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Guten Morgen Mir ist noch kein Chor untergekommen, dessen Vorstand nicht über Rekrutierungsprobleme geklagt hätte. «Die Leute wollen sich einfach nicht mehr engagieren!», heisst es dann oft. Seit Samstag weiss ich: Stimmt nicht ‒ auf die Zugänglichkeit kommt es an.
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| Ruben Banzer dirigiert unter anderem den Kammerchor des Konservatoriums ‒ am Samstag führte er 200 Laien-Sänger:innen. Dem Profi gelang das spielend. (Bild: Tizian Schöni) |
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200, die nicht singen können ‒ oder doch? |
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Vor einem Monat berichteten wir über ein Chorprojekt für Menschen, die glauben, nicht singen zu können. An der ersten Probe zeigte sich: Die Initiant:innen trafen einen Nerv. Und der Chor seine Töne. von Tizian Schöni |
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«Wenn wir 30 Personen zusammenkriegen, können wir es machen», sagte Marion Zanella, als sie das erste Mal auf der Redaktion vorbeikam, um über ihren Chor zu sprechen. «Ich-kann-nicht-singen» heisst er, und genau das war die Prämisse: Ein Chor, der sich explizit an Menschen richtet, die glauben, nicht singen zu können (WNTI berichtete). Damit, was dann kam, haben weder sie noch der Chorleiter Ruben Banzer gerechnet. Über 350 Personen meldeten sich an. «Wir waren erst einmal sprachlos», schrieb Zanella in einem Mail an die Interessenten. Doch nach einigen Abklärung hätten sie beschlossen, den Anlass trotzdem durchzuführen. |
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| «Als Schülerin hatte ich Albträume beim Vorsingen.» Teilnehmer:in der Schnupperprobe |
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Offensichtlich trafen die beiden einen Nerv ‒ das zeigten auch die Reaktionen der Interessenten, die sie auf ihr Projekt erhielten. «Als Schülerin hatte ich Albträume beim Vorsingen», «Ich möchte einfach ohne Leistungsdruck den Klang in der Gruppe geniessen», oder: «Einmal in einem Chor mitsingen zu können ‒ vielleicht nur ganz leise ‒ würde bei mir vielleicht einige Ängste und Hemmungen lösen. Ich würde es gerne versuchen.» |
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| Zeitweise wurde es eng im Theatersaal des Kirchgemeindehauses. (Bild: Tizian Schöni) |
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Am Samstag war es soweit: 200 der 350 Angemeldeten besammelten sich im Kirchgemeindehaus Liebestrasse, die anderen müssen vorerst auf einer Warteliste ausharren. «Wir sind überwältigt», sagte Zanella vor den Menschen und erntete einen warmherzigen Applaus für ihre Idee. Dann übernahm Ruben Banzer ‒ und keine Sekunde kam der Gedanke auf, dass der Chorleiter einst damit gerechnet hatte, eine Gruppe von 20, 30 Personen anzuleiten. Körperarbeit, Stimmübungen, dann ein erster Singversuch. Banzer führte die Gruppe behutsam, aber mit voller Energie. Schon nach 15 Minuten wirkten die 200 Menschen wie ein grosses Ganzes ‒ eben wie ein Chor. |
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| Marion Zanella kümmerte sich um die Fragen der Sänger:innen. (Bild: Tizian Schöni) |
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Oft bewegten sich die Sänger:innen frei im Raum, dabei blickte man in Gesichter, die sich mit jeder Übung mehr öffneten, einige strahlten geradezu. Noch vor der Pause gelang dem Schnupperchor ein Kanon. So beschwingt war die Gruppe nach der ersten Hälfte, dass spontan ein Applaus aufbrandete. Der erste Eindruck des Profi-Tenors: «Es tönt massiv besser, als wahrscheinlich alle gedacht haben.» Und Marion Zanella, die selbst von sich dachte, sie könne nicht singen, sagte: «Also das kann man nicht mehr toppen.» |
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| Ruben Banzer leitete die Probe. (Bild: Tizian Schöni) |
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«Beschwingt» fiel den meisten ein, als sie gefragt wurden, wie sie ihr Gefühl nach der Schnupperprobe beschreiben würden. «Kommst du wieder?», fragte ich einen Bekannten, der ebenfalls da war. «Ja sicher!», antwortete er. «Und ich auch!», sagte seine Sitznachbarin. Übers Wochenende haben sich bereits 140 Schnuppernde definitiv zum «Ich-kann-nicht-singen-Chor» angemeldet. |
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Hinweis der Chorleitung: Aufgrund der grossen Nachfrage sind derzeit sowohl alle Schnupperplätze als auch die Plätze auf der Warteliste vergeben. |
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| Nach zwei Jahren Bauarbeiten eröffnete die Stadt gestern den Stadtgarten. (Bild: Sebastian Galli) |
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Eröffnung des Stadtgartens |
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Stapi Stefan Fritschi, Stadträtin Martina Blum und Dr. Jörg-Müller Ganz, Präsident des ZKB‑Bankrats, eröffneten gestern offiziell den Stadtgarten. Die Bauarbeiten hatten zwei Jahre gedauert. von Sebastian Galli |
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Die Freude war sichtlich gross bei Stapi Stefan Fritschi, Stadträtin Martina Blum und Dr. Jörg-Müller Ganz, Präsident des ZKB-Bankrats, als sie gestern auf der Treppe des «Barock-Hüüsli» den neuen Stadtgarten offiziell eröffneten. Zwei Jahre hatten die Bauarbeiten gedauert. Es sei ein «total schöner Freudentag», sagte Fritschi in seiner Ansprache. Jörg-Müller Ganz pflichtete ihm bei. Die ZKB hatte die Sanierung mit 3,7 Millionen mitfinanziert. Der Präsident des ZKB-Bankrats betonte, dass die Sanierung des Stadtgartens unter allen Projekten, welche die ZKB mit ihrer Jubiläumsdividende mitfinanziert habe, sein Lieblingsprojekt sei. Auch weil er hier vor über 40 Jahren den ersten Kuss mit seiner Frau gehabt habe. Beat Kunz, Bereichsleiter bei Stadtgrün, sprach von einem «Once in a lifetime»-Projekt. Der Stadtgarten erfülle nun wieder seinen städtebaulichen Auftrag, das Wohnzimmer der Stadt zu sein. |
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| «Ein totaler Freudentag.» Stefan Fritschi, Stadpräsident |
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Das neue «Wohnzimmer» kommt gestriegelt daher. Der Stadtgarten ist lichter. Vom Schulhaus zum Merkurplatz und von der Stadthausstrasse zur Theaterstrasse. Gerade für den neuen Spielplatz musste Stadtgrün einige Bäume fällen. Das habe bereits in der Konzeptphase Beschwerden gegeben, sagte Beat Kunz. «Notabene hat es jetzt aber mehr Bäume als vorher», fügte er an. Es dauere allerdings noch ein wenig, bis diese die gewünschte Grösse erreichten. Das sei auch der Grund, weshalb der Spielplatz zurzeit noch nicht genügend Schatten böte. |
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Mehr als nur Deko: Das Wasserbecken lässt gesammeltes Regenwasser zirkulieren. (Bild: Sebastian Galli) |
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Die grössten Veränderungen fänden sich allerdings unter der Erde. So sei die Wiese zwischen «Barock-Hüüsli» und Merkurplatz eine sogenannte «Kieswiese». Durch den härteren Boden könnten hier jetzt Events durchgeführt werden, ohne den Boden und das Gras nachhaltig zu beschädigen. Auch das Wasserbecken erfüllt nun einen weiteren Zweck neben Dekoration. Es lässt das Wasser des neuen Sammelbeckens zirkulieren, das Regenwasser von den Brunnen und dem Dach der Schule sammelt. Das Sammelbecken selbst liegt direkt unter dem Spielplatz des Schulhauses – im ehemaligen, umfunktionierten Kohlenkeller. |
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| So sieht es im frisch sanierten «Barock-Hüüsli» aus. (Bild: Sebastian Galli) |
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Auch das «Barock-Hüüsli», das eigentlich «zum Balustergarten» heisst, hat einen neuen Anstrich bekommen. Auf beide Arten. Einerseits ist seine Fassade wieder weiss. Zuvor war sie orange gewesen. Während der Sanierungsarbeiten habe sich herausgestellt, dass die Farbe aus den 70er-Jahren stamme, da wurde es zum letzten Mal instand gesetzt. Unter der Farbe war weisser Putz aus dem 17. Jahrhundert. Zudem wurde die Fassade zum Merkurplatz mit Winterthurer Sandstein erneuert und das Interieur renoviert. Das Haus steht unter Denkmalschutz. Ursprünglich wollte es die Stadt in den 50er-Jahren abreissen, sagte Stefan Fritschi. Es stehe nur noch hier, weil man merkte, dass der Stadtpark eine öffentliche Toilette brauchte. |
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| Günstiger ins Casinotheater, Musical oder die Umwelt Arena: Mit dem ZVV-Jahresabo reist du nicht nur entspannt durch die Region, sondern sicherst dir auch Rabatte für die Freizeit. |
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| | Schüler:innen laden zur Stadtmodell-Einweihung
Wie könnte Oberi aussehen, wenn Schüler:innen selbst einen Stadtrat wählen, eine Bauordnung erlassen und den Zonenplan revidieren? Das zeigt das Zukunftsmodell «Oberi», das die Erst- bis Viertklässler:innen des Schulhauses Talacker am 1. Oktober der Öffentlichkeit vorstellen. Die Ausstellung öffnet um 18 Uhr, die Schüler:innen stehen für Fragen zum Modell bereit, wie es in einer Mitteilung heisst. (Bild: zvg) |
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| | Weitere Kurz-NewsLaien-Jury für Tanzfest gesucht: Im Mai 2027 findet das Tanzfest statt. Rund die Hälfte der dort auftretenden Künstler:innen kann ein Laiengremium von in oder um Winterthur lebenden Personen auswählen. Motivierte können sich bis zum 10. Oktober mit wenigen Worten bewerben. Erst schweiz- jetzt weltbeste Lernende: Wieder haben Ian Hofer und Cyrill Kohler der Mechatronik Schule Winterthur (MSW) abgeräumt. Vergangenes Jahr brillierten der gelernte Automatiker und der Informatiker in den Schweizer Berufsmeisterschaften in der Querschnittsdisziplin «Industrie 4.0». Vergangenes Wochenende holten sie nun auch in Shanghai an den «World Skills» Gold. 6. Klasse lädt zum Klima-OL: Umweltbewusste Sportskanonen aufgepasst: Die 6. Klasse des Schulhaus Geiselweid lädt heute von 10.20 bis 11.30 Uhr zum Klima-OL. Es gebe viele interessante Posten zum Thema, heisst es in einem Flyer. Treffpunkt ist im Vögelipark (Lindengutpark). |
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Winti weiss
 | … auch nicht, wann die Stadtpräsidentin kommt |
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| Das fragte uns eine Leser:in über das Post-It. (Bild: WNTI) |
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| Die sechs Schweizer Grossstädte Zürich, Genf, Basel, Bern, Winterthur und Lausanne hatten in ihrer Geschichte zusammen 92 gewählte Stadtpräsident:innen. Genf kennt das Konzept der gewählten Präsident:in jedoch nicht, dort wechselt der Vorsitz der Exekutive jährlich in einem Turnus. Bis 2009 war das auch in Basel der Fall. Von diesen 92 waren gerade einmal vier Frauen – 4,35 Prozent. Erste Stadtpräsidentin einer Schweizer Grossstadt war Yvette Jaggi in Lausanne. Danach Corinne Mauch in Zürich. Elisabeth Ackermann 2017 in Basel. Und Bern hat seit 2025 mit Marieke Kruit seine erste Stadtpräsidentin. Das letzte Mal, als eine Frau als Kandidatin in Winterthur für das Amt aufgestellt war, verlor Yvonne Beutler (SP) mit knapp 3000 Stimmen weniger gegen Mike Künzle (Die Mitte). Die konkreteste Antwort auf die Frage lautet also: frühestens 2030. Ausser Stefan Fritschi sollte zurücktreten. (sg) |
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Wusstest du, dass 41 Prozent der Schweizer Bevölkerung Mitglied in einem Verein sind? Und dass es vor fünf Jahren noch zwei Prozent weniger waren? Soll nochmal einer sagen: «Früher war alles besser!» Wo machst du mit? Eine schöne Restwoche, Tizian |
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