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| | Sali mitenand :) Dieses Wochenende war in Winti ganz schön was los! In Hegi werweisste die hiesige Kulturszene über die Zukunft, die Busfahrer:innen stellten der Stadt ein Ultimatum und der FCW… Los geht’s!
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| | Die Kulturstadt sucht Raum |
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| Wohin mit der Kultur, wenn der Platz eng wird? Mit dieser Frage traf sich am Samstag die Winterthurer Kulturszene in Hegi. Eine diskutierte Lösung sind Zwischennutzungen. WNTI hat sich das genauer angeschaut. von Olivia Ruffiner |
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| Das Campo füllt sich rasant. An diesem regnerischen Samstagmorgen finden 120 Menschen ihren Weg nach Hegi, um über Kultur zu sprechen. Das sind deutlich mehr, als erwartet wurden, wie Patrick Brunner, zuständig für die Infrastruktur des Campo, sagt. Er sorgt dafür, dass genügend Stühle bereitstehen und alle einen Platz finden. Neben dem Summen der Kaffeemaschine gibt es freudiges Wiedersehen: Die abtretende Co-Geschäftsleiterin der Musikfestwochen Lotta Widmer unterhält sich mit ihrem Nachfolger Nik Müller-Crepon. Der abtretende Stadtpräsident Mike Künzle begrüsst seinen eventuellen Nachfolger Stadtrat Stefan Fritschi. Dazwischen nehmen Coucou-Kulturredaktor Julius Schmidt, Cameo-Kinoleitung Liliane Hollinger und Lauschig-Initiatorin Ramona Früh ihre Plätze ein. |
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| | «Das Ziel dieser Veranstaltung ist es, die Kulturschaffenden von Winterthur zu vernetzen und zu aktuellen Themen in den Dialog zu treten» Tanja Scartazzini, Leiterin Amt für Kultur |
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| Organisiert hat den Anlass das Amt für Kultur (AfK) unter der Leitung von Tanja Scartazzini. «Das Ziel dieser Veranstaltung ist es, die Kulturschaffenden von Winterthur zu vernetzen und zu aktuellen Themen in den Dialog zu treten», sagt sie. Das Thema: Stadtentwicklung, Zwischennutzung und Vision. Der Austragungsort ist bewusst gewählt: Das Campo ist selbst eine Zwischennutzung, betrieben von der Stiftung Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG). Bis voraussichtlich im Sommer 2027 dient es als Raum für Gastronomie, Events und Begegnungen. Den Auftakt macht der amtierende Stadtpräsident Mike Künzle mit den Worten: «Ich bin erschlagen.» Auch er zeigt sich überwältigt von der Zahl der Anwesenden. So ziemlich jede Winterthurer Kulturakteur:in ist vertreten, darunter Bettina Durrer, Gesamtleiterin des Theater Winterthur, und Susanna Kumschick, Leiterin des Gewerbemuseums. |
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| Susanna Kumschick (links) und Bettina Durrer (rechts) müssen sich nicht um Platz in der Stadt sorgen. (Bild: Robyne Dubief) |
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| Bettina Durrer ist gekommen, um die gesamte Kulturstadt anzutreffen. «Es gibt nur wenige Gelegenheiten, alle zu sehen», sagt sie. Um einen Raum in der Stadt müssen die beiden nicht besorgt sein, das Gewerbemuseum und das Theater Winterthur sind beide fix im Stadtplan verankert. Susanna Kumschick sagt: «Wir haben einen Ort, an dem wir zu Hause sind. Aber es ist immer wieder gut zu überlegen, wie man diesen Ort pflegen und weiter nutzen und auch Kooperationen suchen kann.» Die Teilnehmenden sind divers. Neben den grossen Institutionen sind auch einzelne Kulturakteur:innen dabei, wie die Lyrikerin und Autorin Ruth Loosli. Sie ist in der Literarischen Vereinigung aktiv, die in der Coalmine beheimatet ist. «Es ist gut, wenn Kultur und Stadt näher zusammenkommen und wir merken, dass die Verwaltung aus Menschen besteht», sagt sie. Besonders gespannt sei sie auf die Vorstellung des Projekts Kulturraum Speicher. |
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| Lyrikerin Ruth Loosli freut sich, alle wiederzusehen. (Bild: Robyne Dubief) |
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| Zurück auf der Bühne präsentiert das AfK ihr Projekt «Kulturraum Speicher». Als das ehemalige Kornhaus leerstand, besichtigte das AfK das Gebäude, erarbeitete Nutzungskonzepte und koordinierte die Zusammenarbeit mit der Immobilienhalterin. Das Ergebnis ist ein Haus mit Atelierplätzen, Probe- und Kreativräumen. Einziehen wird unter anderem das Kuratoren-Duo NEU!, bestehend aus Jürgen Baumann und Bene Andrist. Sie wollen einen Artist-Run-Space, einen unabhängigen, künstlerischen Projektraum, aufbauen. «Es ist schön, in Winterthur einen Ort zu haben, an dem Kunstschaffende zusammenfinden», sagt Bene Andrist. |
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| Jürgen Baumann (links) und Bene Andrist (rechts) ziehen im Kulturraum Speicher ein. (Bild: Robyne Dubief) |
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Für Jürgen Baumann vermitteln sowohl der Kulturraum Speicher als auch das Forum selbst ein Gefühl der Wertschätzung. «Ich schätze es sehr, als Kulturakteur diese Möglichkeit der Vernetzung zu erhalten. Man hat das Gefühl, gehört zu werden, und dass man mitgestalten kann.» Das Forum beschränkt sich nicht auf Präsentationen. Das AfK lädt zu Dialoggruppen ein, die sich je einem Thema widmen – etwa Kooperation und Governance oder Freiräume und Aussenräume. Dabei werden auch Schwierigkeiten benannt: Kulturschaffende bemängeln, dass verfügbare Flächen schwer zu finden sind. Ist eine Fläche gefunden, fehlt oft die Übersicht, welches Amt welche Bewilligung für welche Veranstaltung verlangt. Als Hilfsmittel existiert bereits der «Stadtplan der Nutzungen», der öffentliche Räume verzeichnet. Im Dialog zeigt sich aber, dass der Plan noch rudimentär ist: Er lässt sich weder nach Nutzungszeiten noch nach Lärmpegeln filtern. Der Wunsch nach einer verbesserten Version ist in diesem Dialograum direkt bei der Stadt gelandet. |
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| Flurin Wäger holt sich vor dem Dialog eine Koffein-Stärkung. (Bild: Robyne Dubief) |
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| «Kulturstadt ist ein grosser Begriff, hinter dem viel Arbeit verschiedenster Akteur:innen steckt und in den auch in Zukunft viel investiert werden muss», sagt Flurin Wäger. Er arbeitet seit dem 1. März bei der Geschäftsstelle Kulturlobby. Der Verein zählt 120 Mitglieder – exakt so viele, wie heute anwesend sind. Überschneidungen seien gut möglich, meint er und schmunzelt. Sein Fazit: «Dieser Anlass ist ein guter Ort, um in den Austausch zu kommen und sich zu vernetzen. Das ist wichtig für die Kultur in Winterthur.» Das Bedürfnis nach Austausch ist definitiv da. Selbst nach der Veranstaltung im Bus 680 zurück in die Stadt gehen die Gespräche weiter. Ein gutes Zeichen für die Kulturstadt Winterthur. |
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| | Am Freitag hat sich in der Meldung zu den Kosten des Intranets der Stadt ein Fehler eingeschlichen. Die auf Grund einer höheren Kostenschätzung entstandenen Mehrkosten belaufen sich nicht auf 2350’000, sondern auf 235’000 Franken. |
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Stadtbus-Fahrer:innen stellen UltimatumNach dem Warnstreik vor zwei Wochen machen die Chauffeur:innen von Stadtbus ernst. Ihre Forderungen sollen bis Mittwoch erfüllt sein, ansonsten drohe ein unangekündigter, dauerhafter Streik. Konkret wollen die in der Gewerschaft VPOD organisierten Angestellten einen Ausbau der Nachtzuschläge, eine bessere Planung der Ersatzdienste und keine Minuszeiten mehr. Der Vorsteher der technischen Betriebe Stefan Fritschi sagte gegenüber WNTI am Freitag einmal mehr, Betriebliches lasse sich zwar teilweise anpassen. «Aber die Vorstellung, Löhne oder Zulagen innerhalb von vier Tagen verändern zu können, entspricht nicht den rechtlichen Grundlagen.» Die Stadt schlug deshalb die Unterzeichnung einer Absichtserklärung vor. Für die 100 Gewerkschaftsmitglieder von Stadtbus seien das jedoch «leere Worte», wie VPOD in einer Mitteilung schrieb. Sie hätten das Ultimatum an einer Personalversammlung am Donnerstagabend beschlossen. Stadtbus beschäftigt insgesamt 284 Chauffeur:innen. |
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Denkmal oder nicht? 
Jonas Furrers Geburtshaus an der Steibi ist mit einer grossen Plakette versehen. Wir sollen uns daran erinnern, dass der erste Bundespräsident der Schweiz von hier kam. Erinnerungskultur, das waren auch die Schuhe, die an den Strassenleuchten über der Steibi baumelten. Sie erinnerten an Gastro-Angestellte, die in ihrem Job so manchen Kilometer zurücklegen. Am Donnerstag wurden sie von Stadtwerk entfernt. Lang blieb die inoffizielle Schuhzeine aber nicht leer. Wie ein Leser schrieb, hing am Sonntagabend bereits wieder ein Paar. (tz) (Bild: zvg) |
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| | Kurz-NewsNeuer Direktor am Rychi: Felix Ziegler wird die Kantonsschule ab Ende des Frühlingssemesters 2026 führen, wie der Regierungsrat am Donnerstag bekannt gab. Das Gremium wählt die Rektor:innen der Kantonsschulen und entschied sich für den Naturwissenschaftler, der seit 1999 als Gymilehrer und zuletzt als Prorektor am Rychi tätig war. (tz) ARA und zwei Camping-Abstimmungen: Am 14. Juni stimmt Winterthur sowohl über die beiden Referenden zum Campingplatz Schützenweiher als auch die Sanierung der Ara Hard ab. Die Stadtkanzlei gab die Termine am Freitag bekannt. Ausserdem stehen zwei eidgenössische und fünf kantonale Vorlagen an ‒ drei davon zum Thema Wohnen. (tz) Der Rahmenladen zieht um: Wie Inhaberin Janine Schnyder in einer Mitteilung schreibt, zieht der Rahmenladen im September aus der Altstadt weg. Der Schritt sei nicht einfach gefallen, in den letzten Jahren sei aber die Anzahl Kund:innen kontinuierlich zurückgegangen. Längerfristig lasse sich der Betrieb so nicht mehr aufrechterhalten, schreibt Schnyder. Das Aus für den Laden bedeute das allerdings nicht. Das Atelier an der Schlosstalstrasse in Töss bleibe bestehen und ab September geschäfte der Rahmenladen von diesem Standort aus. Befreiungsschlag: Mit aufopferndem Einsatz erkämpfte sich der FCW in Luzern gegen die Zentralschweizer den vierten Saisonsieg. Nachdem zuerst der Ex-Winterthurer Di Giusto den FC Luzern vom Punkt aus in Führung brachte, war es Burkart, der in der 32. Minute ausglich. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte traf dann Golliard zur rot-weissen Führung. Diesen Sieg liessen sich die Winterthurer unter anderem dank mehrerer Heldentaten von Keeper Kapino nicht mehr nehmen. Die Aufholjagd ist lanciert. |
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| Die Welt im Wandel: Wo steht die Schweiz? Die Weltordnung verschiebt sich: geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Machtkämpfe und technologische Umbrüche verändern die Regeln der internationalen Politik. Doch welche Rolle spielt die Schweiz in diesem Umfeld? Die Neue Helvetische Gesellschaft Winterthur lädt zur Diskussionsrunde mit dem langjährigen SRF-Diplomatiekorrespondent Fredy Gsteiger ein. Er gibt Einblicke hinter die Kulissen der Weltpolitik und diskutiert, wie ein Kleinstaat seine Interessen behaupten kann. Dienstag, 17. März, 19 Uhr Coalmine Café |
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| Kolumne
Kolumne des Geschichtennetzwerks Winterthur |
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| Salomon Stadler und seine Pflanzenfossilien aus der Karbonzeit |
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| Wir zählen das Jahr 1875. Schülerinnen der oberen Mädchenschule Winterthur folgen aufmerksam dem Naturkundeunterricht ihres Lehrers Salomon Stadler (1842–1917), der als Mitglied des Bibliothekkonvents auch zuständig ist für die Tiersammlung der Stadtbibliothek. Die Schülerinnen wissen die Bildung zu schätzen, denn naturkundliche Fächer sind für Mädchen nicht üblich und der Zugang zur Bibliothek wurde ihnen eben erst gewährt. Der Lehrer ist botanisch besonders interessiert, wenig später wird er mit seiner Dissertation über den Bau von Blüten in Zürich zum Dr. phil. II promovieren und zugleich 300 Mio. Jahre alte Pflanzenfossilien aus dem Unterwallis sammeln und bestimmen. Diese Objekte wird seine Frau nach seinem Tod dem Naturmuseum Winterthur übergeben. Im Herbst 2025, über ein Jahrhundert später, wird eine Studentin darüber staunen und versuchen, die noch unbenannten Stücke zu bestimmen. |
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| Tektonische Gesteinsbewegungen haben dieses Wedelstück des Nervenfarns Neuropteris ovata asymmetrisch verzogen, ohne dass die Blattnervatur dabei verloren ging. (Bild: zvg) |
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Manche der Fossilien – sie gehören zu den ältesten der Schweiz – heben sich golden von den dunklen Tonschieferplatten ab, während man andere erst erkennt, wenn im richtigen Licht ein Glanz entsteht. Die zierlichen Blattquirle der Annularien erzählen von bis 20 m hohen Schachtelhalmen, die zusammen mit fast doppelt so hohen Bärlappbäumen die karbonischen Sumpflandschaften besiedelten und viel zur Biomasse der heute abgebauten Steinkohlen beitrugen. Daneben zeugen verzogene Ausschnitte von Farnwedeln von der damals üppigen Farnflora, aber auch vom enormen Druck, dem die Fossilien bei der Alpenbildung ausgesetzt waren. Erstaunlicherweise blieb dabei die Struktur mancher Stücke so klar erhalten, dass ihre Bestimmung heute noch möglich ist. Die Objekte, die zusammen mit anderen Schätzen in der Sammlung des Naturmuseums lagern, können mehrmals jährlich mit den Kuratorinnen bestaunt werden. |
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| | Unter der Rubrik «Geschichte vor Ort» schreiben verschiedene Autor:innen aus dem Geschichtennetzwerk Winterthur. Katrin Junker studiert Umweltingenieurwesen an der ZHAW Wädenswil. Für ihr Studium hat sie eine Semesterarbeit zu Salomon Stadlers Karbonpflanzen geschrieben. Zudem arbeitet sie in Projekten zur Digitalisierung der Sammlungen des Naturmuseums Winterthur mit, wozu auch die Transkription der handschriftlichen Protokolle des Bibliothekkonvents aus der Zeit Stadlers gehört. |
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| | So, jetzt bist du auch schon wieder im Bild, was in deiner Stadt so läuft und kannst informiert in die Woche starten. Gutes gelingen! Bis bald, dein WNTI-Team |
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