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| | Guten Morgen Winti Gestern war der erste Anlass von WNTI an den Musikfestwochen. Ihr habt tapfer gequizzt! Wenn ihr uns verpasst habt – keine Sorge. Es gibt noch zwei weitere Events von uns an den MFW.
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| Innerhalb eines Jahres weckte Jesse Rinderknecht das Interesse zahlreicher Modelabels. (Bild: zvg) |
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| Zwischen Paris und Rumstal: Das Model-Doppelleben des Jesse Rinderknecht |
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| Ein Bauchgefühl brachte Jesse auf die Laufstege der Welt. Trotzdem zieht es ihn bis heute lieber zu den Tieren als ins Rampenlicht. von Marit Langschwager |
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Die Cowboystiefel klacken über das Kopfsteinpflaster der Neustadtgasse. Unter der Baseballcap schaut Jesse aufmerksam auf das Treiben vor dem Café. Zwischen Jeans und T-Shirt blitzen die silbernen Ornamente seines Appenzeller Gurts hervor. Es ist ein Detail, das mehr über den 22-Jährigen erzählt als jedes Designerlabel: Heimat statt Hochglanz, Bodenständigkeit statt Inszenierung. Genau dieser Widerspruch zieht sich durch sein Leben. Während er heute für internationale Luxusmarken modelt, verbringt Jesse seine freie Zeit am liebsten dort, wo Kleidung schmutzig werden darf: draussen in der Natur, bei den Tieren. Dass ihn sein Weg einmal auf den Laufsteg führen würde, war nie Teil eines Plans. Es begann mit einem Gefühl. Im vergangenen Sommer ist Jesse mit seinem Oldtimer an der französischen Atlantikküste unterwegs. Kurz vor Biarritz rauscht eine Töff-Crew an ihm vorbei. Doch statt weiterzufahren, folgt er der Truppe. «Ich hatte noch nie so ein starkes Bauchgefühl», erzählt er. «Ich wusste einfach, dass ich ihnen hinterherfahren muss.» Also fährt er zu einem Motorradfestival in der französischen Küstenstadt. Dort spricht ihn ein Model-Scout an. Nur wenige Tage später stellte er sich in Paris bei einigen Agenturen vor und erhielt einen exklusiven Vertrag bei einem Modelabel. Noch heute beschreibt er diesen Moment nicht als mutige Entscheidung, sondern als Vertrauen in seine Intuition. Vielleicht ist genau das das Muster seines Lebens: nicht alles bis ins Detail planen, sondern Chancen erkennen, wenn sie auftauchen. «Ich habe mich nie als Model gesehen», sagt er. Heute führen ihn Fashion Weeks und Kampagnen regelmässig nach Paris, Mailand oder Tokio. |
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| Der Winterthurer hat sich in kurzer Zeit einen Namen auf internationalen Laufstegen gemacht. (Bild: zvg) |
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Vom Glamour erzählt er allerdings kaum. Stattdessen spricht er über Unsicherheit, Geduld und harte Arbeit. «Viele denken, Fashion Weeks seien glamourös. Dabei erfährt man manchmal erst am Abend vorher, ob man überhaupt läuft.» Geld verdiene man dort kaum. «Die Kampagnen sind das, was sich am Ende lohnt.» Auf den Bildern wirkt alles mühelos. Vor der Kamera posiert der gebürtige Winterthurer selbstbewusst – mal im Designeranzug, mal extravagant gestylt. «Ich sehe auf den Bildern eher eine Kunstfigur», sagt er lachend. «Ich schlüpfe in eine Rolle.» Am Anfang sei ihm manches peinlich gewesen. «Heute sehe ich es als kreativen Prozess.» |
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«Ich bin gar nicht sicher, ob ich so in der Öffentlichkeit stehen will» Jesse Rinderknecht |
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| Während sich viele Models über Likes, Trends und den nächsten Auftrag definieren, findet Rinderknecht seinen Ausgleich weit weg von den Modemetropolen. Mit einem Freund lebt er auf einem über 500 Jahre alten Bauernhaus in Rumstal. Dort kümmert er sich um den Garten und die Tiere. «Ich brauche die Ruhe», betont er. «Wenn ich länger unterwegs bin, vermisse ich das schnell. Ich freue mich einfach wieder auf mein eigenes Bett, die Tiere und die Natur.» Doch der Umgang mit öffentlicher Aufmerksamkeit ist für Rinderknecht kein unbekanntes Thema. Seine Grosstante Dominique Rinderknecht wurde 2014 zur Miss Schweiz gewählt. Er erinnert sich daran, wie plötzlich jeder Schritt mediale Aufmerksamkeit erhielt. Für ihn selbst ist das keine erstrebenswerte Vorstellung. «Ich bin gar nicht sicher, ob ich so in der Öffentlichkeit stehen will», sagt er und blickt auf die belebte Strasse. «Es reicht mir, wenn ich als Model wahrgenommen werde. Ich brauche nicht, dass über jede Entscheidung, die ich treffe, ein Artikel geschrieben wird.» |
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| Abseits der Modewelt fühlt sich Jesse Rinderknecht zwischen Tieren und in der Natur am wohlsten. (Bild: zvg) |
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| Was er sich stattdessen wünscht? Keine Karriere um jeden Preis. Der gelernte Grafiker sagt, er sei schon glücklich gewesen, bevor die Modewelt auf ihn aufmerksam wurde. Die Modelkarriere soll sein Leben bereichern, aber nicht bestimmen. Bis heute hilft er regelmässig in seiner ehemaligen Agentur aus – einfach, weil ihm die Arbeit noch immer Freude bereitet. Der Gedanke, sich ständig mit anderen Models messen oder um jeden Auftrag kämpfen zu müssen, reizt ihn nicht. Lieber geht er seinen eigenen Weg, ohne sich vom Konkurrenzdenken der Branche treiben zu lassen. «Ich brauche gar nicht viel. Mehr Zeit mit den Tieren, mehr Freiheit. Natürlich freue ich mich über Erfolg. Aber ich möchte mein Leben nicht nur danach ausrichten. Ich lasse vieles einfach auf mich zukommen.» Als er aufsteht, klacken die Cowboystiefel erneut über das Pflaster. Mit schnellen Schritten verschwindet er in der Winterthurer Altstadt. Wohin ihn sein nächstes Bauchgefühl führt, weiss er selbst noch nicht. Dass er diesem folgen wird, daran besteht wohl kaum ein Zweifel. |
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| | | | An der Wintinight ist WNTI natürlich auch dabei und will von euch wissen, welche Lokalheld:in euch zum Fan macht. Kommt vorbei und erzählt es uns! Vielleicht lest ihr das Portrait bald im Wintibrief. Freitag, 7. August
ab 19 Uhr
Radio Stadtfilter-Container
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| | | | Erstmals Zahlen zu Kurzmiet-AngebotenÜber 470 möblierte Temporär-Apartments gibt es in Winterthur zur Miete. Das geht aus einer Recherche des «Landboten» hervor. Während Vermietende ihre Wohnungen als gefragte Ergänzung zum regulären Wohnangebot sehen, sind Expertinnen kritisch. Es zeige, dass die Wohnungssuchenden auf den temporären Markt ausweichen, weil sie im regulären nicht fündig würden. Städte wie Zürich oder Luzern schränkten die temporäre Vermietung bereits ein. In Winterthur scheiterte eine solche Regulierung knapp im Parlament. Der Stadtrat will in Zukunft erstmals Daten zu temporären Wohnungen erheben. |
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| | Giftiger Boden an der TechnikumsstrasseSeit über 20 Jahren streiten die Stadt Winterthur und der ehemalige Betreiber der früheren chemischen Reinigung, wer die Kosten einer Boden-Altlast-Sanierung übernehmen soll. Über Jahre tropfte dort giftiges Lösungsmittel in den Boden und setzte sich in den Gesteinsschichten fest. Der «Landbote» meldet, das Verwaltungsgericht habe nun entschieden, dass der ehemalige Betreiber Cuno Hölken rund 1,1 Millionen Franken der insgesamt 2,1 Millionen Franken für die Totalsanierung zahlen soll. Hölken tauschte das Grundstück der chemischen Reinigung 1988 mit der Stadt Winterthur gegen zwei andere ein. Die von der Stadt im Jahr 2000 veranschlagten Sanierungskosten erwiesen sich als viel teurer als erwartet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Hölken zog den Fall ans Bundesgericht weiter. |
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| | Weitere Kurz-News
Ab in den kühlen Kinosaal: Das Kino Cameo präsentiert ein neues Sommerprogramm nach der Pause. In «À voix basse» wird Lilia mit ihren Familiengeheimnissen konfrontiert. «L’Affaire Bojarski» erzählt die Geschichte von «Cézanne der Geldfälscher» als Spielfilm. Der Animationsfilm «Persepolis» ist ein autobiografisches Werk der Filmemacherin und Autorin Marjane Satrapi. Der Film erzählt von ihrer Kindheit unter dem iranischen Mullahs-Regime und ihrer späteren Auswanderung nach Frankreich. |
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| Inklusive Lesungen bei lauschig lauschig zieht jährlich mehr als 2000 Besuchende an, trotzdem ist es dem Verein wichtig, noch mehr Menschen Zugang zu Lesungen und Spoken-Word-Performances zu ermöglichen. Dazu zählen z. B. das Verdolmetschen in Gebärdensprache, die Aufzeichnung von Veranstaltungen und die Barrierefreiheit. An den Musikfestwochen werden 3 der 5 Kurzlesungen in Gebärdensprache verdolmetscht: diejenigen von Jovana Nikic (6.8.), Olga Lakritz (8.8.) und Gregor Stäheli (10.8.). Ebenfalls treten Jess Jochimsen (7.8.) und Annika Biedermann (13.8.) auf. |
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| Wie fest lärmen Flieger über Winti?
 | …wie es um den Fluglärm steht
Er könne am Sonntagmorgen in Dättnau und Töss ab 6 Uhr nicht mehr schlafen. Das schrieb uns ein Leser kürzlich. Schuld daran sei der Fluglärm, der dann beginne. Also haben wir uns auf die Spur begeben. |
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| Die Karte «Fluglärm: Wohnen» auf dem Geoportal des Kantons Zürich zeigt deutlich wo die Flugzeuge öfters fliegen. (Screenshot: geo.zh.ch) |
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| Fluglärm entsteht besonders bei Start und Landung eines Flugzeuges. Beeinflusst wird er zum einen von den technischen Gegebenheiten wie Turbine und Aussenmaterial, aber auch von Wind, Wetter, Flughöhe und der Grösse und Art des Flugzeuges. In der Nacht und am Morgen dürfen Flugzeuge deutsches Hoheitsgebiet nur in sehr hoher Höhe überfliegen. Darum kennt der Flughafen Zürich verschiedene Konzepte für den An- und Abflug. Am Sonntagmorgen kommt immer das Südkonzept zum Zug. Dieses besagt, dass alle Landeanflüge von Süden stattfinden. Flugzeuge, die aus nördlicher Richtung kommen, begeben sich ab der deutschen Grenze in einen Sinkflug, fliegen über Winterthur und machen dann eine 180-Grad-Wende auf Höhe Stäfa, um dann von Süden her zu landen. Je nach Wind und Reiseroute fliegen aber mal mehr, mal weniger Flugzeuge über Winterthur. Das zeigt auch die kleine Stichprobe: Am Sonntag, dem 19. Juli, flogen zwischen 6 und 7 Uhr 20 Flugzeuge in geringer Höhe über Winterthur. Eine Woche später, am 26. Juli, waren es 22 Flugzeuge. Letzten Sonntag, dem 2. August, waren es nur 12. Einsehbar ist das mit der Playback-Funktion von ADS-B Exchange. Grundsätzlich fliegen wieder mehr Flugzeuge vom Flughafen Zürich seit der Covid-19-Pandemie. Aber die Werte gleichen sich lediglich früheren Zeiten an. Letztes Jahr gab es 270’116 Flugbewegungen in Kloten. Damit sind die Zahlen von 2019 noch nicht wieder ganz erreicht, wie der Flughafen Zürich berichtet. Was einen in Dättnau und Töss aus dem Bett scheucht und was nicht, kann man mit dieser Stichprobe allerdings nicht herausfinden. Der Kanton stuft Winterthur auf dem Geoportal des Kantons Zürich nicht als ein von Fluglärm geplagtes Wohngebiet ein. Vorerst werden es wohl nicht weniger Flugzeuge werden, die am Sonntagmorgen über Winterthur an- und abfliegen. Dem Schlaf zugutekommen würde es, wenn die Airlines ihre Flotten weiter modernisieren und damit leisere Flugzeuge am Himmel kreisen. Das macht laut Flughafenbericht 2025 des Kantons Zürich einen grossen Unterschied für den Fluglärm. Immerhin: Der Lärmexperte Beat Schäffer sagt gegenüber SRF, dass die Flugzeuge seit den 80er Jahren deutlich leiser geworden seien. Das Fluglärmportal des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft spricht von 88 Prozent weniger Fluglärmemissionen als noch vor 60 Jahren. |
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| Stell uns deine Winti-Held:in vor!
 | Du kennst eine Winti-Held:in? Eine gute Seele besorgt der betagten Nachbarin seit Jahren den Einkauf? Ein engagierter Quartierbewohner zieht spontan einen neuen Treff auf. Oder eine fleissige Schreiberin hat auf Wikipedia das halbe Winti-Wissen zusammengefasst? Wir suchen Menschen wie sie ‒ kaum sichtbar, aber unschätzbar wertvoll für die Stadtgemeinschaft. Kennst du jemanden? Dann erzähl uns in ein paar Stichworten, weshalb wir dieser Person ein Portrait im Wintibrief widmen sollten. |
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| | Wenn du uns deine Held:in persönlich vorstellen möchtest, hast du morgen Freitag die Gelegenheit dazu. WNTI ist am 7. August ab 19 Uhr im Stadtfilter-Container bei den Musikfestwochen zu Gast. Fülle vor Ort einen Steckbrief aus und schau dir an, welche Held:innen sonst noch vorgestellt wurden. Am kommenden Montag stimmen die WNTI-Lesenden dann darüber ab, welche Held:innen wir im Wintibrief präsentieren sollen. |
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| | Gioia war total begeistert, als sie erfuhr, dass «Persepolis» im Cameo gezeigt wird – und hat dann die Welt nicht mehr verstanden, als das restliche Büro den Comic nicht kannte. Vielleicht wird das meine nächste Lektüre. Ein Comic kommt mir bei diesen Temperaturen gerade recht. Bis bald, Mattia |
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