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| | Liebe Leser:in Heute vorneweg etwas in eigener Sache: Yvonne Samsarova (say) hat es von der «Südostschweiz» in die Nordostschweiz gezogen. Seit gestern ist die WNTI-Redaktion also erstmals über drei Vollzeitstellen stark. Das geht dank euch, liebe Mitglieder ‒ merci vielmals! Ausserdem verstärkt unser ehemaliger Praktikant Mattia (mm) die Redaktion für vier Wochen. |
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| Sviatoslava Luchenko und Katharina Truninger fanden über Truningers Mutter zusammen ‒ bei ihr hatte Luchenko während ihrer Studienzeit gewohnt. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Wo die Bandura erklingt, lebt die Ukraine |
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| Sviatoslava Luchenko und Katharina Truninger organisieren in der Zwinglikirche ein Benefizkonzert, um ukrainische Geflüchtete zu unterstützen. Zum Einsatz kommt ein einst verbotenes Instrument. von Tizian Schöni |
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| Am 29. August ist in der Zwinglikirche im Mattenbach ein Instrument zu hören, für dessen Spiel Menschen noch vor hundert Jahren ihr Leben lassen mussten. Wer seine Saiten zupfte ‒ und womöglich auch noch dazu sang ‒, riskierte bestenfalls verhaftet, schlimmstenfalls erschossen zu werden. Die Rede ist von der Bandura, dem Volksinstrument der Ukraine. Wie kein anderes Instrument steht die Lautenzither für die nationale Identität des Landes. Entsprechend blickten Zaren und später auch das imperialistische Russland mit Verachtung auf das Instrument der «Kobsaren.» Die ukrainischen Barden sangen aus ihrer Sicht keine Volkslieder, sondern verbreiteten nationalistisches Gedankengut, das es im Kaiserreich und Sowjetstaat mit aller Macht zu unterbinden galt. |
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| | «Die Russen haben versucht, unsere Kultur zu unterdrücken.» Sviatoslava Luchenko, Banduristin |
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| «Die Russen haben versucht, unsere Kultur zu unterdrücken», sagt Sviatoslava Luchenko. Sie wird die Bandura am Samstag, dem 29. August, in der Reformierten Kirche Mattenbach spielen ‒ anders als die Kobsaren vor über 100 Jahren allerdings völlig gefahrlos. Trotzdem zeichnet der russische Angriffskrieg auf das Heimatland der Musikerin eine Parallele zur Verfolgung in Sowjet- und Zarenzeiten. 5,2 Millionen Menschen flüchteten laut Schätzungen der Vereinten Nationen vom offenen Krieg mit Russland. Deshalb widmet das Konzert am 29. August seine Kollekte dem Projekt «Valmez4Shelter» für ukrainische Geflüchtete. «In der tschechischen Kleinstadt Valmez leben heute fünf- bis sechsmal so viele ukrainische Geflüchtete wie im Schweizer Durchschnitt», sagt Katharina Truninger, die sich im Vorstand des schweizerisch-tschechischen Vereins engagiert und das Benefizkonzert in ihrer Heimatstadt Winterthur gemeinsam mit Luchenko organisiert. «Valmez4Shelter» betreibt in Valmez unter anderem zwei Kitas, damit ukrainische Mütter einer Arbeit nachgehen können, oder begleitet Geflüchtete bei Behördengängen. |
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| Am 29. August spielen sechs ukrainische Musiker:innen in der Zwinglikirche. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Sviatoslava Luchenko veranstaltete bereits unmittelbar nach Kriegsbeginn 2022 Benefizkonzerte, deren Kollekten zur Unterstützung der Zivilbevölkerung in die Ukraine flossen. Das Konzert am 29. August ist bereits das Dritte zugunsten des Hilfsprojekts «Valmez4Shelter». Sie sei tief verbunden mit ihrer Heimat, sagt Luchenko. «Wir tun, was wir können.» In der Schweiz vernetzt sie Profimusiker:innen, die aus der Ukraine flüchten mussten. Am Konzert in der Zwinglikirche treten nebst Sviatoslava Luchenko und ihrer Schwester, der Starviolinistin Vladyslava Luchenko, vier weitere ukrainische Musiker:innen auf. Sviatoslava Luchenko selbst lebt und arbeitet schon seit fast zwei Jahrzehnten in Winterthur. Sie folgte ihrer Schwester in den Nullerjahren in die Schweiz. Beide studierten an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und wohnten währenddessen in Oberwinterthur. Luchenko unterrichtet, leitet ein Orchester, dirigiert einen Chor und tritt immer wieder in verschiedenen Formationen als Banduristin oder Sängerin auf. Mit ihrem Vokalensemble «Anima Ruthenica» singt sie beispielsweise an reformiert-orthodoxen Gottesdiensten in der Kirche Veltheim. «Viele Ukrainer, die hier gelandet sind, kommen in den ökumenischen Gottesdienst», sagt Luchenko. Am Konzert Ende August dürfen sich Besucher:innen auf eine Symbiose freuen: «Wir kombinieren klassische westliche mit klassischer ukrainischer Musik», sagt Luchenko. Und mit der Bandura werden auch volksmusikalische Elemente nicht fehlen. |
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| Die Winterthurer Musikfestwochen gehen in die 51. Runde Über 100 Konzerte an zwölf Festivaltagen, neun davon kostenlos: Von Aino Salto bis Wolf Alice. Von ANGER MGMT. bis Verbrennung 3. Grades. Von Kurzlesungen bis Relaxed Performances. Es ist bestimmt etwas für alle dabei. |
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| | | | Hitzeschutz für KantonsschulenDass Hitze nicht nur anstrengend ist, sondern laut Forschung schon ab 26 bis 27 Grad die Prüfungsleistungen drückt, bekommen Schüler:innen im Sommer direkt zu spüren. Versiegelte Pausenplätze und aufgeheizte Fassaden verstärken das Problem zusätzlich. Eine ZHAW-Studie zeigt nun Lösungen für die Kantonsschulen Rychenberg und Im Lee: Durch Entsiegelung, mehr Grün und Beschattung sinkt die gefühlte Temperatur draussen lokal um bis zu 20 Grad. Laut dem Projekt der ZHAW entstehen bis 2060 rund 3'300 Quadratmeter kühle Aufenthaltsfläche. Drinnen sorgt eine automatisierte Nachtlüftung dafür, dass der Schultag morgens direkt um vier Grad kühler startet. Für die Umsetzung am Rychenberg sind rund drei Millionen Franken budgetiert. (say) |
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| | Weitere Kurz-NewsTerresta setzt Nachrfrist bis zum 10. August: Das geht aus einem Schreiben an die Besetzer:innen der «Gisi» hervor, das WNTI vorliegt. Ursprünglich hatte die Liegenschaftsverwaltung der SKKG die Bewohnenden der General-Guisan-Strasse 31 bis Ende Juli Zeit gegeben, das Gebäude zu verlassen. Dies unterliessen die Besetzer:innen. Wer ist der schnellste Oberianer? Zum dritten Mal in Folge organisiert der Ortsverein vom 14. - 16. August das «Oberi Fäscht». Neben Live-Konzerten, Tanz- und Yogaschnupperstunden und Kindermalen können die Besuchenden um «de schnellscht Oberianer» wetteifern oder selber mitrennen. Das Riesentrampolin wird nach einem Jahr Pause auch zurückkehren. (lf) Pfadi organisiert Pop-up-Badi: Am 15. August macht die Pfadi Region Winterthur den Eulachpark zur Pfadi-Badi. Auf dem Programm stehen «die grösste Wasserschlacht, die Winti je gesehen hat», und verschiedene Wettbewerbe rund ums Wasser. Der Anlass startet um 13 Uhr und findet nur bei schönem Wetter statt. |
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| | | Für den Eröffnungsabend der Musikfestwochen solltest du noch schnell das ganze Stadtarchiv durchlesen, denn WNTI fordert dich zum hyperlokalen Quizduell heraus. Mittwoch, 5. August
ab 19.30 Uhr
Radio Stadtfilter-Container
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| Die verwaiste Bushaltestelle
 | … wo die am schlechtesten genutzte Bushaltestelle liegt Stadtbus Winterthur betreibt 171 Haltestellen. So kommt es manchmal vor, dass auch die eingefleischtesten Winterthurer:innen den Überblick verlieren. |
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| Ein unüblicher Standort für eine Bushaltestelle. Obwohl sie nicht von einem Stadtbus angefahren wird ‒ sie wirkt täuschend echt. (Bild: zvg) |
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| Als dann jedoch eine Bushaltestelle der bisher unbekannten Linie 21 auftauchte, wurde ein WNTI-Leser stutzig. Die 172. Haltestelle befindet sich am Waldrand in der Breite und wird vom Bus «Pedibus de la Culture» ‒ in Anlehnung an den laufenden Schulbus aus der Romandie ‒ bedient. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Winterthurer Vereins «kleinmittelgross». Auf Anfrage konnten die Route oder die Haltestellen des Rundlaufes noch nicht genannt werden. Es sei aber klar, dass die Fahrgäste auf dem Weg von Kunst- und Kulturschaffenden überrascht werden. Es dürfte sich um die am wenigsten bediente Haltestelle der Stadt handeln: Der laufende Bus fährt lediglich einmal im Jahr, jeweils am 21. November um 19:21 Uhr, vorbei. Wer an die Fahrt erinnert werden will, kann den Newsletter des Vereins abonnieren. Dafür braucht der Pedibus auch keinen jährlichen Fahrplanwechsel, denn der Rundgang wird die nächsten drei Jahre immer gleich stattfinden. Unterstützt wird das Projekt mit 12’000 Franken des Kultur-Komitees Winterthur, sowie durch die tatkräftige Hilfe von Stadtgrün und Stadtbus. (lf) |
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| | Die Geschichte der Bandura und der blinden, ukrainischen Minnesänger ist übrigens ein ziemliches «Rabbit Hole». Mit anderen Worten: Ein Thema, in das man sich ziemlich tief einlesen kann. Sogar ein Harvard-Professor hat dazu publiziert. Viel Freude mit der Nerd-Lektüre! Tizian |
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