| | Guete Morge! Heute reden wir über die Liebe. Also, Laura Matter redet über die Liebe. Okay, okay — Sie redet darüber, wieso es neben Dating-Apps auch Gelegenheiten braucht, in denen Menschen sich persönlich kennenlernen können. Zudem erfährst du, wie politisch links Winti wirklich ist. Zumindest im Vergleich mit den zehn grössten Gemeinden der Deutschschweiz. |
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| Laura Matter ist CEO von Noii und bringt schweizweit an Anlässen Singles zusammen. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Offline statt Dating-App: Laura Matter bringt Singles zusammen |
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| Die Winterthurerin Laura Matter weiss, wie junge Leute heute daten wollen: Weniger per App, mehr im echten Leben. Mit ihrem Startup «Noii» organisiert sie Kennenlern-Events für Singles in der ganzen Schweiz. Am Donnerstag ist sie Gast im Stadttalk. Wir haben sie bereits zum Interview getroffen. von Gioia Jöhri |
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| Wir treffen uns im Kafisatz für das Gespräch. «Mir ist aufgefallen, dass ich all meine Dates früher hier hatte», erzählt Laura Matter gleich nach der Begrüssung. Heute würde sie es anders machen, wenn sie noch daten würde: «Spazieren oder an die Afropfingsten oder Musikfestwochen gehen. Hauptsache etwas machen, das ist weniger cringe», sagt sie lachend. Im Interview verrät Laura Matter, warum Offline-Dating boomt, analysiert die Dating-Landschaft von Winti und sagt, warum sie doch lieber in Seen als in Zürich wohnt.
Laura Matter, warum gibt es gerade eine Verschiebung von Online- zu Offline-Dating? Die Gen Z ertappt sich beim Online-Daten dabei, dass es ihnen gar nicht so gut tut. Diese Generation hat aber nie etwas anderes erlebt als Online-Dating, man flirtet heute zum Beispiel auch auf Instagram. Aber gleichzeitig gibt es eben doch das Bedürfnis nach «echten Erlebnissen», das sieht man auch an den vielen Running-Clubs oder Communities, die vielerorts entstehen. Und überall, wo Menschen zusammenkommen, kann es auch um Dating gehen. |
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| | «Wir sind überfordert von der vermeintlichen Anzahl Personen, die wir jederzeit daten könnten.» Laura Matter, Start-up-Gründerin |
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| Psycholog:innen sprechen bereits von Dating Fatigue oder Dating Burnout. Warum? Wir haben eine Überdosis an Online-Tools. Das kennen wir ja auch von Social Media, da scrollt man stundenlang und konsumiert irgendwelchen Content. Dating-Apps sind da ähnlich: Wir sind überfordert von der vermeintlichen Auswahl an Personen, die wir jederzeit daten könnten. Andererseits sehe ich auch, dass heute viele mit einer Art Katalog oder innerer Liste auf Dates gehen. Ansprüche zu haben ist eine gute Sache, da darf man mich nicht falsch verstehen. Aber wir sollten nicht vergessen, dass eine Beziehung immer Kompromisse fordert und nicht perfekt ist. Es ist unrealistisch, dass jemand genau dem Schema entspricht, das man im Kopf hat. Und Online-Dating verstärkt dieses Phänomen. Sind eure Offline-Date-Events eine Antwort darauf? Ja, ich glaube schon. Ich sage immer, dass es bei uns einfach darum geht, einen guten Abend mit spannenden Leuten zu verbringen und nicht darum, an einem Abend die Liebe des Lebens zu finden. Einfach alles auf sich zukommen lassen, «go with the flow» sozusagen. Viele kommen an unsere Events, weil sie im Alltag nicht mehr so viele neue Leute kennenlernen. Sie sind vielleicht Anfang 30, haben einen guten Job und sind auch sonst aktiv. Unsere Events können da eine Auflockerung bieten. In der Schweizer Mentalität finden soziale Aktivitäten zudem oft im langjährigen Freundeskreis statt. So pflegt man gute Freundschaften, lernt aber auch niemanden Neues kennen. Bekommt ihr mit, ob die Leute tatsächlich nach euren Events weiterdaten und vielleicht sogar zusammenfinden? Ich habe erfahren, dass es bereits zwei Noii-Babys gibt (lacht). Manche melden sich auch bei uns. Wir teilen diese Paare in Absprache auch auf Instagram. Die Dunkelziffer ist aber sicher hoch. Ich war auch mal an einer Wohnungseinweihung eines Noii-Paars und Hochzeiten hatten wir auch schon ein paar. |
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| Laura Matter vor dem Kafisatz. Zum Arbeiten geht sie oft auch ins Fahrenheit. (Bild: Gioia Jöhri) |
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| Als du Noii gegründet hast, warst du 22 Jahre alt. Woher nimmt man den Mut, so jung ein Startup zu gründen? Ich denke, dass es gar nicht unbedingt mit Mut zu tun hat, sondern eher mit Naivität und der guten Situation, in der ich damals war. Ich wohnte zuhause und wenn es nicht geklappt hätte, hätte ich mir halt einfach wieder einen Job gesucht. Lieber jung und früh ein Startup gründen. Wenn man eine Familie hat oder sich bereits an einen hohen Lohn gewöhnt hat, dann ist der Erfolgs-Druck viel grösser. Ich musste meinen Lebensstil nicht ändern, um ein Startup zu gründen. Und ich dachte damals einfach: Warum eigentlich nicht? Mir ist aber auch klar, dass nicht jede Person mit 22 in der komfortablen Lage ist, in der ich war. Welches waren eure grössten Herausforderungen zu Beginn? Ganz am Anfang war es die Finanzierung. Aber die grösste Herausforderung ist immer, etwas zu finden, was die Leute wirklich nutzen wollen. Du bist die ganze Zeit am adaptieren und wieder etwas Neues ausprobieren. Ist das auch heute noch die grösste Herausforderung? Auf jeden Fall. Es ist cool, dass es heute so gut läuft und wir davon leben können. Aber eigentlich ist es immer noch ein Test: Funktionieren die Events als Business-Modell, das man skalieren kann? Das ist ein grosses Fragezeichen. Wer bei uns arbeitet, muss genau das wollen: Herausfinden, ob es dieses Unternehmen braucht und wie man es weiterentwickeln kann. |
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| | «Ich mache Ferien, arbeite aber trotzdem jeden Tag.» Laura Matter, CEO von Noii |
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| Ich habe in einem Interview gelesen, dass du keine Zeit für Ferien hast. Wie schaffst du es trotzdem, mit der Belastung umzugehen? Oh Gott, traurig. Habe ich das so gesagt? Doch, ich mache Ferien, aber ich arbeite trotzdem jeden Tag. Ich habe mittlerweile eine andere Definition von Ferien. Aber das ist nicht schlimm! Ich mache mega gerne, was ich mache. Zudem habe ich noch keinen Weg gefunden, wie es ohne Arbeit auch in den Ferien gehen könnte. Und wenn man als Gründer:innen eines Startups die Ambition hat, dass es stets grösser wird, dann sehe ich nur diesen Weg. Wie sieht die Dating-Landschaft in Winterthur aus? Wir haben ab und zu Events in Winti. Die mache ich jeweils gleich selbst, da ich ja hier wohne. Die Stimmung ist meist familiär und locker, man ist bodenständig und alle reden mit allen und sind vielleicht sogar weniger oberflächlich als an anderen Events. Und auch sonst ist die Dating-Szene überschaubar, was Vor- und Nachteile haben kann. Wenn man sich viel über den Weg läuft, kann das fürs Daten gut sein. In Zürich läufst du jemandem, den oder die du im Club getroffen hast, nicht mehr über den Weg. Wo würdest du beim ersten Date hingehen in Winterthur? Ich würde an einen Noii-Event, um überhaupt ein Date zu finden (lacht). Und nachher würde ich klischeehaft auf den Goldenberg gehen. Ist nicht nächste Woche das Ante-Festival? Das wäre ein perfektes Date! Laura Matter ist am Donnerstag, 28. Mai 2026 im Stadttalk eingeladen. |
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| | | | Zum Geburtstag von Clint Eastwood leuchtet «The Bridges of Madison County» (1995, aka: «Die Brücken am Fluss») auf der Kiwi-Leinwand: grosse Gefühle, leise Blicke und eine unvergessliche Liebe mit Meryl Streep. Samstag, 30. Mai 2026, Kiwi Center, Englisch ohne UT. |
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| | | | Verkehrsbehinderungen während dem Grand-Prix WinterthurAm 31. findet der vormals als Winterthurer Marathon bekannte Grand-Prix Winterthur statt. Wie die Stapo in einer Mitteilung schreibt, ist deshalb im Unteren Vogelsang, der Breite, und am unteren Deutweg mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Zudem werden die Zeughausstrasse sowie die Technikumstrasse zeitweise gesperrt. Dies beeinträchtigt auch den öffentlichen Verkehr. Genauere Informationen sind auf zvv.ch verfügbar. |
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| | Doch noch eine Staatsanwältin aufgetauchtErst gestern berichteten wir über den gelben Stimmzettel, der im Abstimmungscouvert für den 14. Juni steckt ‒ und sehr wahrscheinlich leer bleiben müsse. Die interparteiliche Konferenz fand keine Kandidat:in für den offenen Posten einer Staatsanwält:in. Doch nun kommt die Wende: Alexandra Bergmann hat sich bei der SP gemeldet. Sie erfülle die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für das anspruchsvolle Amt, heisst es in einer Medienmitteilung der Partei, die Bergmann offiziell für die Wahl am 14. Juni nominiert. Die Kandidatin war zuletzt als selbständige Rechtsanwältin tätig gewesen, davor hatte sie bereits rund 20 Jahre als Staatsanwältin gearbeitet. (tz) |
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| | Weitere Kurz-NewsFCW testet gegen Bundesligisten: Der FC Winterthur gibt sein erstes Testspiel bekannt. Am 17. Juli spielen die Winterthurer auf der Schützenwiese gegen den Bundesligaclub 1. FC Union Berlin, bei dem neu der frischgebackene Meistertrainer Mauro Lustrinelli an der Seitenlinie steht. Er hatte letzte Saison mit dem FC Thun einen märchenhaften Meistertitel erspielt. KSW ausgezeichnet: Wie das Kantonsspital in einer Mitteilung schreibt, wurde es von der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin als «Qualified Theranostics Center of Excellence Level 1» ausgezeichnet. Konkret heisst das, dass das KSW zielgerichtete Tumorbehandlungen nach strukturierten und interdisziplinären Prozessen durchführt. Das Kantonsspital Winterthur gehört zu den ersten Spitälern in der Schweiz mit einer solchen Zertifizierung. |
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| | «Isch Winti e linki Stadt?»
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| «Isch Winti e linki Stadt?» Gute Frage. Gehen wir ihr auf den Grund. Zuerst muss allerdings geklärt sein, inwiefern eine Stadt «links» sein kann. Ästhetisch, kulturell oder Anzahl links-politischer Kleber an Strassenlaternen, lassen sich nur schlecht messen. Klare Zahlen gibt es dagegen in den Parlamenten und Ratssälen. Da sich die politische Landschaft in der Romandie deutlich von der Deutschschweiz unterscheidet, ist es sinnvoll, sich auf zweitere zu fokussieren, um einen Vergleich mit Winterthur zu ziehen. Die zehn einwohnerstärksten Gemeinden der Deutschschweiz sind Zürich, Basel, Bern, Winterthur, Luzern, St. Gallen, Biel, Thun, Köniz und Chur. Ein Überblick ihrer legislativen und exekutiven Räten zeichnet ein klares Bild. |
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| In Thun und Chur sind Links- und Mitte-Links-Parteien in der Minderheit. In St. Gallen stellen sie exakt die Hälfte des Parlaments. Danach folgt Winterthur auf Platz 7 mit einem «Links-Anteil» von 52,6 Prozent. Bern liegt mit über 75 Prozent weit ab an der Spitze, Zürich folgt mit Distanz auf Platz zwei. Bei der Exekutive fällt Winterthur prozentual sogar um einen Platz zurück. Allerdings ist das mehr mathematisch bedingt, als politisch. Auch hier sticht die Bundeshauptstadt wieder heraus. Im Berner Gemeinderat sitzen nur Mitglieder linker Parteien und der GLP. |
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| Winterthur hebt sich mit seinem Stadtpräsidenten speziell hervor. Mit der Wahl von Stefan Fritschi (FDP) ist Winterthur neben Basel die einzige der zehn Gemeinden, die trotz einer linken Mehrheit im Parlament keine linke Stadtpräsident:in hat. «Isch Winti e linki Stadt?» Wer nur auf die Zahlen schaut, muss sagen: Ja. Der Vergleich zeigt aber klar. Winti ist nicht so links, wie man denken würde. Zumindest im Parlament und im Stadtrat nicht. Parteien wie die SP, AL, etc. wurden als «links» gezählt. Die GLP wurde als «Mitte-Links» gezählt. |
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| | | Alora, jetzt weisst du, wie es in der Liebe und der Politik zu- und hergeht. Zum Schluss möchte ich dir noch einen Witz mit auf den Weg geben:
Was isch de perfekti Soundtrack zu dem Wetter?
E Playlist mit de grösste Hits.
Bis bald, Sebastian von WNTI |
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