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| | Guten Morgen Heute haben wir gleich zwei Knüller für dich. WNTI hat die Velounfall-Daten ausgewertet und kann erstmals zeigen, wo es für Zweiradfahrende besonders riskant ist. Und wir können das Rätsel um die Eulach-Verschmutzungen der letzten Tage lösen. Wobei, streng genommen hat es die Stadtpolizei gelöst.
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| Aufgepasst an der Kreuzung Römer- / General-Guisan-Strasse: Hier verunfallten in den letzten drei Jahren vier Velofahrende, drei davon schwer. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Das sind die gefährlichsten Orte für Velofahrende in Winterthur |
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| In der Grüze liegt ein wahres Bermuda-Dreieck, dagegen ist die Velounterführung am Bahnhof vergleichsweise sicher. WNTI hat die Unfalldaten des Bundes für den Fahrradverkehr ausgewertet und zeigt erstmals, wo es in der Stadt am meisten «tätscht». von Tizian Schöni, Daten: Nick Eichmann |
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| Samstag, Mittagszeit: Ein 35-Jähriger ist auf der Zürcherstrasse mit dem Auto unterwegs. An der Oberen Briggerstrasse möchte er links einbiegen ‒ und übersieht einen Velofahrer, der entgegenkommt. Dieser knallt in die rechte Seite des Autos, stürzt und zieht sich dabei eine Quetschwunde im Gesicht und Schürfungen an beiden Beinen zu. «Abbiegeunfall Typ 30 ‒ Kollision beim Linksabbiegen mit Gegenverkehr, mit Leichtverletzten», so wird das Bundesamt für Strassen (Astra) diesen Vorfall einordnen und auf den Meter genau auf einer öffentlich zugänglichen Karte verorten. Sie zeigt: An derselben Stelle verunglückten Velofahrende bereits 2020 und 2023 ‒ auf dieselbe Art und Weise. Ein «Unfallschwerpunkt» ist der Abschnitt deshalb noch nicht. Dafür müsste es an diesem Ort innert drei Jahren mindestens fünf Unfälle mit Leichtverletzten gegeben haben, den aktuellen inklusive. Gibt es Schwerverletzte oder gar Todesfälle, zählen diese doppelt. |
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| Im Vergleich mit anderen Städten sind die Unfallzahlen in Winterthur tief. Und auch das Sicherheitsempfinden ist laut Pro Velo besser als in jeder anderen Grossstadt der Schweiz. (Bild: Tizian Schöni) |
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| «Wir sind gesetzlich verpflichtet, Unfallschwerpunkte zu beheben», sagt Stefan Hug. Er arbeitet beim Tiefbauamt in der Abteilung Mobilität und leitet dort den Fachbereich Strassenraum. Jedes Jahr erhält sein Team die vom Astra definierten Unfallschwerpunkte und prüft, wie sie sich beheben lassen. Das Astra unterscheidet bei seiner Definition der Schwerpunkte nicht, mit welchem Verkehrsmittel die Beteiligten unterwegs waren. Doch wir wollten herausfinden, wo es spezifisch für Velos am gefährlichsten ist. Dafür stützten wir uns auf einen Bericht des Astra, der die Definition der Unfallschwerpunkte beschreibt. Entstanden ist eine Karte, die alle Velounfall-Hotspots der Stadt zeigt ‒ sowohl aktuelle als auch frühere, die bereits behoben wurden. Zur Programmierung der Seite haben wir KI verwendet. |
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| | Bestehend: Unfall-Dreieck in der GrüzeEiner der gefährlichsten Orte für Velofahrende ist die Einmündung des Oberen Deutwegs in die Grüzefeldstrasse. Seit zehn Jahren zeigt die Karte hier praktisch ununterbrochen einen Hotspot an. Nur wenige Meter weiter, wo die Industriestrasse abzweigt, liegt ein weiterer Schwerpunkt. Das Astra definiert jüngst sogar noch zwei weitere Unfallschwerpunkte an den Kreuzungen mit der Scheideggstrasse. |
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| Das «Bermuda-Dreieck» an der Grüzefeldstrasse. Das Astra kennzeichnet hier drei Unfallschwerpunkte, auf der Karte von WNTI ist die Kreuzung Grüzefeldstrasse / Oberer Deutweg ein Hotspot. (Grafik: WNTI) |
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| «An der Grüzefeldstrasse haben wir Sofortmassnahmen geplant», sagt Stefan Hug. Zum Beispiel bessere Markierungen, und geringe bauliche Massnahmen, die man gemeinsam mit einer Belagssanierung machen könne. Langfristig soll es bei diesem Schwerpunkt eine separate Veloführung mit Lichtsignalanlage geben, bei der Velos neben dem Fussgängerstreifen eine eigene Kreuzungsmöglichkeit erhalten. «Holländisches Prinzip», nennt Hug die Variante. Behoben: Der EtzbergkreiselEine Stelle, die auf der Hotspot-Karte nicht mehr auftaucht, ist der Etzbergkreisel. Das war früher anders: Zwischen 2020 und 2022 verunfallten dort sieben Velofahrende. Dann wurde der Kreisel umgebaut. Das Tiefbauamt führte Tempo 30 ein, verbreiterte die Strasseninseln und brachte um das «Auge» eine gelbe Markierung an. «Sie verschmälert die Fahrspur optisch», erklärt Stefan Hug. So fahren die Verkehrsteilnehmenden langsamer und haben eine bessere Aufmerksamkeit. Eine verengte Zu- und Ausfahrt sorgt dafür, dass Autofahrer:innen die Velos nicht mehr überholen können. Die Leserbriefseite im «Landboten» quoll über vor Protestnoten. Doch heute geben die Zahlen den Planer:innen recht: Seit dem Umbau gab es keinen einzigen Velounfall mehr am Etzbergkreisel. |
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| Er schaut schmaler aus, die Fahrspur des Etzbergkreisels ist aber gleich gross wie vorher. Eine gelbe Markierung um das Auge sorgt dafür, dass Verkehrsteilnehmende langsamer fahren. (Bilder: Swissimage) |
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| Beobachtet: LindstrasseDieses Jahr sei die Kreuzung der Brunngasse mit der Lindstrasse beim Kantonsspital kein Unfallschwerpunkt mehr, sagt Stefan Hug. Zuvor sei die Stelle aber regelmässig vom Astra gemeldet worden. Zwölf Velounfälle sind an der Kreuzung in den letzten zehn Jahren eingetragen, 2020 verunglückten zwei Personen im Abstand von nur wenigen Wochen schwer. Auf der Hotspot-Karte von WNTI taucht die Stelle immer noch auf. «Wir haben eine Vorstudie für den Abschnitt gemacht», sagt Stefan Hug. Zeitgleich muss der Belag dringend saniert werden, dann werde man auch hier Anpassungen für eine bessere Veloführung vornehmen. |
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| Auf diesem Abschnitt der Lindstrasse gab es in den vergangenen zehn Jahren Unfälle an jeder Einfahrt. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Beim Blick auf die Hotspot-Karte von WNTI weist Stefan Hug auf einige Stellen hin, die das Astra aktuell nicht mehr als Unfallschwerpunkt listet. Etwa die Einfahrt von der Römer- in die Hegistrasse nach der Stadtrainbrücke. Die Verbesserung dieser Stelle ist mit der Sanierung der Frauenfelderstrasse pendent. Und schliesslich gibt es auch Unfälle, die von unserer Berechnungsmethode als Hotspot gezählt werden, weil sie in einem Umkreis von 50 Metern zueinander liegen. Tatsächlich befinden sie sich aber auf verschiedenen Verkehrsachsen. Das ist beispielsweise an der Rudolfstrasse der Fall, wo es im April 2025 zu einem tödlichen Unfall auf dem Gleisweg kam. Drei weitere passierten auf der anderen Seite des Veloparkings bei der Rampe zum Parkdeck. Dasselbe gilt für die Personen- und Velounterführung der Zürcherstrasse am Hauptbahnhof. Dort passierten in den letzten drei Jahren sowohl Unfälle auf der Nord- als auch auf der Südachse. Die Nordseite war in früheren Jahren trotzdem ein Schwerpunkt, denn dort gibt es zwischen Trottoir und Veloweg einen tückischen Randstein. Bei der Überfahrt der drei Zentimeter hohen Schwelle verunglückten mehrere Personen. Seit er mit den gelb-orangen Plastikelementen hervorgehoben ist, konnten weitere Stürze vermieden werden. «Ausserdem ist die Dunkelziffer nicht zu vernachlässigen», sagt Stefan Hug. Einige Quellen gingen davon aus, dass nur zehn Prozent aller Unfälle polizeilich registriert würden ‒ und damit überhaupt erst in einer Statistik auftauchten. |
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| | | Hinter der Geschichte: Eigentlich hätten wir diese Recherche schon Anfang Mai veröffentlichen wollen. Damals kollidierte in der Velounterführung ein Velofahrer mit einem Fussgänger. Der Zusammenstoss war so heftig, dass dieser noch am Unfallort verstarb. «Ist die Unterführung ein Unfallschwerpunkt?» ‒ wollten wir von der Stadt wissen. Und erhielten keine Antwort. Deshalb haben wir die öffentlichen Daten des Bundes selbst ausgewertet. Mitarbeit: Nick Eichmann, Gioia Jöhri |
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| | | | Flucht vor Verkehrskontrolle in Töss
In der Nacht auf Montag versuchte sich der 18-jährige Lenker eines Lieferwagens einer Polizeikontrolle auf der Zürcherstrasse zu entziehen. Nach einem Wendemanöver auf Höhe Autobahnausfahrt Winterthur-Töss touchierte er die Leitplanke und eine Laterne. Danach folgte eine kurze Flucht zu Fuss, bis der mutmassliche Fahrer und seine zwei Beifahrer festgenommen werden konnten. Alle drei festgenommenen Personen waren zur Verhaftung ausgeschrieben. (lf) |
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| | Weitere Kurz-News«Strava» für Fitness-Studios gewinnt Pitch: Es ist schön, die Jogging-Kilometer in den eigenen Beinen zu spüren. Noch schöner ist es, den eigenen Freund:innen unter die Nase reiben zu können, dass man sportlich war. Nun haben zwei App-Entwickler mit genau dieser Idee den «Launch Control Incubator», ein Förderprogramm des Home of Innovation, gewonnen. Über die App «Podium» sollen sich abgeschlossene Übungen oder Workouts im Fitnessstudio mit anderen vergleichen lassen. Winterthurer Erfolge am Weissensteiner: Am vergangenen Samstag fand die 75. Weissenstein-Schwinget in Solothurn statt. Winterthur wurde dabei von Janos Bachmann, Christian Lanter und Patrick Rüegg vertreten. Nach vier Siegen und zwei Gestellten landete Janos auf Platz 6a und ergatterte damit seinen ersten Bergkranz. Die beiden anderen erreichten Platz 23b und 20b. (lf) |
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| | Eulach-Verschmutzung: Ursache gefunden
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| Am 8. Juli meldete eine Stadtmelder:in die blaue Verfärbung in der Nähe der Frauenfelderstrasse. Jetzt ist die Ursache geklärt. (Bild: Stadtmelder) |
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| … warum die Eulach verschmutzt war Bereits Anfang Juni hatte eine blaue, milchige Verfärbung des Stadtflüsschens für Aufregung gesorgt. Doch die Spezialisten des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) tappten damals im Dunkeln, genau wie die Stadtpolizei. Genau dieses Tappen im Dunkeln verhalf den Ermittler:innen nun zum Erfolg: Wie Stadtpolizei-Sprecher Michael Wirz gestern mitteilte, seien Umweltpolizisten den Eulach-Tunnel unter dem Bahnhof Oberwinterthur abgelaufen. Unterirdisch fliesst dort der Riedbach dem Stadtfluss zu, in diesem Zubringerkanal hätten die Ermittler ein Einlaufrohr mit weisslichen Ablagerungen entdeckt. Dieses führte schliesslich zum Verursacher: Der Baustelle an der Frauenfelderstrasse 24 bis 30, wo die Privera AG derzeit vier Wohnblocks umbaut. In einem Schacht auf dem Vorplatz seien weitere weisse Verfärbungen aufgefunden worden. Die Ermittler hätten darauf den Kontakt mit der Bauführerschaft aufgenommen, ein Verantwortlicher habe sich aber nicht bezeichnen lassen. Worum es sich bei den weissen Verfärbungen gehandelt hat, lasse sich nur vermuten. Umweltschädlich sei sie auf jeden Fall nicht gewesen. «Ein Fischsterben gab es nicht, und wir haben auch keinen zu hohen oder tiefen pH-Wert gemessen», sagt Wirz. Trotzdem bleibe eine solche Entsorgung natürlich illegal, die Bauleitung sei darauf aufmerksam gemacht worden. |
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| | Wenn du unsere Eulach-Führungen mit Gioia besucht hast, kennst du das Tunnel unter dem Bahnhof und den Riedbach-Zufluss ganz genau. Vielleicht warst sogar du es, der beim Sprung drüber den Schuh voll rausgezogen hat? Als aufmerksame Leser:in hast du das neue Kürzel in den Meldungen natürlich längst entdeckt. Linus Fischer (lf) hat gestern sein Praktikum bei WNTI begonnen und wird bis im Frühling 2027 bleiben. Fahr vorsichtig, Tizian |
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