagt der Richter bei der Urteilsverkündung am Winterthurer Bezirksgericht. Er spricht von den Vorfällen am 17. und 19. Februar 2023. Zwei der Beteiligten, heute 22 und 35 Jahre alt, sitzen vor ihm und erwarten ihr Urteil. In einer Februarnacht vor gut dreieinhalb Jahren klauten die beiden Winterthurer zusammen mit zwei Jugendlichen ein Motorrad vor einer Scheune in der Nähe des Bahnhofs Wiesendangen und legten es auf die Bahngleise. Wenig später fuhr ein Regioexpress mit rund 110 Stundenkilometern heran und kollidierte mit dem Motorrad. Nach der automatischen Vollbremsung musste der komplette Zug evakuiert werden, der Schienenverkehr war für mehrere Stunden unterbrochen. Es entstand ein Sachschaden von rund 11’500 Franken. Keine 48 Stunden später brach der ältere der beiden Beschuldigten erneut mit drei Jugendlichen in dieselbe Scheune ein. Sie begannen, diverse Gegenstände daraus auf die Bahngleise zu legen: Schaufeln, Trottinetts, Pneus, Abfalleimer, sowie Gegenstände einer Baustelle in der Nähe. Einer der Jugendlichen filmte alles. Wieder kollidierte ein Zug in voller Fahrt mit den Gegenständen, «wobei sich der Zug etwas von den Schienen anhob», wie es in der Anklage heisst. Wieder musste der komplette Zug evakuiert und der Schienenverkehr für mehrere Stunden unterbrochen werden. Der Sachschaden: über 140’000 Franken. Danach verhaftete die Kantonspolizei die insgesamt sechs Beteiligten. |
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| | Wird der Hauptbahnhof verschoben?Um den überlasteten Hauptbahnhof Winterthur zu entlasten, bringen die Winterthurer Politikerinnen Daniela Rothplatz (EVP) und Iris Kuster (Die Mitte) eine ungewöhnliche Idee ins Spiel, wie der «Landbote» berichtet: Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude könnte verschoben werden, damit Platz für zusätzliche Gleise entsteht. Ein ähnliches Projekt wurde vor rund 15 Jahren beim Bahnhof Oerlikon umgesetzt. Nun soll der Winterthurer Stadtrat abklären, ob eine Verschiebung technisch machbar wäre und wie viel sie kosten würde. |
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| | Weitere Kurz-News
Mutmassliche Trickdiebe verhaftet: Drei Männer sollen sich als Handwerker ausgegeben und so Zutritt zu mehreren Häusern verschafft haben. Dabei entwendeten sie laut Kantonspolizei Zürich unter anderem Uhren und Schmuck. Sie wurden festgenommen und das Zwangsmassnahmengericht ordnete Untersuchungshaft an. Winterthurer Schwinger messen sich in Turbenthal: Am Sonntag findet in Seelmatten bei Turbenthal das jährliche Klubschwinget des Schwingklubs Winterthur statt. Ab 11 Uhr treten Aktiv- und Jungschwinger des Vereins gegeneinander an. Am Nachmittag können Kinder und Jugendliche beim Schnupperschwinget den Schweizer Nationalsport selbst ausprobieren, schreibt der Verein in seiner Medienmitteilung. Für Verpflegung sei vor Ort gesorgt. Nüsse, Beeren und Früchte entdecken: Die Jugendgruppe des Natur- und Vogelschutzvereins Winterthur-Seen geht am Samstag auf Entdeckungstour. Gesammelt werden Nüsse, Beeren und Früchte von Bäumen und Sträuchern. Die Jugendgruppe gibt es seit 2007. Sie entdeckt die Natur rund um Winterthur, beobachtet Tiere und Pflanzen, pflegt Naturschutzgebiete und erlebt gemeinsam Spiel- und Filmabende. Mehr Infos hier. |
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| Crowdfunding: Wem gehört Winterthur? Zusammen mit dem WAV Recherchekollektiv wertet die WNTI Redaktion die Grundbuchdaten von Winterthur aus, denn wer Winterthur besitzt, prägt die Stadtentwicklung von Winterthur. Für diese intensive Recherche brauchen wir aber deine Unterstützung. Wir wühlen uns durch über 48'000 Datensätze von über 25'000 – das neben dem regulären Redaktionsalltag. Um diese Ressourcen zu decken, werden wir nicht von Investoren finanziert, sondern von euch, die in Winterthur wohnen. Hilf mit, die Strukturen einem breiten Publikum sichtbar zu machen! |
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Barbara aus Seen
 | Barbara aus Seen, arbeitet im Verkauf. |
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| Kommst du oft hierher, um zu lesen? Diese Bank ist mein Mittagsplätzli, ich bin fast jeden Tag hier. Zumindest wenn das Wetter stimmt. Du arbeitest in der Altstadt. Was gefällt dir an deinem Arbeitsort? Es hat viele bunt gemischte Läden und ganz viele spannende Menschen. Man muss auch gar nichts kaufen, man kann einfach schlendern oder dann unseren schönen Stadtpark geniessen. Wenn du Königin von Winterthur wärst, was wäre dein erster Erlass? Ich wünschte mir ein bisschen mehr Respekt von Velo- und Trottifahrenden gegenüber Fussgänger:innen. In der Marktgasse muss man ziemlich aufpassen, weil da in einem Höllentempo gefahren wird. (gj) |
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Aller guten Dinge sind drei – deswegen liest du heute zum dritten Mal in Folge von mir. Ab morgen übernimmt dann aber auch wieder jemand anderes. 😉 Bis bald und hab einen tollen Tag,
Yvonne |
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