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| | Guten Morgen Weisst du, wie Barock tönt? Vielleicht aus «Barry Lyndon» oder Jane Austen-Verfilmungen. Die alten Kompositionen und Instrumente sind aber regelmässig in Winterthur zu hören, hier zum Beispiel. Gar nicht in diese Zeit hätte die Schlägerei im Gästesektor des FCW gepasst. Denn der Fussball war damals noch gar nicht erfunden. |
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| Bei den Foodständen im Gästesektor auf der «Schützi» wurde der Mitarbeiter angegriffen. (Bild: Linus Fischer) |
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| Angriff im Gästesektor ‒ Täter sollen ins Gefängnis |
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| Am 22. März spielte der FCW auf der Schützenwiese gegen den FC Basel. In der zweiten Halbzeit wurde ein Catering-Mitarbeiter angegriffen und musste ins Spital gebracht werden. Jetzt werden zwei Männer angeklagt. von Linus Fischer |
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| Zuerst sei die Auseinandersetzung nur verbal gewesen. Doch dann eskalierte der Streit ‒ und die beiden tatverdächtigen Basel-Fans sollen einen Catering-Mitarbeiter derart verprügelt haben, dass dieser ins Spital gebracht werden musste. Das teilte die Medienstelle der Oberstaatsanwaltschaft gestern mit. Nachdem die Stadtpolizei Winterthur zwei der insgesamt drei mutmasslichen Täter identifiziert und im Baselbiet festgenommen hatte, mussten sie für drei Monate in Untersuchungshaft. Unterdessen wurden sie gegen Auflagen wieder entlassen. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft See/Oberland Anklage gegen die Schweizer. Die Anklage wird nicht durch die Staatsanwaltschaft Winterthur erhoben, da See/Oberland am 22. März Pikett für die Region Winterthur hatte, wie die Oberstaatsanwaltschaft auf Anfrage dieser Redaktion schreibt. Den Tatverdächtigen im Alter von 22 und 37 Jahren wird versuchte schwere Körperverletzung und Angriff vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft beantragt mehrjährige, teils unbedingte Freiheitsstrafen. Wie hoch die geforderten Strafen genau sind, wollte die Medienstelle auf Anfrage nicht beantworten. Es gilt die Unschuldsvermutung. |
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| Matìas Lanz lebt schon sein ganzes Leben in der Altstadt. Das Gesicht mit Corbusier-Brille kennt dort jede:r. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Rote Socken ‒ seit zehn Jahren ihr Markenzeichen |
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| Das Ensemble «Cardinal Complex» spielt seit zehn Jahren auf alten Instrumenten und gilt als Kapazität in der Barockmusik. Weshalb Mitgründer Matìas Lanz einmal fast aufhören wollte ‒ und dann genau das Gegenteil getan hat. von Tizian Schöni |
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| Im Eingang steht ein Schirmständer voller Gehstöcke. Daneben gut zehn Paare Lederschuhe, in jedem Schuh steckt ein hölzerner Schuhspanner. Auf einem Hutregal lässt sich ein Sortiment an breitkrempigen Travellers erspähen, und an den Schlüsseln des endlosen Wandschranks im Flur hängen verschiedenfarbige Hemden. Dann betritt der Mann die Wohnung, dem diese elegante Garderobe gehört: Matías Lanz, Cembalist, Organist und, nicht nur wegen seines ausgewählten Kleidungsstils, schon mit 34 Jahren ein Stadtoriginal. Heute geht es aber nicht um seine Garderobe, sondern um Lanz’ Leidenschaft für alte Musik. «Cardinal Complex» heisst das Barockensemble, das er mit dem Cellisten Alex Jellici und dem Cembalisten Thomas Jäggi gegründet hat. Diese Saison feiert es seinen zehnten Geburtstag, und das gleich mit einem Programm fürs ganze Jahr. |
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| | «Die roten Socken tragen wir bis heute konsequent.» Matías Lanz, Cembalist und Organist |
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| Auf eine gewisse Art und Weise spielt Kleidung auch bei «Cardinal Complex» eine Rolle. Kardinalrot als Farbe der Leidenschaft war Inspiration für den Namen des Ensembles gewesen. Und knallrot sind die Socken, welche die Musiker für ihre Auftritte anziehen. «Die tragen wir bis heute konsequent», sagt Matías Lanz. Dass es das Ensemble bis heute gibt, ist nicht selbstverständlich ‒ Lanz dachte noch vor wenigen Jahren ans Aufhören. Um 2023 habe es einen «Kippmoment» gegeben, sagt der Musiker. Zu den Konzerten seien oft zu wenig Leute gekommen. «Vielleicht auch coronabedingt.» Gleichzeitig sei der unliebsame administrative Aufwand immer grösser geworden. «Die Papierarbeit im Hintergrund stand zu keinem Verhältnis mehr zum Publikum», sagt Lanz. |
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| Lanz an einem der beiden Cembali, die in seiner Altbauwohnung stehen. Hier gibt das «Cardinal Complex» auch Wohnzimmerkonzerte. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Sein Freund und Mitmusiker Alex Jellici habe ihn vom Gegenteil überzeugt. «Jetzt erst recht», hätten sie sich gesagt und die Geschäftsleitung des Ensembles professionalisiert, einen Kreis von treuen Abonnent:innen aufgebaut und statt einzelner Projekte begonnen, Saisonprogramme zu planen. Dabei hätte Lanz als Organist in der Reformierten Kirche Veltheim und Lehrer an der renommierten Schola Cantorum Basiliensis in Basel zwei für Musiker:innen grundsolide Standbeine. |
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| | «Es ist ein unglaublicher Luxus, sagen zu können, was und mit wem wir spielen möchten.» Matías Lanz, Cembalist und Organist |
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| Weshalb also der Aufwand? «Es ist ein unglaublicher Luxus, sagen zu können, was und mit wem wir spielen möchten», antwortet Lanz. Mit «Cardinal Complex» könnten er und Jellici ein eigenes Programm konzipieren und selbst Gastsolist:innen einladen. Mit anderen Worten: Sie können so musizieren, wie sie es am liebsten tun. Das nächste Konzert in Winterthur spielen Jellici und Lanz am 1. November im Alten Stadthaussaal, es ist eine Plattentaufe. «Le Carillon des Regrets» («Das Glockenspiel der Reue») heisst die CD, welche sie auf Einladung der Zürcher Zentralbibliothek aufnehmen durften. Danach folgt am 22. November ein Hauskonzert in Lanz’ eigener Wohnung, in der neben barocken Polstermöbeln auch zwei Cembali stehen. Das Wohnzimmer bietet Platz für 15 Gäste. «Meist kommt da der Kern der Roten-Socken-Träger», sagt Lanz. Treuen Gönner:innen schenkten die Musiker das charakteristische Kleidungsstück einmal zu Weihnachten. Seitdem kommen auch die Fans in roten Socken zu den Konzerten. Saisonhöhepunkt ist ein Orchesterkonzert im Sommer 2027. Lanz selbst empfiehlt ein Konzert mit Kammermusik von Georg Philipp Telemann. Musik des deutschen Barock-Komponisten spielte «Cardinal Complex» an ihrem Gründungskonzert vor knapp zehn Jahren. «Ein guter Einstieg für Leute, die uns noch nicht kennen.» Zudem spielten sie dort mit zwei guten Freunden aus Argentinien zusammen. Lanz’ Familie mütterlicherseits stammt aus Buenos Aires, er verbringt selbst mehrere Wochen pro Jahr drüben. Kommt seine Nostalgie vielleicht von dort, diesem Land mit seiner grossen Vergangenheit? «Das Vergangene ist in Argentinien auf jeden Fall präsenter, es hat mehr Patina», sagt Lanz. Aber er habe schon als Kind lieber von Dinosauriern als Zeitgenössischem gehört. Am besten habe es ihm eine seiner Basler Musikschülerinnen gesagt: «Du bisch ebe nid vo däre Zyt.» |
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| | | | Der Dramatische Verein Töss präsentiert: Das Tössemer Märli 2026! Lass dich in die wundersame Welt von Frau Holle entführen und sichere dir ein Ticket! Wir freuen uns auf deinen Besuch! |
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| | | Nathalie Rickli verzichtet auf Bundesrats-KandidaturErst Esther Friedli, dann Magdalena Martullo-Blocher. Nun sagt eine weitere SVP-Frau dem Bundesratsticket ab: Die Winterthurerin Nathalie Rickli möchte im Wahlkampf für den Zürcher Regierungsrat bleiben, in dem sie bereits heute sitzt. Dies berichteten gestern mehrere Medien. Die SVP sucht derzeit für eine Nachfolger:in von Bundesrat Guy Parmelin, der Anfang Oktober seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte. |
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| | Rotary-Mitglieder sanieren beliebtes Ausflugsziel
Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums wollte der Rotary Club Winterthur Kyburg die Infrastruktur der Chöpfi am Wolfensberg auffrischen. Das beliebte Ausflugsziel oberhalb von Wülflingen wurde von den rund 70 Mitgliedern an drei Tagen im August und September saniert. Sie ersetzten unter anderem Treppenstufen, Grillgitter und Sitzbank-Bretter. Am 24. Oktober findet ein Einweihungsfest statt. (zot / Bild: zvg) |
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| | Weitere Kurz-NewsRehe erneut vom Friedhof Rosenberg vertrieben: Aufgrund der wiederholten Schäden an der Grabbepflanzung und der Reklamationen von Trauergästen wurden gestern 15 Rehe in den angrenzenden Lindbergwald getrieben. Hierfür musste der Zaun abmontiert und das ganze Areal von einer Treibergruppe von Stadtgrün durchgekämmt werden. Für die letzte Vertreibungsaktion im Februar 2025 hatten 120 Mitarbeitende aufgeboten werden müssen. In der Zwischenzeit wurden der Friedhofszaun erhöht und automatisierte Zugangstore installiert. Im Juni 2026 bewilligte der Stadtrat hierfür einen Kredit von 100'000 Franken. (zot) Weltcup-Podest für Radballerinnen: Am Weltcup der Frauen im Radball setzten sich die Winterthurerinnen Savana Baumann und Chiara Dotoli gegen drei Teams aus Deutschland und der Schweiz durch. Lediglich gegen die amtierenden Weltmeisterinnen mussten sie sich geschlagen geben und landeten auf Platz zwei. Der Weltcup fand am 10. Oktober in Prechtal (DE) statt. Kinderbuch-Lesung gegen Desinformation: Am 21. Oktober um 14 Uhr lesen zwei Kita-Fachleute ihr preisgekröntes Buch im Quartierlädeli im Inneren Lind vor. Die beiden 20-Jährigen wollen mit ihrem Buch «Biber unter Verdacht» die Medienkompetenz von Kindern verbessern. Die Geschichte des Bibers zeigt auf, wie schnell Gerüchte entstehen und wie Kinder Gehörtes hinterfragen sollen. Der Eintritt ist frei, es gibt eine Kollekte. (zot) |
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| Theaterpremiere: Dürrenmatts Krimi-Klassiker «Das Versprechen» Der Mord an der jungen Gritli Moser scheint aufgeklärt. Aber Kommissar Matthäi, eigentlich nur noch wenige Tage im Amt, ist besessen davon, einem Serientäter auf der Spur zu sein. Da entwickelt er einen zweifelhaften Plan und stellt dem unbekannten Mörder eine Falle – Mit einem jungen Mädchen als Lockvogel. Eine Produktion des Theater Kanton Zürich. Koproduktion mit dem Theater Winterthur. Premiere am 21. Oktober und weitere Vorstellungen am 22., 23. und 25. Oktober im Theater Winterthur. |
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Kolumne von der Stadttaube |
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| Durchzugsquartier Neuhegi |
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| In der Steinberggasse zieht ein kleiner Junge seine Mutter am Mantel und ruft: «Lueg wie schön.» Er zeigt auf die funkelnde Spiegelung im Judd-Brunnen. Dann tunkt er seine Hand hinein: «Und chalt!» Die Szene erinnert mich an meinen letzten Ausflug nach Neuhegi. Das Quartier wächst seit Jahren. Riesenkomplexe schiessen aus dem Boden wie Pilze. Es ist ein Schlaraffenland für Investoren. Auf der einen Seite werden in den Datencentern Server in Schränken gestapelt, auf der anderen Menschen in ihren Wohnungen. Die Bauten sollen urban und modern wirken. Doch durch die breiten Strassen pfeift ein kalter Wind. Die Aufenthaltsqualität gleicht derjenigen des Gleis 2 am Bahnhof Stadelhofen. Verweilen will niemand. Morgens fliegen alle aus. Die Bewohner:innen strömen in die S12, nur um abends wieder von ihr ausgespuckt zu werden. Dazwischen: gähnende Leere. Ein Versuch, dem ganzen Leben einzuhauchen, sind die menschlichen Namen für die Wohnkomplexe. Die Hasenställe von Hegi heissen «Liz», «Max», «Roy», «Sue&Til». Sie sollen mit Grünfutter im Innenhof punkten, doch das ändert nichts an den Gebäudehüllen. Die Architektur ist auf Effizienz getrimmt. Und sobald die Temperaturen fallen, entblösst sich auch im Innenhof Neuhegis karger Charakter. Jetzt gesellt sich bald «Ida» dazu. Ein weiterer investorengetriebener, identitätsloser Klotz mit 150 Mietwohnungen und 323 Studios für Studierende. Die Mikro-Wohnungen dienen dank Marktmieten und überteuerter Gewerbeflächen dabei mehr dem Portemonnaie von Swiss Life, als den Jungvögeln, die aus Notwendigkeit nach Neuhegi müssen. Ein Funken Winterthurer Charme glüht immerhin in der Halle 710. Sie dient auch als neuer Austragungsort der Jungkunst. Fast wäre aber auch dieser erkaltet, denn der ehemalige Sulzer-Arealentwickler gab gegenüber dem «Landboten» zu: Lieber hätte er sie zugunsten von exklusiven Wohnungen am Parkrand abgerissen. (P.S. Der Artikel muss Satire sein. Oder findet sonst noch jemand, in Neuhegi sei ein «ausgehungertes Ambiente einer eindrücklichen Vielfalt gewichen»?) |
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| | Ob gurrend auf den Vordächern, im Brunnen vor dem Stadthaus badend oder Bretzel-Brösmeli-pickend am Bahnhof: Die Stadttaube ist überall dort, wo du bist. Und schnappt Schnipsel aus dem Stadtgemurmel auf. Hier teilt unsere Federfreundin ihre Gedanken dazu. |
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| | Bei uns auf der Redaktion triefen derzeit die Nasen, Huster und das laute knacken des Wasserkochers für Erkältungstees durchbrechen die konzentrierte Stille. Ach, wie schön ist endlich Herbst. Gute Besserung an alle, die es brauchen können! Tizian |
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