| | Guten Morgen Am Wochenende findet die Urban Golf Weltmeisterschaft in Winterthur statt. Marielle Heeb hat für WNTI die Winterthurer Heimvertretung bei der letzten «Hauptprobe» begleitet.
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| «Viele sagen, ich hätte Talent für Urban Golf», sagt der Winterthurer Sam Steiner. (Bild: Marielle Heeb) |
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| Mit Schlägern aus dem Brocki an die Weltmeisterschaft |
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| Sein Golfdress besteht aus Badehose und schwarzen Schlappen, er zielt auf Abfalleimer statt Löcher im Rasen: Sam Steiner gehört zu den besten Urban-Golfern der Schweiz. Am 22. August spielt der Winterthurer in seiner Stadt um den WM-Titel. von Marielle Heeb |
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| Ohne seine schwarze Golftasche wäre es kaum zu erraten, dass Sam Steiner gerade für die anstehende Weltmeisterschaft trainiert. Mit schwarzen Schlappen, Pulswärmern und in Badehose geht er durchs knöcheltiefe Gras auf dem Gelände der Universität St. Gallen. Er sucht seinen blauen Ball, den er vor wenigen Sekunden in Richtung einer Plakatwand geschlagen hat. Gewollt. Denn der Winterthurer spielt Urban Golf. Hier sind nicht Löcher, sondern Abfalleimer, Bäume oder andere markierte Elemente das Ziel. «Fuck, was habe ich wieder gemacht?», fragt er rhetorisch in die Runde und lacht. Dass er erst mit seinem siebten Schlag unter der Plakatwand hindurchtrifft, scheint ihn nicht zu stören. Obwohl es sich heute um das letzte Turnier handelt, bevor er am 22. August in Winterthur um den Weltmeistertitel kämpft. Hauptprobe vor dem Heimspiel, quasi. |
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| Golfen, wo normalerweise studiert wird: auf dem Gelände der Universität St. Gallen. (Bild: Marielle Heeb) |
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| Dort werde er dann schon nervös sein, gibt Steiner zu. «Aber sobald ich das erste Mal abschlage, ist das weg.» Frankreich und Deutschland, zwei Länder mit grossen Urban-Golf-Communitys, gelten als Favoriten. «Aber sie sind schlagbar», sagt er. Schliesslich ist die Schweiz amtierender Europameister. Steiner, der aufgrund einer zweijährigen Verletzungspause erst seit letztem Jahr wieder spielen kann, war beim damaligen Sieg nicht dabei. Doch bei seiner Rückkehr im Mai holte er sich ohne Vorbereitung einen Podestplatz bei der Schweizermeisterschaft. Zweierteams treten an, aber die Punkte werden pro Nationalmannschaft summiert und so gewertet. Auf einem Kurs vom Sulzerareal bis in die Altstadt gilt es, mit möglichst wenigen Schlägen möglichst viele Bälle zu versenken. Am gleichen Ort, wo 2018 der erste Parcours der Schweiz entstanden ist. «Wie eine Familie»Zwei Jahre zuvor hört Steiner über einen Freund zum ersten Mal von dieser Sportart. Er probiert den Nischensport aus, ohne zuvor je einen Fuss auf einen Golfplatz gesetzt zu haben. «Es wäre mir nie in den Sinn gekommen», sagt er, während er seinen Ball platziert. «Golfen ist elitär und snobby.» Er merkt dann aber schnell: «Hier kann ich sein, wie ich bin.» Kein Dresscode, keine Vorschriften. Das passt Steiner, der am liebsten bei seinem Nachnamen genannt wird. Bekannte kennen ihn vor allem als «Holzi» – Spitzname, der auch auf seinem Trikot für die WM prangt. Ein Überbleibsel aus der Zeit, als er noch an der Frittenbude des FC Winterthur gearbeitet hat. |
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| Sein Ziel für das letzte Turnier vor der WM sei Spass zu haben, sagt Sam Steiner. (Bild: Marielle Heeb) |
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| Nach einer halben Stunde hat er das Gefühl, alle Leute schon ewig zu kennen, erzählt er: «Es ist wie eine Familie.» So kauft er sich Golfschläger im Brockenhaus, trifft sich immer wieder, um zu spielen. Das gemeinsame Training im Club wird unkompliziert via WhatsApp-Chat organisiert. Trainer? Gibt es nicht. Stadtbus und Waschmaschine statt GolfplatzSteiner holt aus, zielt, flucht. Der Ball fliegt einige Meter zu weit rechts in Gestrüpp. Dass bei diesen ersten Schlägen noch nicht alles nach Plan läuft, könnte auch an seinem Schlafmangel liegen: Bis vor einigen Stunden hat er mit Freunden noch geflippert, erzählt er. Daneben arbeitet er freiwillig für die Winterthurer Musikfestwochen und am Bambole Openair als Barchef. |
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| Die sogenannten «Tees» helfen dabei, den besonderen Ball für den Abschuss zu positionieren. (Bild: Marielle Heeb) |
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| «Ich müsste definitiv lernen, Nein zu sagen.» Er setzt sich kurz hin, dreht eine Zigarette, während seine Teamkollegen die Markierung für den nächsten Startpunkt im Gras suchen. Im Hintergrund erklingt Rockmusik aus Boxen, die sie von Schlag zu Schlag mittransportieren. Bisher hatte Steiner darum noch keine Zeit, die bereits bekanntgegebenen Löcher für das Turnier zu besichtigen. Er hofft aber auf möglichst kreative Kurse. Drehende Skilifte als Startpunkt, Lenkbusse als Golfbahn, 70 Meter hohe Felswände als Abschussrampen, Waschmaschinen als Ziel – all das hat Steiner bei Turnieren im In- und Ausland bereits gesehen. Er kommt ins Schwärmen. «Guet, Simon!», unterbricht er seine Aufzählung. Sein Kollege hat den weichen Golfball gerade sehr nahe an den anvisierten Abfalleimer gespielt. Ums Gewinnen geht es Steiner nicht, sagt er zumindest. Auch nicht an der Weltmeisterschaft. «Ich will einfach einen guten Tag haben. Am Ende feiern sowieso alle mit den Gewinnern mit.» |
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| | Am Samstag, 22. August 2026, findet in Winterthur der World Urban Golf Cup 2026 statt. Winterthurer Persönlichkeiten wie Stadtpräsident Stefan Fritschi läuten den Event um 10 Uhr mit dem ersten Abschlag auf dem Lagerplatz ein. |
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| | | | Choose life! «Trainspotting» (1996) feiert sein 30. Jubiläum im Kiwi Center: Danny Boyles fiebriger, schwarzhumoriger Kulttrip durch Edinburgh mit Ewan McGregor und Robert Carlyle. Dienstag, 25. August 2026, Englisch ohne UT. |
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| | | | Burckhardt Compression baut 150 Stellen ab – Unia ist empört
Bis zu 150 Stellen will die Burkhardt Compression AG an ihrem Hauptsitz in Winterthur abbauen. Zusätzlich dazu fallen 70 Stellen am Standort in Indien weg. Damit sollen insgesamt jährlich 20 Millionen Franken gespart werden, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. «Die heute angekündigten Massnahmen sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit und den nachhaltigen Erfolg von Burckhardt Compression sicherzustellen», wird CEO Fabrice Billard in der Mitteilung zitiert. Die Gewerkschaft Unia lässt diese Argumentation nicht gelten: «Dass bei einem wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen innerhalb kurzer Zeit Hunderte Arbeitsplätze zur Disposition stehen, ist mehr als befremdlich. Die Mitarbeitenden haben massgeblich dazu beigetragen, dass die Burckhardt Compression heute so gut dasteht», sagt Violeta Ruoss, Co-Regionalleiterin der Unia Zürich-Schaffhausen. Der Abbau wird von der Burkhardt Compression unter anderem durch die globale Marktunsicherheit erklärt. (gj) |
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| | Weitere Kurz-News
Winterthurer Jung-Vize-Weltmeister im Pumptrack: Der 13-jährige Winterthurer Danny Bordoni wurde Vize-Weltmeister in seiner Altersklasse bei der Pumptrack-Weltmeisterschaft in Schweden. Beim Pumptrack fahren die Teilnehmenden einen künstlichen Rundkurs mit dem Fahrrad – inklusive Bodenwellen, Steilwandkurven und Schanzen. Sein nächstes Rennen fährt Danny an den Schweizermeisterschaften in Ilanz. Dort will er seinen Meistertitel verteidigen. Unihockeyvereine ziehen in die Sporthalle Sulzerallee: Heute um 17:30 Uhr eröffnen drei Winterthurer Unihockeyclubs mit grossem Eröffnungsfest ihre gemeinsame Trainingshalle an der Sulzerallee in der Grüze. Der HC Rychenberg, die Red Ants und Winterthur United gründeten einen Trägerverein, um dieses Projekt in einer ehemaligen Lagerhalle ermöglichen zu können. Die neue Halle soll zusätzlichen Platz für Trainings und Schulsport bieten. Zukünftig kann man die neue Halle auch privat buchen. |
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| | Schwimmen in der Eulach bald Quaggamuscheln?
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Schwimmen in der Eulach bald Quaggamuscheln? |
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| Die Quaggamuschel ist gerade in aller Munde und in den Gewässern der Schweiz. Kann sich die invasive Art auch im Rinnsal der Eulach ansiedeln? (Bild: Mattia Mayer) |
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| Die Quaggamuschel ist eine invasive Muschelart, die ursprünglich aus dem Schwarzen Meer stammt. Sie verbreitet sich natürlich, indem Larven mit der Strömung getrieben werden, und unnatürlich, mit Booten oder Wasserausrüstung, die in mehreren Gewässern verwendet werden. Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee vermutet, dass die Muschel so in den See gekommen ist. In den letzten Jahren wurden in mehreren Schweizer Seen und Fliessgewässern Quaggamuscheln gefunden. Darunter auch im Bodensee, Zürichsee und im Rhein. In ihrem Herkunftsland sind die Gewässer flacher und die Muschel wird öfters von Wasservögeln oder Fischen gefressen als in der Schweiz. Daher kann sie aus unseren Gewässern kaum getilgt werden. Die fremde Art filtert Phytoplankton aus dem Wasser, womit zum Beispiel den Wasserflöhen die Nahrung fehlt. Von diesen ernähren sich aber wiederum Fische. So setzen die Muscheln eine Kettenreaktion in Gang, die alle Wasserbewohner trifft. Doch nicht nur das: Sie schadet auch der Infrastruktur. Durch ihr wildes Wachstum verstopft sie Wasserleitungen oder macht Schifffahrtslinien unpassierbar. Kann sich die Quaggamuschel auch in Winterthur festsetzen? Wohl eher nicht. Sowohl die Baudirektion des Kantons Zürich als auch Thomas Müller von der Eawag Fachstelle für Quaggamuscheln schreiben auf Anfrage, dass Eulach und Töss auf natürliche Art nicht befallen werden könnten. Eine Wanderung flussaufwärts sei für die Larven nicht möglich. Normalerweise gehe die grösste Gefahr von Booten aus. Da die beiden Gewässer nicht schiffbar seien, bestehe nur ein gewisses Risiko, wenn Fischereiausrüstung, Schlauchboote oder Wassersportgeräte in verschiedenen Gewässern genutzt würden. Der Kanton empfiehlt, solche Geräte gründlich zu reinigen, zu trocknen und zu kontrollieren. So könne man der Verschleppung invasiver Arten vorbeugen. |
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| Achtsames Velofahren ist Wunschdenken
 | Im gestrigen Wintibrief haben wir Nadine im «Über den Weg gelaufen» interviewt. Ihr erster Erlass als Königin von Winti wäre, dass man mit dem Velo durch den Markt fahren darf: Achtsames Velofahren ist Wunschdenken «Am Morgen haben es Velofahrer:innen eilig. Sie sausen ja jetzt schon verbotenerweise durch den Märt. Man kann den Märt ja umfahren. Irgendwo sollte es doch möglich sein, einfach stehenzubleiben, zu schwatzen, ohne, dass man wie ein gehetztes Reh dauernd links und rechts über die Schulter schauen muss, gopf! Ich bin jede Woche 2x um 7 Uhr dort am Einkaufen, mit Velo, das ich stosse.» Brigitte Hofmann (via E-Mail) |
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| | Wenn am Wochenende ein Golfball in deinem Garten landet – wundere dich nicht – dann hat ein WM-Teilnehmer seinen Schlag verhauen. Oder dein Pflanzentopf wurde mit einem Urban-Golf-Loch verwechselt. Bis bald, Mattia |
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