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| | Läck Bobby! Am Wochenende ist etwas gelaufen. Die Schweiz schickte die 10-Millionen-Initiative bachab, Zürich drei Wohnvorlagen. Und Winterthur lehnte den Sanierungskredit für den Campingplatz auf dem Schützenweiher ab. Zudem gingen die Winterthurer:innen am Samstag zum feministischen Streik auf die Strasse. Unsere Reporterin Olivia Ruffiner war für uns dabei.
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| «Lebensplatz statt Luxusglanz» ‒ Stammgäste am Schützenweiher störten sich unter anderem auch an den höheren Preisen des TCS. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Camping-Sanierung vom Tisch ‒ AL startet nächste Initiative |
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| Mit rund 53 Prozent Nein-Stimmen lehnten die Winterthurer:innen gestern die Sanierung des Campingplatzes am Schützenweiher ab. Während der Stadtrat keinen Weg sieht, das Dauercampieren dort möglich zu machen, plant die AL gemeinsam mit den Bewohner:innen schon eine Initiative. von Tizian Schöni |
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| «Ich trinke seit ein paar Jahren keinen Alkohol mehr, aber heute musste ich ein Bier haben», sagt Walter Fallegger. Er ist ständiger Bewohner auf dem Camping Schützenweiher (WNTI berichtete). Dass Winterthur den Kredit zur Sanierung abgelehnt habe, mache ihn tief dankbar. «Es zeigt, dass die Bevölkerung hinter uns steht.» Ähnlich tönt es auch vom IG-Mitglied Jean-Pierre Wollenschläger. «Sechs von sieben Kreisen, und dazu mit hohem Nein-Anteil», das sei deutlich. |
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| «Die Pächterfamilie muss jetzt das Gespräch suchen mit der Stadt», sagt IG-Mitglied Jean-Pierre Wollenschläger. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Dass die Neuerschliessung des Gebiets angenommen wurde, sei für den Campingplatz kein Problem. Ihn könne man auch anders erschliessen als vom Ufer des Weihers her. Die dortige Eichwaldstrasse soll aufgehoben werden, um Platz für einen neuen Uferpark zu schaffen. Immerhin hier scheinen sich die IG und der Stadtrat zu finden: «Das Ja zur Erschliessung ist schon einmal sehr wichtig», sagt Kaspar Bopp (SP). Das Nein zum Camping hingegen bedauere er sehr. «Im Moment bedeutet das auch ein Nein zum Campingplatz generell. Wir sehen keinen Weg, das Dauercamping rechtlich möglich zu machen», sagt Bopp. Für das Nein dürfte nicht nur das Mitleid mit den Dauercamper:innen verantwortlich gewesen sein. Bürgerliche Parteien und mit ihnen ihre Stadtkreise störten sich wohl am Preisschild von knapp sieben Millionen Franken. «Mit weniger Investitionen sehen wir keine Chance, dass ein Campingplatz wirtschaftlich betrieben werden kann», sagt Kaspar Bopp dazu. |
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| | «Sie haben zwei Jahre lang betont, wie wichtig ihnen ein Campingplatz für Winterthur ist. Jetzt können sie nicht mit einem Rückbau kommen.» Jean-Pierre Wollenschläger, IG Camping |
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| Jean-Pierre Wollenschläger fordert nun, dass sich die Stadt mit der Pächterschaft zusammensetze und «konstruktive Gespräche» führe. «Sie haben zwei Jahre lang betont, wie wichtig ihnen ein Campingplatz für Winterthur ist. Jetzt können sie nicht mit einem Rückbau kommen.» Genau dieses Szenario hatte die SP im Parlament beschworen. Im schlimmsten Fall müsse der Platz zurückgebaut werden, ohne dass es ein Folgeprojekt gebe. Ursprünglich waren auch eine Abgabe im Baurecht oder ein Verkauf des Grundstücks im Raum gestanden. |
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| Erleichterte Stimmung an der Abstimmungsparty der IG Camping am Sonntag ‒ es werden Cervelats und kühle Biere gereicht. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Was mit der Umgebung des Campingplatzes passiert, ist nun klar. Nur was auf dem Platz selbst geschieht, steht noch in der Schwebe. Die AL und die dauerhaften Bewohner:innen wollen das nicht dem Zufall überlassen. Gemeinsam habe man ein Initiativprojekt lanciert, wie es in einer Medienmitteilung vom Sonntag heisst. Mit ihr soll sichergestellt werden, «dass ein neues Campingprojekt beim Areal auf dem Schützenweiher ausgearbeitet wird, bei dem mindestens ein Drittel der Fläche für alternative Wohnformen vorgesehen ist.» |
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| Wütend und violett nahm sich der feministische Streik am Samstag die Strassen, obwohl der eigentliche Streiktag erst am Sonntag wäre. (Bild: dunkelbunt.studio) |
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| | Der feministische Streik ist zurück auf der Strasse: Laut, lila und entschlossen zogen am 13. Juni mehrere hundert Menschen durch die Winterthurer Innenstadt. von Olivia Ruffiner |
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| Bis vor einer halben Stunde füllten noch Chrömler:innen den Neumarktplatz. Jetzt weicht das bunte Sammelsurium an Secondhand-Ware lila Fahnen und Plakaten. Der Flohmi ist abgebaut, der feministische Streik übernimmt den Platz. Die ersten Gruppen finden sich zusammen, auch der Kita-Block steht bereit. Die Musikanlage fährt hoch, es dröhnt ein Beat und die Stimmung ist freudig gespannt. |
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| Eine Gruppe organisierte sich gegen den Täterschutz und für den Schutz von Kindern. (Bild: dunkelbunt.studio) |
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| Winterthur ist eine der wenigen Städte, in denen der feministische Streik am 13. statt am 14. Juni ‒ dem historischen Datum von 1991 ‒ stattfindet. Verschiedene Quellen berichteten WNTI von Problemen mit der Bewilligung am Sonntag – die Stadtpolizei dementiert das. Was bestätigt wird: Die Demo musste wegen des Flohmarkts nach hinten verschoben werden. Für das feministische Kollektiv hat der Datumswechsel auch Vorteile. Becca vom Kollektiv sagt: «An einem Samstag ist mehr los. Das ist gut, denn der Zweck der Demo ist es, den öffentlichen Raum einzunehmen und auf feministische Anliegen aufmerksam zu machen.» Mit lautem Getrommel setzt sich die Demo in Bewegung. Bereits nach den ersten Metern schliessen sich Passant:innen spontan an. Andere geben sich weniger begeistert. Ein Pärchen, das ihre Namen nicht im Winti-Brief lesen möchte, sagt: «Wir finden das ganz cool.» Auf die Frage, ob sie sich auch anschliessen möchten, lächeln beide höflich und wollen keinen Kommentar abgeben. «Heute könnte ich 1000 Gründe nennen»Carmen ist eine von denen, die schon 1991 beim ersten Streik dabei waren. «Heute bin ich 50 Jahre alt und könnte 1000 Gründe nennen, wieso ich noch immer hier bin.» Jacqueline macht mit Kochlöffel und Pfannendeckel Lärm – auch sie war 1991 auf der Strasse. «Es freut mich sehr, dass so viele junge Menschen hier sind.» Die Altersdurchmischung ist gross: Von kleinen Kindern mit Gehörschutz bis zu älteren Damen, die beim Altersheim aus dem Fenster winken, sind alle Generationen vertreten. Enea, Tabea, Una und Mara streiken heute für die Gleichberechtigung, gegen den Faschismus und das Patriarchat. «Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen und für seine Rechte einzustehen», sagt Tabea. «Es gibt noch viel zu verändern», findet Enea. |
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| Das grosse Transparent von Enea, Tabea und Mara lief ganz vorne am Streikzug mit. (Bild: dunkelbunt.studio) |
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| Mit Trillerpfeifen und lauten Rufen zieht der Zug weiter in die Neustadtgasse. Für das feministische Kollektiv Winterthur ist es ein Comeback auf die Strasse. 2025 legten sie eine Streik-Pause ein. «Wir befanden uns etwas im Widerspruch», sagt Becca vom Kollektiv. «Wir machen auf die gerechte Verteilung von Care-Arbeit aufmerksam und bürgen uns selbst ein hohes Mass an Mental Load auf.» Die Pause blieb nicht ungenutzt. Das Kollektiv wuchs und konzentrierte sich auf Vernetzungs- und Aufklärungsarbeit. Diese zeigt Wirkung: Mit am Streik ist Andrea Pfister vom feministischen Kollektiv Thurgau – mit einem konkreten Anliegen. Ihr Kanton hat kein Frauenhaus. «Frauen, die im Thurgau Gewalt erfahren, müssen nach Winterthur oder St. Gallen weitergeschoben werden. Wir fordern ein eigenes Haus.» Die entsprechende Petition wird am 14. Juni eingereicht. Auch aus der Winterthurer Politik ist Unterstützung sichtbar. Manon von der SP-AG Feminismus trägt ein Weinflaschen-Kostüm, Jeanne läuft als Schaf mit – eine Anspielung auf den Nationalrat, der Millionen für Weinbau und Herdenschutz sprach, aber eine zusätzliche Million zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen ablehnte. «Solange Frauenschutz keine Priorität im Parlament hat, streiken wir weiter», sagt Jeanne. |
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| Jeanne (l.) wurde vom Parlament zum Schaf gemacht und Manon schlüpft für den Schutz für Frauen vor Gewalt in eine selbstgebastelte Weinflasche. (Bild: dunkelbunt.studio) |
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| Winterthur hält zusammen Auf dem Rückweg über die Stadthausstrasse begegnet die violette Menge einer roten Welle Fussballfans, die in Richtung Winti-Arena unterwegs sind. Aus dem Demozug schallt es laut: «Ole, ole, Feminismus, Feminismus, Feminismus, ole, ole.» Zurück auf dem Neumarkt finden sich Infostände, eine Bar und ein Open-Mic. Mehrere Menschen treten ans Mikrofon und sprechen über sexuelle Belästigung auf dem Heimweg, Queerfeindlichkeit und Kapitalismus. Irgendwann hat auch Becca ihre feministische Warnweste abgelegt und sitzt neben der Bühne. Sie ist zufrieden: «Es ist wichtig, dass Winterthur zusammenhält.» Die Musik dreht wieder auf. Auf dem Platz beginnen die Ersten zu tanzen. |
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| | | | Am Freitag gab es einen Zahlendreher im «Winti weiss» zum TCW: Jacqueline Fawer und Thomas Blum wurden 1993, nicht 1893 Junioren-Stadtmeister. |
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| | | | Megakredit gesprochen ‒ ARA kann ausgebaut werdenMit einem Ja-Anteil von über 90 Prozent haben die Stimmberechtigten am Sonntag dem Ausbau der ARA Hard zugestimmt. Mit dem Projekt sollen künftig mehr Stickstoff und Mikroverunreinigungen aus dem Wasser gefiltert werden, das zurück in die Töss fliesst. Mit 276 Millionen Franken handelt es sich um den zweitgrössten je gesprochenen Kredit in der Stadt Winterthur. |
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| | Eulach zum dritten Mal verunreinigt
Am 1. Juni, vergangenen Dienstag und zuletzt am Mittwoch: Bereits zum dritten Mal sei es zu einer Gewässerverschmutzung der Eulach gekommen, wie die Stadtpolizei mitteilt. Dies an verschiedenen Abschnitten des Stadtflusses. Die genaue Ursache und ob ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen besteht, ist noch unklar. Die Umweltspezialist:innen der Stapo leiteten weitere Abklärungen ein, Hinweise werden unter 052 267 51 52 entgegengenommen. (Bild: Stadtpolizei Winterthur) |
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| | Weitere Kurz-NewsOhne ihn sähe die Stadt anders aus: Hans-Peter Bärtschi war Kommunist, Pfadfinder, Hobbyfotograf. Vor allem aber war er der wohl renommierteste Industriehistoriker der Schweiz. Ihm verdanken wir, dass die Nagelfabrik noch immer produziert, dass grosse Teile des Sulzer-Areals erhalten blieben oder dass 250’000 (!) Bilder des spätindustriellen Winterthurs lizenzfrei in der ETH-Bibliothek zu finden sind. Im vergangenen Jahr erschien seine Biografie, am 20. Juni findet eine Lesung um 19.30 Uhr im «Haus Zusammenhalt» an der Tössfeldstrasse 21 statt. Drei Sprayer verhaftet: Am Mittwochabend verhaftete die Stadtpolizei drei junge Männer, nachdem diese mehrere Graffiti auf einen Bahnwagen gesprayt hatten. Am Tag darauf stellten die Polizist:innen bei einer Hausdurchsuchung diverses «Graffiti-Material» fest. Dies geht aus einer Mitteilung der Stapo hervor. Die 17- und 18-jährigen Täter seien geständig und mutmasslich für über 50 Graffiti an Gebäuden, Brücken und Zügen verantwortlich. Spenden-Golfturnier sammelt 30’000 Franken: Abschlagen und Einzahlen ‒ beides gelang den rund 80 Teilnehmenden des «Golfdate» im Golfclub Schloss Goldenberg am Donnerstag, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Dieses Jahr kommt das gesammelte Geld den Nachwuchsabteilungen des FCW, dem HC Rychenberg, Pfadi Winterthur, den Red Ants und weiteren zugute. Das Charity-Turnier findet seit 2021 statt. |
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| | Wo und wann du ein Baugesuch findest
 | Wie und wo du ein Baugesuch findest Verstopfte Schächte, flackernde Strassenlaternen, volle Kübel: das erwarten wir vom «Stadtmelder». Kürzlich gelangte jedoch eine ganz andere Anfrage an die Stelle ‒ die wir bestens beantworten können. Ein Anwohner der Endliker-Siedlung, die bald zu einem Grossteil Neubauten weichen soll (WNTI berichtete), wollte folgendes wissen: 1. Wo kann ich den Gestaltungsplan einsehen? Der Gestaltungsplan ist öffentlich einsehbar. 2. Ist dieser Plan schon genehmingt? Ja. Öffentlich aufgelegt wurde der Gestaltungsplan bereits vor zwei Jahren, seit Ende 2024 ist er in Kraft. 3. Wann wird das Baugesuch wo einsehbar sein? Wann ist unklar. Da das Bauvorhaben vor der öffentlichen Bekanntmachung ausgesteckt sein muss, sollten Anwohnende regelmässig das Amtsblatt konsultieren, sobald die Bauprofile stehen. Die Unterlagen können nach der Bekanntmachung während vier Wochen im Superblock gesichtet werden. Die Auwiesen-Immobilien AG will im Frühjahr 2028 mit dem Bau beginnen. |
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| | Zehn-Millionen-Schweiz, drei versenkte Wohn-Initiativen, Camping-Sanierung hin oder her. Der Modellschiffclub liess auf dem Schützenweiher gestern Abend seine Boote kreisen. Ich stand dazu ‒ und überlege mir jetzt, einen Bausatz zuzutun. Einen flotten Start wünscht dir, Tizian |
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