| | Guete Morge Winti
Heute schreibe ich nur das Beigemüse und überlasse die grossen Worte anderen: Zwei Gast-Autor:innen der ZHAW stellen ein spannendes Inklusions-Projekt vor. Zudem gibt es News aus der Stadt, die sich übrigens gerade in der Klimawoche befindet. Apropos Gemüse.
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| Mitglieder des Chupferhammers beim Basteln eines Tavolata-Tisches im Winterthurer Atelier. (Bild, Lea Reutimann) |
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| Hier wird Begegnung geschmiedet |
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| An einem sonnigen Samstag Ende April lud der Verein Chupferhammer zum Infoanlass in der Lokstadt, um ein Projekt vorzustellen, das Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenbringt: Die «Begegnungsschmiede». von Lars Meile und Nicole Lüthi |
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| Zuhören ist angesagt, als Andrea Keller, Projektleiterin und Kulturschaffende, vorne von ihren Plänen für die «Begegnungsschmiede» erzählt. Manchen Anwesenden fällt das Zuhören schwer, da sie selbst viel zu sagen oder Fragen haben. Ein Herr in der vorderen Reihe unterbricht regelmässig Kellers Erläuterungen: «Wer ist das? Wo ist das?», will er wissen. Keller bleibt gelassen. Eine Dame jedoch, der es zu bunt wird, interveniert irgendwann: «Sei jetzt bitte ruhig!» Der Ausruf zeigt Wirkung und der Herr verstummt fürs Erste. Keller fragt ins Publikum: «Wann hast du dich das letzte Mal unter Menschen wohlgefühlt?» Die Interaktionsmöglichkeit kommt bei den Anwesenden gut an, sie beginnen zu erzählen: Im kleinen Kreis, unter guten Freunden, beim Motorradfahren oder einfach beim Feierabendbier. An diesen Austausch knüpft Keller an, indem sie erklärt, wie das Vorgehen des Projekts aussehen soll. |
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| | «Es macht keinen Sinn, wenn ich allein in meinem Büro ein Konzept entwerfe, das für mehr Miteinander sorgt.» Andrea Keller |
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Gemeinsam, über gesellschaftliche Schranken hinweg Im Saal des Hauses EinViertel, einem Teil des Krokodils in der Lokstadt, sitzen elf Freiwillige, die sich für das Projekt «Begegnungsschmiede» interessieren. Männer und Frauen, Ältere und Jüngere, mit und ohne Behinderungen. Sie lauschen gespannt der Vision eines Begegnungsraumes. «Im Zuge der Vorarbeiten für das Projekt haben wir gemerkt, dass es keinen Sinn macht, wenn ich allein in meinem Büro ein Konzept entwerfe, das für mehr Miteinander sorgt», so Keller. Sie nahm den Auftrag ursprünglich als Selbstständige an und hätte allein daran arbeiten können. Jetzt ist sie Projektverantwortliche. Dieses Miteinander, das sie anspricht, soll in Form eines Begegnungsraums realisiert werden, an dem Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenkommen. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht der Raum, sondern das Gefühl, das vermittelt werden soll: Alle sind gut, so wie sie sind und es macht Freude, Zeit miteinander zu verbringen. Solidarität und Vielfalt werden gemeinsam anerkannt und erlebt. Das Atelier als Tagesstruktur für kreatives Schaffen Keller hält die Präsentation gemeinsam mit Kathrin Raimann. Sie ist Projektmitarbeiterin, Betreuerin und ebenfalls beim Verein Chupferhammer angestellt. Dessen Atelier befindet sich hier in der Winterthurer Lokstadt. Es wird von ihm betrieben und dient als Tagesstruktur. Menschen mit Behinderungen können hier einen Arbeitsplatz nutzen, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen – etwa beim Stricken, Basteln oder Malen. Der Verein Chupferhammer wurde 1981 gegründet und ist heute in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Thurgau und Zürich vertreten. Er umfasst eine Werkstatt, zwölf Lebens- und zehn Arbeitsorte, sowie 180 begleitete Personen und 160 Arbeitnehmende. Die Vision: Eine vielfältige Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderungen gleichwertige Mitglieder sind. |
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| Im Atelier Chupferhammer können sich Menschen mit Behinderungen kreativ verwirklichen. (Bild, Nicole Lüthi) |
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| Gemeinsam kleine Etappen meistern Im Sommer 2026 finden erste Workshops statt, in denen kleinere Gruppen von Freiwilligen zusammenkommen und einen Plan erarbeiten. So entsteht das Konzept für die «Begegnungsschmiede» in mehreren Etappen. Die Workshops werden von Keller und Raimann vorbereitet und moderiert und dauern zwischen 2,5 und 6 Stunden. Die beiden Frauen wissen, wie wichtig dabei ausreichend Pausen, Snacks und Flexibilität sind. Wenn jemand einmal nicht so lange bleiben könne oder lieber an einem anderen Tag vorbeikomme, sei das kein Problem: «Wir finden für alles eine Lösung.» Nach den Workshops kommt die offene Phase. Zwischen Juli und Oktober wird ein Resümee gezogen: Wo stehen wir, was haben wir erarbeitet und wie geht es weiter? Ein zusätzlich geplanter Meilenstein ist die Tavolata, die am 5. September 2026 stattfinden wird. Mitglieder des Chupferhammers gestalten dafür seit Januar verschiedene Tische. Diese kreativen Einzelstücke werden bei gutem Wetter draussen vor dem Atelier aneinandergereiht, damit alle gemeinsam essen und trinken können. Freudiger Applaus beendet die einstündige Präsentation von Keller und Raimann. Die beiden bedanken sich und laden alle Anwesenden zu Kaffee und Himbeer-Muffins ein. Der Anlass fand zwar in kleiner Runde statt, aber die grosse Vision des Vereins zeigt bereits ihre Wirkung: Es wird geplaudert, diskutiert und gelacht. Miteinander. |
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| | Lars Meile und Nicole Lüthi studieren an der ZHAW in Winti Kommunikation und Medien. Im Rahmen eines Praxisprojektes schrieben sie und andere Studierende der ZHAW eigens recherchierte Texte für die WNTI-Redaktion.
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| Letterpress-Workshop in Winterthur Gönn dir eine kreative Auszeit und erlebe das traditionelle Buchdruck-Handwerk im Atelier der KoBold Manufaktur. Mit alten Pressen und handgemischten Farben druckst du deine eigenen Karten – langsam, bewusst und fast schon meditativ. Tauche in die Welt des Letterpress ein und nimm deine Unikate mit fühlbarer Prägung mit nach Hause. Ein analoges Erlebnis mitten in Winterthur – ideal als kleine Auszeit vom Alltag oder als besonderes Geschenk für jemanden, mit dem du etwas Schönes teilen möchtest. |
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| | | | Anwohnende ziehen Rekurs gegen Sportpark zurückUm den geplanten Sportkomplex beim Deutweg zu verhindern, stellten sich 18 Anwohnende des Oberen Deutweg gegen die kantonale Baudirektion und das Stadtparlament. Geplant ist ein Hochhaus von 40 Metern Höhe, welches Platz für 117 Sportler:innenunterkünfte schaffen soll. Wie der Landbote schreibt, war den Gegner:innen das Risiko einer Niederlage vor dem kantonalen Baurekursgericht zu gross und die Kosten, die damit einhergehen würden, zu hoch. Somit stehe dem Gestaltungsplan nichts mehr im Weg. |
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| | Stadt testet KlimaquartiereIm Rahmen der laufenden Klimawoche werden in Winti diese Woche vier Strassenabschnitte in Quartieren einen Tag lang zu autofreien Begegnungsräumen. Die Stadt testet damit potenzielle Klimaquartiere. Die Idee lehnt sich an das Konzept der Superblocks aus Barcelona an, bei denen mehrere Strassenblocks zusammengefasst und im Inneren weitgehend verkehrsfrei gestaltet werden. Es wird bereits in vielen europäischen Städten umgesetzt. Basierend auf einer umfassenden Analyse hat die Stadt Winterthur vier Quartiere ausgewählt, welche sich potenziell als Klimaquartier eignen. Mitarbeitende der Stadt sind vor Ort und suchen den Dialog mit dem Quartier. Gestern machte der Eichliacker den Anfang: Auf der Bütziackerstrasse, zwischen der Hofstrasse und der Rosenaustrasse, wurde gespielt, gerannt, geradelt und diskutiert. Heute ist der Dorfkern Oberi, morgen das Neuwiesenquartier und am Donnerstag das Zentrum Seen dran. Wo genau man sich trifft und was sonst diese Woche noch klimafreundliches ansteht, siehst du hier im Programm. |
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Neue Ausstellung «Backstein Reloaded» im Gewerbemuseum: «Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden», beschrieb es der berühmte Architekt Ludwig Mies van der Rohe. Um Backsteine geht es in der Ausstellung, welche ab dem 11. Juni (Vernissage) läuft. Backsteine sind seit der Antike zentraler Baustoff und sind von den Mauerwerken Roms bis zur modernen Stadt fast überall zu finden. Das Gewerbemuseum zeigt die kulturelle Bedeutung des Backsteins und führt entlang der verschiedenen Herstellungsverfahren, die im Zuge der Industrialisierung und ökologischen Herausforderungen starke Veränderungen erlebt haben. (gj) Filme unter freiem Himmel: Zum vierten Mal zieht es das Kino Cameo nach draussen. Vom Donnerstag 11. bis Donnerstag 18. Juni findet das Cameo-Open-Air bei (fast) jedem Wetter auf dem Lagerplatz statt. Über die Leinwand flimmern unter vielen anderen der Cannes-Gewinner und Oscar-Preisträger «Sentimental Value», Stefan Haupts «Stiller» und der Tessiner Coming-of-Age-Film «Becaària». Aber Achtung: Kinofans müssen fürs Open-Air-Kino lange aufbleiben, denn die Filme starten jeweils um 21.45 Uhr. Das ganze Programm gibt es hier zu sehen. (gj) |
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| Wortwechsel
 | Gestern berichteten wir über die Plakat-Aktion der «Jungen Tat» am Freitag. Keine Tat-Bilder! «Rechtsextreme missbrauchen Terroropfer in Winterthur für ihre Botschaft und machen sich zu Trittbrettfahrern. Dass das Plakat in den Medien gezeigt wird, finde ich nicht richtig. Das Ziel der Aktion wird damit unterstützt, und deren Botschaft weiter verbreitet. Bitte löscht das Foto (mit einem entsprechenden Hinweis).» Marius Hauser (via E-Mail) |
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| | | Dir wird garantiert nicht langweilig, bei allem, was der Juni zu bieten hat. In Erich Kästners Gedicht «der Juni» heisst es:
Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott. Aus Herrlichkeit wird Nahrung. Aus manchem, was das Herz erfuhr, wird, bestenfalls, Erfahrung. Lass uns rausgehen und Erfahrungen sammeln. Tschüss, deine Maria |
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