| | Guten Morgen Genau eine Woche später will ich nochmals mit dir über einen Richtplan sprechen. Dieses Mal aber nicht über den kantonalen, sondern den kommunalen Richtplan. Auf Gemeindeebene steht nämlich nicht nur eine Anpassung, sondern gleich eine Gesamterneuerung an.
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| In diesen sechs Schwerpunkträumen soll sich Winterthur in den nächsten Jahren am stärksten entwickeln. (Grafik: WNTI) |
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| Zankapfel Mobilität: die Abstimmung zum kommunalen Richtplan |
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| Am 29. November entscheidet die Stimmbevölkerung über den neuen kommunalen Richtplan 2040. Es geht um Klimaschutz, Wohnungen, Arbeitsplätze und natürlich um Mobilität. In einer Sache sind sich beide politischen Lager einig: Bei der Abstimmung geht es um viel. von Tizian Schöni |
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| Der Richtplan ist eine Art Lego-Bauanleitung für die ganze Stadt, nur eben viel, viel grösser dimensioniert. Einzelne Bausteine sind bereits bestehende Planungen und Vorgaben. Zum Beispiel der Volksbeschluss, dass Winterthur bis 2040 klimaneutral sein soll, oder das prognostizierte Bevölkerungswachstum auf rund 135’000 Einwohner:innen. Sie werden im Richtplan zusammengesetzt und so Stück für Stück zu einem Winterthur der Zukunft. Mehr Menschen heisst mehr Wohnungen: In sechs grob definierten Gebieten soll sich die Stadt besonders stark entwickeln. An der Zürcherstrasse und rund um den Bahnhof Grüze könnten Hochhäuser aus dem Boden schiessen. Und in Töss ist als «Winterthur Süd» praktisch ein neues Stadtzentrum geplant ‒ mit einem neuen Bahnhof. |
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| An der Medienkonferenz des Referendumskomitees sprachen Bert Hofmänner (KMU-Verband), Mia Memedi (Spitex «Am Leben») und Werner Schurter (Präsident Agil-Mobil). (Bild: Tizian Schöni) |
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| Wer in Winterthur lebt, möchte auch hier arbeiten: Der Richtplan geht von 35’000 neuen Arbeitsplätzen bis 2040 aus. Dafür sollen bestehende Gewerbegebiete verdichtet werden. Rund ums Technikum ist beispielsweise ein ganzer Campus für Studierende, Forscher und Kanti-Schülerinnen vorgesehen. So weit, so gut. Fehlt noch eines: die Mobilität. Dafür sieht der Richtplan eine drastische Verlagerung vom Motorisierten Individualverkehr (MIV) auf den öffentlichen Verkehr, das Fahrrad oder den Fussverkehr vor. Die Fahrten mit dem Auto sollen sich halbieren, jene mit dem Velo um das anderthalbfache zunehmen. Zu detailliert, zu verbindlich«Wir unterstützen die grundsätzliche Stossrichtung, den zusätzlichen Mobilitätsbedarf primär durch den ÖV, den Velo- und den Fussverkehr abzudecken», sagte Dani Romay (FDP), was aus dem Mund des Co-Präsidenten des Referendumskomitees erst einmal überraschend schien. Doch tatsächlich hatte die FDP in der Parlamentsdebatte (WNTI berichtete von beiden Sitzungen) Änderungsvorschläge eingebracht, die zum Beispiel so tönten: «Der durch die wachsende Bevölkerung zusätzliche Mobilitätsbedarf wird primär durch den ÖV, den Velo- und den Fussverkehr abgedeckt werden.» |
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| | «Alle Ideen, die das Amt für Städtebau und andere Amtsstellen jemals hatten, stehen im Richtplan.» Christian Hartmann (SVP), Co-Präsident Referendumskomitee |
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| Der Antrag wurde abgelehnt. Stattdessen heisst es im Richtplan: «Der MIV-Anteil bis 2040 ist von heute 42 Prozent auf rund 20 Prozent zu senken.» Dazu sagte Romay: «Den Anteil des Autoverkehrs so zu senken, geht uns deutlich zu weit.» Die daraus folgenden Einschränkungen seien für die Bevölkerung zu einschneidend. Anderes gehöre schlicht nicht in das Dokument. «Alle Ideen, die das Amt für Städtebau und andere Amtsstellen jemals hatten, stehen im Richtplan», so Christian Hartmann (SVP), ebenfalls Co-Präsident im Referendumskomitee. Beispielsweise macht der Richtplan verschiedene Vorgaben, wie Erdgeschosse in bestimmten Zonen genutzt werden sollen. Selbst die Vermietung privater Ladenflächen werde damit zum Gegenstand staatlicher Planung, so Hartmann. Aber auch andere Passagen stören die bürgerliche Allianz. Etwa das Kammern-Prinzip: Will man mit dem Auto das Quartier wechseln, soll man hinaus auf die A1 und am anderen Ende der Stadt wieder hineinfahren. Reizthema Mobilität«Der Weg zwischen Mattenbach und Töss könnte um das Zehnfache verlängert werden», sagte Werner Schurter gestern auf einer Pressekonferenz des Referendumskomitees. Schurter ist Verkehrsingenieur und Präsident des Vereins agil-mobil, der sich für eine bürgerliche Verkehrspolitik einsetzt. Auch Bert Hofmänner, Geschäftsführer des KMU-Verbands, warnte: Werde MIV-Kapazität abgebaut, bevor sich der Verkehr selbst auf andere Träger verlagert habe, behindere das den Gewerbeverkehr noch mehr als heute schon. |
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| | «Jede dritte Autofahrt ist kürzer als drei Kilometer.» Kurt Egli, Verbandsvertreter Pro Velo / VCS |
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| Ganz anders tönt es vom Ja-Komitee aus «progressiver Allianz» und den Verkehrsverbänden Pro Velo und VCS, die am Montag zuvor zur Pressekonferenz geladen hatten. SP, Grüne, EVP und GLP sind zufrieden mit dem Dokument, waren es doch sie, die im Parlament die massgeblichen Weichen gestellt hatten. Leichte Skepsis gab es lediglich beim Thema Verdichtung: «Der Richtplan soll deren negative Effekte abfedern», sagte Stadtparlamentarierin Livia Merz (SP). Das sei durch die Schwerpunkträume gewährleistet, die eine Entwicklung nur in bestimmten Gebieten zuliessen. Im Kapitel Mobilität blieben für die linke Ratshälfte keine Wünsche offen: Die «Stadt der kurzen Wege» und die klare Priorisierung des Fuss-, Velo- und Öffentlichen Verkehrs könne das geplante Bevölkerungswachstum bewältigen, so Livia Merz (SP). Das Potenzial sei enorm, ergänzte Kurt Egli als Verbandsvertreter: «Jede dritte Autofahrt ist kürzer als drei Kilometer.» Damit man auch tatsächlich aufs Velo umsteige, sei die konsequente Trennung von Auto-, Velo- und Fussverkehr besonders wichtig. |
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| Die Vertreter:innen des Ja-Komitee Casimir Moll (Grüne), Kurt Egli (Pro Velo / VCS), Ilona Molnar (Grüne), Annetta Steiner (GLP), Philippe Weber und Livia Merz (SP) und Alex Würzer (EVP). (Bild: Tizian Schöni) |
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| Ein Problem für das Gewerbe sieht das Ja-Komitee nicht. «Die Stadt muss sich mit dem Wirtschaftsverkehr auseinandersetzen», sagte Annetta Steiner (GLP), Stadtparlamentarierin und ehemalige Präsidentin der Richtplankommission. Sie verwies auf einen Absatz im Dokument, der ein Parkierungskonzept für das Gewerbe fordert. Von «sehr blöd» bis «Fächer auftun»Was, wenn die Revision an der Urne scheitern würde? «Eine Ablehnung wäre sehr blöd», meinte Annetta Steiner. Das Dokument sei über fünf Jahre erarbeitet worden, habe Vernehmlassung und Mitwirkungsverfahren durchlaufen. Dani Romay ist sich sicher: «Man hat nicht die ganze Bevölkerung abgeholt. Über den Richtplan müssen wir noch einmal reden.» |
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| | Gestern schrieben wir, Muriel Sager übernehme die Geschäftsführung der Büro Schoch Werkhaus AG. Richtig ist, dass sie den Online-Shop der Büro Schoch AG weiterführt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. |
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| | | | 85-Jähriger betrügt den BetrügerAm Montagnachmittag kontaktierte ein vermeintlicher Bankangestellter einen 85-Jährigen und forderte ihn auf, sein gesamtes Geld abzuheben und niemandem davon zu erzählen. Das sei nötig, da andere Mitarbeiter der Bank Informationen der Kundschaft weiterverkaufen würden. Die Bank informierte jedoch die Polizei, welche den 85-Jährigen bei den weiteren Telefonaten betreute, wie die Stadtpolizei gestern mitteilte. Der Betrüger behauptete daraufhin, dass sich Fälschungen unter den Banknoten befänden und die Polizei das Geld abholen käme. Bei der Übergabe konnte ein 20-Jähriger durch die Stadtpolizei verhaftet werden. Weitere Ermittlungen führt die Kantonspolizei. (lf) |
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| | Weitere Kurz-NewsKurioser Diebstahl in der Steibi: In der Nacht auf Samstag klauten Unbekannte einen der beiden rund zehn Meter langen Teppiche, die den Eingang zum «Lieblingsmarkt» Richtung Steinberggasse markieren. Zusammen würden sie rund 35 Kilo wiegen, sagen die Ladeninhaberinnen gegenüber «20 Minuten», das nehme man nicht einfach unbemerkt mit. (lf) Für KMUs und gegen Big Tech: Der Gewerbeverein organisiert am Dienstag, 3. November, einen Anlass für KMUs zum Thema Datenschutz und Digitalisierung. Unter anderem mit dabei sind Nationalrätin Min Li Marti und Sven Lusti von Infomaniak. Der Anlass startet um 17 Uhr im Klubhaus in der Schützenwiese und endet bei Networking und Apéro. (lf) Die müde Riesin: Am Samstag beginnt die Ausstellung «La Gigantessa Stanca» im Oxyd mit einer Vernissage ab 18 Uhr. Das Gesamtkunstwerk der Tessinerin Rebecca Solari aus Videos, Installationen und performativen Elementen begleitet die Riesin über Bergen und Seen. Die Riesin bleibt bis zum 6. Dezember zu Besuch in Winterthur. (lf) |
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| | Eure Meinungen zu den Rehen auf dem Friedhof
 | Die Stadt gibt 100’000 Franken für neue Zäune und automatische Tore zum Friedhof Rosenberg aus. Am Freitag haben wir euch gefragt, was ihr davon haltet. |
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| Eure Meinung zu den Rehen am Rosenberg «Ich glaube, die Verstorbenen freuen sich mehr am Rehbesuch, als an perfektem Grabschmuck» Brigitt Ljaskowsky — «Mit guter Einzäunung sollte ein Fernhalten möglich sein.» Irene Langhart — «Ich vermute, bis die Toten in ihrer Ruhe gestört werden, braucht es schon ein bisschen mehr als friedlich knabbernde Rehe: Schiessende Menschen zum Beispiel.» Kathrin Neukom — «Vielleicht sollten wir Zäune für Menschen bauen» Karin Reindl — «So ein Theater und Steuergeldvernichtung. Um mit Polo Hofer zu sprechen: ‹So bruchi ou kener Blueme wenni gschtorbe bi.›» Ursula Krebs — «Ich war geschockt, als ich keine 24 Stunden nach der Abdankung das Grab aufsuchte, um Bilder zu machen: Alle Kränze waren übelst abgefressen und zerstört.» Christine Denzler — «Ich freue mich jedesmal, wenn ich ein Reh oder Fischreiher sehe. Dachse wiederum zerstören nur.» Annina Zalud — «Unbedingt vertreiben. Die Verbliebenen möchten sich nicht über ihren verknabberten Blumenschmuck ärgern, den sie für ihre Liebsten hingelegt haben.» Franziska Kägi |
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| | Der Betrüger, der sich als Bankangestellter ausgab, sei kein Einzelfall, schrieb die Polizei in der Medienmitteilung. Am besten schnappst du dir also dein Umfeld – vor allem die Älteren ‒ und bereitest sie ein wenig auf die nächsten Betrügenden vor. Bis bald und pass uf dich uf! Tizian |
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