Anfang Mai 2026 erhält Petra Stüssi* die Nachricht, dass das Bengo Campo, für das sie ihre Kinder für diesen Herbst angemeldet hatte, in diesem Jahr ausfällt. Das geht aus dem E-Mail-Verkehr hervor, der unserer Redaktion vorliegt. Auch auf der offiziellen Website des Fussballcamps wird bestätigt, dass das Camp dieses Jahr nicht stattfindet.
Das Bengo Campo ist ein Fussballcamp für Kinder und Jugendliche, das 2016 vom ehemaligen Profifussballer, der unter anderem für den FC Winterthur spielte, Patrick Bengondo, gegründet wurde. Er betreibt es gemeinsam mit Corinne Blattmann.
In einer ausführlichen Nachricht erläutert Bengondo der Mutter die Gründe für die diesjährige Absage. Aus der E-Mail geht auch hervor, dass sie die Teilnahmegebühren zurückerhalten wird. Sie soll dafür ihre Kontoverbindung angeben. Doch bis Mitte Oktober habe sie ihr Geld noch immer nicht zurückbekommen, sagt die Betroffene. Weder Bengondo noch die Betroffene möchten sich zur Höhe der Teilnahmegebühren äussern. 2025 kosteten die fünf Trainingstage – eine Übernachtung wird nicht angeboten – rund 400 Franken pro Kind. Laut der «Winterthurer Zeitung» nahmen damals 170 junge Kicker:innen teil.
Angeblich falsche Mailadresse
Besonders ärgert sich Stüssi darüber, dass sie zunächst auch keine weitere Rückmeldung von den Betreibern erhält. Ihre wiederholten E-Mails bleiben unbeantwortet, erzählt sie. Das lässt sich auch anhand des E-Mail-Verkehrs nachvollziehen.
Unsere Redaktion erreicht Patrick Bengondo via Instagram. Auf eine erste Anfrage reagiert er schriftlich und bestätigt die Absage des Fussballcamps. Auch zu den Rückerstattungen nimmt er Stellung: Die meisten seien bereits erfolgt, einige stünden jedoch noch aus. Auf die Frage, weshalb einzelne Eltern seit rund fünf Monaten auf ihr Geld warteten und wie sie die Betreiber erreichen könnten, erklärt Bengondo, dass die bisherige E-Mail-Adresse des Camps derzeit nicht aktiv sei. Stattdessen verweist er auf eine alternative E-Mail-Adresse, an die betroffene Eltern ihre Zahlungsbestätigung und Kontodaten senden könnten, damit ihnen die Teilnahmegebühr zurückerstattet werde.
Die Gründe bleiben im dunkeln
Zu den konkreten Gründen für die Absage äussert er sich zunächst nicht. In einem späteren Telefongespräch kündigt er eine offizielle Stellungnahme seines Kommunikationsteams an. Diese geht bis zum Ablauf einer verlängerten Frist am Freitagabend nicht bei unserer Redaktion ein. Auch Corinne Blattmann haben wir um eine Stellungnahme gebeten. Zu den Gründen für die noch ausstehenden Rückzahlungen wollte auch sie sich nicht weiter äussern.