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| | Hoi, Ciao und Sali mitenand, Das Jugendhaus Winterthur gibt es seit über 60 Jahren. Wäre es eine Person, käme es langsam ins Pensionsalter – eine grosse Veränderung. Auch ohne dieses Gedankenspiel hat sich für das Jugendhaus und die anderen Angebote der offenen Jugendarbeit in Winterthur seit letztem Jahr einiges getan. Nicht alle waren damit zufrieden. |
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| Das Jugendhaus Winterthur hatte diesen Sommer nur drei statt vier Tage offen. (Bild: Sebastian Galli) |
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| Krach in der offenen Jugendarbeit: «Wir haben defizitäre Strukturen geerbt» |
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| Ein von der Stadt angestossener «Change-Prozess» brachte Anfang 2025 alle Jugendarbeitsvereine unter ein Dach. Das Resultat: weniger Pensen und ein Jugendhaus, das vorübergehend nur noch drei statt vier Tage offen ist. von Sebastian Galli |
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| Laut Leistungsvereinbarung mit der Stadt müsste das Jugendhaus am Mittwochabend offen sein. Trotzdem standen diesen Sommer Jugendliche jeweils vor verschlossener Tür. De facto ein Bruch der Leistungsvereinbarung mit der Stadt. Auch die anderen beiden Angebote der offenen Jugendarbeit Winterthur (OJA) mussten Angebote kürzen. Es ist das Resultat eines Prozesses, der vor rund zwei Jahren begann. Neuer Trägerverein und DachverbandVor der Zusammenführung in «ju win» war die offene Jugendarbeit in Winterthur dezentral organisiert. Das Jugendhaus war sein eigener Trägerverein, die Mobile Jugendarbeit Winterthur (Mojawi) und Jugendinfo standen unter der Trägerschaft des Vereins Offene Soziale Arbeit Winterthur (VOSW). Dazu kamen weitere, kleinere Angebote in den Quartieren. 2022 führte das Departement Soziales (DSO) unter Stadtrat Nicolas Galladé eine Standortbestimmung durch. Laut einer parlamentarischen Weisung aus dem Jahr 2024 habe diese ergeben, dass «es Handlungsbedarf bei den Strukturen gebe, vor allem was die Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit und die Nutzung von Synergien anbelange». Es folgte ein Prozess, unter Führung des DSO, der im Verein «ju win» mündete. Am 1. Januar 2025 übernahm der Verein die Trägerschaft des Jugendhauses, der Mobilen Jugendarbeit und der Jugendinfo. Schwere VorwürfeWie mehrere Quellen, die an diesem Prozess beteiligt waren, dieser Redaktion berichteten, sei dieser von planerischem und finanziellem Missmanagement geprägt gewesen. Schon vor der ersten Sitzung des Vereinsvorstands sei klar gewesen, dass dieser arge finanzielle Probleme haben würde. Es habe weder eine Analyse noch eine Planung der Finanzen gegeben. Das Resultat: Die Stadt schiesst finanzielle Mittel ein, Stellen werden abgebaut und Leistungsvereinbarungen gebrochen. Ein Resultat, in das der Verein und die Stadt laut Quellen sehenden Auges hineingelaufen seien. |
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| | «Dass es im Prozess Konflikte gab, will ich nicht schönreden.» Nicolas Galladé, Vorsteher Departement Soziales |
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| Nicolas Galladé, der als Vertreter der Stadt im Vorstand von «ju win» sitzt, widerspricht dieser Darstellung. Er räumt aber ein: «Dass es im Prozess Konflikte gab, will ich nicht schönreden.» Das DSO habe den Aufwand und die nötigen Ressourcen für die Vereinsgründung unterschätzt. Die städtische Finanzierung sei nach der Gründung von «ju win» nicht zurückgegangen. Das Jugendhaus, Jugendinfo und Mojawi erhielten noch immer dieselben jährlichen Beträge wie zuvor: 400’000, 113’000 und 308’000 Franken. Betrieb «weitgehend» gedecktWieso also das strukturelle Defizit? Über die Wirtschaftlichkeit der Vorgängervereine will Galladé kein Urteil fällen. Laut ihm zeige die parlamentarische Weisung zur Gründung des Vereins 2024, dass die Angebote der OJA Winterthur bis und mit Schlussrechnung 2023 solide finanziert gewesen seien. In der Übergangsphase 2024 und 2025 habe sich dies offenkundig geändert. Der parlamentarischen Weisung von 2024 ist zu entnehmen, dass der städtische Beitrag von 400’000 Franken pro Jahr die Kosten für die oben genannten Angebote des Jugendhaus-Betriebs «weitgehend» decke. Schwankungen hätten in den letzten Jahren über das Organisationskapital aufgefangen werden können. Zudem seien sowohl Jugendinfo als auch Mojawi auf Spenden angewiesen, um die Angebote im notwendigen Umfang aufrechtzuerhalten und Projekte durchzuführen. Defizitäre Strukturen geerbt
Co-Vereinspräsidentin Anna-Barbara Schlüer findet klarere Worte: «ju win» habe defizitäre Strukturen geerbt. «Wir sind jetzt halt der Böhlimann», sagt Schlüer. Die Zusammenführung sei eine Chance gewesen, für alle Angebote der offenen Jugendarbeit eine robuste Grundlage für das finanzielle Monitoring zu schaffen. |
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| | «Jetzt sind wir halt der Böhlimann.» Anna-Barbara Schlüer, Co-Präsidentin Verein «ju win» |
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| Das Vereinsbudget für 2025 sei anhand der Zahlen erstellt worden, welche die vorherigen verantwortlichen Trägerschaften und Vereine zur Verfügung stellten. Diese seien teils unvollständig gewesen. Das daraus entstandene Budget sei «knapp, aber machbar» gewesen. Eine Prognose, die sich nicht bewahrheitete. Drohende Insolvenz
Laut einer Quelle sei bereits im April 2025, also knapp vier Monate, nachdem der Verein die Trägerschaft der offenen Jugendarbeit Winterthur übernommen hatte, klar gewesen, dass er bald zahlungsunfähig sein würde. Galladé spricht von «Anzeichen, dass der Verein in finanzielle Schieflage geraten würde». Im Spätsommer sei klar gewesen, dass «man die Beine auf den Boden bringen muss». Die Finanzen des Vereins seien zusammen mit der Stadt genauer durchleuchtet worden. Die Stadt habe daraufhin ihre Verantwortung wahrgenommen und für die Jahre 2025 und 2026 zusätzliche 100’000 Franken gesprochen. Diese waren allerdings an Bedingungen geknüpft: ein realistisches Budget und das Klären von strukturellen Fragen.
«Existenzielle Ängste» Um die Finanzen langfristig in den Griff zu bekommen, habe der Vorstand laut einer Quelle entschieden, den Personalaufwand zu reduzieren. Die einzelnen OJA‑Akteure seien angewiesen worden, jeweils 15 Stellenprozent einzusparen. Im Januar 2026 habe der Vorstand zudem entschieden, auf Juli die Geschäftsleitung von zwei auf eine Person zu reduzieren. Diese Entscheidungen hätten laut mehreren Quellen bei den Angestellten der einzelnen Angebote für «riesigen Aufruhr» gesorgt und «allen den Boden unter den Füssen weggezogen». In einer Branche, in der eine Grosszahl der Beschäftigten in Teilzeitpensen angestellt ist, habe dieser Schritt bei mehreren Angestellten «existenzielle Ängste» ausgelöst. Zudem hätten Vorstand und Geschäftsleitung die Teams der einzelnen Angebote mit der Umsetzung dieser Vorgabe alleine gelassen. Keine direkten Kündigungen Vorwürfe, die Vereinspräsidentin Schlüer von sich weist. Dass Änderungen «existenzielle Ängste» ausgelöst hätten, habe sie nicht gewusst. Faktisch habe es sich bei der Reduktion der Pensen auch nicht um einen Stellenabbau gehandelt. Vielmehr sei es die Korrektur eines strukturellen Defizits gewesen. Die Vorgängervereine hätten zuvor ihre Mittel überzogen oder über zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten verfügt. |
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| | «Ihr sagt, wo und wie abgebaut werden kann, um das Soll einzuhalten» Anna-Barbara Schlüer, Co-Präsidentin Verein «ju win» |
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Die Angestellten der OJA Winterthur seien äusserst engagiert, sagt Schlüer. Deshalb sei immer klar gewesen, dass es ein anspruchsvoller Prozess sein würde. Dem expliziten Wunsch der Angestellten, in den Prozess einbezogen zu werden, sei der Vorstand nachgekommen. Die Devise sei gewesen: «Ihr sagt, wo und wie abgebaut werden kann, um das Soll einzuhalten», sagt Schlüer. Der Vorstand sei jederzeit bereit gewesen, weitere Gespräche mit einzelnen Angestellten zu führen. Dies sei allerdings nicht eingefordert worden. Zudem habe die Geschäftsleitung die Teams in diesem Prozess eng begleitet. Auch habe es keine direkten Kündigungen gegeben. Eine Person sei allerdings aus freien Stücken gegangen.
Absehbarer Bruch der LeistungsvereinbarungLaut DSO‑Vorsteher Galladé sei es nicht verwunderlich, dass die Situation kritisch war. Solche «Change-Prozesse» seien immer schwierig. Die Reduktion von Stellenprozenten und das Brechen der Leistungsvereinbarung mit der Stadt sei bedauerlich, sei aber auch absehbar gewesen aufgrund der finanziellen Ausgangslage. Auch wenn der Verein «ju win» nicht gegründet worden wäre – die Ausgangslage für die einzelnen OJA-Angebote wäre dieselbe gewesen. Die temporäre Angebotskürzung geht laut Galladé auf einen Vorschlag der Jugendhaus-Belegschaft zurück. Sowohl die Stadt als auch der Vereinsvorstand hätten diesen kritisch gesehen, aber aus Respekt vor der Jugendhaus-Belegschaft geduldet. Der «städtische Franken» solle möglichst effizient eingesetzt werden, mit möglichst wenigen Einschnitten für die Jugendlichen der Stadt, sagt Galladé. Inzwischen erreiche der Verein seine operativen Ziele. |
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| | | Gestern schrieben wir, dass die totale Leistung der Photovoltaikanlage, die nach Abschluss des Erweiterungsbaus auf dem Dach des Busdepots installiert wurde, 960 Kilowattstunden betrage. Das ist falsch. Und zwar um ein Tausendfaches. Die Gesamtleistung der Anlage beträgt 960 Megawattstunden. Genug für rund 426’000 Kilometer Busfahrt – also rund zehnmal um die Erde. |
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| | | | «Remember, remember the 5th of November»: Zum 20. Jubiläum bringt Kiwi Classics «V for Vendetta» (2006) zurück auf die Leinwand. Ein dystopischer Widerstandsfilm mit Natalie Portman und Hugo Weaving. Donnerstag, 5. November 2026, Kiwi Center, Englisch ohne Untertitel. |
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| | | KSW definitiv wieder im grünen BereichWie die «Winterthurer Zeitung» schreibt, hat das Kantonsspital Winterthur seine finanzielle Baisse überwunden. Zumindest, wenn es nach Nathalie Rickli, Vorsteherin der kantonalen Gesundheitsdirektion, gehe. Sie hielt am Mittwoch ihre jährliche Medienkonferenz im KSW ab. Wie die WiZe berichtet, liess Spitalrat Franz Studer an der selben Medienkonferenz durchblicken, dass das KSW nach 2025 auch dieses Jahr einen Gewinn erwirtschaftet habe. Letztes Jahr machte das Spital einen Gewinn von 55 Millionen. |
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| Vernissage im Upcycling-Gebäude K118: Die Eröffnung der neuen Ausstellung «Loop» im Haus der Zukunft am Lagerplatz findet am Samstag statt. Dort können die Fokusthemen Kreisläufe, Rohstoffe und Ressourcen auf interaktive und spielerische Art erlebt werden. Das Team hinter dem Openair-Kino Cinéma Solaire empfängt dich von 10 bis 16 Uhr. Die Ausstellung kann bis April 2027 auf Reservation besucht werden. (zot) Marginal mehr Sozialhilfefälle: Wie der «Landbote» schreibt, gibt es in Winterthur im Vergleich zum Vorjahr 1,7 Prozent mehr Sozialhilfefälle. Insgesamt 6239 Personen würden wirtschaftliche Sozialhilfe beziehen. Laut Stadtrat Nicolas Galladé verzeichne Winterthur in den letzten Jahren allerdings eine Abnahme von Sozialhilfefällen. FDP veröffentlicht Liste für Kantonsratswahlen: Neben dem bisherigen und momentan einzigen FDP‑Vertreter aus Winterthur schickt die FDP Winterthur zwölf andere Kandidat:innen ins Rennen um die Kantonsratssitze. Am 4. April 2027 sind Wahlen. Unter den ersten fünf Plätzen sind mit Raphael Tobler, Dani Romay und Christina Mancuso Cabello gleich drei Kandidat:innen, die momentan im Stadtparlament sitzen. |
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| 🎄 The final countdown: In 55 Tagen ist Weihnachten! 🎄 Spinnen die von WNTI jetzt komplett? (Es ist Oktober!) Mitnichten! Deborah und Luisa aus dem Verlag sind schon voll in Weihnachtsstimmung, denn sie wollen dieses Jahr für die WNTI-Leserschaft erstmals einen Adventskalender lancieren. Der Adventskalender ist eine wunderbar weihnachtliche Gelegenheit für Unternehmen, Kulturorganisationen und alle anderen, das Zielpublikum von WNTI auf eine kreative Art und Weise zu erreichen.
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| Vučić weg – was sagt die serbische Community in Winterthur?
 | 🇷🇸 Vučić weg – was sagt die serbische Community in Winterthur dazu?
Am 25. Oktober hat die oppositionelle «Studentska Lista», die aus der studentischen Protestbewegung hervorgegangen ist, die Parlamentswahl in Serbien mit rund 53 Prozent der Stimmen deutlich gewonnen. Langzeitmachthaber Aleksandar Vučić und seine Serbische Fortschrittspartei (SNS) kamen auf rund 39 Prozent. Nach Jahren der Proteste bedeutet das eine historische politische Wende im Land. Die Protestbewegung entstand nach dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad, der zweitgrössten Stadt Serbiens, vor zwei Jahren. Damals kamen 16 Menschen ums Leben. Kritiker:innen machten Korruption und mangelnde Sorgfalt unter der Regierung von Aleksandar Vučić für die Katastrophe mitverantwortlich. Die Studentenliste kann nun alleine eine Regierung bilden und voraussichtlich 140 Abgeordnete ins Parlament schicken. Auf ihrer Wahlliste standen kaum Studierenden, sondern Expert:innen, die basisdemokratisch bestimmt wurden.
Für einen neuen Artikel möchten wir wissen: Hast du die Wahl mitverfolgt? Was bedeutet dieser Wahlausgang für dich? Was sind deine Hoffnungen, Erwartungen oder Sorgen? Und wie blickst du auf die politische Zukunft Serbiens?
Wir freuen uns auf deine Perspektive! (say) |
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| | | Leute nach ihrem Alter zu fragen ist in gewissen Kreisen ja ein Tabu. Ein kleiner Workaround könnte sein, stattdessen einfach zu fragen: «Wann warst du zum letzten Mal im Jugendhaus?» Bei mir ist das mehr als zehn Jahre her. Bis bald, Sebastian von WNTI |
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