| | Guten Morgen Andrea Rubin hat es bei der Wahl zur Winti-Heldin aufs Podest geschafft. «Sie hat ihr privilegiertes Leben aufgegeben, um in Indien den Ärmsten der Armen zu helfen», hiess es in ihrer Nomination. Im Gespräch erzählt sie, wann sie diesen Entscheid getroffen hat und warum sie jedes Jahr nach Winterthur zurückkehrt.
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| Seit 2015 lebt Andrea Rubin in indischen Dörfern. Dort vermittelt sie unter anderem jungen Männern gewaltfreie Kommunikation. (Bild: zvg) |
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| Winti-Heldin: Andrea Rubin wollte schon als Kind anderen helfen |
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| Andrea Rubin lebt seit über zehn Jahren in Indien und setzt sich dort und in Nepal für Menschen in schwierigen Lebenssituationen ein. Für ihr Engagement habt ihr sie als Winti-Heldin ausgezeichnet. von Yvonne Samsarova |
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| Hinweis: Dieser Text enthält Schilderungen von Gewalt gegen Kinder und Frauen sowie von schwierigen Lebensverhältnissen. Indien ist seit mittlerweile mehr als zehn Jahren Andrea Rubins Zuhause. «Für diesen Schritt entschied ich mich, weil ich den Menschen vor Ort helfen wollte», erzählt sie. Einen direkten Bezug zu Indien habe sie eigentlich nicht gehabt. Eine Freundin nahm sie jedoch 2012 zu einer Convention über Gewaltfreie Kommunikation im ostindischen Bundesstaat Odisha mit. Am letzten Tag der Convention fuhr sie mit anderen Teilnehmenden für ein Projekt in abgelegene Dörfer. Was sie dort sah, war eine Armut, wie sie sie zuvor noch nie erlebt hatte, obwohl sie bereits an verschiedenen Orten Einsätze für Menschen in Armut geleistet hatte. « Die Kinder wirkten verwahrlost und abgemagert», sagt Andrea Rubin. Der Anblick schockierte sie und liess sie nicht mehr los. «Irgendwie wusste ich da einfach: Hier gehöre ich hin, hier will ich etwas verändern», sagt sie. |
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| Andrea Rubin hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, anderen Menschen zu helfen. (Bild: zvg) |
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| Der Wunsch zu helfen Der Wunsch anderen Menschen zu helfen, begleitet Andrea Rubin bereits seit ihrer Kindheit. Während andere Kinder bei der Frage nach ihrem Berufswunsch Sachen wie Lehrerin, Ärztin oder Sängerin antworteten, habe ich immer gesagt: Ich will armen Kindern im Ausland helfen. Ihre Familie habe sie dabei stets unterstützt. Wenn sie das wirklich machen wolle, könne sie es auch schaffen, hätten ihre Angehörigen ihr immer wieder gesagt. Schon als Kind habe sie begonnen, ihr Taschengeld zu sparen und nach Brasilien zu schicken. Mit 18 Jahren reiste sie selbst dorthin und arbeitete in einem Slum. Später absolvierte sie eine Ausbildung zur Psychiatrieschwester und arbeitete für ein paar Wochen in einem Altersheim in Kapstadt. Gewalt gegen Mädchen und Frauen 2013 habe sie in einem College in Indien für Kinder aus mittellosen Familien über mehrere Monate gewaltfreie Kommunikation unterrichtet. Eine der ersten Aufgaben sei ein Rollenspiel gewesen: Die Jugendlichen sollten Formen von Gewalt darstellen, die sie aus ihrem eigenen Umfeld kannten. Eine Gruppe von Jungen spielte eine Szene nach: Die Schwiegermutter packte ihre Schwiegertochter an den Haaren und zog sie in die Toilette. Dort übergoss sie sie mit Benzin und zündete sie an. «Ich war schockiert und fragte die Jungs, ob sie das tatsächlich so erlebt hätten.» Sie hätten nur genickt, als wäre das das Normalste der Welt. Für Andrea Rubin wurde dadurch deutlich, wie gross das Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist. Sie begann deshalb, einen besonderen Fokus auf diese Problematik zu legen. Um vor Ort möglichst wirkungsvoll zu helfen, entschied sie sich 2015, nach Indien zu ziehen und im Dorf bei den Menschen zu leben, denen sie helfen will. Heute verbringt Andrea Rubin ungefähr zwei Monate im Jahr in der Schweiz. «Ich schaue, dass diese Zeit immer mit der Musikfestwoche zusammenfällt», sagt sie. Andrea Rubin besucht die Musikfestwoche jedes Jahr. Vor zwei Jahren war auch ihr Ehemann aus Indien das erste Mal dabei. |
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| Andrea Rubin mit ihrem Ehemann an einer indischen Hochzeit. Seit 2018 sind die beiden ein Paar. (Bild: zvg) |
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Hilfe nach der Sturzflut
In den nächsten Tagen wird Andrea Rubin erneut nach Nepal reisen. Seit 2015 ist auch ihre 2013 gegründete Stiftung «Hope is Life» in Nepal tätig. «Am Anfang kamen die Spenden vor allem aus dem Familien- und Freundeskreis», erzählt sie. Mit der Zeit seien die Projekte gewachsen und immer mehr Menschen hätten von ihrer Arbeit erfahren. «So konnten wir nach und nach mehr Projekte umsetzen und mehr Menschen erreichen», erzählt Andrea Rubin. «Wir konnten in Nepal unter anderem ein Kinderheim aufbauen». Nach der jüngsten Sturzflut sei ihr Team vor Ort auch sofort aktiv geworden. «Sie haben Geld gesammelt und kauften notwendige Materialien wie Kochplatten und Dampfkochtöpfe, welche sie vor Ort verteilt haben», erzählt sie. |
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| Nach der Sturzflut verteilt Andrea Rubins Verein Dampfkochtöpfe und Kochplatten an betroffene Familien. (Bild: zvg) |
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| Ihre Stiftung möchte kurzfristig zusätzliche Räume anmieten, um das Kinderheim zu vergrössern und weiteren Kindern, die ihre Eltern bei der Flut verloren haben, ein sicheres Zuhause zu bieten. Für die Aufnahme von solchen Kindern arbeitet die Stiftung mit der Regierung zusammen. Gerade nach Katastrophen sei die Gefahr von Menschenhandel besonders gross, erzählt Andrea Rubin. Sie habe immer wieder Situationen erlebt, in denen Kinder verschleppt worden seien und gerettet werden mussten. Deshalb möchte Andrea Rubin in Nepal ein neues, grösseres Kinderheim eröffnen. Einschliesslich des Landes würde dieses rund 160'000 Franken kosten. Bis heute sei die Finanzierung eine der grössten Herausforderungen ihrer Arbeit. «Ich möchte langfristig Veränderungen anstossen», sagt sie. Dazu gehört für sie, weiteren Kindern ein sicheres Zuhause zu ermöglichen und ihnen zugleich eine gute Schulbildung zu bieten. Sie sei überzeugt, dass sich so nicht nur das Leben einzelner Kinder verändere, sondern langfristig auch etwas in der Gesellschaft bewirken lässt. Winti - der Ort zum Abschalten Dass sie für ihr Engagement als eine der «Winti-Held:innen» ausgezeichnet wurde, bedeutet Andrea Rubin viel. «Ich war verlegen, als ich es erfahren habe. Es berührt mich.» Es mache ihr Freude, zu helfen. Sie sei überzeugt, dass Menschen, die anderen helfen, insgesamt glücklicher seien. |
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| | «Wenn wir mehr rausgehen und schauen, wo wir wen unterstützen können, ist das sehr erfüllend.» Andrea Rubin, Vereinspräsidentin «Hope is Life» |
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| Obwohl ihr Lebensmittelpunkt mittlerweile seit über zehn Jahren in Indien liegt, ist ihre Verbindung zu Winterthur geblieben. Wenn sie Menschen treffe und gefragt werde, woher sie komme, antworte sie immer: Winterthur. «Winti ist meine Stadt», sagt Andrea Rubin. Nach ihrem Auszug von zu Hause hat sie in Töss gelebt. Für sie sei Winterthur ein Ort zum Abschalten und ein Stück Heimat, zu dem sie immer wieder zurückkehrt. |
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| Jubihui, 30 Jahre Salzhaus! Es gibt Grund zum Feiern, denn im Oktober werden 30 Jahre Salzhaus zelebriert! Der Jubiläumsmonat ist vollgepackt mit genau dem, was das Salzhaus seit Jahrzehnten ausmacht: Gänsehaut, Schalala und ganz viel Zugabeeee! Kommt vorbei und feiert mit! Das ganze Jubiläumsprogramm findest du… |
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| | | | 23 Polizist:innen vereidigt Am Freitagnachmittag wurden in der Stadtkirche Winterthur 23 neue Polizeiangehörige feierlich vereidigt, schreibt die Stadtpolizei in einer Medienmitteilung. 14 davon sind Quereinsteiger:innen, 9 absolvierten die Polizeischule. Zudem wurden vier Zivilangestellte im Korps willkommen geheissen. Nach der Zeremonie marschierten die neuen Polizeiangehörigen traditionsgemäss durch die Winterthurer Altstadt. (Bild: Stadtpolizei Winterthur)
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| | Brand im Fotomuseum 
Am Donnerstagabend brannte es im Dachaufbau des Fotomuseums. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen. Wie die Stadtpolizei berichtet, ist die Brandursache weiterhin nicht bekannt. Die Ermittlungen laufen. (Bild: zvg) |
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| | Weitere Kurz-NewsMutmasslicher Einbrecher verhaftet: Die Stadtpolizei Winterthur meldet, dass sie am Sonntagmorgen an der Niederfeldstrasse einen 24-jährigen Mann festgenommen hat. Zuvor soll er in eine Liegenschaft eingebrochen und geflüchtet sein. Eine Hundeführerin der Stadtpolizei konnte mit ihrer Diensthündin «Quba» mutmasslich zugehörige Kleidungsstücke und Gegenstände aufspüren und sicherstellen. Die Ermittlungen laufen. KI-Hilfe für Führungskräfte: HWZ und CityFoundry Winterthur entwickeln einen KI-gestützten Begleiter für Führungskräfte in KMU, wie es in einer Mitteilung der HWZ heisst. Das Projekt wird von Innosuisse mit einer Innovationscheck-Förderung unterstützt. Der «Responsible Leadership Companion» soll Führungskräfte bei Personalprozessen wie Recruiting, Feedback und Entwicklung unterstützen, psychologisches Fachwissen vermitteln und auf mögliche Verzerrungen bei Entscheidungen hinweisen. Kulturwanderung trifft auf Kinopremiere: Am Freitag verbindet der Veranstalter Wanderidee erstmals eine rund einstündige Feierabendwanderung durch Winterthur mit einer Kinopremiere. Vom HB führt die Wanderung zum Kino Cameo und thematisiert die vier Elemente, Klimawandel und Wetterextreme. Anschliessend wird der Dokumentarfilm «Fire, Water, Earth, Air» gezeigt. Bis spätestens morgen ist eine Anmeldung noch möglich. |
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| Zmittag mit Fabienne
 | Fabienne Emich, Coiffeuse, Winterthur-Stadt |
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| Machst du gerade Mittagspause? Ja, genau. Ich arbeite als Coiffeuse am Oberen Graben und habe gerade Mittagspause. Meistens bin ich im Vögelipark, aber heute musste ich noch ein paar Dinge erledigen, deshalb sitze ich jetzt hier. Was isst du am liebsten zu Mittag? Ich nehme mir gerne etwas frisch Gekochtes von zu Hause mit, am liebsten von meinem Mann. Er kocht sehr gerne und auch richtig gut. Jetzt hat er sich aber den Arm gebrochen, und das geht leider gerade nicht. Ich esse auch mal gerne ein Brötli vom Hassan oder, wenn es mal schnell gehen muss, wie heute, etwas vom Supermarkt. Wenn du Königin von Winterthur wärst, was wäre dein erster Erlass? Dass es einfacher und günstiger wird, eine Wohnung zu finden. Ich würde die Miete jeweils an den Lohn anpassen und verhindern, dass Menschen weniger Chancen auf eine Wohnung haben, nur weil sie alleine sind oder weniger verdienen. Es ist momentan wirklich sehr schwierig, eine Wohnung zu finden. |
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| | | Es ist immer wieder schön, wenn wir Menschen ansprechen und sie mit einem Lächeln sagen: «Ja klar, kenne ich euch!» ❤️ Wenn du also jemanden kennst, der WNTI noch nicht kennt, dann erzähl es gerne weiter. So wächst unsere WNTI-Community Schritt für Schritt. Danke, dass du dabei bist! Hab eine schöne Woche und bis bald, Yvonne |
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