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| | Hairzlich willkommen! Ja, nach den Walwitzen vom Mittwoch musst du dir schon wieder öde Wortspiele anhören. Denn heute beweisen dir zwei junge Tüftler: Haare schneiden ist Kopfsache. Ziemlich viel Denkarbeit ist auch in der Wohnstrategie des Stadtrats drin. Weniger überlegt hat dafür ein stümperhafter Einbrecher, der gestern in der UBS-Filiale geschnappt wurde.
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| Sie kennen sich seit der vierten Klasse: Lou Grolimund (l.) und Patrick Wissiak entwickeln in Winterthur ihren intelligenten Haarschneider. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Ein «Fade» in vier Minuten |
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| «Seiten auf null ‒ mit Übergang.» Das ist der wohl häufigste Wunsch junger Männer beim Coiffeur. Zwei Tüftler wollen die aufwändigen Kurzhaarschnitte mit einem automatisierten Trimmer zu einer Sache von Minuten machen. von Tizian Schöni |
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| Wenn ein Haarschnitt in den Feuilletons besprochen wird, ist er definitiv in der kollektiven Wahrnehmung angekommen. Geschafft haben das «Fade», «Buzzcut», «Edgar» oder «Undercut» bereits vor zwei Jahren. Während das Deckhaar bei diesen Herrenschnitten beinahe unangetastet bleibt, rasiert die Coiffeuse ‒ oder viel eher der Barber ‒ das Seitenhaar teilweise in komplexen Mustern und mehreren Stufen aus. Zudem müssen die Frisuren fast im Wochentakt nachgeschnitten werden. Bei Jugendlichen und jungen Männern liegen die Schnitte schwer im Trend. |
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| Eines haben alle neuen Herrenfrisuren gemeinsam: Unten sind sie kurz. (Bild: Victor Sirbu / unsplash) |
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| Erkannt haben das Patrick Wissiak und Lou Grolimund längst. Sie denken seit Anfang 2025 an ihrer Idee herum: Mithilfe von Kameras, Trackern und einer Bildverarbeitungssoftware vermessen sie den Kopf des Kunden. Dieser wählt gemeinsam mit seinem Coiffeur den gewünschten Haarschnitt. Schliesslich schneidet ein an die Software angeschlossener Clipper das Seitenhaar genau so zu. «Einen Fade schaffen wir in vier Minuten», sagt Grolimund. Normalerweise benötige eine Friseurin dafür je nach Komplexität zehn Minuten oder bis zu eine Dreiviertelstunde. Ein Ersatz der Profis sei das Gerät aber nicht, im Gegenteil: «Unser System richtet sich gezielt an Friseure», sagt Grolimund. Auch, weil «Shaive», wie die junge Winterthurer Firma heisst, mit ihrer Entwicklung das Deckhaar vorerst unangetastet lässt. «Dafür braucht es weiterhin die Effilierschere», sagt Wissiak. Und damit eine Person, die sie fachgerecht führen kann. Sie seien bereits mit ersten Salons in Kontakt, die Interesse an ihrem Produkt signalisiert hätten. |
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| Der Prototyp in Aktion ‒ Kameras verfolgen den Clipper, der zuerst verwendet wird, um die Kopfform zu erfassen. In einem zweiten Schritt schneidet das Gerät die Seiten so aus wie zuvor am Bildschirm definiert. (Bild: zvg) |
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| «Haarschnitt-Lotterie» nennt Wissiak die immer anderen Ergebnisse, die er als Kunde bei verschiedenen Friseur:innen hinnehmen musste. «Also habe ich vor sieben Jahren begonnen, mir selbst die Haare zu schneiden.» Aber auch so hingen die Resultate zu sehr von seiner ruhigen Hand ab ‒ Fehler blieben unvermeidlich. So sei er auf die Idee des intelligenten Haarschneiders gekommen. Während des Informatikstudiums an der Ostschweizer Fachhochschule habe er mit der Arbeit am Produkt begonnen, in der Bachelorarbeit entwickelte er es weiter. Den «proof of concept», also die grundsätzliche Umsetzbarkeit der Idee, konnte er damals nachweisen. Im Sommer 2025 kam Lou Grolimund hinzu, die beiden kennen sich seit der vierten Klasse. Grolimund machte eine Lehre als Automatiker, studierte später Soziale Arbeit und kümmert sich als Mitgründer heute darum, dass «Shaive» bei Coiffeuren, Frisurverliebten und vor allem potenziellen Investor:innen zur bekannten Marke wird. |
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| | «Im Nachhinein muss niemand nochmals in den Salon.» Lou Grolimund, Mitgründer von «Shaive» |
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| Vorerst steht aber eine andere Geldquelle im Vordergrund: Per Crowdfunding suchen die beiden nach 10’000 Franken, um einen Maschinenbau-Ingenieur einzustellen, der ihren derzeitigen Prototyp auf die nächste Entwicklungsstufe bringen soll. Ziel ist eine Nullserie von 15 Prototypen für Testläufe in der Praxis. Bisher, so Grolimund, testeten sie ihr System an Freunden. Die Bedienung übernehme ein Hobbycoiffeur, der sich auch um den «Finish» kümmere. «Im Nachhinein muss niemand nochmals in den Salon», versichert er. Seit Februar arbeiten der 26-jährige Wissiak und sein ein Jahr jüngerer Freund in Vollzeit für die Firma. Im Februar gewannen sie ein Förderprogramm des «Home of Innovation», wo die beiden im Co-Working arbeiten. Und Anfang März durften sie ihr Projekt an einem Ideenwettbewerb der Volkswirtschaftsdirektion vorstellen. «Bis im September geben wir Vollgas», sagt Grolimund. Bis dann wollen sie beweisen, dass das System reproduzierbare Haarschnitte liefert und effizient arbeitet. Wer sich selbst von Qualität und Geschwindigkeit überzeugen will, kann sich auf Wemakeit einen der ersten KI-Haarschnitte kaufen. |
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| Sehen neu erleben – mit Bischofberger Optik Entdecken Sie Winterthur jetzt mit neuen Augen: Bei Bischofberger Optik verbinden wir modernste Technik, persönliche Beratung und umfassende Vorsorge. Ob biometrische Brillengläser für entspanntes, brillantes Sehen, hochwertige Korrekturen bei starken Werten oder kindgerechte UHU Kinderoptik: Wir sorgen immer gerne dafür, dass Ihr Blick klar, gesund und unbeschwert bleibt. Für Ihre Augen nur das Beste, heute und morgen. |
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| | | Stadt bündelt Massnahmen gegen WohnungsknappheitDer Stadtrat hat an seiner letzten Sitzung eine Wohnstrategie verabschiedet. Sie enthält 26 Massnahmen und Ziele für fünf der sieben städtischen Departemente, um dem Wohnungsmangel in Winterthur zu begegnen. Die Strategie priorisiert beispielsweise den Ansatz, den «Dialog mit Akteur:innen des Wohnungsmarkts zu stärken», oder die Gründung einer «Arbeitsgruppe Wohnen», um die Tätigkeiten der Ämter aufeinander abzustimmen. Längerfristig möchte der Stadtrat etwa prüfen, ob seine Finanzkompetenzen für den schnellen Erwerb von Liegenschaften ausgeweitet werden könnten, und auch das Ermöglichen «alternativer» Wohnformen hat Eingang in die Strategie gefunden. Zudem will der Stadtrat die stadteigenen Liegenschaften bedarfsgerechter nutzen. Ihre eigenen Wohnungen vergibt die Stadt heute zwar nach Kriterien wie sozialer Durchmischung oder Ausnutzung der Zimmerzahl, nicht aber nach bisherigem Wohnort (wie die SVP es fordert) oder nach der Höhe des Einkommens. |
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| | MFW: Irischer Folk-Punk und warme GitarrensoundsDas gibts an den diesjährigen Musikfestwochen vom 5. bis 16. August zu hören. Nebst vielen anderen Klängen kommen die Dropkick Murphys und Hermanos Gutiérrez nach Winterthur. Wer sich ins Festival einhören will und noch nicht von Spotify abgefallen ist, zieht sich die Playlist. Alle anderen lesen altmodisch das ganze Programm. |
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| | UBS-Einbruch: Dieb gefasst, Gebäude durchsucht
Ein grosses Polizeiaufgebot verschreckte am Donnerstagmorgen die Passant:innen auf der Stadthausstrasse. Umsonst waren die Beamten allerdings nicht angerückt: In der Schalterhalle der UBS konnten Stadt- und Kantonspolizei gemeinsam einen 29-jährigen Einbrecher fassen, der über einen Seiteneingang ins Gebäude gelangt war. Anschliessend sei das Haus nach weiteren Täter:innen durchsucht worden. (Bild: Melanie Widmer) |
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| | Ruedi Widmers gesammelte Cartoons: Auf 208 Seiten hat der Winterthurer Zeichner seine oft komischen und immer witzigen Kommentare zur Welt-, Landes- und Lokalpolitik zusammengefasst. Die Edition Moderne gab das Wunderwerk heraus, seit kurzem ist es für 25 Franken in den Buchhandlungen erhältlich. Bibliothek in Hegi hat länger offen: 7 bis 22 Uhr ‒ für ein städtisches Angebot tönen diese Öffnungszeiten geradezu utopisch. Trotzdem hat die Bibliothek in Hegi so lange offen. Zutritt verschaffen sich Leseratten über den Bibliotheksausweis in den Randzeiten selbst, Personal ist nur am Nachmittag vor Ort. Hegi ist nebst Wülflingen die zweite Quartierbibliothek mit diesem Service. Wechsel im Vorstand der SP Töss: 40 Jahre lang engagierte sich Matthias Erzinger im Vorstand der Quartierpartei, nun gab er das Zepter an der gestrigen Mitgliederversammlung weiter. Zu seinen Ehren gaben die Genoss:innen eigens eine Spezialausgabe der Quartierzeitung heraus, die für einmal «De Erzinger» statt «De Tössemer» hiess. Auch der derzeitige Parlamentspräsident Philippe Weber trat aus dem Vorstand zurück, neu dazu kamen Ismat Badghissy und Annette Erzinger. |
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| Und: Rätsle mit, was vor dem Superblock gefunden wurde!
 | «Verdächtiger Gegenstand» beim Superblock Der Anruf eines Sicherheitsdienst-Mitarbeiters löste in der Nacht auf Donnerstag ein grösseres Polizeiaufgebot beim Superblock aus, wie es in einer Mitteilung der Stadtpolizei heisst. Der Grund: ein «verdächtiger Gegenstand». Genauer wird die Stapo in der Mitteilung nicht. Auf jeden Fall muss es sich um ein Utensil mit einer gewissen Sprengkraft gehandelt haben, sonst wäre das Forensische Institut Zürich nicht vor Ort gewesen. Vielleicht ein Geheimkässeli der Stadtbus-Geschäftsleitung, mit dem die Nachtzuschläge für die Busfahrer:innen problemlos abgegolten werden könnten? Oder eine noch verschlossene Wahlurne mit Stimmen für den künftigen Stadtpräsidenten drin? Oder weisst du es? |
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| | Ganz zum Schluss noch eine kleine Perle aus dem «Stadtmelder». Dort beschwerte sich eine reinliche Person kürzlich über die «unerlaubte Entsorgung von Brotresten auf öffentlichen Wegen». Das geschehe so etwa einmal pro Woche, könne Tiere anlocken und, ja, sogar hygienische Probleme verursachen. Unschuldig schrieb die Sachbearbeiter:in zurück, es sei wohl schwierig zu eruieren, von wo die Krümel kämen. Dabei weiss nun wirklich jedes Kind, liebe Stadtverwaltung: Diese Art von Littering kann nur von einem ganz bestimmten Geschwisterpaar kommen! Knusper, knusper, Knäuschen! Tizian |
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